Du hast die Schnauze voll und würdest am liebsten deinen Job hinwerfen? Aber wenn du selbst die Kündigung zückst, bekommst du kein Arbeitslosengeld und überhaupt – was sollen die Anderen denken? Manchmal ist es gar nicht so einfach, seine ungeliebte Arbeitsstelle loszuwerden. Wir geben dir deshalb elf praktische Tipps mit auf den Weg, dank welcher du mit Sicherheit bald gekündigt wirst. Aber Vorsicht: Ironie!

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#1 Läster was das Zeug hält!

Soziale Kontakte sind das A und O für beruflichen Erfolg. Am besten ist es also, wenn du über Hinz und Kunz Bescheid weißt, ein wenig im Privatleben deiner Kollegen schnüffelst und den neuesten Tratsch und Klatsch dann in der Kaffeeküche breittrittst. Besonders effektiv ist diese Methode, wenn du deinen direkten Vorgesetzten selbst als Zielobjekt auswählst und ein paar erfundene Geschichten zur Wahrheit hinzudichtest.

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Fühle ihm für deine Recherche ein wenig auf den Zahn, stöbere auf seinen Social-Media-Kanälen oder rufe direkt bei ihm zu Hause an und führe einen Plausch mit dessen Ehefrau. Je mehr du im Privatleben deines Chefs kramst, umso besser werden die Storys sein, welche du am nächsten Tag im Büro erzählen kannst.

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#2 Spiele Trittbrettfahrer!

Und wenn du nicht gerade mit dem Lästern beschäftigt bist, strenge dich bloß nicht an. Du wirst deinen Job garantiert schneller los, je weniger Leistung du erbringst. Ist Teamwork nicht dafür gedacht, dass du ein lockeres Leben hast, während deine Kolleginnen und Kollegen die Arbeit verrichten? Natürlich! Als Trittbrettfahrer lebt es sich leichter und du weißt ja: Intelligente Menschen sind faul.

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Also nehme den Spruch beim Wort, lege am Arbeitsplatz die Füße hoch, delegiere deine Aufgaben an das Team und verbringe deine Zeit mit dem privaten Surfen am Arbeitscomputer, einem ziellosen Spaziergang auf dem Firmengelände oder der Wochenendplanung mit deinen Freunden – bestenfalls über das Geschäftshandy. Wenn du Glück hast, überwacht dein Arbeitgeber deine Privatnutzung von Computer, Smartphone & Co sogar.

#3 Komme bloß nicht pünktlich!

Um deiner neuen Faulheit gerecht zu werden, sollte diese natürlich schon in den frühen Morgenstunden beginnen. Drehe dich nach dem Aufwachen noch einmal um, nutze die Snooze-Funktion des Weckers und lasse dir mit deiner Morgenroutine Zeit. Drehe eine ausgiebige Runde mit dem Hund, trinke zwei Tassen Kaffee statt nur einer und genieße extra lange die heiße Dusche.

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Pünktlichkeit würde schließlich den Eindruck erwecken, du würdest deine Arbeit ernst nehmen oder wärst motiviert. Wer hingegen regelmäßig unpünktlich am Arbeitsplatz erscheint, hat beste Chancen auf eine Abmahnung oder sogar eine Kündigung. Und wenn nicht, so wirst du zumindest keine lästige Beförderung erhalten.

#4 Trage nur noch Jogginghose!

Um dein „faules“ Image zu pflegen, mache dir am besten nicht einmal die Mühe schicker Kleidung. Wähle deine liebste Jogginghose, ein zerschlissenes T-Shirt mit lustigem Aufdruck sowie die ausgelatschten Lieblingstreter und mache dir den Arbeitstag dadurch so bequem wie möglich. Besonders in Berufen mit Kundenkontakt wird diese Maßnahme besonders schnell Wirkung zeigen. Doch auch in anderen Bereichen wird dein Auftreten gewiss nicht unbemerkt bleiben.

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#5 Verwende Fäkalsprache!

Bewährt hat sich in der Vergangenheit auch eine ausgewählte Fäkalsprache. Erweitere dein Repertoire um einige moderne Ausdrücke und verwende Flüche, Beleidigungen & Co, wann immer es dir möglich ist. Du kannst Gegenstände beleidigen – deinen Arbeitscomputer zum Beispiel, weil er deine Facebook Chronik nicht schnell genug lädt – oder auch dein soziales Umfeld. Wähle beim allmorgendlichen Lästern alle Kraftausdrücke, die dir einfallen, und verwende auch im Kundengespräch in regelmäßigen Abständen einige politisch inkorrekte Redewendungen.

#6 Lasse deinen Emotionen freien Lauf!

Besonders gut kannst du Fäkalsprache natürlich während eines Wutanfalls einfließen lassen. Rege dich voller Inbrunst auf, schreie quer durch das Büro oder werfe mit Gegenständen. Lasse deinen Emotionen freien Lauf – vor allem jenen negativer Art. Hin und wieder ein paar Tränen kullern zu lassen ist dabei ebenso effektiv wie ein regelmäßiger cholerischer Anfall. Hauptsache, du präsentierst dich möglichst unberechenbar, unkontrolliert und unzufrieden.

