Sie haben die Schnauze voll und würden am liebsten Ihren Job hinwerfen? Aber wenn Sie selbst die Kündigung zücken, bekommen Sie kein Arbeitslosengeld und überhaupt – was sollen die Anderen denken? Manchmal ist es gar nicht so einfach, seine ungeliebte Arbeitsstelle loszuwerden. Wir geben Ihnen deshalb elf praktische Tipps mit auf den Weg, dank welcher Sie mit Sicherheit bald gekündigt werden. Aber Vorsicht: Ironie!

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Mann freut sich, dass er endlich gekündigt wurde
Bildnachweis: iStock.com/4×6

Inhalt
1. #1 Lästern Sie was das Zeug hält!
2. #2 Spielen Sie Trittbrettfahrer!
3. #3 Kommen Sie bloß nicht pünktlich!
4. #4 Tragen Sie nur noch Jogginghose!
5. #5 Verwenden Sie Fäkalsprache!
6. #6 Lassen Sie Ihren Emotionen freien Lauf!
7. #7 Stellen Sie hohe Forderungen!
8. #8 Machen Sie kein Geheimnis aus Ihrem Unmut!
9. #9 Verbreiten Sie das Gerücht, Sie befänden sich auf Jobsuche!
10. #10 Gehen Sie stets als Erster nach Hause!
11. #11 Legen Sie bloß keinen Wert auf Teamwork!
12. Fazit: Seinen Job loszuwerden, ist manchmal schwieriger als gedacht

#1 Lästern Sie was das Zeug hält!

Sie wissen ja: Soziale Kontakte sind das A und O für beruflichen Erfolg. Am besten ist es also, wenn Sie über Hinz und Kunz Bescheid wissen, ein wenig im Privatleben Ihrer Kollegen schnüffeln und den neuesten Tratsch und Klatsch dann in der Kaffeeküche breittreten. Besonders effektiv ist diese Methode, wenn Sie Ihren direkten Vorgesetzten selbst als Zielobjekt auswählen und ein paar erfundene Geschichten zur Wahrheit hinzudichten.

Lese-Tipp: Lästereien am Arbeitsplatz: So gehen Sie damit um

Fühlen Sie ihm für Ihre Recherche ein wenig auf den Zahn, stöbern Sie auf seinen Social-Media-Kanälen oder rufen Sie direkt bei ihm zu Hause an und führen Sie einen Plausch mit dessen Ehefrau. Je mehr sie im Privatleben Ihres Chefs kramen, umso besser werden die Storys sein, welche Sie am nächsten Tag im Büro erzählen können.

#2 Spielen Sie Trittbrettfahrer!

Und wenn Sie nicht gerade mit dem Lästern beschäftigt sind, strengen Sie sich bloß nicht an. Sie werden Ihren Job garantiert schneller los, je weniger Leistung Sie erbringen. Ist Teamwork nicht dafür gedacht, dass Sie ein lockeres Leben haben, während Ihre Kolleginnen und Kollegen die Arbeit verrichten? Natürlich! Als Trittbrettfahrer lebt es sich leichter und Sie wissen ja: Intelligente Menschen sind faul.

Lese-Tipp: Harte Arbeit, nein danke! Faule Menschen sind intelligent, erfolgreich und glücklich

Also nehmen Sie den Spruch beim Wort, legen Sie am Arbeitsplatz die Füße hoch, delegieren Sie Ihre Aufgaben an das Team und verbringen Sie Ihre Zeit mit dem privaten Surfen am Arbeitscomputer, einem ziellosen Spaziergang auf dem Firmengelände oder der Wochenendplanung mit Ihren Freunden – bestenfalls über das Geschäftshandy. Wenn Sie Glück haben, überwacht Ihr Arbeitgeber Ihre Privatnutzung von Computer, Smartphone & Co sogar.

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#3 Kommen Sie bloß nicht pünktlich!

Um Ihrer neuen Faulheit gerecht zu werden, sollte diese natürlich schon in den frühen Morgenstunden beginnen. Drehen Sie sich nach dem Aufwachen noch einmal um, nutzen Sie die Snooze-Funktion des Weckers und lassen Sie sich mit Ihrer Morgenroutine Zeit. Drehen Sie eine ausgiebige Runde mit dem Hund, trinken Sie zwei Tassen Kaffee statt nur einer und genießen Sie extra lange die heiße Dusche.

Lese-Tipp: Sorry, I’m late – again! 5 Tipps für mehr Pünktlichkeit

Pünktlichkeit würde schließlich den Eindruck erwecken, Sie würden Ihre Arbeit ernst nehmen oder wären motiviert. Wer hingegen regelmäßig unpünktlich am Arbeitsplatz erscheint, hat beste Chancen auf eine Abmahnung oder sogar eine Kündigung. Und wenn nicht, so werden Sie zumindest keine lästige Beförderung erhalten.

