Ob Arbeitspensum, Aufgabenerledigung oder Verhalten am Arbeitsplatz – als Angestellter wird man tagtäglich beurteilt. Doch was passiert, wenn man den Spieß umdreht? Wie schneidet der eigene Chef bei einer Bewertung ab? Mit unserer Checkliste können Sie überprüfen, ob Ihr Vorgesetzter ein schlechter Chef ist. Jetzt steht die Mitarbeiterführung der Manager-Etage auf dem Prüfstand!

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Ist dein Vorgesetzter ein schlechter Chef?
Photo by Simon Wijers on Unsplash

Was wünschen sich Mitarbeiter von einem Chef? Dass er plant, organisiert, selbstsicher auftritt, motiviert, Entscheidungen trifft und diese erklärt? Was sich so einfach anhört, machen viele Chefs falsch. Statt Anerkennung und Lob als Mitarbeiter-Motivation einzusetzen, entpuppt sich so mancher Chef vor allem in Krisenzeiten als echter Bad Boss. Dabei ist der Erfolg eines Unternehmens maßgeblich von der Mitarbeiterführung geprägt. Denn: Ein schlechter Führungsstil sorgt dafür, dass Angestellte unglücklich und unzufrieden sind – bis hin zur inneren Kündigung. So wird der Zustand eines Mitarbeiters bezeichnet, bei dem Arbeitsmotivation und Einsatz für das Unternehmen ausbleiben, der keine Bindung zum Unternehmen hat und nur noch Dienst nach Vorschrift leistet. Um die Mitarbeiterbindung zur Firma zu überprüfen, erstellt das Beratungsunternehmen „Gallup“ jährlich den Engagement-Index. Dort wird der Zusammenhang deutlich: Eine gute Mitarbeiterführung ist für das Engagement und die Bindung der Mitarbeiter an den Arbeitsplatz ausschlaggebend.

Mängel bei der Mitarbeiterführung: Machen schlechte Chefs krank?

2012 veröffentlichte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin den sogenannten „Stressreport“. Hier wurde deutlich, dass Führungskräfte durch ihr Verhalten Einfluss darauf haben, wie stark ein Mitarbeiter Stress erlebt. Die Mitarbeiterführung hängt demnach mit dem psychischen Befinden und der körperlichen Gesundheit der Angestellten zusammen. Wer sich von seinem Chef unterstützt fühlt, leidet unter deutlich weniger Beschwerden. Laut der Studie sind die soziale Unterstützung, die Gewährung von Mitbestimmungs- und Beteiligungsmöglichkeiten, die Anerkennung und die Wertschätzung gesundheitsfördernde Führungsmerkmale. Nicht unterschätzt werden darf allerdings der Umstand, dass auch die Führungskräfte einem hohen Stress-Level ausgesetzt sind. Dadurch bleiben für die Mitarbeiter-Unterstützung oft kaum Kapazitäten. Ein Teufelskreis!

Wie weitreichend sich die Folgen eines schlechten Führungsstils auf die Gesundheit der Mitarbeiter auswirken können, fand eine schwedische Studie an der Universität Stockholm heraus. Bei Beschäftigten mit rücksichtslosen Chefs besteht demnach ein höheres Risiko für Herzerkrankungen. Die fehlende Unterstützung am Arbeitsplatz führt zu Stress, dieser wiederrum zu ungesunden Verhaltensweisen wie Rauchen oder Bewegungsmangel und als Folge steigt das Herzinfarktrisiko.

Checkliste: Anzeichen für einen schlechten Chef

Erkennen Sie Ihren Chef/Ihre Chefin wieder? Machen Sie den Test. Hier kommt die Checkliste zur Mitarbeiterführung, um einem schlechten Chef auf den Zahn zu fühlen.

Ihr Vorgesetzter/Ihre Vorgesetzte ist ein schlechter Chef/eine schlechte Chefin, wenn er/sie …

… so selbstverliebt ist, dass er/sie nur seine/ihre eigenen Ideen lobt. Die Kreativität anderer kann er/sie nicht würdigen.

… ständig die Meinung ändert und damit Entscheidungen und Arbeitsprozesse über Bord wirft und erschwert.

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… mangelnde Entscheidungsfreude an den Tag legt. Chefs, die sich gar nicht entscheiden können, nerven ihre Mitarbeiter. Selbstsicheres Auftreten und die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen, zeichnet in Sachen Mitarbeiterführung schließlich einen guten Chef aus.

… keine Prioritäten setzen kann.

… keine soziale Kompetenzen besitzt, er/sie Ihren Namen nicht kennt, Sie auf dem Gang nicht grüßt und generell nur strikte Anordnungen in strengem Ton gibt. Unfreundlich, gleichgültig und herablassend – durch diese Verhaltensweisen zeichnet sich wahrlich kein guter Chef aus.

… nicht begründet, warum er/sie etwas schlecht findet oder ablehnt. Wenn Ihr Chef/Ihre Chefin nicht dazu in der Lage ist Ihnen ein ordentliches Feedback zu geben, können Sie es beim nächsten Mal auch nicht besser oder anders machen.

… Entscheidungen trifft und dafür keinerlei Begründung abliefert. Natürlich muss Ihr Chef/Ihre Chefin mit Ihnen nicht alles besprechen oder sich rechtfertigen. Wenn aber ein Projekt von Ihnen eingestellt wird und Sie mit dem Gedanken „Warum und wieso?“ im Regen stehen, ist das kein guter Führungsstil.

… kein offenes Ohr für Sie hat. Zwar ist Ihr Chef/Ihre Chefin nicht der Kummerkasten für Ihre persönlichen Probleme, aber trotzdem sollte er/sie dafür empfänglich sein. Wenn Sie zum Beispiel ein Problem mit einem Kollegen haben und das die Stimmung im Büro drückt und Sie sich unwohl fühlen, ist dies ein Anliegen, das Ihren Chef/Ihre Chefin interessieren sollte.

… keinen Kontakt zu seinen/ihren Mitarbeitern aufbaut. Ein guter Chef/eine gute Chefin sammelt Pluspunkte, wenn er/sie ab und zu mal mit den Mitarbeitern Mittagessen geht oder in der Kaffeeküche ein paar persönliche Worte mit Ihnen wechselt. Das sorgt für mehr Wohlbefinden und schafft eine Vertrauensbasis.

… Angst und Schrecken verbreitet, weil er/sie regelmäßig Anordnungen und Deadlines über den Flur brüllt und regelmäßig Mitarbeiter in sein/ihr Büro zitiert, die dieses dann weinend wieder verlassen.

… seine/ihre Mitarbeiter nicht in ihren Stärken fördert, sondern sie lieber klein hält, um sich selbst besser dazustellen.

… die Mitarbeiter nicht motivieren kann, indem er/sie ein Lob verteilt und Anerkennung zeigt.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann haben Sie Ihren Vorgesetzten nun wahrscheinlich als schlechten Chef enttarnt. Kennen Sie aus Ihren Erfahrungen noch weitere Bespiele für einen schlechten Chef? Wir sind gespannt!