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Authentizität bedeutet für dich fortan, jedem deiner Gedanken Luft zu machen, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und deine Gefühle nicht mehr künstlich regulieren zu wollen. Gerne kannst du auch deinem privaten Frust am Arbeitsplatz Dampf machen und dich einfach lauthals darüber aufregen dass dein Nachbar wieder sein Auto auf deinen Parkplatz gestellt hat. Das interessiert gewiss all deine Arbeitskollegen und so ein wenig schlechte Stimmung im Büro hat bekanntlich noch nie geschadet!

#7 Stelle hohe Forderungen!

Am besten forderst du viel und leisten wenig. Da du dich bereits in deinem Dasein als Trittbrettfahrer und der neu gewonnenen Faulheit übst, solltest du noch einen draufsetzen und gleichzeitig rund alle zwei Wochen von deinem Arbeitgeber mehr Gehalt, flexiblere Arbeitszeiten oder andere Annehmlichkeiten fordern. Geht er darauf nicht ein, drohe damit, den Job zu kündigen – was du aber natürlich nicht tust. Du hoffst schließlich, dass dir das früher oder später der Arbeitgeber abnimmt.

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#8 Mache kein Geheimnis aus deinem Unmut!

Da dir die Gehaltserhöhung, Beförderung, Möglichkeit zum Homeoffice & Co vermutlich nicht zugesprochen wird, hast du allen Grund zum Unmut. Mache kein Hehl daraus, dass du in deinem Job unzufrieden bist, dein Chef unfair sei und du deine Gesamtsituation verabscheust. Jammer, was das Zeug hält.

#9 Verbreite das Gerücht, du befändest dich auf Jobsuche!

Da nun ohnehin alle wissen, dass du in deinem aktuellen Job total unglücklich bist, verbreite doch direkt das Gerücht, du seist bereits auf Jobsuche oder hättest schon eine neue Stelle in Aussicht. Führe entsprechende Telefonate, lasse in der Mittagspause auf deinem Arbeitscomputer ein Stellenportal geöffnet oder verbringe deine Arbeitszeit mit dem Schreiben von Bewerbungen – da du deine Aufgaben ja ohnehin erfolgreich delegiert hast. Ob du diese Bewerbungen jemals absendest, wird wohl niemanden interessieren. Es dürfte bereits ausreichen, wenn du den überzeugenden Eindruck vermittelst, du befändest dich auf anderweitiger Stellensuche.

#10 Gehe stets als Erster nach Hause!

Überstunden? Nein danke! So etwas machen nur motivierte Mitarbeiter, die einen hierarchischen Aufstieg im Unternehmen anstreben. Du hast nach Feierabend gewiss spannendere Pläne und lehnst Überstunden daher kategorisch ab.

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Achte akribisch darauf, stets der Erste zu sein, der das Büro am Nachmittag verlässt – unabhängig davon, dass du ja bereits am Morgen zu spät gekommen bist. Auch, wenn es sich um eine Ausnahmesituation handelt und das gesamte Unternehmen am Abend oder am Wochenende schuftet, mache es dir lieber zu Hause auf dem Sofa gemütlich. Ein Statement, das gewiss nicht unbemerkt bleibt!

#11 Lege bloß keinen Wert auf Teamwork!

Teamwork sollte in deinen Ohren ab sofort ohnehin ein Fremdwort sein. Ob dein Kollege Hilfe braucht oder ob sich das Team für eine Besprechung trifft – all diese Dinge können dir nun egal sein. Mache einfach dein Ding, versuche, dich so elegant wie möglich mit wenig Aufwand durch den Tag zu schummeln und spiele Einzelgänger. Meetings, ein gemeinsamer Ausflug oder eine produktive Zusammenarbeit stehen nicht mehr auf deiner To-Do-Liste. Wenn du kannst, beginne stattdessen, die Arbeit deiner Kollegen gezielt zu sabotieren und schiebe dann die Schuld für deren Versagen auf jemand anderen. Je unbeliebter du bist, umso kreativer werden deine Kollegen und Vorgesetzten sein, um dich endlich loszuwerden. Herzlichen Glückwunsch!

Fazit: Seinen Job loszuwerden, ist manchmal schwieriger als gedacht

Während also alle Welt darüber spricht, welche Soft Skills sie für eine steile Karriere brauchen und wie sie sich verhalten müssen, um einen Job zu ergattern oder eine Gehaltserhöhung einzuheimsen, steht dir der nervige Kündigungsschutz im Weg. Wenn der Arbeitgeber dir nicht einfach so kündigen kann und dir die elf Tricks auch nicht weitergeholfen haben, probiere es doch auf die harte Tour und lege es auf eine verhaltensbedingte Kündigung an. Was du dafür tun musst, erfährst du in folgendem Artikel:

Lese-Tipp: Die 15 schlimmsten verhaltensbedingten Kündigungsgründe

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