Fühlen Sie sich wohl in Ihrem Job? Macht Ihnen Ihre Tätigkeit Spaß, die Arbeitsatmosphäre ist gut und der Verdienst kann sich auch sehen lassen? An sich sind das alles Gründe, zufrieden zu sein. Doch was, wenn Ihre Arbeitsstelle keinerlei Perspektiven bietet? Wie erkennen Sie eine berufliche Sackgasse und vor allem: Wie können Sie sich daraus befreien?

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Inhalt
1. Sollten wir nicht einfach zufrieden sein?
2. Perspektivlosigkeit kann zur Belastung werden
3. Das Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Perspektiven
4. 10 Anzeichen, dass Sie in einer beruflichen Sackgasse stecken
5. Raus aus der Sackgasse! So suchen und finden Sie neue Perspektiven

Sollten wir nicht einfach zufrieden sein?

Sie denken sich jetzt vielleicht: Wozu brauche ich Perspektiven, wenn ich mit meinem Job zufrieden bin und problemlos davon leben kann? Natürlich leben wir in einer Konsumgesellschaft und viele Menschen streben immer nach „mehr“. Doch mehr Geld, mehr Macht oder mehr Ansehen machen in der Regel auch nicht glücklicher. Es geht schließlich immer noch höher, noch besser oder noch reicher. Es ist daher durchaus löblich, dass Sie einfach zufrieden sind und das Leben genießen können, wie es ist. Sollten Sie bereits in den 50ern oder kurz vor der Rente sein, müssen Sie gewiss auch keine großen Sprünge mehr machen. Doch was, wenn Sie sich in Ihren besten Jahren oder sogar direkt nach dem Berufseinstieg bereits in einer beruflichen Sackgasse wiederfinden?

Perspektivlosigkeit kann zur Belastung werden

In der Regel leidet ein Arbeitnehmer früher oder später unter der Perspektivlosigkeit. Die immer gleiche Tätigkeit wird erst zur Routine, dann zur Langeweile und irgendwann eventuell sogar zur Belastung.

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Sie können mehr. Ihr Gehirn will gefordert werden. Es ist zu früh, „ausgelernt“ zu haben, zumal Experten ohnehin dazu raten, bis ins hohe Alter noch neue Dinge zu lernen, Hobbys anzufangen oder sich an eine fremde Sprache zu wagen. Es mag Menschen geben, die sich dieses Bedürfnis nach persönlicher Weiterentwicklung außerhalb ihres Berufes erfüllen, sei es durch soziales Engagement, Lehrgänge oder eine nebenberufliche Selbstständigkeit. Das ist auch völlig in Ordnung.

Fakt ist: Ein Mensch braucht diese Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Persönliches Wachstum, das Meistern von Herausforderungen sowie das Knüpfen neuer Synapsen im Gehirn sind enorm wichtig für das Selbstbewusstsein und die Zufriedenheit eines Menschen. Und da wir nun einmal rund 30, 40 oder auch 50 Stunden pro Woche im Job verbringen, sind berufliche Perspektiven die logische Möglichkeit für diese persönliche Weiterentwicklung. Doch was, wenn sie fehlen?

Das Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Perspektiven

Stillstand kann im ersten Moment als angenehm empfunden werden. In unserer modernen Welt scheinen die Uhren ohnehin jeden Tag schneller zu ticken und die Veränderungen vollziehen sich in rasantem Tempo.

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„Gib mir ‘n kleines bisschen Sicherheit
In einer Welt, in der nichts sicher scheint
Gib mir in dieser schnellen Zeit
Irgendwas das bleibt

Gib mir einfach nur ‘n bisschen Halt
Und wieg mich einfach nur in Sicherheit
Hol mich aus dieser schnellen Zeit
Nimm mir ein bisschen Geschwindigkeit

Gib mir was
Irgendwas, das bleibt“

(Silbermond)

Kein Wunder, dass diese von Silbermond geträllerten Zeilen Massen berührten und im Radio auf und ab gespielt wurden. Sicherheit ist ein Bedürfnis, welches jeder Mensch in sich trägt. Bei den Herausforderungen, welche der Arbeitsalltag heutzutage an die Arbeitnehmer stellt, kann so ein bisschen Stillstand eine echte Erleichterung sein. Dass Sie nach fünf Jahren immer noch dieselben Kollegen am Morgen grüßen, dass Sie die mittlerweile routinierten Aufgaben locker leicht erledigen und sich am Abend pünktlich zur immer gleichen Zeit in den Feierabend verabschieden können, gibt Ihnen schließlich eine Menge Sicherheit und Vertrauen in die Zukunft.

In der Regel schwenkt dieses Empfinden aber irgendwann um. Die einst als angenehm empfundene Routine wird langweilig. Sie schweifen bei der Arbeit ab. Sie benötigen keine Konzentration mehr dafür. Sie stellt keine Herausforderung mehr dar. Es fehlt an Abwechslung. Wenn dann die Kollegen von einst nach und nach befördert werden oder sich in neuen Unternehmen anderen Perspektiven zuwenden, fühlen Sie sich vielleicht irgendwann zurückgelassen. Sie beginnen, an sich zu zweifeln. Sie sehnen sich nach Veränderung. Und sollte diese nicht kommen, werden Sie durch die einseitige Belastung eventuell sogar irgendwann psychisch oder physisch krank. Wenn Sie also merken, dass Sie in eine berufliche Sackgasse geraten sind und Ihre Zufriedenheit im Job zu sinken beginnt, sollten Sie schleunigst handeln. Nur wie?

