Einer arbeitnehmerseitigen Kündigung geht in der Regel ein langer Prozess voraus, welcher als „innere Kündigung“ bezeichnet wird. Dies geschieht vor allem dann, wenn die Kündigungsentscheidung aus Frustration resultiert, nicht also beispielsweise aufgrund eines besseren Jobangebotes. Doch woran erkennen Sie, dass Sie bereits innerlich gekündigt haben? Welche könnten die Gründe sein und wie sollten Sie reagieren? Hier kommt der Guide zum Thema „innere Kündigung“.

Mann hat innerlich gekündigt und verspürt keinerlei Motivation mehr für seinen Job
Photo by Illia Cherednychenko on Unsplash

Inhalt
1. Definition: Was ist eine „innere Kündigung“?
2. Anzeichen: Wie erkennen Sie eine innere Kündigung?
3. Gründe: Welche sind mögliche Ursachen für eine innere Kündigung?
4. Verlauf: Wie „entsteht“ eine innere Kündigung?
5. Konsequenzen: Was können Sie gegen eine innere Kündigung tun?
6. Perspektivwechsel: Was kann ein Arbeitgeber gegen die innere Kündigung tun?
7. Fazit: Ist eine innere Kündigung der Anfang vom Ende?

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Definition: Was ist eine „innere Kündigung“?

Die „innere Kündigung“ beschreibt einen Zustand, in welchem der Arbeitnehmer demotiviert und nur noch wenig leistungswillig ist. Er hat sich bewusst oder unbewusst bereits damit abgefunden, dass sein Arbeitsverhältnis in näherer Zukunft enden wird – oder dass er in diesem Unternehmen keine beruflichen Perspektiven mehr sieht. Während einige Menschen bis zur Rente, manchmal über Jahrzehnte hinweg, im Zustand der inneren Kündigung verharren, ohne daraus Konsequenzen zu ziehen, mündet die innere meist auf Dauer auch in einer äußeren Kündigung, sei sie arbeitnehmer- oder arbeitgeberseitig. Laut Gabler Wirtschaftslexikon bezeichnet der Begriff eine

nicht explizit geäußerte mentale Verweigerung engagierter Leistung eines Mitarbeiters. Der Mitarbeiter will zwar seine Stellung [noch] behalten (keine Kündigung als offizielle und rechtlich wirksame Beendigung des Arbeitsverhältnisses), beabsichtigt aber, sich aufgrund der von ihm als frustrierend empfundenen Arbeitssituation nicht (über ein minimal erforderliches Maß hinaus) zu engagieren. Die innere Kündigung vollzieht sich als lautloser Prozess, ist deshalb auch für Vorgesetzte und Unternehmensführung nur schwer zu erkennen und einzudämmen. (Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon)

Eine innere Kündigung ist also stets Ausdruck eines hohen Maßes an Frustration beim Arbeitnehmer, welche aus verschiedenen Ursachen entstehen kann. Der Mitarbeiter macht nur noch „Dienst nach Vorschrift“, führt aber einen inneren Protest gegen die Situation. Für Außenstehende wie Führungspersonen oder den Arbeitgeber ist eine innere Kündigung deshalb nur schwer erkennbar. Dies zieht einen einseitigen, für den Arbeitgeber meist lange Zeit unsichtbaren, Konflikt nach sich, der erst zu spät oder niemals angesprochen wird, sondern vorher in der rechtskräftigen Kündigung mündet – entweder durch den Arbeitnehmer selbst oder durch den Arbeitgeber, wenn beispielsweise eine konkrete Arbeitsverweigerung eintritt, ständiges Zuspätkommen trotz Abmahnung oder ein anderer verhaltensbedingter Kündigungsgrund als Resultat der inneren Kündigung des Arbeitnehmers.

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Feststellbar ist das Phänomen der inneren Kündigung besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bei Mitarbeitern, die frustriert sind und lediglich die passende Gelegenheit für einen Jobwechsel abwarten. Eines der Merkmale der inneren Kündigung ist ihr lautloser Verlauf im Gegensatz zu einer schriftlich fixierten Beendigung des Arbeitsvertrages. Bei einer offiziellen Kündigung erfährt der Arbeitgeber, dass der Mitarbeiter künftig nicht mehr zur Verfügung steht. Möchte der Arbeitnehmer aber seinen ungeliebten Job behalten und dennoch einen offenen Konflikt mit seinem Chef vermeiden, entsteht eine innere Kündigung. Unter diesem Zustand leiden sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer und dessen Kolleginnen sowie Kollegen, deren Arbeitslast durch die mangelnde Motivation und dadurch sinkende Produktivität des Betroffenen zunimmt. Eine innere Kündigung zu verhindern, liegt also im Interesse aller Beteiligten.

