Gehst du gerne joggen oder an der frischen Luft spazieren? Das ist nicht nur gut für deine körperliche Gesundheit, sondern auch für deine Konzentration. Laufen macht nämlich im wahrsten Sinne des Wortes „den Kopf frei“. Wenn dir also wieder einmal die Arbeit über den Kopf wächst oder du vor lauter Multitasking völlig überfordert bist und ein Blackout droht, lege ab sofort eine kleine Laufrunde ein. Aber was genau passiert dabei eigentlich im Gehirn?

Digitalisierung sorgt für eine komplexere Arbeitswelt

Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt seit einigen Jahren grundlegend. Sie macht sich in quasi allen Branchen bemerkbar und stellt völlig neue Herausforderungen an deutsche Arbeitnehmer. Du musst also nicht mehr nur eine Aufgabe, sondern viele zur gleichen Zeit erledigen.

Anzeige

Genau hierin liegt allerdings ein großes Problem, denn Multitasking bringt für die Gesundheit sowie die Leistung im Beruf vor allem eines mit sich: Nachteile. Die Konzentration sinkt, die Leistung lässt nach und du stehst unter belastendem Dauerstress, welcher sich früher oder später negativ auf deine psychische beziehungsweise physische Gesundheit auswirkt.

Lese-Tipp:Schluss mit Multitasking! „Single“ ist wieder in

Wir möchten dir deshalb heute verraten, wieso Multitasking dem menschlichen Gehirn so schwerfällt und was du dagegen tun kannst.

Anzeige

Multitasking überfordert die „Prozessoren“ in deinem Gehirn

Stelle dir dein Gehirn zur Vereinfachung vor wie einen Computer: Mit jeder Aufgabe, die du erledigst, öffnest du quasi ein Programm. Nehmen wir also einmal an, du checkst E-Mails, telefonierst mit einem wichtigen Kunden und sitzt nebenbei an dem Entwurf für ein neues Projekt. In deinem Gehirn sind damit drei Programme „geöffnet“. Vielleicht machst du dir derweil Sorgen um die schlechte Schulnote, die dein Kind nach Hause gebracht hat, und regst dich innerlich noch über einen Streit mit deinem Lebenspartner auf. Damit wären wir bereits bei fünf Programmen im Gehirn.

Statistik: In welchen Situationen empfinden Sie Stress? | Statista
Mehr Statistiken findest du bei Statista

Um bei der Analogie zu bleiben, vergleichen wir das noch einmal mit dem Computer: Hier sind nun also nicht nur ihr E-Mail-Programm, sondern nebenbei noch der Internet-Browser, Power-Point, die SAP-Software sowie der Cloud-Speicher geöffnet. Das Problem an der Sache ist: Mit jedem weiteren Programm verlangsamst du auch die anderen. Die Prozessoren kommen zunehmend an ihre Leistungsgrenze und im schlimmsten Fall stürzt der Computer komplett ab. Und genau das passiert beim exzessivem Multitasking auch mit deinem präfrontalen Kortex. Es strapaziert also sozusagen deine „Prozessoren“, die einzelnen Programme verlangsamen sich, deine Konzentration sinkt und damit auch deine Leistungsfähigkeit.

Exkurs: Präfrontaler Kortex – Der Sitz deiner Persönlichkeit

Dieser „Prozessor des Gehirns“, der präfrontale Kortex, liegt stirnseitig im Gehirn im sogenannten Stirn- oder Frontallappen. Wissenschaftler bezeichnen ihn auch als „Supervisory Attentional System“ oder umgangssprachlich den „Regisseur des Gehirns“. Der präfrontale Kortex ist wohl jener Bereich im Gehirn, der den größten Einfluss auf die Persönlichkeit eines Menschen besitzt. Er ist zudem zuständig für bewusstes (Nach-) Denken, Konzentration, Planung, Entscheidung und Zielstrebigkeit.

