Sie fühlen sich ausgebrannt, der Chef treibt Sie in den Wahnsinn oder Sie langweiligen sich bei Ihrer Arbeit Tag für Tag zu Tode? Sie starren nur noch auf die Uhr und sehnen sich den Feierabend herbei oder Ihnen graut es schon am Sonntag vor dem Wochenstart? Kündigen oder nicht – das ist eine Frage, die sich wohl jeder Mensch mindestens einmal im Leben stellt.

Mitarbeiter hat gekündigt und flüchtet aus dem Unternehmen
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Inhalt
1. Kündigung – ein Wort, das Angst und Schrecken verbreitet
2. Innere Kündigung: Der apokalyptische Reiter für Ihren Job
3. Der Idealfall: Kündigung mit neuem Job in der Tasche
4. 10 wirklich gute Gründe für die arbeitnehmerseitige Kündigung
5. Reißleine ziehen, wenn die Gesundheit zu leiden beginnt
6. Wenn Monotonie oder Langeweile zur Belastung werden
7. Die vermeintliche Karriereleiter entpuppt sich als Hamsterrad
8. Absprung von einem sinkenden Schiff
9. Sie leben nur noch von Wochenende zu Wochenende
10. Vermeiden Sie Vermeidungsstrategien
11. Das schwarze Schaf in Ihrem Lebenslauf
12. Ihre Identifikation mit dem Arbeitgeber ist gleich null
13. Sie lieben Ihre Arbeit, aber Ihre Arbeit liebt Sie nicht
14. Ganz einfach: Sie wollen nicht mehr!
15. Fazit: Die Waagschale aus Mut, Risiko, Sinn und Verstand finden

Kündigung – ein Wort, das Angst und Schrecken verbreitet

Allein das Wort „Kündigung“ lässt vielen Menschen einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Schließlich wird Sicherheit in Deutschland als das höchste Gut gehandelt und wer einen unbefristeten Arbeitsvertrag ergattert hat, sollte sich glücklich schätzen – so die landläufige Meinung. Doch was, wenn Sie mit Ihrem Job ganz und gar unglücklich sind?

Viele Menschen schrecken dennoch davor zurück, zur Kündigung zu greifen. Sie könnten dies ja später bereuen, keinen vergleichbaren oder gar besseren neuen Job finden oder sogar den sozialen Abstieg riskieren. Doch stimmt das eigentlich? Sehen wir es einmal so: Wenn Sie sich jahrelang Tag für Tag zur Arbeit quälen und in Ihrem Job eigentlich todunglücklich sind, wie lange werden dann wohl die ersten gesundheitlichen Beschwerden oder psychischen Erschöpfungszustände auf sich warten lassen? Die Folge: Nach einer krankheitsbedingten arbeitgeberseitigen Kündigung oder einer langen beruflichen Auszeit aufgrund des Burnout-Syndroms sind Ihre Chancen auf dem Stellenmarkt gleich null.

Wäre es dann also nicht doch sinnvoller, so früh wie möglich die Reißleine zu ziehen und selbst den Mut zur Kündigung zu fassen? Schlussendlich sind Sie ja Ihres eigenen Glückes Schmied.

Innere Kündigung: Der apokalyptische Reiter für Ihren Job

Ein Stellenwechsel ist nur selten eine spontane Entscheidung. In der Regel geht der endgültigen Handlung schon lange Zeit zuvor die innere Kündigung voraus. Zahlreiche Angestellte arbeiten monate- oder sogar jahrelang in einem Job, obwohl sie bereits innerlich den Entschluss zur Kündigung gefasst haben – entweder bewusst oder auch noch unbewusst.

Der gesellschaftliche Druck und die Angst vor der Ungewissheit, vielleicht auch die Hoffnung auf Besserung der Situation, sind zu Beginn häufig noch zu hoch, um einen unbefristeten Arbeitsvertrag aufzugeben.

Betroffene warten daher meist so lange, bis der Leidensdruck zu groß wird und Ihnen mental oder gesundheitlich keine andere Wahl als die Kündigung mehr bleibt. Manch einer erwirkt sogar durch sein (Fehl-) Verhalten absichtlich die arbeitgeberseitige Kündigung.