Anzeichen: Wie erkennen Sie eine innere Kündigung?

Wie bereits erwähnt, ist die innere Kündigung für Außenstehende häufig überhaupt nicht oder erst sehr spät ersichtlich. Die Betroffenen arbeiten erst einmal weiter wie gewohnt. Die Veränderungen finden schleichend und zumindest zu Beginn kaum merklich statt. Sogar der Arbeitnehmer selbst, der innerlich gekündigt hat, nimmt diesen Zustand meist erst wahr, wenn bereits einige Wochen oder Monate vergangen sind. Es handelt sich deshalb im Regelfall eher um eine unbewusste als eine bewusste Entscheidung.

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Früher oder später lässt sich aber nicht mehr verbergen, dass der Mitarbeiter sich von seiner Arbeit innerlich distanziert hat. Das wird meist bei Meinungsverschiedenheiten im Team deutlich. Wer sich an Diskussionen nicht mehr beteiligt und weder Ideen noch Kritik einbringt, hat sich innerlich abgemeldet und lässt sogar zu, dass ihm andere in den Kompetenzbereich pfuschen. Spürbar wird die innere Kündigung auch durch die aufs Allernötigste reduzierte Kommunikation mit den Kollegen und den Vorgesetzten. Typische „Hinweise“ auf eine innere Kündigung sind beispielsweise:

  • Sie verspüren keine Motivation mehr für Ihre Arbeit.
  • Eventuell wird Ihnen sogar missmutig oder richtig schlecht zumute, wenn Sie nur daran denken, wieder an den Arbeitsplatz zu gehen. Manche Menschen entwickeln auch körperliche Symptome wie Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen & Co. Solche Reaktionen sind nicht selten bei Mobbingopfern zu beobachten.

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  • Sie haben kein Interesse mehr an den Geschehnissen im Unternehmen oder dessen Zukunftsplanung, da Sie sich nicht mit Ihrem Arbeitgeber identifizieren.
  • Beim Arbeiten haben Sie ein schlechtes Bauchgefühl, vielleicht sogar ein schlechtes Gewissen, da die Tätigkeit gegen Ihre Werte und Moral verstößt – bei Tierversuchen im Labor zum Beispiel.
  • Sie haben das Gefühl, am Arbeitsplatz in eine Rolle zu schlüpfen und Ihre Motivation, Ihr Interesse oder auch Ihre Freundlichkeit nur zu spielen – während Sie sich innerlich eher elend als gut fühlen.
  • Wenn Sie merken, dass Ihre Leistung immer weiter abfällt und Sie auch keine Lust mehr haben, sich für Ihren Job anzustrengen und eventuell eine Karriere anzustreben, kann ebenfalls eine innere Kündigung die Ursache sein.

Jedoch können auch psychische oder physische Erkrankungen hinter solchen Symptomen stecken. Depressionen, ein Burnout-Syndrom, chronische Rückenschmerzen & Co können also einerseits Ursache, andererseits aber auch Symptom einer inneren Kündigung sein. Diese stehen wiederum nicht selten in Zusammenhang mit mangelnder Wertschätzung, Mobbing, zu geringer Bezahlung oder anderen Ursachen einer inneren Kündigung – es entsteht ein „Ei-Henne-Problem“. Wenn Sie also merken, dass Sie bereits innerlich gekündigt haben, begeben Sie sich erst einmal auf die Suche nach den Ursachen. Die innere Kündigung ist nämlich nie das „Grundproblem“.

Gründe: Welche sind mögliche Ursachen für eine innere Kündigung?

