Langeweile am Arbeitsplatz ist in Deutschland keine Seltenheit. Heute soll es aber nicht um die Langeweile gehen, die aus reiner Untätigkeit resultiert. Wir möchten Ihnen stattdessen zehn Berufe vorstellen, die in ihrer Tätigkeit an sich unglaublich langweilig sein können. Zählt Ihr Job auch dazu? Wir verraten es Ihnen.

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Inhalt
1. Langweiliger Job Nr. 1: Fließband- und Akkordarbeit
2. Langweiliger Job Nr. 2: Callcenter
3. Langweiliger Job Nr. 3: Postbote
4. Langweiliger Job Nr. 4: Straßenbahn- oder Busfahrer
5. Langweiliger Job Nr. 5: Reinigungskraft
6. Langweiliger Job Nr. 6: Küchenhilfe
7. Langweiliger Job Nr. 7: Beamter
8. Langweiliger Job Nr. 8: Büroarbeit
9. Langweiliger Job Nr. 9: IT-Berufe
10. Langweiliger Job Nr. 10: Arzt
11. Ihr Job ist, was Sie daraus machen!

Langweiliger Job Nr. 1: Fließband- und Akkordarbeit

Die Fließband- und Akkordarbeit ist ein echter Klassiker unter den langweiligen Berufen und wohl für kaum Jemanden ein wahrer Traumjob. In der Regel werden hier mechanisch die immer gleichen Tätigkeiten durchgeführt, in manchem Unternehmen werden wenigstens noch systematisch die Arbeitsplätze rotiert, sodass Sie zumindest nicht jeden Tag an demselben Band stehen müssen. Doch ob zwischen Fließband A, Fließband B und Fließband C so ein großer Unterschied herrscht? Wohl eher nicht! Für viele Menschen ist Fließbandarbeit ein klassischer Ferienjob oder das Sprungbrett von der Leiharbeit in eine feste Anstellung mit Aufstiegschancen. Allerdings gibt es natürlich auch Fließbandarbeiter, die diesem Beruf ihr Leben lang nachgehen, Jahr für Jahr, Tag für Tag – wenn sie nicht irgendwann durch einen Roboter ersetzt werden. So sieht leider die traurige Wahrheit aus. Arbeitsteilung mag aus betriebswirtschaftlicher Sicht zwar durchaus ihre Daseinsberechtigung haben, sie bringt die Akkord- und Fließbandarbeit aber in die Top 10 unserer Liste der langweiligsten Berufe.

Aber: Die Fließband- oder Akkordarbeit wird häufig im Schichtdienst geführt und ist dank zahlreicher Nacht- oder Wochenendzuschläge entsprechend gut bezahlt. Vor allem natürlich dann, wenn Sie sich als Schüler/in oder Student/in in den Ferien etwas Taschengeld hinzu verdienen möchten. Bis zu etwas über 8.000 Euro im Jahr geht das nämlich sogar steuerfrei. Das lohnt sich!

Langweiliger Job Nr. 2: Callcenter

Sie sind redegewandt, haben gerne Kundenkontakt und brauchen dringend einen Job? Na dann klingt die Arbeit im Callcenter doch auf den ersten Blick sehr attraktiv, oder? Vermutlich haben Sie hier zu Beginn auch wirklich ein wenig Spaß. So lange, bis Sie die Monotonie dieses Berufs zu spüren bekommen. Und nicht nur das macht das Callcenter als Arbeitgeber so unbeliebt: Häufig müssen Sie Menschen anrufen, die absolut nicht auf Ihren Anruf warten. Im Gegenteil: Sie werden abgewimmelt oder bekommen die schlechte Laune Ihres Gesprächspartners zu spüren. Das ist auch gerne dann der Fall, wenn Sie im Kundencenter tätig sind und Reklamationen entgegennehmen müssen. Da ist die Langeweile bei Ihrem Job im Callcenter manchmal noch das kleinste Problem.

Aber: Wer eine Karriere im Verkauf anstrebt, kann bei einem Job im Callcenter durchaus wichtige Erfahrungen sammeln. Mit schwierigen Kunden umzugehen oder Produkte richtig an den Mann zu bringen – nirgendwo könnten Sie das besser lernen als hier. Und wer richtig gut verkauft, kann auch richtig gut verdienen: Die meisten Callcenter-Jobs werden nämlich (teilweise) auf Provisionsbasis bezahlt. Die Besserverdiener sind aber leider dennoch eine Seltenheit und das Callcenter meistens nur eine Zwischenstation auf dem Weg in eine bessere Anstellung.

