Erster Teil: Auf, auf ins Freie – das Schaulaufen beginnt

Ist es auch in Ihrer Firma so? Mindestens einmal im Jahr wird ein „tolles Event“ für alle angesetzt – und Sie versammeln sich für einen Ausflug? Viele Mitarbeiter haben dazu überhaupt keine Lust, andere fürchten sich heimlich, ihnen könnte unterwegs ein Missgeschick passieren.

Anzeige

Denn bei einer solchen Unternehmung lauern überall Fallstricke: Man könnte sich schließlich daneben benehmen und sich damit die Karrierechancen verscherzen. Oder jemand anders verhält sich völlig irrational und bringt Sie in eine sehr unangenehme Situation. Wieder andere freuen sich einfach wie Bolle über einen arbeitsfreien Tag und können gar nicht genug kriegen.

Leider entwickelt sich bei gemeinschaftlicher Freizeitgestaltung (die mancher innerlich als geleistete Arbeitszeit betrachtet, weil sie ja bezahlt wird) häufig eine Atmosphäre, die mit dem sonstigen Betriebsalltag nicht allzu viel zu tun hat. Sie kennen bestimmt einige Kollegen, die Ihnen bereits im Bus ein Ohr abkauen und alles rauslassen, was Sie eigentlich gar nicht wissen wollen: Beziehungs- und Geldprobleme, Krankheiten, missratene Kinder undsoweiter …

Einen nicht unbeträchtlichen Gefahrenherd stellt der Alkoholgenuss dar, der in manchen Firmen einfach zu einem gelungenen Gemeinschaftserlebnis hinzugerechnet wird. Da löst sich manche Zunge, und gepflegte Manieren weichen gelegentlich in dramatischer Art und Weise auf. Dennoch: Meist kommen Sie nicht darum herum, sich dem Ausflug anzuschließen – die Idee mit dem Blitzdurchfall und den Kreislaufstörungen hatten schon Dutzende Kollegen vor Ihnen. Sie kränken damit nur den oder die Gastgeber und gelten fortan als Eigenbrötler.

Seien Sie sich aber immer bewusst, dass Ihre Vorgesetzten genau hingucken, wie Sie sich unterwegs verhalten. Und glauben Sie nicht, dass Sie sich – falls Ihr Chef ein wenig angetrunken erscheint – auch völlig ungehemmt einen auf die Mütze kippen dürfen. Nicht die Spaßbremse spielen und dennoch die Beherrschung behalten: Das ist eine Gratwanderung, die nicht jedem glückt. Wer seine Karriere im Auge hat, sollte sie jedoch schaffen.

Wie also machen Sie möglichst viel (ALLES schafft sowieso keiner) richtig, damit Sie am Morgen danach weder mit einem physischen noch mit einem moralischen Kater erwachen? Hier folgen einige Tipps, die Ihnen als Anleitung oder zumindest als Memo dienen können:

Anzeige

1. Lockere Atmosphäre nicht überziehen
Klar, wenn der Chef ruft, gelten nicht mehr die Spielregeln aus dem Büro. Es soll ja ein unbeschwerter Tag werden, der möglicherweise Ihr Team zusammenschweißt. Echte Konflikte auszuräumen, wird Ihnen allerdings nicht gelingen – das könnte auf die Stimmung drücken und alle belasten.

2. Geben Sie sich offen und herzlich
D. h. Sie maulen nicht über das schlechte Wetter oder eine grenzwertige Location, sondern sprechen Ihre Kollegen freundlich an und tragen so hren Teil dazu bei, dass alle einen großartigen Tag verleben. Damit bauen Sie Barrieren ab und strahlen Selbstvertrauen und soziale Kompetenz aus. Das muss nicht unbemerkt bleiben.

3. Reden Sie nicht ständig vom Geschäft oder über den Job
Erzählen Sie lieber ein paar „Schwänke“ aus Ihrem Leben (nicht zu peinliche allerdings), fragen Sie nach Sport und Hobbys (Sie werden erstaunliche Entdeckungen machen), betreiben Sie Smalltalk im besten Sinne des Wortes. Und: Achten Sie darauf, dass die Ausflugsgruppe möglichst beieinander bleibt – wer sich absetzt oder Grüppchen bildet, verhält sich gegen den Teamgeist.

Was soll ich anziehen?

Nicht nur Frauen fragen sich das, wenn ein Betriebsausflug ansteht. Es hängt natürlich davon ab, was Sie vorhaben. Für ein Grillfest oder eine Open-Air-Veranstaltung tragen Sie Sachen wie auch sonst in der Freizeit – aber die Kleidung sollte gepflegt und modern aussehen. Ihre Lieblingsklamotten zum Relaxen daheim sollten Sie weder Ihren Vorgesetzten noch Ihren Kollegen vorführen, wenn Sie nicht zum Gespött der gesamten Belegschaft werden wollen.

Manchmal wird auch ein Dresscode für einen Betriebsausflug ausgerufen – z. B. dann, wenn ein Festbankett oder ein Theaterbesuch auf dem Programm stehen. Dann ziehen Sie sich entsprechend an (oder nehmen etwas zum Umkleiden mit). Sie werden es der Einladung Ihres Arbeitgebers sicher entnehmen können, welche Kleiderordnung besteht. Außerdem können Sie sich im Vorwege auch mit vertrauten Kollegen abstimmen.

Werden Sie in einen Hochseilgarten entführt oder zu sonstigen sportlichen Herausforderungen aufgefordert, wählen Sie sportliche und funktionelle Kleidung. Das gilt vor allem in Frauen, die zwar in kurzen Röcken oder luftigen Tops in der Senkrechten eine gute Figur machen, aber bei körperlicher Ertüchtigung Einblicke gewähren, die nicht angebracht sind. Ganz wichtig: die Schuhe! High Heels oder Schlappen – beides geht gar nicht. Was geht, sind Mokassins, Sneakers oder feste Stoffschuhe. Seien Sie darauf vorbereitet, dass Sie sich „ach, mal ganz spontan“ in einem Teamspiel oder einem Wettkampf wiederfinden, der Ihnen Sportsgeist und Energie abverlangt.

Für Männer gilt: keine Sandalen mit Socken, keine kurzen Hosen, keine Batikshirts oder solche mit lustigen Aufschriften – der Gag ist nach einer Minute verpufft!

Und ein Tipp für alle: Nehmen Sie sich Wechselklamotten mit – es kann Ihnen ein Malheur unterlaufen, oder Sie sind am Abend so verschwitzt, dass Sie sich nur mit Hemmungen zum Abendessen setzen mögen.

Lesen Sie auch:
Teil 2: Partytime im Betrieb – Vorsicht, Alkohol!