#4 Tragen Sie nur noch Jogginghose!

Um Ihr „faules“ Image zu pflegen, machen Sie sich am besten nicht einmal die Mühe schicker Kleidung. Wählen Sie Ihre liebste Jogginghose, ein zerschlissenes T-Shirt mit lustigem Aufdruck sowie die ausgelatschten Lieblingstreter und machen Sie sich den Arbeitstag dadurch so bequem wie möglich. Besonders in Berufen mit Kundenkontakt wird diese Maßnahme besonders schnell Wirkung zeigen. Doch auch in anderen Bereichen wird Ihr Auftreten gewiss nicht unbemerkt bleiben.

Lese-Tipp: Ziehen Sie den Erfolg an – Tipps für Kleidung am Arbeitsplatz

Der größte Fehler, welchen Sie hinsichtlich Ihrer Kleidung machen können, wäre ein gepflegtes Auftreten, das stilistisch zum Unternehmen passt. Ziehen Sie, wenn alle Führungskräfte Anzug beziehungsweise Kostüm tragen, bloß nicht dasselbe an. Ansonsten geraten Sie in Gefahr, selbst für eine wichtige Persönlichkeit im Unternehmen gehalten oder in eine entsprechende Position gehoben zu werden. Und das wäre doch dann sehr weit vorbei an Ihrem eigentlichen Ziel.

#5 Verwenden Sie Fäkalsprache!

Bewährt hat sich in der Vergangenheit auch eine ausgewählte Fäkalsprache. Erweitern Sie Ihr Repertoire um einige moderne Ausdrücke und verwenden Sie Flüche, Beleidigungen & Co, wann immer es Ihnen möglich ist. Sie können Gegenstände beleidigen – Ihren Arbeitscomputer zum Beispiel, weil er ihre Facebook Chronik nicht schnell genug lädt – oder auch Ihr soziales Umfeld. Wählen Sie beim allmorgendlichen Lästern alle Kraftausdrücke, die Ihnen einfallen, und verwenden Sie auch im Kundengespräch in regelmäßigen Abständen einige politisch inkorrekte Redewendungen. Wir ersparen Ihnen an dieser Stelle die Praxisbeispiele.

#6 Lassen Sie Ihren Emotionen freien Lauf!

Besonders gut können Sie Fäkalsprache natürlich während eines Wutanfalls einfließen lassen. Regen Sie sich voller Inbrunst auf, schreien Sie quer durch das Büro oder werfen Sie mit Gegenständen. Lassen Sie Ihren Emotionen freien Lauf – vor allem jenen negativer Art. Hin und wieder ein paar Tränen kullern zu lassen ist dabei ebenso effektiv wie ein regelmäßiger cholerischer Anfall. Hauptsache, Sie präsentieren sich möglichst unberechenbar, unkontrolliert und unzufrieden.

Lese-Tipp: Studie von Adam Grant verrät: Authentizität kann Ihrer Karriere sehr gefährlich werden

Authentizität bedeutet für Sie fortan, jedem Ihrer Gedanken Luft zu machen, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und Ihre Gefühle nicht mehr künstlich regulieren zu wollen. Gerne können Sie auch Ihrem privaten Frust am Arbeitsplatz Dampf machen und sich einfach lauthals darüber aufregen, dass Ihre Frau am Morgen schlechte Laune hatte oder dass Ihr Nachbar wieder sein Auto auf Ihren Parkplatz gestellt hat. Das interessiert gewiss all Ihre Arbeitskollegen und so ein wenig schlechte Stimmung im Büro hat bekanntlich noch nie geschadet!

#7 Stellen Sie hohe Forderungen!

Kennen Sie das Sprichwort: Dreistigkeit siegt? Am besten fordern Sie viel und leisten wenig. Da Sie sich bereits in Ihrem Dasein als Trittbrettfahrer und der neugewonnenen Faulheit üben, sollten Sie noch einen draufsetzen und gleichzeitig rund alle zwei Wochen von Ihrem Arbeitgeber mehr Gehalt, flexiblere Arbeitszeiten oder andere Annehmlichkeiten fordern. Geht er darauf nicht ein, drohen Sie damit, den Job zu kündigen – was Sie aber natürlich nicht tun. Sie hoffen schließlich, dass Ihnen das früher oder später der Arbeitgeber abnimmt.

#8 Machen Sie kein Geheimnis aus Ihrem Unmut!

Da Ihnen die Gehaltserhöhung, Beförderung, Möglichkeit zum Homeoffice & Co vermutlich nicht zugesprochen wird, haben Sie allen Grund zum Unmut. Machen Sie kein Hehl daraus, dass Sie in Ihrem Job unzufrieden sind, Ihr Chef unfair sei und Sie Ihre Gesamtsituation verabscheuen. Jammern Sie, was das Zeug hält.

