Dass das Internet zahlreiche neue Jobs hervorbringt, wurde auf dieser Seite schon mehrmals thematisiert. In diesem Beitrag wollen wir Ihnen erklären, wie Sie mit Clickworking Geld verdienen können. Was genau es mit diesem Arbeitsmodell auf sich hat, worin die Stärken und Schwächen liegen und warum Clickworking immer wieder in die Kritik gerät, erfahren Sie, wenn Sie weiterlesen.

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Inhalt
1. Was ist Clickworking?
2. Wie wird man ein Clickworker?
3. Clickworking und Selbstständigkeit
4. Die Vor- und Nachteile vom Clickworking
5. Aufstiegschancen für Clickworker
6. Clickworking-Plattformen im deutschsprachigen Raum
7. Tipps für Clickworker

Was ist Clickworking?

Das Prinzip vom Clickworking ist schnell erklärt. Es handelt sich hierbei um eine besondere Form der Microjobs, bei der die Kraft der großen Menge genutzt wird. Aus diesem Grund ist Clickworking auch eng mit dem Begriff „Crowdsourcing“ verbunden. Die Crowd (zu Deutsch: Menge) ist eine Community im Internet, die unabhängig voneinander eine bestimmte Aufgabe erledigt. Was genau die Clickworker tun müssen, ist immer unterschiedlich und hängt stark vom Auftraggeber ab. Typische Clickworking-Aufgaben sind:

  • das Verfassen von Produktbeschreibungen und Erfahrungsberichten
  • das Redigieren bereits bestehender Texte
  • das Verifizieren von Informationen mittels Foto-Beweis
  • das Recherchieren bestimmter Inhalte
  • das Erstellen von Bildern und Designs

Info: Da viele der Aufgaben mit wenigen Clicks erledigt werden können, hat sich der Begriff Clickworker beziehungsweise Clickworking für dieses Arbeitsmodell etabliert.

Welche Aufträge ein Clickworker annimmt, sollte er immer selbst entscheiden dürfen. Generell haben alle Mikrojobs eines gemeinsam: Es handelt sich um immer wiederkehrende Aufgaben, die jedoch zwangsläufig von Menschen erledigt werden müssen. Maschinen sind hierzu (noch) nicht in der Lage.

Wie wird man ein Clickworker?

Prinzipiell kann jeder, der sein Budget ein wenig aufbessern will und volljährig ist, Clickworker werden. Das gelingt am einfachsten, indem Sie sich auf einer entsprechenden Plattform registrieren (mehr dazu weiter unten) und dort die ersten Aufträge annehmen. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, direkt mit Unternehmen in Kontakt zu treten und die Arbeit als Clickworker aufzunehmen. Dieser Schritt ist jedoch nur dann wirklich empfehlenswert, wenn Sie bereits erste Erfahrungen mit dieser Form des Arbeitens gesammelt und ein Gespür für seriöse und unseriöse Auftraggeber entwickelt haben.

Die Mehrheit der Aufgaben lässt sich mithilfe von einem einfachen Computer oder Laptop erledigen. Es ist nicht notwendig, sich spezielles Equipment zuzulegen oder das bereits vorhandene technische Endgerät aufzurüsten. Hier wird nochmals deutlich, wie niederschwellig und einfach der Einstieg für Clickworker ist.

Clickworking und Selbstständigkeit

Egal ob via Plattform oder im direkten Kontakt zu Unternehmen: Clickworker, die regelmäßig und mit einer nachhaltigen Gewinnerzielungsabsicht tätig sind, sind dazu verpflichtet, ihren Nebenjob als Selbstständigkeit anzumelden. Ob es sich hierbei um ein Gewerbe oder eine Freiberuflichkeit handelt, hängt von der Art der Aufträge ab. Das bedeutet weiterhin auch, dass die Einnahmen des Clickworkings versteuert werden müssen. Die Mehrheit der Crowdworker sind übrigens Kleinunternehmer, das bedeutet, dass für sie die Mehrwertsteuer entfällt. Außerdem ist es in der Regel so, dass die jährlichen Einnahmen unter dem Steuerfreibetrag liegen und deswegen keine Einkommensteuer erhoben wird.

Tipp: Wer nur hin und wieder (sprich: sehr unregelmäßig) Geld durch Clickworking verdienen will, muss sich nicht gleich beim Finanzamt melden. In diesem Fall genügt es, die Einnahmen in der privaten Steuererklärung anzugeben.

Die Vor- und Nachteile vom Clickworking

Es wurde eingangs bereits angesprochen: Das Arbeitsmodell Clickworking polarisiert und ruft immer wieder Kritiker auf den Plan. Tatsächlich gibt es zahlreiche Vor- aber auch Nachteile, die jeder kennen sollte, der sich für diese Möglichkeit des Geldverdienens interessiert.