Langweiliger Job Nr. 3: Postbote

Auch bei der Arbeit als Postbote ist die Langeweile häufig leider noch das kleinere Problem. Früher war das schließlich ein durchaus attraktiver Beruf, vor allem im Sommer. Bei strahlendem Sonnenschein wurde der Postbote nicht selten freudig erwartet, in ein Gespräch verwickelt oder auf eine Tasse Tee eingeladen. Empfänger und Postbote kannten sich noch, waren per „Du“, es gab großzügige Trinkgelder und einen frühen Feierabend. Unterhalten Sie sich doch heute einmal mit Ihrem Postboten, wenn Sie ihn überhaupt erwischen, bevor er in ständiger Eile schon wieder verschwunden ist. Der Beruf präsentiert sich mittlerweile nämlich von seiner hässlichsten Seite und steht daher immer mehr in der öffentlichen Kritik, nicht zuletzt im Rahmen der Mindestlohndebatte. Zeitdruck, schlechte Bezahlung, Arbeitszeiten außerhalb der rechtlichen Regelungen zum Arbeitnehmerschutz und: Langeweile. Denn Zeit zum Quatschen oder um mal kurz durchzuatmen und die Bewegung an der frischen Luft zu genießen, das gibt es mittlerweile nicht mehr.

Aber: Der große Vorteil an der Arbeit als Postbote liegt darin, dass Sie hierfür keine spezielle Ausbildung brauchen. Sie bewerben sich, werden eingelernt, erhalten eine eigene Strecke und Ihren Lohn. Und dafür fällt dieser gar nicht einmal so schlecht aus. Immer mehr Schüler und Studenten helfen deshalb in ihren Semesterferien bei der Post aus, vor allem im Weihnachtsgeschäft. Als langjähriger Postbote mit Berufserfahrung können Sie zudem nach und nach mehr Lohn fordern. Allerdings sieht auch hier die Entwicklung in den letzten Jahren eher negativ als positiv aus, durch den wachsenden Konkurrenzdruck zwischen den Zustellern. Wenigstens sparen Sie sich durch die Bewegung das Geld für das Fitnessstudio.

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Langweiliger Job Nr. 4: Straßenbahn- oder Busfahrer

 

Auch wenn die Deutsche Bahn eine sehr schöne TV-Werbung macht, in Wirklichkeit dürfte sich der Job eines Zug-, Straßenbahn- oder Busfahrers eher langweilig gestalten. Während Sie als Busfahrer wenigstens noch direkten Kontakt mit Ihren Fahrgästen und vielleicht auch Zeit für einen kleinen Plausch haben, sitzen Sie in der Straßenbahn beziehungsweise im Zug alleine oder zu zweit in Ihrer Kabine, drücken die immer gleichen Knöpfe und machen die immer gleichen Durchsagen. Und selbst im Bus finden sich ja mittlerweile überall Schilder, die freundlich darauf hinweisen, dass während der Fahrt nicht mit dem Fahrer gesprochen werden sollte. Klar, dann wäre sein Job ja auch nicht mehr so langweilig und er hätte es nicht in unsere Top 10 geschafft.

Aber: Lokomotivführer, das ist wohl der Traumberuf vieler Jungs und auch im Erwachsenenalter scheint der Job als Zugführer oder Straßenbahnfahrer für viele Menschen (vor allem Männer) ein echter Traumberuf zu bleiben. Wer hier zudem an den Wochenenden oder im Schichtdienst tätig ist, erhält entsprechende Zuschläge und damit ein gar nicht einmal so schlechtes Gehalt – je nach Verband natürlich.

Langweiliger Job Nr. 5: Reinigungskraft

Macht Ihnen Putzen Spaß? Vermutlich nicht. Die Arbeit als Reinigungskraft ist deshalb für viele Menschen eine reine Notlösung und wird häufig von Frauen ausgeübt, die über keine (in Deutschland anerkannte) Berufsausbildung verfügen. Dennoch gibt es natürlich auch Reinigungskräfte, die diesen Beruf tatsächlich aus Spaß am Putzen gewählt haben. Auf Dauer jedoch, gestaltet sich die Tätigkeit nicht nur sehr anstrengend, sondern auch monoton. Gut ist es dann, wenn Sie wenigstens mit Kollegen/innen zusammenarbeiten und ein wenig den aktuellen Klatsch und Tratsch austauschen können.

Aber: Reinigungskräfte werden händeringend gesucht und wer in seinem Job gut ist sowie über ein wenig Verhandlungsgeschick verfügt, kann hier ganz gut verdienen. Der Beruf lässt sich sehr gut mit dem Familienleben vereinen und Sie können sich, bestenfalls als Selbstständige/r, über eine freie Zeiteinteilung und gute Trinkgelder freuen. Viele Kunden und Kundinnen, vor allem aus dem privaten Bereich, sind durchaus bereit für eine gründliche und vertrauenswürdige Reinigungskraft gute Preise zu bezahlen. Hauptsache, sie müssen abends nach der Arbeit und wenn die Kinder im Bett sind nicht noch selbst zum Staubsauger greifen.