10 Anzeichen, dass Sie in einer beruflichen Sackgasse stecken

Bevor Sie sich auf die Suche nach einem Ausweg aus der beruflichen Sackgasse begeben, müssen Sie diese natürlich erst einmal wahrnehmen. Viele Menschen können oder wollen nämlich lange Zeit nicht sehen, dass es ihnen an Perspektiven mangelt. Es ist daher Zeit, dass Sie einmal einen ehrlichen Blick auf Ihre Situation werfen und für sich prüfen:

  1. Gibt es neue Hard oder Soft Skills, absolvierte Weiterbildungen, einen Stellenwechsel oder sonstige Berufserfahrungen, welche Sie Ihrem Lebenslauf hinzufügen könnten?
  2. Können Sie Veränderungen Ihrer Tätigkeiten oder Verantwortungsbereiche im vergangenen Jahr ausmachen? Oder im vorletzten Jahr? Oder dem Jahr davor?
  3. Haben Sie die Chance auf eine Beförderung und schätzen Sie diese als realistisch ein?
  4. Gibt es ansonsten eventuell die Möglichkeit, sich intern zu bewerben und auf einer anderen Stelle weiterzuentwickeln?
  5. Können Sie eine Liste mit mindestens zehn Punkten anlegen, was Sie im vergangenen Jahr in Ihrem Job neu dazugelernt haben?
  6. Und erinnern Sie sich noch an das letzte Mal, als Sie fröhlich und in positiver Aufregung über Ihre Anstellung gesprochen haben?
  7. Sind Sie bei der Arbeit konzentriert und voll bei der Sache, sodass die Zeit verfliegt – statt immer wieder den Blick auf die Uhr zu suchen und den Feierabend herbeizusehnen?
  8. Haben Sie konkrete Zukunftspläne für Ihren beruflichen Werdegang sowie Ziele und lassen sich diese mit Ihrer derzeitigen Anstellung vereinbaren beziehungsweise erreichen?
  9. Fühlen Sie sich alles in allem motiviert, wenn Sie an Ihre Arbeit denken?
  10. Können Sie spontan mindestens einen Erfolg im vergangenen Arbeitsjahr nennen, auf welchen Sie von ganzem Herzen stolz sind?

Raus aus der Sackgasse! So suchen und finden Sie neue Perspektiven

Wenn Sie auf einen Großteil der zehn Fragen mit „Nein“ geantwortet haben, sollten Sie dringend über eine berufliche Neuorientierung nachdenken, sei es die interne Versetzung, der Jobwechsel, die Selbstständigkeit oder auch die Umschulung. Handeln Sie, bevor die berufliche Sackgasse zur Belastung für Ihre psychische und physische Gesundheit wird. Je früher Sie einen neuen Weg einschlagen, umso schneller können Sie hier zudem Erfolge verzeichnen und die neugefundenen Perspektiven für sich nutzen. So finden Sie endlich den Ausweg aus der Sackgasse:

  • Entwerfen Sie ein „Soll-Bild“ von Ihrem Leben: Wie wäre der perfekte Zustand sowohl im privaten als auch beruflichen Bereich? Welche sind Ihre persönlichen Ziele? Wo wollen Sie morgen, in einer Woche, in fünf oder in 20 Jahren stehen?
  • Lernen Sie zugleich sich selbst besser kennen: Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen? Welche Herausforderungen können Sie meistern? Wo stoßen Sie an Ihre Grenzen? Gibt es Tätigkeiten, die Ihnen besonders viel Freude bereiten? Was hingegen stellt für Sie eine echte Belastung im Beruf dar?
  • Nun können Sie den „Ist-Zustand“ dem Idealzustand annähern und prüfen, inwiefern die beiden zusammenpassen. Entwerfen Sie so nach und nach realistische Perspektiven für sich selbst. Das Ergebnis dieses Prozesses sollte ein handfester Karriereplan sein.
  • Prüfen Sie in diesem Zuge auch, ob diese gewünschten Veränderungen im aktuellen Job möglich sind, zum Beispiel durch eine interne Versetzung, Weiterbildungen oder die Umstellung von einer Voll- auf eine Teilzeitstelle.
  • Machen Sie sich von Ihren Ängsten frei. In vermeintlicher Arbeitsplatzsicherheit klammern sich viele Menschen an ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, obwohl es sie eigentlich unglücklich macht.
  • Fassen Sie daher den Mut, notwendige Veränderungen in Ihrem Berufsleben vorzunehmen. Im besten Fall schaffen Sie einen nahtlosen Übergang. Doch auch der drastische Schritt der Kündigung ohne neuen Job in der Tasche kann für Sie die richtige Lösung sein.
  • Wenn Sie sich nicht sicher sind, konsultieren Sie unter Umständen einen Karriereberater oder einen persönlichen Coach, der Sie bei Ihrer Neuorientierung unterstützt.
  • Stellen Sie ab sofort in regelmäßigen Abständen Ihre berufliche Situation auf den Prüfstand, sodass Sie Karriere-Sackgassen in Zukunft früher erkennen und weniger Zeit mit dem Stillstand verschwenden.
„Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt. Der andere packt sie kräftig an – und handelt.“ (Johann Wolfgang von Goethe)
Bild: Arbeits-ABC/Canva.com

Haben auch Sie sich schon einmal in einer beruflichen Sackgasse wiedergefunden? Und wenn ja, wie haben Sie diese verlassen? Welche Tipps können Sie Betroffenen mit auf den Weg geben? Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen, Fragen und Meinungen in den Kommentaren mit.

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