Negative Menschen gibt es viele auf der Welt. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist das Jammern, sie sind scheinbar nie zufrieden und irgendwie meint es das Schicksal besonders schlecht mit ihnen. Jedes Gesprächsthema handelt von einem Problem und Leichtigkeit scheint für diese Personen ein Fremdwort zu sein. Müssen Sie bei dieser Beschreibung an einen oder mehrere Menschen aus Ihrem sozialen Umfeld denken? Dann sollten Sie erst einmal in den Spiegel sehen: Mit großer Wahrscheinlichkeit gehören Sie nämlich selbst zu diesen negativen Persönlichkeiten. Warum Negativität so schädlich ist und was Sie für positivere Gedanken tun können, möchten wir Ihnen folgend erläutern.

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Negative Menschen haben einen schlechten Einfluss auf ihr soziales Umfeld
Bildnachweis: iStock.com/Sapunkele

Inhalt
1. Nur drei Prozent der Gedanken sind positiv
2. Ansteckungsgefahr: Negativität breitet sich aus wie eine Seuche
3. Negativität wirkt sich auf das menschliche Gehirn aus – und zwar negativ
4. Positiv vs. negativ – Wie steht es um Ihre Gedanken und Worte?
5. Positive Gedanken ziehen ein positives Leben nach sich
6. Aus negativ mach positiv: So können Sie Ihre (Gedanken-) Welt verändern

Nur drei Prozent der Gedanken sind positiv

Jeder Mensch ist individuell und demnach sind die einen von Natur aus positiver gestimmt und die anderen negativer. Auch Schicksalsschläge, Kindheitstraumata oder andere Ereignisse in der Lebensgeschichte können das Gemüt einer Person verändern – manchmal vorübergehend und manchmal bleibend. Zudem wird Menschen aus wärmeren Ländern mehr Frohsinn nachgesagt als uns Deutschen, den Skandinaviern, Isländern oder anderen nordischen Kulturen. Ein Blick auf die höheren Selbstmordraten in der dunklen Jahreszeit sowie in kälteren Regionen scheint dem Gerücht recht zu geben. Besonders extrem ist das natürlich bei der andauernden Finsternis am Polarkreis. Ob Sie ein eher positiver oder negativer Mensch sind, hängt also sowohl von internen als auch von externen Faktoren ab und kann sich phasenweise im Leben verändern.

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Doch wie bereits im Artikel zum positiven Denken erwähnt, hat jeder Mensch durchschnittlich 600.000 Gedanken pro Tag – wovon nur etwa drei Prozent positiv sind. Der Großteil der Deutschen, also auch Sie, ist negativ veranlagt. Diese Personen stecken wiederum ihr soziales Umfeld mit ihrer Negativität an und so schwappt sie nach und nach auf die gesamte deutsche Gesellschaft über – mit nur sehr wenigen Ausnahmen. Wieso?

Ansteckungsgefahr: Negativität breitet sich aus wie eine Seuche

Negative Menschen haben einen schlechten Einfluss auf ihr soziales Umfeld. Sie stecken dieses sozusagen mit ihrer Negativität an. Das liegt in den Spiegelneuronen des Gehirns begründet:

Spiegelneuronen sind ein Resonanzsystem im Gehirn, das Gefühle und Stimmungen anderer Menschen beim Empfänger zum Erklingen bringt. Das Einmalige an den Nervenzellen ist, dass sie bereits Signale aussenden, wenn jemand eine Handlung nur beobachtet. Die Nervenzellen reagieren genau so, als ob man das Gesehene selbst ausgeführt hätte.