Ein fauler Apfel steckt hundert gesunde an.

(Deutsches Sprichwort)

Stacheln Sie am besten auch Ihre Kolleginnen und Kollegen zur Unzufriedenheit an und vergiften Sie so nach und nach die Arbeitsatmosphäre im gesamten Team. Vielleicht ist Ihr Vorgesetzter ja schlau genug, frühzeitig zu erkennen, dass Sie der „faule Apfel“ sind, und dementsprechend die Notbremse zu ziehen, bevor das Betriebsklima zu sehr leidet.

#9 Verbreiten Sie das Gerücht, Sie befänden sich auf Jobsuche!

Da nun ohnehin alle wissen, dass Sie in Ihrem aktuellen Job total unglücklich sind, verbreiten Sie doch direkt das Gerücht, Sie seien bereits auf Jobsuche oder hätten schon eine neue Stelle in Aussicht. Führen Sie entsprechende Telefonate, lassen Sie in der Mittagspause auf Ihrem Arbeitscomputer ein Stellenportal geöffnet oder verbringen Sie Ihre Arbeitszeit mit dem Schreiben von Bewerbungen – da Sie Ihre Aufgaben ja ohnehin erfolgreich delegiert haben. Ob Sie diese Bewerbungen jemals absenden, wird wohl niemanden interessieren. Es dürfte bereits ausreichen, wenn Sie den überzeugenden Eindruck vermitteln, Sie befänden sich auf anderweitiger Stellensuche.

#10 Gehen Sie stets als Erster nach Hause!

Überstunden? Nein danke! So etwas machen nur motivierte Mitarbeiter, die einen hierarchischen Aufstieg im Unternehmen anstreben. Sie haben nach Feierabend gewiss spannendere Pläne und lehnen Überstunden daher kategorisch ab.

Lese-Tipp: Überstunden: Was Sie über Mehrarbeit wissen sollten

Achten Sie akribisch darauf, stets der Erste zu sein, der das Büro am Nachmittag verlässt – unabhängig davon, dass Sie ja bereits am Morgen zu spät gekommen sind. Auch, wenn es sich um eine Ausnahmesituation handelt und das gesamte Unternehmen am Abend oder am Wochenende schuftet, machen Sie es sich lieber zu Hause auf dem Sofa gemütlich. Ein Statement, das gewiss nicht unbemerkt bleibt!

#11 Legen Sie bloß keinen Wert auf Teamwork!

Teamwork sollte in Ihren Ohren ab sofort ohnehin ein Fremdwort sein. Ob Ihr Kollege Hilfe braucht oder ob sich das Team für eine Besprechung trifft – all diese Dinge können Ihnen nun egal sein. Machen Sie einfach Ihr Ding, versuchen Sie, sich so elegant wie möglich mit wenig Aufwand durch den Tag zu schummeln und spielen Sie Einzelgänger. Meetings, ein gemeinsamer Ausflug oder eine produktive Zusammenarbeit stehen nicht mehr auf Ihrer To-Do-Liste. Wenn Sie können, beginnen Sie stattdessen, die Arbeit Ihrer Kollegen gezielt zu sabotieren und schieben Sie dann die Schuld für deren Versagen auf jemand anderen. Je unbeliebter Sie sind, umso kreativer werden Ihre Kollegen und Vorgesetzten sein, um Sie endlich loszuwerden. Herzlichen Glückwunsch!

Fazit: Seinen Job loszuwerden, ist manchmal schwieriger als gedacht

Während also alle Welt darüber spricht, welche Soft Skills Sie für eine steile Karriere brauchen und wie Sie sich verhalten müssen, um einen Job zu ergattern oder eine Gehaltserhöhung einzuheimsen, steht Ihnen der nervige Kündigungsschutz im Weg. Wenn der Arbeitgeber Ihnen nicht einfach so kündigen kann und Ihnen die elf Tricks auch nicht weitergeholfen haben, probieren Sie es doch auf die harte Tour und legen Sie es auf eine verhaltensbedingte Kündigung an. Was Sie dafür tun müssen, erfahren Sie in folgendem Artikel:

Lese-Tipp: Die 15 schlimmsten verhaltensbedingten Kündigungsgründe

In der Hoffnung, dass Sie eine Satire auch als solche verstehen, sind wir nun gespannt auf Ihre Ergänzungen: Was können Arbeitnehmer Ihrer Meinung nach noch tun, um endlich ihren nervigen Job loszuwerden? Spekulieren Sie mit uns oder erzählen Sie uns lustige Anekdoten aus Ihrem Berufsleben…wir sind gespannt!