Gehen Sie gerne joggen oder an der frischen Luft spazieren? Das ist nicht nur gut für Ihre körperliche Gesundheit, sondern auch für Ihre Konzentration. Laufen macht nämlich im wahrsten Sinne des Wortes „den Kopf frei“. Wenn Ihnen also wieder einmal die Arbeit über den Kopf wächst oder Sie vor lauter Multitasking völlig überfordert sind, legen Sie ab sofort eine kleine Laufrunde ein. Aber was genau passiert dabei eigentlich im Gehirn?

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Inhalt
1. Digitalisierung sorgt für eine komplexere Arbeitswelt
2. Multitasking überfordert die „Prozessoren“ in Ihrem Gehirn
3. Exkurs: Präfrontaler Kortex – Der Sitz Ihrer Persönlichkeit
4. Laufen hilft gegen „Blackout“ des präfrontalen Kortex
5. Fazit: Laufen fördert Ihre Gesundheit – und Konzentration

Digitalisierung sorgt für eine komplexere Arbeitswelt

Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt seit einigen Jahren grundlegend. Sie macht sich in quasi allen Branchen bemerkbar und stellt völlig neue Herausforderungen an deutsche Arbeitnehmer. In einer repräsentativen Befragung von knapp 10.000 Beschäftigten im Jahr 2016 gaben 54 Prozent der Befragten an, dass die Digitalisierung ihre Arbeitsmenge erhöht. Gleichzeitig arbeiten 56 Prozent durch die Digitalisierung komplexer, sprich mit mehr Multitasking. Sie müssen also nicht mehr nur eine Aufgabe, sondern viele zur gleichen Zeit erledigen.

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Genau hierin liegt allerdings ein großes Problem, denn Multitasking bringt für die Gesundheit sowie die Leistung im Beruf vor allem eines mit sich: Nachteile. Die Konzentration sinkt, die Leistung lässt nach und Sie stehen unter belastendem Dauerstress, welcher sich früher oder später negativ auf Ihre psychische beziehungsweise physische Gesundheit auswirkt.

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Wir möchten Ihnen deshalb heute verraten, wieso Multitasking dem menschlichen Gehirn so schwerfällt und was Sie dagegen tun können.

Multitasking überfordert die „Prozessoren“ in Ihrem Gehirn

Stellen Sie sich Ihr Gehirn zur Vereinfachung vor wie einen Computer: Mit jeder Aufgabe, die Sie erledigen, öffnen Sie quasi ein Programm. Nehmen wir also einmal an, Sie checken E-Mails, telefonieren mit einem wichtigen Kunden und sitzen nebenbei an dem Entwurf für ein neues Projekt. In Ihrem Gehirn sind damit drei Programme „geöffnet“. Vielleicht machen Sie sich derweil Sorgen um die schlechte Schulnote, die Ihr Kind nach Hause gebracht hat, und regen sich innerlich noch über einen Streit mit Ihrem/r Lebenspartner/in auf. Damit wären wir bereits bei fünf Programmen im Gehirn.

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Um bei der Analogie zu bleiben, vergleichen wir das noch einmal mit dem Computer: Hier sind nun also nicht nur ihr E-Mail-Programm, sondern nebenbei noch der Internet-Browser, Power-Point, die SAP-Software sowie der Cloud-Speicher geöffnet. Das Problem an der Sache ist: Mit jedem weiteren Programm verlangsamen Sie auch die anderen. Die Prozessoren kommen zunehmend an ihre Leistungsgrenze und im schlimmsten Fall stürzt der Computer komplett ab. Und genau das passiert beim exzessivem Multitasking auch mit Ihrem präfrontalen Kortex. Es strapaziert also sozusagen Ihre „Prozessoren“, die einzelnen Programme verlangsamen sich, Ihre Konzentration sinkt und damit auch Ihre Leistungsfähigkeit.

Exkurs: Präfrontaler Kortex – Der Sitz Ihrer Persönlichkeit

Dieser „Prozessor des Gehirns“, der präfrontale Kortex, liegt stirnseitig im Gehirn im sogenannten Stirn- oder Frontallappen. Wissenschaftler bezeichnen ihn auch als „Supervisory Attentional System“ oder umgangssprachlich den „Regisseur des Gehirns“. Der präfrontale Kortex ist wohl jener Bereich im Gehirn, der den größten Einfluss auf die Persönlichkeit eines Menschen besitzt. Er ist zudem zuständig für bewusstes (Nach-) Denken, Konzentration, Planung, Entscheidung und Zielstrebigkeit.