Der Idealfall: Kündigung mit neuem Job in der Tasche

Es ist ja auch durchaus verständlich, dass nicht jeder Mensch ein geborener Risk-Taker ist. Die meisten Arbeitnehmer möchten das Risiko bei ihrer Kündigung daher bestmöglich minimieren. Wie das geht? Ganz einfach: Indem Sie bereits einen neuen Job haben. Das bedeutet allerdings auch, dass Sie sich schon während Ihrer Festanstellung nach einem neuen Arbeitsplatz umsehen und daher beim Bewerbungsprozess besondere Vorsicht walten lassen müssen, damit Ihr bisheriger Arbeitgeber nicht von Ihrem geplanten Jobwechsel erfährt. Zudem sollten Sie sich nicht auf mündliche Zusagen verlassen, sondern erst dann die Kündigung Ihrer alten Anstellung einreichen, wenn Sie den Arbeitsvertrag für den neuen Job bereits unterzeichnet haben. So viel zum idealen Stellenwechsel. Allerdings gibt es auch Kündigungsgründe, welche den Sprung ins Ungewisse ohne neuen Job in der Tasche rechtfertigen. Hierzu gehören:

10 wirklich gute Gründe für die arbeitnehmerseitige Kündigung

1. Reißleine ziehen, wenn die Gesundheit zu leiden beginnt

Sobald Sie Ihre Gesundheit in Gefahr sehen, sollten Sie sofort zur Kündigung greifen, selbst ohne neuen Job in der Hinterhand. Hierzu gehören sowohl psychische oder physische Dauerbelastungen, welche sich nun erstmals bemerkbar machen, als auch akute Gefahrensituationen bei der Arbeit, wenn Ihr Arbeitgeber seinen Pflichten bezüglich des Gesundheitsschutzes nicht (ausreichend) nachkommt. In letzterem Fall müssen Sie nicht einmal die gesetzliche Kündigungsfrist einhalten. Kein Job der Welt wäre dieses Gesundheitsrisiko wert.

2. Wenn Monotonie oder Langeweile zur Belastung werden

Sie blicken zu 90 Prozent Ihrer Arbeitszeit auf die Uhr, folgen mit den Augen dem Weg des Sekundenzeigers und die Zeit bis zum Feierabend scheint immer langsamer zu vergehen? Wenn Langeweile und Monotonie in Ihrem Job keine Ausnahme, sondern die Regel sind, wird es eindeutig Zeit für neue Herausforderungen in Ihrem Leben. Monotonie kann nämlich mit der Zeit zum sogenannten „Boreout“ führen und dadurch ähnliche Symptome hervorrufen wie das bekanntere „Burnout“.

Gezielt herbeigeführte Langeweile könnte zudem ein Zeichen dafür sein, dass Sie von Ihren Kollegen oder sogar Vorgesetzten gemobbt werden. Ein Phänomen, das erst langsam unter dem Namen „Straining“ in der Öffentlichkeit bekannt wird. Sie können sich zwar Hilfe bei einem Rechtsbeistand suchen, doch vermutlich sparen Sie sich mit der sofortigen Kündigung eine Menge Zeit, Nerven und Geld. Nutzen Sie daher die in Ihrem Job sinnlos abgesessene Zeit lieber für den beruflichen Aufbruch – und die Zusammenstellung Ihrer Bewerbungsunterlagen für eine neue Stelle.

3. Die vermeintliche Karriereleiter entpuppt sich als Hamsterrad

Sie arbeiten, arbeiten und arbeiten – stets mit dem Ziel des beruflichen Aufstiegs. Die große Karriere vor Augen, müssen Sie aber irgendwann feststellen, dass Sie eigentlich nur auf der Stelle treten. Bei Beförderungen werden Sie stets übergangen oder die Unternehmensstruktur erlaubt von vornherein keinen beruflichen Aufstieg? Sie stoßen in der Hierarchie an eine unsichtbare Mauer oder Ihr Vorgesetzter hat Sie auf dem Kieker wird Sie daher ohnehin niemals für eine Führungsposition in Betracht ziehen? Perspektivlosigkeit in einem Job kann zahlreiche verschiedene Ursachen haben. Fakt ist aber: Wenn es nicht mehr nach oben geht, können Sie nur zur Seite ausweichen. Manch einmal bedeutet das die interne Versetzung oder Weiterbildung, ein anderes Mal bleibt aber auch die Kündigung der einzige Ausweg. Ein Ausweg, der Ihnen ganz neue berufliche Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten offeriert.