(Quelle: Planet Wissen)

Wenn Ihnen der Kollege also von seinem Streit mit dem Chef erzählt, durchlebt Ihr Gehirn die Situation selbst. Wenn Ihr Kumpel über finanzielle Sorgen spricht, ist es für Sie beinahe so, als hätten Sie diese auch. Und wenn sich Ihre beste Freundin von ihrem untreuen Ehemann trennt und weinend vor Ihnen sitzt, so leiden Sie im wahrsten Sinne des Wortes mit. Zugegeben, in solch einer Situation positiv zu denken und lächelnd in die Zukunft zu blicken, ist zumindest zu Beginn beinahe unmöglich. Es ist auch nicht verboten, hin und wieder negativ zu sein. Doch wenn Sie sich einem sozialen Umfeld aussetzen, das stets am Jammern, Schimpfen oder Weinen ist – oder einfach allgemein unzufrieden, ohne bestimmten Grund – werden auch Sie von Tag zu Tag negativer. Die Spiegelneuronen im Gehirn sorgen also dafür, dass Negativität in Ihrem sozialen Umfeld zahlreiche Nachteile mit sich bringt.

Negativität wirkt sich auf das menschliche Gehirn aus – und zwar negativ

Sie saugen die Negativität aus Ihrem Umfeld geradezu auf, durchleben das schlechte Wetter, den cholerischen Chef oder die Untreue des Ehemannes quasi selbst und werden dadurch ebenfalls zu einem negativen Menschen, so das Ergebnis zahlreicher Studien, zum Beispiel „Negativity Is Contagious, Study Finds“ aus dem Jahr 2007. Doch dieser Mechanismus findet nicht nur im Gehirn statt und beeinflusst Sie daher auf psychischer Ebene, sondern auch der Körper kann durch zu viel Negativität Schaden nehmen. Dies liegt an mehreren Faktoren:

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  • Negative Gedanken können in einem Menschen Depressionen, Ängste oder andere Folgeerkrankungen auslösen, wenn sie über einen längeren Zeitraum überhandnehmen. Auch, wenn Sie selbst eigentlich eher ein positiv gestimmter Mensch sind, können Ihre Spiegelneuronen also ähnliche Krankheitsbilder hervorrufen, wenn Sie zu lange dieser Negativität ausgesetzt sind.
  • Sie imitieren die Menschen in Ihrem Umfeld aber nicht nur innerlich, sprich auf Gefühlsebene, sondern auch äußerlich. Sie nehmen also dieselbe geduckte Körperhaltung mit hängenden Schultern ein, lassen die Mundwinkel sinken und schlurfen energielos über den Gang. Rückenschmerzen, Nackenverspannungen, Migräne sowie ein abnehmendes Wohlbefinden und Selbstbewusstsein sind hiervon nur einige mögliche Auswirkungen.

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  • Negativität schädigt Ihr Gehirn auch direkt: Unglücklichere Menschen leiden eher unter Konzentrationsschwäche, Gedächtnisstörungen und sinkender Produktivität. Das verdeutlicht noch einmal, wie wichtig ein gutes Arbeitsklima für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens ist. Bereits ein „fauler Apfel“ kann nämlich das gesamte Team anstecken.
  • Zudem lösen negative Menschen in Ihrem Umfeld Stress aus. Wenn Sie ständig damit beschäftigt sind, die Probleme anderer zu wälzen, kommen Sie selbst kaum noch mit Ihrer Arbeit hinterher – oder mit der Lösung Ihrer eigenen Probleme. Die Folgen von andauerndem Stress liegen auf der Hand: Von einer Veränderung der Blutwerte über chronische Schmerzen, Schlafstörungen, Verdauungsprobleme und Stimmungsschwankungen bis hin zu potenziell tödlichen Erkrankungen wie einem Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Und all das nur, weil Sie von zu vielen negativen Menschen umgeben sind – oder, weil Sie selbst der „faule Apfel“ sind. Bevor Sie nun also mit dem Finger auf Ihr soziales Umfeld zeigen, sollten Sie erst einmal in den Spiegel blicken.

Positiv vs. negativ – Wie steht es um Ihre Gedanken und Worte?