Langweiliger Job Nr. 6: Küchenhilfe

Gemüse schneiden, Saucen machen, Zutaten anrichten: An sich klingt das ja ganz spannend, wenn Sie der Koch sind. Als Küchenhilfe jedoch, kommen Ihnen nur die langweiligen Tätigkeiten zu. Diejenigen eben, bei denen Sie nicht viel falsch machen können. Förderung Ihrer Talente? Abwechslungsreicher Beruf? Eigenverantwortung? Als Küchenhilfe sind das Fremdwörter für Sie. Als Berufseinstieg oder Aushilfsjob mag diese Arbeit durchaus sinnvoll sein, nicht aber als dauerhafte Tätigkeit. Denn dann müssen Sie irgendwann nur noch aufpassen, dass Sie sich vor lauter Langeweile nicht in den Finger schneiden.

Aber: Für viele Berufseinsteiger/innen ist die Arbeit als Küchenhilfe der Beginn einer Karriere als Koch beziehungsweise Köchin. Hier können Sie wichtige Berufserfahrung sammeln, dem Küchenchef über die Schulter blicken und prüfen, ob die Arbeit in der heißen Küche wirklich Ihr Traumberuf ist. Wenn ja, dann sollten Sie früher oder später den Absprung schaffen und selbst zu Kochtopf und Pfanne greifen.

Langweiliger Job Nr. 7: Beamter

 

Boreout – das ist für viele Beamte ein alter Bekannter. Hier ist es häufig nicht nur die Tätigkeit an sich, welche als besonders langweilig gilt: Beamte haben oftmals schlichtweg zu wenig zu tun und langweilen sich. Wenn dann doch einmal Arbeit reinflattert, handelt es sich um schnöde Büroarbeit, Formulare in unverständlich juristischem Deutsch oder vor Ihnen sitzt eine lustlose Teenie-Mom mit ihrem Hartz-IV-Antrag. Na klar, das sind alles nur Klischees. Ganz unwahr sind diese aber leider nicht: Tatsächlich beklagen sich immer mehr Beamte in Deutschland über Langeweile am Arbeitsplatz. Die Arbeit scheint hier schlichtweg falsch verteilt zu sein: Während manche Ämter bei den Massen an Arbeit einfach nicht mehr hinterherkommen, herrscht in anderen gähnende Leere. Doch eine Versetzung oder die Schaffung einer neuen Stelle ist in der deutschen Bürokratie nicht so ohne weiteres möglich. Sie ist daher schuld am Boreout vieler Beamten.

Aber: Einen sehr viel sichereren Job als den eines Beamten können Sie wohl nicht haben. Hier erhalten Sie ein gutes Gehalt, ein Höchstmaß an Zukunftssicherheit und eine unglaublich gute Altersabsicherung. Da nehmen viele Beamte die Langeweile bei der Arbeit doch gerne in Kauf. Zudem können Sie stets eine Versetzung beantragen oder Ihre Zeit mit dem Surfen auf Reisewebsites verbringen. Hauptsache, Sie werden derweil gut bezahlt.

Langweiliger Job Nr. 8: Büroarbeit

Damit würden Sie sich als Beamte/r übrigens zu vielen anderen Büroangestellten in europäischen Unternehmen gesellen. Eine Umfrage kam hier nämlich zu dem Ergebnis, dass 71 Prozent der Büroangestellten in Europa während der Arbeitszeit privat auf Reisewebsites surfen. In Deutschland sind es „nur“ rund 57 Prozent der Befragten, Spitzenreiter ist Italien mit 90 Prozent.

Statistik: Wer surft im Büro auf Reisewebsites? ( im Jahr 2014 nach Geschlecht) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Doch wieso eigentlich? Ist die Büroarbeit so langweilig, dass Sie nichts Besseres zu tun haben? Oder sogar, dass Sie sich weit weg wünschen, irgendwo an den Strand? Ja, leider sind viele Bürotätigkeiten ebenfalls in unseren Top 10 der langweiligsten Berufe angesiedelt. Je weniger Verantwortung und je eintöniger die Arbeit, desto schlimmer. Hierzu gehören daher vor allem Sachbearbeiterstellen, Aushilfsjobs oder Praktika.

Aber: Egal, in welcher Art von Büro Sie tätig sind, in der Regel finden Sie hier stets zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten. Ein Praktikum kann Ihnen die Tür in ein internationales Unternehmen öffnen, vom Sachbearbeiter können Sie zum Teamleiter aufsteigen oder Sie verlegen durch eine interne Versetzung Ihren Tätigkeitsbereich. Je größer das Unternehmen und je besser Ihre Ausbildung, desto vielfältiger sind Ihre Möglichkeiten.

