Mit der #opentowork-Funktion von LinkedIn signalisieren Nutzer, dass sie auf Jobsuche sind. Um das Feature wirkungsvoll einzubinden, sollte User jedoch einige entscheidende Punkte berücksichtigen.

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Berufliche Netzwerke, beispielsweise LinkedIn und Xing, sind heute echte Sprungbretter. Arbeitnehmer, die gekündigt haben oder kürzlich entlassen worden sind, nutzen deshalb zunehmend die sozialen Medien, um sich nach neuen Perspektiven und Herausforderung umzuschauen. Für Jobsuchende oder diejenigen, die auf der Suche nach einer beruflichen Chance sind, stellt LinkedIn ein praktisches Feature zur Verfügung: #opentowork. Die Funktion hat ihre Vor- und Nachteile. Einmal richtig verwendet, können User jedoch zumeist einen wertvollen Nutzen aus ihr ziehen.

Aber fangen wir von vorne an: Schon seit dem Jahr 2016 kannst du Personalvermittlern über LinkedIn mitteilen, dass du dich aktuell auf der Suche nach einer neuen Stelle befindest. Seit Sommer 2020 ist es für Suchende nun auch möglich, dass sie ihren Status mit ihrer Community teilen. Die Aufhebung der subtilen Suche hat den Vorteil, sich breiter vernetzen zu können, so vielleicht schneller ein passendes Angebot zu finden oder aus einem breiteren Pool wählen zu können.

Die Funktion ermöglicht es Jobsuchenden grundsätzlich, öffentlich nach attraktiven beruflichen Möglichkeiten zu suchen oder sich beispielsweise auch mit Gleichgesinnten zu vernetzen. Das hat vor allem den Vorteil, sich auf seinem beruflichen Weg, in Krisenzeiten und aufgrund von Entlassungen oder einer eigens eingereichten Kündigung nicht ganz so alleine zu fühlen und innerhalb der Community nach Inspiration und Motivation zu suchen.

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Vorsicht: Aktuelle Arbeitgeber und Kollegen können den Status – je nach Vernetzung – sehen

Es gibt einen entscheidenden Nachteil, wenn du dich für die Nutzung der Funktion entscheidest, sofern du dich aus einem aktuellen Arbeitsverhältnis heraus auf Jobsuche begibst. Denn: Solltest du dich für das Feature entscheiden, können auch deine Kollegen und dein Arbeitgeber deinen Status sehen – und das macht selbstverständlich keinen guten Eindruck.

Ausnahme: Du bist mit deinem Arbeitgeber auf LinkedIn vernetzt. Dann sorgt LinkedIn dafür, dass das entsprechende (und verwandte) Unternehmen die Aktivierung des Features nicht sehen.

Wenn du erst kündigen möchtest, sobald du ein neues Angebot sicher in der Tasche hast oder wenn du dir Diskretion bei der Jobsuche wünschst, ist die Funktion #opentowork deshalb unter Umständen nichts für dich. Weiß dein Chef von deinen Wechselabsichten und habt ihr die Situation bereits geklärt, ist es wiederum kein Problem, #opentowork zu benutzen.

Wie funktioniert die Funktion #opentowork?

Das Feature #opentowork offeriert dir einen speziellen Fotorahmen für dein Profilbild auf LinkedIn, ein grünes Banner mit dem Hashtag opentowork. Anhand des Banners können Personalvermittler und Recruiter deinen Status erkennen. Auch deine Community erkennt deine Jobsuche, sodass sie dir entsprechend helfen kann. Wer viel auf LinkedIn aktiv ist und beispielsweise relevante Beiträge kommentiert, erhöht zudem die eigene Sichtbarkeit.

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Beachte: Es genügt oft nicht, einfach nur den grünen Fotorahmen mit #opentowork zu aktivieren, um passende Angebote zu finden. Stelle sicher, dass du einen zu deinem neuen Profilbanner passenden Post für deine Community erstellst. Andernfalls wirkt deine Suche etwas verloren und unkonkret; möglich ist, dass potenzielle Arbeitgeber schnell wieder abspringen, wenn sie keine relevanten Informationen zu deiner Suche finden.

Es muss (und sollte) kein klassisches „Anschreiben“ sein. Vielmehr hilft es, einen knackigen, motivierten, freundlichen und konkreten Beitrag zu verfassen. Diese Fragen könnte dein #opentowork-Beitrag zum Beispiel beantworten:

  • Was suchst du?
  • Was hast du bisher gemacht?
  • Zu wann und wo suchst du?
  • Wie bist du erreichbar?