Üben Sie sich in Selbstreflexion und beobachten Sie Ihre eigenen Worte, Gedanken und Taten. Was Sie denken und sprechen, beeinflusst Ihr Gehirn selbstverständlich noch direkter als die Aktionen Ihres sozialen Umfelds. Wenn Sie also selbst ein vorwiegend negativer Mensch sind, leiden Sie mit noch größerer Wahrscheinlichkeit unter den bereits aufgeführten Nachteilen, als wenn Sie nur „passiver“ Part sind dank Ihrer Spiegelneuronen. Negative – bei den meisten Menschen also fast 97 Prozent – Gedanken haben sogar noch schlimmere Auswirkungen auf Ihr Gehirn: Sie schränken auf direktem Weg das Denken ein, indem sie die Produktion wichtiger Botenstoffe verhindern. Dadurch sind Sie weniger Stressresistent, nehmen Ihre Welt noch negativer wahr und begeben sich so immer tiefer in die Abwärtsspirale.

Eine negative Grundstimmung im Denken ist eine Kriegserklärung an das Leben, die ihre fanatischen Anhänger nie mehr in Frieden läßt.

(Ernst Ferstl)

Zudem werden die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Ihr Körper begibt sich in „Habachtstellung“. Er mobilisiert alle Ressourcen und wenn dieser Zustand über einen längeren Zeitraum anhält, brennen Sie im wahrsten Sinne des Wortes aus. Das kognitive Verständnis im Frontallappen nimmt ab. Sie werden also sprichwörtlich dümmer – und das nur aufgrund Ihrer eigenen Negativität. Gut, dass sich dieser Mechanismus auch umkehren lässt!

Positive Gedanken ziehen ein positives Leben nach sich

Kennen Sie die Gesetzmäßigkeit der selbsterfüllenden Prophezeiung? Wenn Sie negative Gedanken haben, dadurch krank werden und zudem Ihr soziales Umfeld herunterziehen, werden Sie auf Dauer unbeliebt, unglücklich und erfolglos sein. Andersherum ziehen Sie als positiver Mensch auch positive Dinge an. Denn auch Ihre Positivität wirkt auf das soziale Umfeld ansteckend. Dementsprechend gerne werden sich andere Personen mit Ihnen umgeben. Sie werden gesünder und leistungsfähiger sein. Sie knüpfen mehr Kontakte, sind im Job erfolgreicher und auch im Privatleben beliebter. Die Liste der Vorteile ist lang. Dazu gehört auch Ihre Gesundheit: Positive Gedanken…

  • …verbessern Ihre Fähigkeit zum logischen Denken.
  • …steigern Ihren Aktionismus.
  • …werten Ihr Selbstbewusstsein auf.
  • …erhöhen die Gehirnaktivität.
  • …schenken Ihnen Gelassenheit.
  • …reduzieren die Ausschüttung der Stresshormone.

Positive Gedanken verbessern also Ihre Gesundheit sowie Ihr Selbstbild. Sie blicken zuversichtlicher in die Zukunft, mindern dadurch Sorgen sowie Ängste und zeigen sich auch anderen Personen gegenüber aufgeschlossener – weshalb Sie mehr positive Rückmeldungen erhalten. Während negative Gedanken Sie in eine Abwärtsspirale führen, bewirken positive Gedanken das Gegenteil und erwirken eine Aufwärtsspirale. So einfach lässt sich die selbsterfüllende Prophezeiung erklären.

Aus negativ mach positiv: So können Sie Ihre (Gedanken-) Welt verändern

Bringen Sie also mehr Positivität in die Welt und stecken Sie Ihr soziales Umfeld mit guten Gedanken sowie Worten an. Dafür müssen Sie natürlich auch so gut wie möglich die Negativität aus Ihrem Leben verbannen. Prüfen Sie, welche Menschen Ihnen nicht guttun, weil sie zum Beispiel immer jammern oder nur über Probleme sprechen – ihre eigenen, die ihres Unternehmens oder der ganzen Welt. Gehen Sie diesen Menschen so gut wie möglich aus dem Weg und umgeben Sie sich stattdessen mit positiven Persönlichkeiten.

