Die Gründe für einen Jobwechsel können je nach persönlichen Zielvorstellungen vielfältig sein: zum Beispiel bessere Arbeitsbedingungen, ein freundlicheres Arbeitsklima, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Aufstiegsmöglichkeiten, höheres Gehalt oder eine neue berufliche Herausforderung.

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Ein Jobwechsel sollte jedoch nicht überstürzt erfolgen (z. B. wegen akuten Konflikten am Arbeitsplatz oder aus einer spontanen Idee heraus), sondern sorgfältig geplant und vorbereitet werden:

Gezielte Information und Stellenwahl

Ein Wechselwilliger sollte sich vor allem fragen, was er damit beruflich oder privat erreichen will und gezielt nach einer Stelle suchen, die seinen persönlichen Fähigkeiten, Interessen und Erwartungen entspricht. Ebenso bedeutsam ist es, sich genau über einen potentiellen neuen Arbeitsplatz, das Unternehmen und die vorherrschende Unternehmenskultur zu informieren – am besten bei dortigen Mitarbeitern –, denn auch im neuen Job muss erst einmal eine Probezeit überstanden werden. Zusätzlich sollte man sich erkundigen, ob sich der Jobwechsel auf eventuelle Betriebsrentenansprüche auswirkt.

Stillschweigen über Kündigungsabsichten

Die meisten Vorgesetzten werten ein unausgereiftes Kündigungsvorhaben als Vertrauensbruch oder Erpressungsversuch und auch gegenüber den Kollegen kann man sich damit schnell unbeliebt machen. Besser ist es deshalb, über die Kündigungsabsichten zu schweigen und zu versuchen, die Arbeit in der Zwischenzeit zumindest wie gewohnt weiterzuführen. Sonst setzt man sich meist selbst auf die „Abschussliste“ und steht dann vor einem Problem, falls der Jobwechsel nicht funktioniert. Mit Zurückhaltung und weiterhin guten Leistungen kann man sich dagegen eine bessere Position sichern, um im Falle einer späteren Kündigung ein gutes und aussagekräftiges Arbeitszeugnis zu erhalten und über den Kündigungstermin verhandeln zu können.

Beachtung der geltenden Kündigungsfristen

Ist bereits ein neuer Job in Aussicht, ist es unbedingt erforderlich, sich über die Kündigungsfristen zu informieren, die sich entweder nach dem aktuellen Arbeitsvertrag, dem geltenden Tarifvertrag oder § 622 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) richten. So kann vermieden werden, dass sich das Ausscheiden aus dem alten Job mit dem Antritt der neuen Arbeitsstelle überschneidet. Zwar raten Experten zur Vereinbarung eines Aufhebungsvertrags mit dem alten Arbeitgeber, bei dem der Kündigungstermin frei verhandelt werden kann; kommt jedoch keine Einigung zustande, können Schadensersatzansprüche des alten oder neuen Arbeitgebers entstehen, wenn der Jobwechsel nicht reibungslos möglich ist.

Kündigung erst nach Abschluss des neuen Arbeitsvertrags

Eine voreilige Kündigung ohne neuen Arbeitsvertrag ist riskant und kann dazu führen, am Ende ganz ohne Job und Einkommen und auch vorübergehend ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld und Krankenversicherung dazustehen. Das wäre natürlich der absolute “Super-Gau”.

Deshalb ist es wichtig, sich nicht auf mündliche Zusagen des potentiellen Arbeitgebers zu verlassen, sondern erst nach Abschluss des neuen Arbeitsvertrags beim derzeitigen Unternehmen zu kündigen.

Positive Gestaltung des Weggangs beim Jobwechsel

Gut bei alten Vorgesetzten und Kollegen in Erinnerung zu bleiben dient zum einen der eigenen Absicherung, falls später ein erneutes Aufeinandertreffen stattfindet, zum anderen aber auch der Aufrechterhaltung von Beziehungen („Networking“), die eventuell noch für die eigene Karriere förderlich sein können. Deshalb sollte man vor dem Wechsel noch einmal alles tun, um das Betriebsklima beizubehalten oder zu verbessern, und – auch wenn es schwer fällt – darauf verzichten, bei Problemen oder Konflikten verbal auszuteilen. Denn Letzteres kann beim neuen Arbeitgeber den Einstand erschweren, wenn dieser sich beim alten Arbeitgeber diesbezüglich erkundigt.

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