Du kannst es es nicht mehr hören: Immer dasselbe Gejammer! Fast jeden Tag kommen deine Mitarbeiter mit denselben Beschwerden auf dich zu. Als Führungskraft geht das bei dir mittlerweile zum einen Ohr herein und zum anderen wieder hinaus. Ist doch ohnehin alles nur „Mimimi“, oder? Wir sagen dir, wie du das ewige Mitarbeiter Lamento wirklich stoppst und weshalb es wertvoller ist, als du vielleicht dachtest.

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Ist ständige Unzufriedenheit bei Mitarbeitern normal?

Menschen beschweren sich. Das gehört zu unserer Kultur. Während in anderen Regionen dieser Welt etwas mehr Lebenszufriedenheit zu finden ist, sind wir Deutschen prinzipiell eher missmutig veranlagt.

Die Gründe hierfür können vielfältig sein: Dem Einen mag das Gehalt zu gering sein, der Andere wünscht sich flexiblere Arbeitszeiten und dem Dritten sind die Kommunikationswege zu lang oder die Projekte gehen ihm zu schleppend voran. Führungskräfte sehen sich zudem mit einer Menge unterschiedlicher Charaktere konfrontiert:

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  • hoch motivierte High-Achiever
  • faule Trittbrettfahrer
  • verunsicherte Berufseinsteiger
  • lustlose Fast-Rentner
  • gestresste Teilzeiteltern
  • u. v. m.

Führungskräfte sollten Beschwerden lieben lernen

Wo so viele unterschiedliche Persönlichkeiten zusammenarbeiten, lassen sich Konflikte nicht vermeiden. Zudem hast du stets mindestens ein Teammitglied, das sich liebend gerne von morgens bis abends beschwert. Garantiert! Gejammer und Beschwerden gehören daher für quasi jede Führungskraft zum normalen Berufsalltag. Daran wird sich in Zukunft auch nichts ändern lassen. Was du hingegen ändern kannst, ist dein Umgang mit dem Lamento deiner Mitarbeiter.

Wenn du Beschwerden nämlich lieben und richtig zu händeln lernst, kann daraus ein wundervoller Fortschritt entstehen. Werden diese hingegen auf lange Sicht ignoriert, wächst die Unzufriedenheit bei Betroffenen mit all ihren negativen Konsequenzen auf das Team, die Abteilung und das gesamte Unternehmen, die da seien

  • zunehmende Konflikte
  • schlechtes Betriebsklima
  • sinkende Produktivität
  • fehlende Innovationen
  • stagnierende Weiterentwicklung
  • Mängel in der Kommunikation
  • hoher Krankenstand
  • u. v. m.

Also jammere nicht länger über das Gejammer, liebe Führungskräfte. Sondern gehe mit gutem Beispiel voran und beginne Beschwerden als Chance zu sehen.

Beschwerden sind deine Chance auf Innovation

Wenn du den richtigen Umgang mit Beschwerden deiner Mitarbeiter findest, können sich daraus zahlreiche positive Effekte ergeben:

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  1. Das Vertrauen zu dir als Führungskraft wächst, wenn die Mitarbeiter mit ihrem Anliegen zu dir kommen können, ohne einen Wutanfall oder gar die Kündigung befürchten zu müssen.
  2. Du kannst die Mitarbeiter ermutigen, selbst aktiv zu werden und dadurch deren Kreativität, Selbstverantwortung und Arbeitszufriedenheit stärken.
  3. Du kannst Missstände frühzeitig aus dem Weg räumen und dadurch die Fehlerquote senken.
  4. Du entlastest dich als Führungskraft, da Beschwerden konstruktiv gehandhabt und schnell gelöst werden.
  5. Schlussendlich sind so alle Beteiligten zufriedener, vom Chef über die Angestellten bis hin zum Endkunden: Eine Win-Win-Situation!

Führungskräfte aufgepasst: In 5 Schritten zum richtigen Umgang mit Beschwerden

  1. Ein offenes Ohr haben
  2. Feste Regeln einführen
  3. An mündige Mitarbeiter appellieren
  4. Eine “Ideenkiste” einführen
  5. Beschwerde-Tagebuch führen

Damit du all diese positiven Effekte von Beschwerden nutzen und diese in eine echte Chance für das Unternehmen umwandeln kannst, solltest du in folgenden fünf Schritten vorgehen:

Schritt #1: Ein offenes Ohr haben!

Eine Beschwerde kann nur gelöst werden, wenn sie auch gehört wird. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich die Mitarbeiter trauen mit einem Problem zu Ihnen zu kommen. Du musst ein offenes Ohr haben und authentisch sowie berechenbar auftreten. Hierfür ist es wichtig, dass du nicht an einem Tag freundlich bleibst und am nächsten den Mitarbeiter mit hochrotem Kopf und einem Wutanfall aus dem Büro jagst. Auch, wenn es manchmal schwerfällt: Höre dir Beschwerden an und bleibe ruhig, freundlich sowie professionell.