Lese-Tipp:Zielstrebigkeit: Ziele erreichen per SMART-Formel

Anzeige

Der präfrontale Kortex unterscheidet sich in seiner Funktionsweise allerdings grundlegend von anderen Gehirnarealen: Einerseits kann er „ruhen“, sprich beinahe vollständig deaktiviert werden, wenn er einmal nicht aktiv genutzt wird. Andererseits kann er bei eben dieser aktiven Nutzung auch „überlastet“ werden – wie in unserem Beispiel mit dem Computer erläutert. Diese Überforderung, sei es durch eine zu hohe Arbeitslast, Stress oder Emotionen, kann dann das Denken (beinahe) unmöglich machen. Sowohl die Erinnerung an Informationen im Kurzzeitgedächtnis als auch die aktuelle Informationsverarbeitung sind dann kurzfristig (in Ausnahmesituationen auch langfristig) gestört. Die Folge: Du hast den berühmten „Blackout“. Wie anfällig Menschen für eine solche Überforderung des präfrontalen Kortex sind, ist übrigens individuell unterschiedlich.

Lese-Tipp:You’re special! Erfolg im Job trotz Hochsensibilität

Menschen mit (hoch-) sensibler Informationsverarbeitung neigen in der Regel schneller zum Blackout als ihre Kolleginnen und Kollegen. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn du bist ihm nicht machtlos ausgeliefert.

Laufen hilft gegen „Blackout“ des präfrontalen Kortex

Du kannst deinen präfrontalen Kortex aktiv beruhigen beziehungsweise deaktivieren, dadurch deine Konzentration wiederfinden und bessere Leistungen (im Beruf) erzielen. Nur: wie? Wie bereits erwähnt, sitzt der präfrontale Kortex im sogenannten Frontallappen des Gehirns – und zwar genau neben jenen Arealen, welche für die Motorik zuständig sind.

Anzeige

Wenn du nun also aufstehen und eine Runde spazieren oder joggen gehen, werden die motorischen Bereiche im Gehirn aktiviert. Dies benötigt Energie – welche demnach aus präfrontalen Kortex abgezogen wird. Die Folge: Er wird „deaktiviert“, beruhigt sich also und anschließend kannst du deinen „Prozessor“ wieder vollständig nutzen. Deine Konzentration steigt also wieder und du erbringst bessere Arbeitsleistungen, bist produktiver und weniger fehleranfällig. Ein kurzer Spaziergang, eine Joggingrunde oder Bewegung anderer Art sind also ein Erholungsurlaub für deinen präfrontalen Kortex. Laufen macht im wahrsten Sinne des Wortes „den Kopf frei“.

Fazit: Laufen fördert deine Gesundheit – und Konzentration

Wenn dir im Job also wieder einmal die Arbeit über den Kopf wächst und du Konzentrationsprobleme oder gar einen Blackout hast, lege einen kurzen Spaziergang ein, hole dir einen Kaffee in der Kantine oder mache eine Runde Yoga. Hauptsache, du bewegst dich. So kannst du deinen überforderten präfrontalen Kortex herunterfahren und neu starten. Gleichzeitig tust du nicht nur deiner Konzentration, sondern auch deiner Gesundheit einen Gefallen.

Lese-Tipp:Mehr Erfolg dank Wanderlust – Wie Wandern Ihr Gehirn verändert

Wenn du also fortan regelmäßige Bewegung (wieder) fest in deinen Alltag einbaust – seien es nur wenige Minuten am Tag – wirst du konzentrierter, produktiver, weniger fehleranfällig und dadurch auch erfolgreicher arbeiten. Gleichzeitig förderst du nicht nur deine körperliche Gesundheit, sondern auch jene deines Gehirns. Also: Wie wäre es mit einer Fünfminutenpause und einem kurzen Spaziergang an der frischen Luft?!

Wann und wie bewegst du dich im Joballtag? Welche positiven Auswirkungen von Bewegung auf deine Konzentration kannst du beobachten? Welche weiteren kleinen Kniffe helfen dir im Beruf, wenn dir wieder einmal die Arbeit über den Kopf wächst? Wir freuen uns auf deine Erfahrungsberichte und Tipps in den Kommentaren!

Anzeige

Bildnachweis: Bild von Lars_Nissen auf Pixabay