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VorteileNachteile
geringer Aufwand (vor allem, wenn man geübter Clickworker ist)sehr schlechte Bezahlung (oftmals jenseits der Mindestlohn-Grenze)
keine zusätzlichen Kosten (für Arbeitsmaterialien)ungleichmäßige Bereitstellung von Aufträgen(*)
keine ArbeitswegeZwangspausen auf der Plattform clickworker.de(*)
flexible Zeiteinteilung(*)große Gefahr, ausgenutzt zu werden
ortsunabhängiges Arbeiten
freie Auswahl der Aufgaben

 

(*) = Immer wieder wird angeführt, dass Clickworker einen besonders flexiblen Arbeitsalltag genießen. Das stimmt auch zum Teil. Da es sich hierbei in der Regel um einen Nebenjob handelt, arbeiten Clickworker meist dann, wenn sie Lust und Zeit dazu haben. Leider klappt das jedoch häufig nur in der Theorie. In der Praxis ist es nämlich so, dass es schlicht und ergreifend nicht immer (lukrative, attraktive, spaßige, …) Aufträge gibt. Ein anderer großer Nachteil sind die Zwangspausen, die Clickworker beispielsweise auf der Plattform clickworker.de einlegen müssen. Diese sorgen in Kombination mit dem schwankenden Angebot dafür, dass Clickworking niemals als fest planbare Einnahmequelle verstanden werden kann. Auch die Aussage „Clickworker können flexibel und immer dann, wenn sie wollen, arbeiten.“ sollte stets mit Vorsicht genossen werden.

Ein anderes Thema, das durchaus diskutabel ist, sind die teils extrem geringen Honorare, die Clickworker für ihre Arbeit erhalten. Auch wenn die Aufgaben selten wirklich anspruchsvoll beziehungsweise kompliziert sind, kosten sie dennoch (gerade in der Anfangszeit) viel Zeit. Die schlechte Bezahlung sorgt dafür, dass es das Clickworking immer wieder (mit negativen Schlagzeilen) in die Medien schafft und die Crowdworker auch als Tagelöhner bezeichnet werden. An dieser Stelle ist es wichtig, Sie darauf hinzuweisen, dass das Clickworking nicht als vollwertiger Job angesehen werden sollte. Aufwand und Bezahlung stehen hierfür einfach in einem zu schlechten Verhältnis.

Aufstiegschancen für Clickworker

Die meisten Clickworking-Plattformen arbeiten mit einem hierarchischen System. Das bedeutet, dass Sie zunächst einmal „unten“ beginnen und die Möglichkeit haben, sich nach oben zu arbeiten. Das gelingt Ihnen beispielsweise durch nachweisbare Qualifikationen und Kenntnisse, aber auch, indem Sie eine konstant zufriedenstellende Arbeit abliefern. Gute Clickworker, die in der Hierarchie aufsteigen, erhalten nicht nur attraktivere und abwechslungsreichere Aufträge, sondern können sich auch über eine bessere Bezahlung freuen. Es lohnt sich also durchaus, die Arbeit mit Sorgfalt zu erledigen.

Tipp: Probieren Sie aus, welche Aufgaben Ihnen am meisten liegen und dadurch lukrativ sind. Viele Clickworker konzentrieren sich stark auf die Texterstellung. Dabei sind es häufig viel kleinere (Recherche-)Aufträge, die (im Verhältnis zum Aufwand) das meiste Geld einbringen.

Clickworking-Plattformen im deutschsprachigen Raum

Das Internet ist voll von Angeboten, die „seriöse Heimarbeit“ versprechen. Wer hier die schwarzen Schafe von den wirklich guten Jobs unterscheiden will, braucht eine Menge Fingerspitzengefühl. Im Folgenden wollen wir Ihnen zwei Plattformen vorstellen, die sich im Bereich Clickworking im deutschsprachigen Raum durchgesetzt haben.

Die Seite clickworker.de weist eine übersichtliche Struktur auf und spricht Clickworker und Auftraggeber gleichermaßen an. Die Anmeldung entspricht dem üblichen Verfahren. Wer hierüber Geld im Internet verdienen will, muss sich als nächstes ein paar „Einstellungstests“ unterziehen. Diese bestimmen nicht nur, ob man als Clickworker angenommen, sondern auch, auf welcher Qualitätsstufe man angesiedelt wird. Es lohnt sich also durchaus, sich hier ein wenig ins Zeug zu legen und gute Ergebnisse abzuliefern. Umso besser sind hinterher die Verdienstchancen. Clickworker.de bietet eine Vielzahl an Aufträgen an. Diese reichen von der Text-Bearbeitung und -Erstellung über Recherche-Tätigkeiten und Produkt-Tagging bis hin zur Verifizierung von Daten und Analyse von Videos.