Lese-Tipp: Resonanzphänomen: Beliebt werden leichtgemacht!

Unterscheiden Sie dabei aber zwischen verschiedenen Lebensphasen: Sie sollten sich nicht von Ihrer besten Freundin abwenden, nur, weil diese gerade Liebeskummer hat. Jeder Mensch hat negative Phasen im Leben, schlechte Tage oder Probleme. Dennoch sollten sich alles in allem Negativität und Positivität zumindest die Waagschale halten. Merken Sie also, dass der Kontakt mit einem Menschen Sie zu belasten beginnt, schützen Sie sich selbst und gehen Sie ein wenig auf Abstand. Doch zu sich können Sie leider nicht auf Abstand gehen. Wie also entfernen Sie Ihre eigene Negativität aus Ihren Gedanken und dem Leben?

  • Lächeln Sie mehr! Dadurch fühlen Sie sich sofort besser, starten positiver in den Tag und haben eine sympathischere Ausstrahlung.
  • Beschäftigen Sie sich mit positiven Wörtern! Schreiben Sie diese nieder und lesen Sie diese am Morgen oder am Abend immer wieder durch. Sagen Sie sich im Bus auf dem Weg zur Arbeit in Gedanken positive Wörter oder Sätze auf und verwenden Sie auch in Ihrer Sprache ab sofort bewusst positive anstelle von negativen Formulierungen.
  • Malen Sie sich Ihre Zukunft positiv aus! Visualisieren Sie Ihre Zukunft so realistisch wie möglich, spielen Sie diese in Tagträumen durch und entwickeln Sie positive Erwartungshaltungen.
  • Arbeiten Sie an Ihrem Selbstbewusstsein! Dann werden Sie auch positiv bleiben, wenn Ihre Erwartungen mal enttäuscht werden. Sie entwickeln eine tiefe Gelassenheit, vertrauen darauf, dass die Zukunft dennoch positiv verlaufen wird, und strahlen diesen Optimismus auch aus.
  • Sehen Sie Probleme als Herausforderung! Versuchen Sie also, selbst schwierige Situationen im Leben mit einer möglichst positiven Grundhaltung zu meistern. Das mag nicht immer möglich sein, doch in vielen Fällen werden Sie merken, dass es sich schlussendlich doch nur um eine Ameise handelt, statt um einen Elefanten.
  • Starten Sie positiv in den Tag! Die ersten Minuten des Tages haben entscheidenden Einfluss auf dessen weiteren Verlauf. Konzentrieren Sie sich deshalb nach dem Aufwachen bewusst darauf, ausschließlich positive Gedanken sowie Erwartungshaltungen zu haben. Gerne können Sie hierfür entsprechende Fragen verwenden, die Sie sich aufschreiben und auf den Nachttisch legen, zum Beispiel: „Worauf freue ich mich heute besonders?“ oder „Wofür bin ich heute dankbar?“.
  • „Entgiften“ Sie sich von der Negativität! Entwickeln Sie also für sich einen Mechanismus, wie Sie sich von negativen Menschen, Erlebnissen oder Neuigkeiten erholen können. Üben Sie sich zum Beispiel in Meditation, genießen Sie die Natur bei einem Spaziergang an der frischen Luft oder treffen Sie sich mit Freunden zum Spieleabend. Achten Sie darauf, was Ihnen guttut und dabei hilft, negative Gedanken loszulassen und bauen Sie diese Aktivitäten mindestens einmal täglich fest in Ihren Alltag ein.

Welche weiteren Anregungen haben Sie zum Thema Negativität? Diskutieren Sie gerne mit uns in den Kommentaren!