Unzufriedenheit am Arbeitsplatz, Krankheit und innere Kündigung ergeben einen wahren Teufelskreis. Die innere Kündigung stellt nämlich eine Form der Resignation dar, welche aus einer Unzufriedenheit am Arbeitsplatz resultiert. Hält diese Unzufriedenheit über einen langen Zeitraum an, ohne dass eine Lösung in Sicht ist, machen sich häufig erste gesundheitliche Zipperlein bemerkbar, die Sie keinesfalls unterschätzen sollten.

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Dies wiederum raubt Energie, die Leistung sinkt weiter und irgendwann gibt der Betroffene sprichwörtlich auf. Die Unzufriedenheit wird größer, die Krankheitssymptome stärker und immer so weiter. Prinzipiell resultiert eine innere Kündigung also stets aus einer Unzufriedenheit. Diese kann verschiedene Ursachen haben, manchmal spielen auch mehrere Faktoren zusammen. Hierzu gehören zum Beispiel:

  • Dauerhafte Überlastung mit ersten gesundheitlichen Problemen bis hin zum Burnout-Syndrom.
  • Mangelnde Wertschätzung durch Vorgesetzte, Kollegen & Co.
  • Fehlende Aufstiegsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven im Unternehmen.
  • Widerspruch zwischen Arbeitsinhalt und individueller Moral, sprich tagtägliche „Werteverletzungen“ und ein daraus resultierendes schlechtes Gewissen.
  • Konflikte im Team und ein schlechtes Arbeitsklima im Unternehmen, ohne Aussicht auf Besserung.
  • Ungerechte Behandlung bis hin zur Diskriminierung, beispielsweise aufgrund der Nationalität, Religion oder des Geschlechts.
  • Ständige oder unfaire sowie verletzende Kritik an der Arbeit und/oder der eigenen Person.
  • Depressionen mit Symptomen wie Lust-, Motivations- und Energielosigkeit.
  • Mobbing in allen Ausprägungsformen, beispielsweise Straining oder das daraus resultierende Boreout-Syndrom.

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Eine innere Kündigung stellt also eine Resignation aufgrund der genannten oder weiterer Ursachen dar. Die Betroffenen identifizieren sich nicht mehr mit ihrem Arbeitsplatz, können oder wollen aber dennoch nicht kündigen, weil es zum Beispiel an alternativen Jobangeboten mangelt. Manchmal ist die innere Kündigung daher eine kurze Phase während des Bewerbungsprozesses, bis ein neuer Job gefunden und der bisherige gekündigt wurde. Hin und wieder zieht sich so eine Kündigung aber auch über Jahre hin, vielleicht sogar bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters. Experten bezeichnen diesen Zustand als „Bruch des psychologischen Arbeitsvertrages“, den der Arbeitnehmer mit dem Arbeitgeber eingegangen ist.

Verlauf: Wie „entsteht“ eine innere Kündigung?

Eine solche innere Distanzierung von der Arbeit verläuft Schritt für Schritt und ist für Außenstehende oft kaum wahrnehmbar. Da macht ein Arbeitnehmer scheinbar seinen Job weder besonders engagiert noch betont lustlos – wie der „Durchschnitt” eben. Seine längst erfolgte, aber verschwiegene, innere Kündigung ist häufig die Summe eines länger andauernden, vielschichtigen Prozesses oder das Resultat von gravierenden negativen Erfahrungen, über die er nie geredet hat. Dies können Misserfolge, Ungerechtigkeit, Diskriminierung oder Unterforderung sein, die verdrängt oder in sich hineingefressen wurden. Aber auch die Erkenntnis, dass sich entweder der Job, das Management der Firma oder der Spirit im Unternehmen als eine einzige Enttäuschung herausgestellt haben. Der Arbeitnehmer fühlt sich durch das Employer Branding des Unternehmens „belogen“ und von der Realität überrumpelt.

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Vielleicht hat der Betreffende seinen Job einmal hoch motiviert angetreten – nun agiert er als indifferenter oder distanzierter Mitläufer, der gelangweilt und missmutig seine Stunden abreißt. Seltsamerweise gibt es Vorgesetzte, die gar nichts dagegen haben, wenn aus einem einst engagierten und kritischen Mitarbeiter ein lammfrommer Anpasser geworden ist. Für sie bedeutet das zumindest den geringsten Widerstand – eine fragwürdige Einstellung!

Konsequenzen: Was können Sie gegen eine innere Kündigung tun?

