Herzstück eines jeden Unternehmens sind die eigenen Mitarbeiter. Wie aber gelingt effektives Mitarbeiterengagement? 5 Erfolgsstrategien und aktuelle Erkenntnisse aus der Arbeitswelt.

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Dynamische Arbeitswelt: Wie verändern sich Mitarbeiterengagement-Systeme?

Die Basis für den Unternehmenserfolg bilden leistungsstarke, motiviere Mitarbeiter. Sie sind die Quelle, aus denen ein Business schöpft. Analysen der Global Workforce Study (Towers Perryn) zeigten bereits in der Vergangenheit, dass gute Personalstrategien und die daraus resultierende Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter bedeutend ist, um die Umsatzrendite zu steigern.

Heißt: Sind die Mitarbeiter engagiert, gelten sie automatisch als leistungsfähiger für das Unternehmen. Hoch engagiert seien in den Untersuchungsjahren aber nur etwa 16 Prozent der Angestellten gewesen – so das Ergebnis der Analyseauswertung für Deutschland. Defizite im Mitarbeitermanagement sind ein wesentlicher Faktor.

Dass Mitarbeiterengagement-Systeme stetig im Wandel sind, wird heute besonders deutlich:

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Immer mehr Unternehmen gelingt es, die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter besser zu fokussieren.

Luft nach oben ist da trotzdem: Laut einer Peakon-Studie, die seit 2015 die Zufriedenheit von Mitarbeitern auf der ganzen Welt untersucht, gelten vor allem Deutsche als „Frustweltmeister“. Denn sie seien vergleichsweise unzufrieden mit ihren Arbeits- und Rahmenbedingungen. Die Lustlosigkeit und Demotivation sei entsprechend hoch – und im globalen Vergleich sei kein Land „lustloser“.

Klingt erschreckend? Höchste Zeit für Veränderung.

5 effektive Personalstrategien

Um den Betrieb am Laufen zu halten, Umsätze zu steigern, Mitarbeiter zu fördern und ein angenehmes Arbeitsklima herzustellen, gilt es, etwas genauer hinzuschauen. Folgende Tipps helfen dir dabei.

Tipp 1: Beziehungspflege zwischen Führung und Mitarbeitern

Wir beginnen ganz oben. Die Führungsebene ist es, welche den wohl größten Einfluss auf Mitarbeiter nimmt.

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Eine gute Führung ist gefragter denn je. Denn Krisenzeiten, wie etwa die globale Pandemie, haben große Verunsicherungen bei Angestellten hervorgerufen.

Was gute Chefs jetzt und in Zukunft vermitteln und bieten sollten:

  • Sicherheit
  • Loyalität und Rückhalt
  • Flexibilität
  • Transparenz
  • Wertschätzung
  • Zugehörigkeit

Gut zu wissen: Vor allem wünschen sich Mitarbeiter „menschliche“ Chefs – so das Resultat der Boston Consulting Group (BCG), welche 4.000 Studienteilnehmer befragte. Zu den menschlichen Qualitäten zählen etwa Empathie und Offenheit.

Erwähnenswert ist die Tatsache, dass – während Mitarbeiter Wert auf menschliche Qualitäten legen – die Unternehmen selbst das „schlaue Köpfchen“ in der Führungsetage bevorzugen. Danach folge die Tatkraft und nur zuletzt sei das „Herz“ mit lediglich 25 Prozent Anteil wichtig.

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Ergo: Nicht jedes Unternehmen ist sich über die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter bewusst. Umso bedeutender ist das Umdenken im System – denn Menschlichkeit spielt in einer immer agileren Arbeitswelt eine prominente Rolle.

Tipp 2: Vernetzung und Effizienz durch digitale Möglichkeiten

Dass Führungskräfte nicht immer wissen, wie es ihren Mitarbeitern geht und entsprechend handlungsunfähig sind, ist unter anderem der Digitalisierung geschuldet. Gespräche von Angesicht zu Angesicht werden seltener.

Die Devise lautet hier: Verfluchen hilft nicht. Nutze digitale Möglichkeiten als Chance und hole das Beste aus ihnen heraus. Mitarbeiter-Apps, kreativ-digitale Onboarding-Prozesse und Co. helfen dabei, die Nähe zur Belegschaft nicht zu verlieren; Arbeitsprozesse werden effizienter und innerhalb des Unternehmens findet eine bessere Vernetzung statt.

Aber: Grillabende und persönliche Team-Treffen dürfen natürlich nicht (ausschließlich) durch digitale Events ersetzt werden.

Tipp 3: Anerkennung der Mitarbeiter durch Chef und direkte Vorgesetzte

Eine Studie mit dem Titel „Jobzufriedenheit 2017“ (Manpower Group) kam zum Ergebnis, dass Mitarbeiter sich allen voran eine wichtige Sache von ihren Vorgesetzten wünschen: Anerkennung.