Die Erfahrungsberichte zu clickworker.de fallen ausgesprochen unterschiedlich aus. Während die einen Nutzer durchaus zufrieden sind („Das ich hiermit nicht reich werde, war mir von Anfang an klar.“), beschweren sich andere lautstark in diversen Foren. Die beiden am häufigsten angesprochenen Kritikpunkte:

  1. Die (schlechte) Bezahlung: Die Humangrid GmbH, die die Homepage clickworker.de betreibt, gibt selbst folgende Verdienstchancen an: „Je nach Qualifikation, Geschwindigkeit, Übung und Konzentration können Stundenlöhne von über 10 € erreicht werden. Wir gehen davon aus, dass ein Clickworker 9,50 € pro Stunde verdient.“ Diese Werte sind vielleicht nicht utopisch beziehungsweise unerreichbar, aber auch alles andere als der allgemeingültige Durchschnitt. Wer mit Clickworking Beträge über dem Mindestlohn-Niveau von 8,50 pro Stunde verdienen will, muss enorm viel Erfahrung haben und die Aufträge sehr schnell bearbeiten können.
  2. Die Qualität der Aufträge: Der zweite Kritikpunkt bezieht sich auf die Aufträge, die auf clickworker.de angeboten werden. Während diese zu Beginn noch Abwechslung und Spaß versprechen, verebbt die Euphorie im Laufe der Zeit schnell. Wenn überhaupt Aufträge im Pool laden, dann sind sie meist alles andere als attraktiv und sorgen dafür, dass das Crowdworking zu einer frustrierenden Angelegenheit wird.

Einen Pluspunkt erhält clickworker.de hingegen für die Auszahlung. Diese erfolgt immer pünktlich einmal im Monat und ist ausgesprochen zuverlässig. Es muss allerdings auch erwähnt werden, dass das Geld erst ab der Grenze von 10 Euro auf die Konten der Clickworker überwiesen wird. Das ist jedoch auch auf anderen Plattformen – beispielsweise Textbroker oder content.de – üblich und der Aufwandsminimierung zu schulden.

Auch auf crowdguru.de wird gezielt auf die Kraft der Menge gesetzt. Clickworker haben hier ebenfalls die Wahl zwischen verschiedenen Aufgaben, beispielsweise Kategorisierungen, Produktbeschreibungen, Übersetzungen, Recherchen usw. Das Besondere an Crowdguru ist, dass Unternehmen nur angeben müssen, was sie erledigt haben wollen. Die Plattform kümmert sich dann darum, die einzelnen Projekte in viele Mini-Jobs aufzusplitten und an die Clickworker (sogenannte Gurus) zu verteilen. Die Seite legt nach eigenen Aussagen großen Wert auf Qualität und zufriedenstellende Ergebnisse.

Um ein Guru zu werden, müssen Sie sich zunächst einmal auf der Plattform anmelden und wie bei clickworker.de verschiedene Tests absolvieren. Diese dienen der Einstufung Ihrer Fähigkeiten und bestimmen, welche Arten von Aufgaben Ihnen angeboten werden. Auch sonst unterscheidet sich der Crowdguru nur wenig von der Konkurrenz-Plattform clickworker.de. Das Prinzip ist das gleiche. Im Hinblick auf die Verdienstchancen gibt es (leider) ebenfalls nichts anderes zu berichten. Wer hier mehr als ein paar Euro verdienen will, muss sehr viel Zeit in das Crowdworking investieren und schnell arbeiten können. Von einem Nebenjob kann dann jedoch nicht mehr die Rede sein. Clickworker bemängeln außerdem die ungleichmäßige Auftragslage und schlecht verfasste Briefings, die häufig für Verwirrung sorgen.

Tipps für Clickworker

Um die Thematik abzuschließen, wollen wir Ihnen an dieser Stelle noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben. Diese sollen Ihnen dabei helfen, dass Maximale aus Ihren Clickworking-Jobs herauszuholen und die Kasse so gut es geht aufzubessern.

  • Achten Sie immer auf Seriosität beim Geldverdienen im Internet
  • Erhoffen Sie sich keinen Reichtum aus dem Clickworking
  • Vergleichen Sie verschiedene Plattformen miteinander
  • Lesen Sie Erfahrungsberichte von Clickworkern
  • Geben Sie sich Mühe bei den „Eignungstests“
  • Geben Sie Qualifikationen, Kenntnisse etc. an
  • Reichen Sie Arbeitsproben ein
  • Lesen Sie die Auftragsbeschreibungen sorgfältig, um Missverständnisse und Flüchtigkeitsfehler vorzubeugen
  • Haben Sie immer den (fiktiven) Stundenlohn vor Augen (stellen Sie Aufwand und Entlohnung in Relation zueinander)
  • Entwickeln Sie ein Gespür für lukrative Aufträge
  • Probieren Sie verschiedene Jobs aus, um die zu finden, die am besten zu Ihnen passen
  • Lassen Sie sich nicht ausnutzen

Clickworker verdienen mit vielen kleinen Jobs kleines Geld. Ehe sich hierdurch eine nennenswerte Summe anstaut, vergeht meist viel Zeit. Dennoch erfreut sich dieser Nebenjob großer Beliebtheit. Vor allem Studenten, Hausfrauen und Freelancer nutzen ihn, um ihre Kasse aufzubessern und freie Zeit sinnvoll zu füllen.

Wir sind Ihre Erfahrungen mit dem Clickworking? Wir freuen uns, wenn Sie uns darüber berichten und sind sehr gespannt, was Sie zu den Vor- und Nachteilen zu sagen haben.