Wieso? Weil die innere Kündigung nicht nur dem Betroffenen schadet, sondern auch dem gesamten Unternehmen und dadurch eben den Führungskräften selbst. Arbeitnehmer, welche innerlich gekündigt haben, laden dadurch einen Teil ihrer Arbeitslast auf ihren Kolleginnen und Kollegen ab. Das erwirkt Missmut und Konflikte im Team, verdirbt also das Betriebsklima. Auch die ständig schlechte Laune oder das fehlende Engagement des Betroffenen wirkt sich nachteilig auf die Arbeitsatmosphäre aus. Die Zufriedenheit der anderen Arbeitnehmer sinkt demnach und das Risiko, dass immer größere Teile der Belegschaft innerlich kündigen, wächst. Der Arbeitgeber muss zudem Kosten für einen unproduktiven, unmotivierten und illoyalen Mitarbeiter aufwenden, welche bei einem anderen Kandidaten deutlich effizienter investiert wären. Was also sollten Sie tun, wenn Sie innerlich gekündigt haben?

  • Am besten helfen gegen eine innere Kündigung natürlich präventive Maßnahmen. Suchen Sie sich einen Job, in welchem Sie einen tieferen Sinn sehen, dessen Rahmenbedingungen wie Vergütung oder Arbeitszeiten für Sie akzeptabel sind, in welchem Sie Wertschätzung erfahren, sich im Team wohlfühlen und eine Perspektive sehen. Leider ist das leichter gesagt als getan.
  • Reflektieren Sie sich daher in regelmäßigen Abständen selbst und prüfen Sie, wie zufrieden Sie (noch) mit Ihrer Anstellung sind.
  • Sobald Sie eine wachsende Unzufriedenheit bei sich bemerken, begeben Sie sich in die Ursachenforschung. Prüfen Sie, woher der Unmut rührt und ob beziehungsweise wie sich die Situation schleunigst ändern lässt.
  • Legen Sie sich einen Plan B im Leben bereit: Was würden Sie gerne tun, wenn Sie diesen Job eines Tages nicht mehr ausüben sollten? Je attraktiver und natürlich realistischer dieser Plan ist, umso eher können Sie die Reißleine ziehen, wenn der Job nicht mehr zu Ihnen passt und bevor Sie innerlich kündigen beziehungsweise sich Tag für Tag zur Arbeit quälen. Ein Plan B kann schließlich nie schaden!
  • Versuchen Sie, im Privatleben einen Ausgleich für die mangelnde Zufriedenheit im Berufsleben zu finden. Suchen Sie sich beispielsweise ein Hobby, aus welchem Sie Anerkennung und Wertschätzung ziehen oder beginnen Sie mit dem Heimwerken, wenn es Ihnen beim Entspannen hilft und Sie glücklich macht. Finden Sie also Strategien, um in Ihrem Leben wieder eine Balance herzustellen und dadurch Ihre Gesundheit trotz der schwierigen Lage am Arbeitsplatz zu bewahren.
  • Suchen Sie das Vieraugengespräch mit Ihrem Vorgesetzten beziehungsweise Ihrem Arbeitgeber und versuchen Sie, gemeinschaftlich eine Lösung für das Grundproblem zu finden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn der Betreffende nicht die Ursache des Problems ist – der Mobber höchstpersönlich beispielsweise. Eventuell lohnt es sich auch, einen Mediator oder einen externen Berater mit der Situation vertraut zu machen.
  • Sollte sich die Situation intern nicht lösen lassen, beispielsweise durch eine Mediation oder einen internen Stellenwechsel, suchen Sie nach externen Lösungen. Eine solche kann, muss aber nicht, der Wechsel zu einem anderen Unternehmen sein. Auch eine Umschulung, der Sprung in die Selbstständigkeit oder eine berufliche Auszeit durch ein Sabbatical können manchmal kleine Wunder bewirken und die innere Kündigung auflösen.

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Perspektivwechsel: Was kann ein Arbeitgeber gegen die innere Kündigung tun?

Die innere Kündigung ist aber ein zweischneidiges Schwert. Nicht nur der Arbeitnehmer kann diese verhindern, erkennen oder entsprechende Konsequenzen daraus ziehen, sondern auch die Arbeitsgeberseite sollte sich an die eigene Nase fassen. Kluge Vorgesetzte mit ausreichend Soft Skills wissen, wie sie der inneren Kündigung eines Mitarbeiters zuvorkommen oder aber diese auflösen können, zur Not mit einem attraktiven Angebot.