Tipp: Denke zudem daran, einige relevante Branchen-Hashtags zu verwenden, um deine Chancen zu erhöhen, auf dich aufmerksam zu machen. Dein Post sollte dennoch nicht wie Spam wirken. Beschränke dich deshalb auf einige relevante Tags.

Wie kann ich #opentowork auf meinem LinkedIn-Profil einbauen?

Um das Feature #opentowork zu aktivieren, musst du einige wenige Schritte befolgen. Hier kommen sie:

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Schritt 1: Klicke auf der Startseite auf „Sie“.

Schritt 2: Gehe nun auf „Profil anzeigen“.

Schritt 3: Wähle im nächsten Schritt „Offen für“ und anschließend „Jobsuche“ oder „So gelingt die Jobsuche“ aus.

Schritt 4: Klicke jetzt auf „Zum Profil hinzufügen“. In diesem Schritt wählst du „Alle LinkedIn-Mitglieder“ aus, damit deine Community dein Banner sehen kann. Wenn du nur von Recruitern gefunden werden möchtest, kannst du das in diesem Schritt einstellen. Dann erscheint allerdings kein Banner.

Du möchtest das Banner wieder entfernen? Klicke einfach auf „Offen für Jobangebote“ und anschließend auf den Button „Aus dem Profil löschen“. Danach verschwindet der grüne Fotorahmen mit der Aufschrift #opentowork. Denke auch daran, deinen Post zu entfernen, den du für die Jobsuche verfasst hast, um den Vorgang abzuschließen.

Worauf sollte ich vor der Nutzung von #opentowork achten?

Potenzielle Arbeitgeber möchten erfahren, mit welchen Stärken du ihr Unternehmen bereichern kannst. Grundsätzlich lohnt es sich deshalb, auf eine positive Tonalität zu achten, wenn du ein neues Jobangebot suchst. Ex-Arbeitgeber sollten also keinesfalls schlecht dargestellt werden. Im Gegenteil: Konzentriere dich auf deine Zukunft, drücke deine Dankbarkeit für deine bisherigen Erfahrungen aus und zeige deine Neugier auf Neues.

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Beachte außerdem, dass ein Seltenheitswert auf potenzielle Arbeitgeber manchmal attraktiv wirken kann. Deshalb kann es passieren, dass das #opentowork-Feature dich in ein Licht rückt, welches signalisiert, dass du „offen für alles“ bist. Wer sich selbst rar und damit attraktiver machen möchte, sollte sich deshalb gut überlegen, ob die LinkedIn-Funktion eher schädlich als nützlich ist. Sicherlich hängt die Entscheidung auch von deiner persönlichen Einstellung, deiner Branche und der Dringlichkeit deiner Jobsuche ab.

Ein weiterer Tipp: Werde in deinem Post nicht allzu ausschweifend – und beziehe dich nur auf deine Suche. Denn das Feature ist nicht dazu geeignet, den eigenen Lebenslauf sowie dein Anschreiben zu ersetzen. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit von potenziellen Arbeitgebern oder aber von geeigneten Personalvermitteln auf dich zu lenken oder an geeignete Kontakte zu kommen.

Zum Schluss: Formulierungsbeispiele für deinen Post

Folgende kurze und einleitende Formulierungsbeispiele dienen als Inspiration für deinen #opentowork-Post. Beachte, dass Länge, Inhalt und Tonalität keinesfalls verpflichtend sind und je nach Zweck, Branche und Vorlieben variieren können. Verfasse einen authentischen Post, der konkreten darstellt, was du suchst.

Beispiel 1:

„Liebe Community,

auch ich nutze das Banner #opentowork, weil ich Teil einer betriebsbedingten Entlassungswelle bin. In meiner bisherigen Position als XY durfte ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln und mich im Bereich XY fortbilden. Nun suche ich eine neue Herausforderung als XY und freue mich über jegliche Unterstützung. Ich lebe in XY, bin offen für Remote Work und ab sofort verfügbar.

Ich bedanke mich vorab für eure Unterstützung!“

Beispiel 2:

„Hallo liebe LinkedIn-Community,

nach meiner dreijährigen Karriere im Unternehmen XY bin ich aktuell dabei, mich neu zu orientieren und suche ab sofort nach beruflichen Möglichkeiten im Bereich XY. Deshalb freue ich mich über Unterstützung und Angebote. Es folgen einige Informationen über mich und meine Erfahrungen. Ich freue mich über ein persönliches Gespräch.

Über mich: XY

So bin ich erreichbar: XY“

Bildnachweis: hocus-focus/istockphoto.com

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