Langweiliger Job Nr. 9: IT-Berufe

IT-Berufe gelten als sicher, gut bezahlt und: langweilig! Das ergab jedenfalls eine Studie in Großbritannien. Klar, die Arbeit mit dem PC ist nicht gerade kommunikativ und IT-ler haben gemeinhin den Ruf irgendwie „in ihrer eigenen Welt“ zu leben. Einer Welt aus Nullen und Einsen eben.

Aber: Die Studie befragte vor allem Studenten, die nicht selbst IT studieren. Es handelt sich daher eher um Klischees als um die Wahrheit, zumal sich die IT in den letzten Jahren unglaublich diversifiziert hat. Gerade in Berufen mit der Kombination aus Kundenkontakt und IT herrscht absoluter Fachkräftemangel. Gute Arbeitsbedingungen und hohe Gehälter werden Sie in einem IT-Beruf daher mit hoher Sicherheit finden. Und je mehr Menschen sich für einen Beruf aus der IT-Branche entscheiden, desto schneller wandelt sich auch ihr veraltetes und negativ angehauchtes Image. Wenn Sie sich für die IT interessieren, sollten Sie sich davon also auf keinen Fall abschrecken lassen.

Langweiliger Job Nr. 10: Arzt

Den letzten Beruf in unseren Top 10 der langweiligsten Jobs hätten Sie hier gewiss nicht erwartet: Arzt. In den TV-Serien sieht das immer so spannend aus, mit Hochbetrieb in der Notaufnahme, spektakulären Wiederbelebungen und komplizierten Operationen. Wer jedoch Medizin studiert und anschließend seine eigene Arztpraxis aufmacht, hat gewiss einen etwas anderen Alltag: Sehtests, Grippeimpfungen, Darmspiegelungen, Zahnfüllungen – das klingt irgendwie weder verlockend noch spannend. Auch für Ärzte gilt nämlich: Je spezialisierter Sie sind, desto langweiliger kann Ihr Arbeitsalltag aussehen. Vor allem Allgemeinärzte beschweren sich zudem über eine immer schlechter werdende Bezahlung, wodurch für den einzelnen Patienten kaum noch Zeit bleibt. Mit Menschen reden, ihnen zuhören und helfen – auch das gleicht immer mehr einer Akkord- oder Fließbandarbeit.

Aber: Das Berufsbild des Arztes ist unglaublich vielfältig, je nach Fachrichtung, Arbeitsplatz usw. Ebenso groß sind die Verdienstspannen. So ist die Arbeit eines Zahnarztes vielleicht nicht unbedingt nervenzerreißend spannend, gehört aber immer noch zu den am besten bezahlten Berufen. Zudem ist für viele Ärzte nicht das Geld der ausschlaggebende Grund für ihre Berufswahl, sondern der Idealismus, Menschen helfen zu wollen. Das ist durchaus löblich und daher Daumen hoch für den Beruf des Arztes!

Ihr Job ist, was Sie daraus machen!

Was all unsere langweiligen Berufe in der Top-10-Liste gemeinsam haben, ist wohl, dass sie kaum Raum für Kreativität, Spontaneität oder eine persönliche Weiterentwicklung lassen. Dennoch ist kein Beruf wie der andere, jede Arbeitsstelle ist unterschiedlich und ein und dieselbe Tätigkeit kann in einem Unternehmen langweilig, im nächsten aber absolut spannend sein. Wir wollen daher hier nicht pauschalieren, sondern einmal gängige Klischees mit einem Augenzwinkern betrachten, damit Sie sich selbst fragen: Empfinden Sie Ihren Beruf als langweilig? Und wenn ja, was könnten Sie daran ändern? Wo sehen Sie Potenzial für eine Weiterentwicklung, einen Berufswechsel, eine Versetzung oder neue Tätigkeitsfelder? Schlussendlich ist Ihr Job immer nur das, was Sie daraus machen. Schaffen Sie sich neue Perspektiven und stellen Sie Ihre aktuelle Tätigkeit immer wieder auf den Prüfstand. Sie finden Ihren Job spannend und sind zufrieden? Gratulation! Denn Menschen, die in ihrem Job glücklich sind und einen Sinn in ihrer Tätigkeit sehen, leben länger, gesünder und glücklicher – das haben zahlreiche Studien bewiesen.

Welcher ist Ihr Beruf? Ist dieser eher spannend oder langweilig? Wieso? Oder üben Sie vielleicht einen Beruf aus unseren Top 10 aus und möchten uns vom Gegenteil überzeugen? Dann freuen wir uns auf Ihre Kommentare!