4. Absprung von einem sinkenden Schiff

Sobald es für Sie absehbar ist, dass das Unternehmen den Bach heruntergeht, könnte für Sie der Sprung ins kalte Wasser die letzte Rettung sein, bevor das sinkende Schiff Sie mit in den Abgrund zieht. Einen neuen Job müssen Sie sich dann ohnehin suchen, also orientieren Sie sich lieber früher als zu spät neu. Ein der Insolvenz nahender Arbeitgeber wird Ihnen schließlich weder attraktive Perspektiven noch die vermeintliche Sicherheit bieten, welche Sie vielleicht bislang von einer Kündigung abgehalten haben. Und auch aus finanzieller Sicht sieht es für alle Beteiligten ziemlich mau aus.

Glücklicherweise gehen derweil aber nur 2,61 Prozent der Deutschen davon aus, dass sie in den nächsten zwei Jahren ihren Job verlieren werden. Bei der drohenden Insolvenz Ihres Arbeitgebers handelt es sich daher um einen eher seltenen, durchaus aber sehr guten Kündigungsgrund. Daher gilt: Verabschieden Sie sich von Ihrer Betriebsblindheit und halten Sie die Augen offen!

Statistik: Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass Sie innerhalb der nächsten 2 Jahre Ihren Arbeitsplatz verlieren? | Statista
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5. Sie leben nur noch von Wochenende zu Wochenende

Klar, es ist völlig normal sich auf den Freitag zu freuen und am Montagmorgen nicht unbedingt freudig jubelnd aus dem Bett zu springen. Doch wenn Sie sich nur noch von Wochenende zu Wochenende oder von Urlaub zu Urlaub hangeln und zwischendrin wie in einem Film in gefühlter Taubheit durch die Arbeit trudeln, sollte das durchaus ein Warnsignal sein. Dann befinden Sie sich nämlich entweder schon sehr nahe am Burnout, oder aber Sie haben bei Ihrer Jobwahl völlig daneben gegriffen und sollten lieber noch einmal über eine berufliche Neuorientierung nachdenken. Das bedeutet zwar eventuell Einbußen bei Ihrem aktuellen Lebensstandard, gibt Ihnen aber dafür die Chance auf eine neue Stelle oder einen gänzlich neuen Beruf, der Ihnen Spaß bereitet und einen neuen Sinn im Leben gibt. Gehen Sie also zurück auf „Los“ und suchen Sie noch einmal gezielt nach Ihrem tatsächlichen Traumberuf – Ihrer „Berufung“.

6. Vermeiden Sie Vermeidungsstrategien

Oder steht es um Ihre psychische Verfassung vielleicht sogar noch schlimmer und Sie haben bereits damit begonnen, Vermeidungsstrategien zu entwickeln, um nicht mehr zur Arbeit zu müssen? Auch häufige Krankheiten können auf solche unbewussten Vermeidungsstrategien hindeuten, die Ihr Körper bereits als letzten Hilfeschrei entwickelt. Wenn sich Ihnen bereits bei dem reinen Gedanken an die Arbeit der Magen umdreht oder die Nerven blank liegen, ist es eindeutig an der Zeit für den Notausgang. Solche Vermeidungsstrategien sind häufig Ausprägung völliger Überforderung oder auch von Mobbing.

7. Das schwarze Schaf in Ihrem Lebenslauf

Eigentlich haben Sie einen anderen Beruf gelernt, eigentlich hatten Sie andere Ziele, eigentlich…Es kann durchaus vorkommen, dass die äußeren Umstände Ihre Karriereplanung durcheinanderwerfen und Sie plötzlich einen Job annehmen müssen, der Ihren „eigentlichen“ Wünschen völlig widerspricht. Um kurzfristig über die Runden zu kommen, weil ein Umzug zu jener Zeit nicht möglich war oder der ungeplante Nachwuchs nun einmal Windeln und etwas zu Essen braucht, ist das auch absolut verständlich. Das Problem ist, dass sich viele Menschen auf einem solchen falschen Weg verlieren oder sich später schlichtweg nicht mehr trauen, ihre „eigentlichen“ Ziele zu verfolgen.