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Der präfrontale Kortex unterscheidet sich in seiner Funktionsweise allerdings grundlegend von anderen Gehirnarealen: Einerseits kann er „ruhen“, sprich beinahe vollständig deaktiviert werden, wenn er einmal nicht aktiv genutzt wird. Andererseits kann er bei eben dieser aktiven Nutzung auch „überlastet“ werden – wie in unserem Beispiel mit dem Computer erläutert. Diese Überforderung, sei es durch eine zu hohe Arbeitslast, Stress oder Emotionen, kann dann das Denken (beinahe) unmöglich machen. Sowohl die Erinnerung an Informationen im Kurzzeitgedächtnis als auch die aktuelle Informationsverarbeitung sind dann kurzfristig (in Ausnahmesituationen auch langfristig) gestört. Die Folge: Sie haben den berühmten „Blackout“. Wie anfällig Menschen für eine solche Überforderung des präfrontalen Kortex sind, ist übrigens individuell unterschiedlich.

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Menschen mit (hoch-) sensibler Informationsverarbeitung neigen in der Regel schneller zum Blackout als ihre Kolleginnen und Kollegen. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn Sie sind ihm nicht machtlos ausgeliefert.

Laufen hilft gegen „Blackout“ des präfrontalen Kortex

Sie können Ihren präfrontalen Kortex aktiv beruhigen beziehungsweise deaktivieren, dadurch Ihre Konzentration wiederfinden und bessere Leistungen (im Beruf) erzielen. Nur: wie? Wie bereits erwähnt, sitzt der präfrontale Kortex im sogenannten Frontallappen des Gehirns – und zwar genau neben jenen Arealen, welche für die Motorik zuständig sind.

Wenn Sie nun also aufstehen und eine Runde spazieren oder joggen gehen, werden die motorischen Bereiche im Gehirn aktiviert. Dies benötigt Energie – welche demnach aus präfrontalen Kortex abgezogen wird. Die Folge: Er wird „deaktiviert“, beruhigt sich also und anschließend können Sie Ihren „Prozessor“ wieder vollständig nutzen. Ihre Konzentration steigt also wieder und Sie erbringen bessere Arbeitsleistungen, sind produktiver und weniger fehleranfällig. Ein kurzer Spaziergang, eine Joggingrunde oder Bewegung anderer Art sind also ein Erholungsurlaub für Ihren präfrontalen Kortex. Laufen macht im wahrsten Sinne des Wortes „den Kopf frei“.

Fazit: Laufen fördert Ihre Gesundheit – und Konzentration

Wenn Ihnen im Job also wieder einmal die Arbeit über den Kopf wächst und Sie Konzentrationsprobleme oder gar einen Blackout haben, legen Sie einen kurzen Spaziergang ein, holen Sie sich einen Kaffee in der Kantine oder machen Sie eine Runde Yoga. Hauptsache, Sie bewegen sich. So können Sie Ihren überforderten präfrontalen Kortex herunterfahren und neu starten. Gleichzeitig tun Sie nicht nur Ihrer Konzentration, sondern auch Ihrer Gesundheit einen Gefallen.

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Wenn Sie also fortan regelmäßige Bewegung (wieder) fest in Ihren Alltag einbauen – seien es nur wenige Minuten am Tag – werden Sie konzentrierter, produktiver, weniger fehleranfällig und dadurch auch erfolgreicher arbeiten. Gleichzeitig fördern Sie nicht nur Ihre körperliche Gesundheit, sondern auch jene Ihres Gehirns. Also: Wie wäre es mit einer Fünfminutenpause und einem kurzen Spaziergang an der frischen Luft?!

Wann und wie bewegen Sie sich im Joballtag? Welche positiven Auswirkungen von Bewegung auf Ihre Konzentration können Sie beobachten? Welche weiteren kleinen Kniffe helfen Ihnen im Beruf, wenn Ihnen wieder einmal die Arbeit über den Kopf wächst? Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungsberichte und Tipps in den Kommentaren!