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Gute Personalentscheider sind in der Regel darauf programmiert, diese Entwicklung bei Arbeitnehmern zu verhindern beziehungsweise frühzeitig zu erkennen. Anzeichen aus der externen Perspektive sind zum Beispiel:

  • Der Mitarbeiter verändert sich zum „Negativen“ – sprich er zeigt weniger Eigeninitiative, Motivation und Beteiligung als zu Beginn des Arbeitsverhältnisses.
  • Der Betroffene nimmt immer seltener an Meetings & Co teil, kommt vermehrt zu spät, wird unzuverlässig und lässt sich bei Firmenveranstaltungen wie Feiern und Festen nicht mehr blicken.
  • Eine merkliche Zunahme der Häufigkeit und Dauer von Fehlzeiten.
  • Der Angestellte macht seine Arbeit zwar gemäß Vertrag, im Gegensatz zu früher aber nur noch halbherzig und in minderwertiger Qualität – quasi, dass es „gerade so reicht“, um nicht gekündigt zu werden.
  • Ein früher auffälliger und fröhlicher Mitarbeiter wird immer in sich gekehrter und unauffälliger – dahinter können aber auch Erkrankungen oder private Probleme stecken.

Überhaupt ist die Einordnung in die Kategorie „innere Kündigung“ aus der externen Perspektive sehr schwierig. Führungskräfte sollten ihre Mitarbeiter in erster Linie als Persönlichkeit kennenlernen und beobachten, ob und wann diese sich zu verändern beginnen. In diesem Fall gilt es, so früh wie möglich das Gespräch mit der betroffenen Person zu suchen und die Gründe für die negative Verhaltensänderung zu erfragen. Dahinter muss nämlich nicht unbedingt (nur) eine innere Kündigung stecken, sondern wie bereits erwähnt können auch private Probleme oder gesundheitliche Beschwerden die Ursache für einen Leistungsabfall sein. So oder so demonstrieren Sie als Führungskraft durch ein aufmerksames Verhalten Hilfsbereitschaft, Wertschätzung und Empathie. Vielleicht finden Sie ja tatsächlich gemeinsam eine Lösung für das Problem, bevor es zu spät ist – sprich zu einer inneren Kündigung kommt.

Bleiben Sie also aufmerksam und reagieren Sie bei Verhaltensänderungen schnell. Betrachten Sie diese stets im Kontext: Wenn ein Mitarbeiter schon immer eher ruhig und in sich gekehrt war, ist das kein Anlass zur Sorge. Sollte er sich bislang aber extrovertiert und auffällig präsentiert haben, kann ein solches Umschlagen der Verhaltensmuster ein Alarmzeichen darstellen.

Fazit: Ist eine innere Kündigung der Anfang vom Ende?

Eigentlich wäre es also ganz einfach: Bevor eine innere Kündigung stattfindet, müssten Arbeitgeber und Arbeitnehmer in einen Dialog treten und gemeinsame Lösungen für das Grundproblem finden. In der Praxis ist das oft schwierig und so ist die innere Kündigung ein Thema, das viele Unternehmen und Arbeitnehmer betrifft. Eine innere Kündigung lässt sich durchaus abwenden oder durch ausreichende Kommunikation sogar auflösen, obwohl sie bereits stattgefunden hat. Allerdings muss der Arbeitnehmer dafür in der Regel selbst die Initiative ergreifen. Es ist eine Frage der Persönlichkeit, wie offensiv er seine Beschwerden vorbringt und wie er mit der inneren Kündigung umgeht. Sich in der Opferrolle zu suhlen, ohne etwas verändern zu wollen, ist aber weder für alle Beteiligten noch im Sinne Ihrer Gesundheit hilfreich – dann ist sie nämlich tatsächlich der Anfang vom unausweichlichen Ende des Arbeitsverhätlnisses.

Waren auch Sie schon einmal vom Thema der inneren Kündigung betroffen und wenn ja, inwiefern? Welche Tipps haben Sie für die Arbeitnehmer oder Arbeitgeber? Wir sind gespannt auf Ihren Input in den Kommentaren!

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