Schritt #2: Feste Regeln einführen!

Natürlich musst du nun aber nicht Seelenklempner spielen und dir jedes ziellose Lamento deiner lebensunzufriedenen Angestellten anhören. Du darfst – und solltest sogar – feste Regeln im Umgang mit Beschwerden einführen. Kommuniziere diese offen und für alle Beteiligten nachvollziehbar. Erstelle zum Beispiel eine entsprechende To-Do-Liste, sodass jeder Mitarbeiter weiß, wie er mit Beschwerden umzugehen hat.

Schritt #3: An mündige Mitarbeiter appellieren!

Eine solche To-Do-Liste könnte zum Beispiel wie folgt aussehen:

  • Tritt eine Beschwerde auf, soll der Mitarbeiter diese notieren.
  • Anschließend soll er selbstständig mindestens drei konkrete Lösungsvorschläge niederschreiben (dadurch verhinderst du zielloses Gejammer).
  • Mit diesen drei konstruktiven Lösungsansätzen kann er nun zu dir als Vorgesetzten kommen und darf dann auch mit deiner Aufmerksamkeit rechnen.
  • Im Vieraugengespräch entscheidest du gemeinsam über die nächsten Schritte.

So appellierst du an die Eigenverantwortung der Mitarbeiter, förderst dessen Kreativität und Lösungskompetenz und entlasten dich als Vorgesetzte/r automatisch selbst.

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Schritt #4: Eine „Ideenkiste“ einführen!

Noch besser ist es aber natürlich, wenn du Beschwerden verhinderst, bevor diese überhaupt entstehen. Viele Mitarbeiter haben zahlreiche Ideen, wie der Arbeitsalltag besser, effizienter oder moderner gestaltet werden könnte. Fühlen sie sich nicht gehört, werden sie unzufrieden. Manch ein Mitarbeiter hat aber eventuell Angst davor, mit seiner Idee ausgelacht zu werden. Führe daher zum Beispiel eine anonyme Ideenkiste ein. Hier kann jeder Mitarbeiter Verbesserungsvorschläge notieren. In regelmäßigen Abständen, zum Beispiel einmal monatlich in der Teambesprechung, wird die Ideenkiste dann geleert und in der Gruppe besprochen.

Schritt #5: Beschwerde-Tagebuch führen!

Dennoch wird es die ein oder andere Beschwerde geben, welche immer wieder zu Tage tritt, aber niemals konstruktiv bearbeitet wird. Wenn dir zum Beispiel in den Telefonkonferenzen auffällt, dass immer wieder die Gesprächsqualität schlecht ist, notiere dir dies. Es gab vermehrt Kommunikationsprobleme zwischen Abteilung A und Abteilung B? So schreibe dir auch das auf. Führe ein kleines Beschwerde-Tagebuch mit all dem Gejammer, welches dir zu Ohren dringt, und gleiche dieses von Zeit zu Zeit ab. So kannst du sehen, welche Beschwerden regelmäßig auftreten und daher in Angriff genommen werden sollten – und welche nicht.

Fazit: Kein Gejammer hieße kein Fortschritt!

Ein Unternehmen ohne jammernde Mitarbeiter ist quasi undenkbar. Perfektionismus mag zwar das Ziel sein, doch es wird stets irgendwo irgendein Problem geben und irgendeinen Mitarbeiter, welcher sich darüber beschwert. Und das ist auch gut so! Nur, wenn Führungskräfte ein offenes Ohr für das Lamento ihrer Angestellten haben, können Missstände nämlich zum Besseren gewandelt werden. Kein Gejammer hingegen hieße, dass es im Unternehmen auch keinen Fortschritt gibt. Stillstand ist in der schnelllebigen Geschäftswelt von heute aber ein gefährlicher Zustand. Begreife die Beschwerden deiner Mitarbeiter daher (endlich) als Chance für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess und entlaste dich dennoch selbst durch den richtigen Umgang mit dem Gejammer. Nur so profitieren am Ende alle Beteiligten!

Oder vertritst du zum Thema Beschwerden der Mitarbeiter eine andere Ansicht? Wie händelst du das Gejammer und welchen konkreten Umgang pflegst du mit unzufriedenen Mitarbeitern? Welche positiven (oder auch negativen) Effekte konntest du daraus beobachten? Wir freuen uns auf deine Meinung zum Thema in den Kommentaren.

Bildnachweis: RD_Production/Shutterstock.com

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