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Anerkennung und Wertschätzung in Form von Feedback tragen dazu bei, dass Mitarbeiter sich gesehen fühlen und ihre Arbeitsleistung entsprechend gewürdigt wird. Rund 91 Prozent der Befragten gaben dies in der Befragung an.

Neben der Anerkennung ihrer Arbeitsleistung wären außerdem ebenfalls fast 90 Prozent noch zufriedener, wenn sie merken würden, dass der Chef echtes Interesse an der Person des Mitarbeiters zeigt, diese also nicht als reine „Nummer“ behandelt.

Doch: Wie funktionieren Anerkennung, Interesse und Wertschätzung genau?

  • Lade Mitarbeiter regelmäßig zu Gesprächen ein.
  • Bedanke dich für die Arbeit deiner Mitarbeiter – denn sie werden es zu schätzen wissen.
  • Zeige Interesse an den Arbeitsprozessen deiner Mitarbeiter.
  • Scheue dich nicht, häufiger ein Lob zu verteilen.
  • Frage deine Mitarbeiter, wie sie sich heute fühlen.
  • Achte auf ehrliches, transparentes und nachvollziehbares Feedback. Dieses solltest du stets zeitnah verteilen, wenn es um ein aktuelles Thema geht – denn andernfalls können Mitarbeiter den Bezug verlieren oder sich nur vage an Details erinnern.
  • Frage nach, ob es der Belegschaft an etwas fehlt – und kümmere dich zeitnah um die Organisation der Belange, wenn es sich beispielsweise um formale, bürokratische oder andere Hürden handelt.

Tipp 4: Gezielte Förderung von Stärken

Mitarbeiter bringen unterschiedliche Qualitäten ins Unternehmen ein. Kennen Führungskräfte die individuellen Stärken der jeweiligen Angestellten, ist es möglich, diese gezielt zu fördern und einzusetzen.

Wichtig: Der Prozess beginnt idealerweise schon beim Einstellungsgespräch. Denn so ist es möglich, sich Qualitäten zu notieren, die den Bewerber von anderen Kandidaten unterscheiden – und diese anschließend in der Praxis zu beobachten.

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Lese-Tipp: 12 Jobinterview-Fragen, die jeder Arbeitgeber stellen sollte, bevor er einen Mitarbeiter einstellt

Wer sein Team als Führungskraft kennt, kann Mitarbeitern spezifische Schulungen ermöglichen – keine allgemeinen, sondern solche, die zum Profil des jeweiligen Mitarbeiters passen.

Übrigens: Manchmal befürchten Führungskräfte eines Unternehmens, durch Nachwuchskräfte von ihrer eigenen Position verdrängt zu werden. Umso wichtiger ist es, als Leiter eines Teams über den eigenen Schatten zu springen, Leistungen anzuerkennen und Chancen für Mitarbeiter zu ermöglichen.

Tipp 5: Chancen für die Karriereentwicklung

Eine Karrierestufe höher – und dann ist Schluss? Wer Potenzial im Team erkennt, sollte Mitarbeiten die Chance geben, sich zu entwickeln und einige Stufen höher zu klettern.

Nicht nur Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten tragen zur Entwicklung von Mitarbeitern bei. Auch das „training on the job“ ist wichtig. Übertrage verantwortungsvolle Aufgaben an deine Mitarbeiter, die zwar nicht überfordern, aber dennoch etwas fordernd sein können.

Das ist wichtig, um talentierte Mitarbeiter rechtzeitig auf eine höhere Position vorzubereiten. Teammitglieder bekommen beispielsweise die Chance, abteilungsübergreifend zu arbeiten, andere Fachbereiche kennenzulernen und sich mit der Belegschaft vertraut zu machen. Management-Aufgaben können Teil des Trainings sein.

Fazit: Effektives Mitarbeiterengagement beginnt oben

Eine gute Führung ist das A und O, wenn es um eine effektive Personalstrategie geht. Die meisten Arbeiter wünschen sich dabei nicht nur ein Führungsvorbild. Sondern vor allem Menschlichkeit. So verwundert es nicht, dass vor allem Themen wie Empathie und Empowerment mediale Aufmerksamkeit in der Arbeitswelt genießen – denn wer einfühlsam und ermutigend zugleich ist, kann bei seinen Mitarbeitern punkten.

Um die Motivation von Mitarbeitern zu steigern, die Fluktuation gering zu halten und die Leistung zu fördern, gilt es, gezielt maßgeschneiderte Schulungen oder Coachings anzubieten. Digitale Instrumente können die Vernetzungsprozesse vereinfachen und bieten außerdem die Chance, kreativ in Kontakt zu bleiben.

Dennoch: Vor allem ist es die persönliche Anerkennung und der Austausch von Angesicht zu Angesicht, der dazu beiträgt, dass Mitarbeiter sich wohlfühlen und dem Unternehmen lange erhalten bleiben.

Bildnachweis: PeopleImages/istockphoto.com