Wenn Ihr aktueller Job aber das schwarze Schaf in Ihrem Lebenslauf darstellt und das Gesamtbild stört oder Ihren beruflichen Werdegang in eine völlig falsche Richtung lenkt, wird es Zeit für die Rückbesinnung auf das, was Sie wirklich wollen. Eine Überbrückungslösung sollte nämlich schlussendlich auch einfach nur eine Überbrückungslösung bleiben.

8. Ihre Identifikation mit dem Arbeitgeber ist gleich null

Sie verspüren keinerlei emotionale Bindung zu Ihrem Arbeitsplatz? Vielleicht widerstreben Ihre Tätigkeit oder die moralischen Werte in Ihrem Unternehmen sogar völlig Ihrer Persönlichkeit? Oder es hat sich einfach über die Jahre immer weiter zum Schlechteren verändert, sodass eine einstmals dagewesene Identifikation mittlerweile völlig verschwunden ist? Auch dann sollten Sie einmal über eine Kündigung nachdenken. Wer nämlich dauerhaft gegen seine persönlichen Werte und Moral arbeitet, kann damit unmöglich glücklich werden. Und nur wer glücklich ist, kann auch gut in dem sein, was er tut. Auch mit Ihren Perspektiven sieht es daher vermutlich eher schlecht als recht aus.

9. Sie lieben Ihre Arbeit, aber Ihre Arbeit liebt Sie nicht

Sollten Sie hingegen glücklich mit Ihrem Beruf sein und ihn entsprechend gut machen, durch Ihren Arbeitgeber aber keinerlei Wertschätzung erfahren, ist dies auf Dauer ebenso frustrierend. Wenn Sie aber doch lieben, was Sie tun und damit erfolgreich sind, warum verkaufen Sie sich dann unter Wert? Es wird bestimmt zahlreiche andere Unternehmen geben, die sich die Finger nach Ihnen lecken. Wer sich also dauerhaft nicht wertgeschätzt oder sogar durch den Arbeitgeber ausgenutzt fühlt, darf ebenfalls getrost eine Kündigung in Erwägung ziehen.

10. Ganz einfach: Sie wollen nicht mehr!

Sie haben keine Lust mehr? Der Job macht Sie nicht glücklich, Sie träumen stattdessen von der Selbstständigkeit, einer Weltreise oder möchten sich einfach einmal klar darüber werden, was Sie überhaupt vom Leben wollen? Dann ist auch das ein durchaus legitimer Kündigungsgrund. Mit einer Arbeitsstelle ist es ähnlich wie mit einer Liebesbeziehung: Manchmal fühlt man sich bereit, die alte zu beenden, aber noch lange nicht für den Start in eine neue. Also gönnen Sie sich die Zeit zum Durchatmen, erholen Sie sich von den eventuellen Belastungen Ihrer bisherigen Arbeitsstelle und starten Sie dann mit frischer Energie in ein neues Abenteuer. Wo auch immer dieses Sie schlussendlich hinführen wird…

Fazit: Die Waagschale aus Mut, Risiko, Sinn und Verstand finden

Ob eine Kündigung für Sie die richtige Entscheidung ist, können Sie nur selbst herausfinden. Also blenden Sie all die Stimmen aus Ihrem sozialen Umfeld, Ihrem anerzogenen Vernunftdenken oder auch Ihren Ängsten aus, üben Sie sich in Selbstreflexion und finden Sie Ihren persönlichen Karriereweg. Nur so können Sie auf Dauer gesund und glücklich bleiben.

Unbefristete Arbeitsverträge und „Industriebeamte“ gehören ohnehin immer mehr der Vergangenheit an und der Patchwork-Lebenslauf ist das neue „Normal“. Natürlich sollten Sie aber dennoch stets mit Sinn und Verstand vorgehen und erst einmal prüfen, ob sich Ihr Kündigungswunsch nicht auch durch eine Mediation, interne Versetzung oder Weiterbildung auflösen lässt.

Unser Tipp lautet daher: Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl – und versuchen Sie es dann zu verstehen sowie objektiv zu bewerten. Eine kleine Entscheidungshilfe finden Sie zudem in folgendem YouTube-Video. Oder haben Sie vielleicht selbst aus Ihrer persönlichen Erfahrung Tipps und Tricks für unsere Leser?