Das Brainstorming ist die wohl bekannteste Kreativitätstechnik. Bereits in der Schule werden die Kinder immer wieder dazu aufgefordert, eine Problemstellung gemeinsam mit einem Brainstorming zu lösen. Immer häufiger steht die Methode jetzt aber in der öffentlichen Kritik: Sie sei ineffizient und nicht zielführend. Tatsächlich wird das Brainstorming immer öfter falsch eingesetzt und bringt daher zu wenige und nicht zufriedenstellende Ergebnisse. Zu Erinnerung haben wir Ihnen daher die wichtigsten Grundregeln zum Brainstorming zusammengefasst und möchten Ihnen zehn Tipps mit auf den Weg geben, wie das Brainstorming für Sie wieder zur Kreativitätstechnik Nummer eins wird…

1. Wann sollte Brainstorming überhaupt eingesetzt werden?
2. Die vier Grundregeln des Brainstormings
3. 10 Tipps für ein erfolgreiches Braistorming

Wann sollte Brainstorming überhaupt eingesetzt werden?

Das Brainstorming als Kreativitätstechnik findet sich in einer großen Bandbreite unterschiedlicher Branchen. Besonders gängig ist diese Methode zum Beispiel in Werbeagenturen, für die Suche nach neuen Slogans oder einer Idee für einen TV-Spot. Doch auch in der Fertigungsindustrie oder in Startups und KMUs findet das Brainstorming vermehrt Anwendung. Es dient jeder Art der Problemlösung, bei welcher ein Einzelner nicht mehr weiterkommt oder wo die Intelligenz der Masse notwendig wird. Studien konnten nämlich belegen, dass eine Gruppe von Menschen gemeinsam intelligenter ist als ein einzelner Experte. Nehmen Sie einfach einmal den „Publikumsjoker“ bei „Wer wird Millionär“ als Beispiel. Beim Brainstorming geht es also darum, gemeinsam möglichst zielgerichtet Ideen zu sammeln und dadurch ein besseres Ergebnis zu erhalten, als wenn Sie dies allein getan hätten. Nur bei der Beachtung der vier wichtigsten Brainstorming-Grundregeln jedoch, kann dieser Prozess zum Erfolg führen.

Die 4 Grundregeln des Brainstorming

Beim Brainstorming gilt generell:

  • Setzen Sie ein möglichst heterogenes Team zusammen, denn je unterschiedlicher die Persönlichkeiten sind, desto besser wird das Ergebnis sein. Achten Sie daher auf Teilnehmer unterschiedlichen Geschlechts, Alters und aus verschiedenen Fachbereichen.
  • Toleranz steht beim Brainstorming an erster Stelle. Ideen der Teilnehmer werden weder kritisiert noch bewertet. Die Stimmung muss positiv sein, sodass die Brainstormer keine Angst davor haben müssen, auch einmal eine „schlechte Idee“ zu äußern.
  • Klauen Sie die Ideen der anderen, entwickeln Sie diese weiter und spinnen Sie ein wenig herum. Wer weiß, auf welche tolle Lösungen Sie dabei stoßen werden…
  • Suchen Sie sich einen fähigen Moderator, sodass eine entspannte und angenehme Atmosphäre entsteht. Wichtig ist, dass kein Teilnehmer das Kommando übernimmt. Alle Brainstormer müssen sich gleichwertig fühlen!

10 Tipps für ein erfolgreiches Brainstorming

Nach Beachtung all dieser Grundregeln, können Sie nun das Brainstorming starten. Sie haben eine heterogene Gruppe zusammengestellt und einen fähigen Moderator hinzugezogen, dann

1. klären Sie die Teilnehmer über die Grundregeln auf und achten Sie während des gesamten Brainstormings auf deren Einhaltung.

2. definieren Sie Ihre Fragestellung. Je klarer und spezifischer diese ist, desto besser und zielführender werden die konkreten Ergebnisse des Brainstormings sein. Fragen Sie am besten noch einmal nach, ob die Teilnehmer das Problem verstanden haben und lassen Sie sie dieses in eigenen Worten wiederholen. Alle wissen, worum es beim heutigen Brainstorming geht? Dann können Sie jetzt loslegen.

3. beginnen sie mit einer kleinen Aufwärmübung. Bedenken Sie nämlich, dass viele Ihrer Teilnehmer gerade vielleicht aus einem stressigen Meeting kommen, ein anstrengendes Telefonat hinter sich haben oder bereits hungrig auf die Mittagspause warten. Sie müssen daher erst einmal dafür sorgen, dass die Gruppenmitglieder vom Arbeitsalltag abschalten und sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Empfohlen wird dafür ein kleines Warm-Up. Eine Möglichkeit wäre eine themenspezifische Variation des Spieles „Stadt, Land, Fluss“.

4. beseitigen Sie mögliche Hemmschwellen. Vor allem dann, wenn sich die Brainstorming-Teilnehmer gegenseitig nicht oder kaum kennen, sind viele Menschen zu schüchtern, ihre Ideen einfach offen und laut vorzutragen. Lassen Sie diese stattdessen anonym notieren. Anschließend sammeln Sie die Notizen ein und verteilen sie erneut. Jeder Teilnehmer trägt somit die Ideen eines anderen Teilnehmers vor, ohne zu wissen, von dem diese stammen.

5. kombinieren Sie diese Möglichkeit mit einem weiteren Anreiz. Wecken Sie den Sportsgeist der Menschen und profitieren Sie so von mehr Ehrgeiz und Motivation. Teilen Sie die Mitglieder in zwei oder mehr Gruppen auf, je nach Teilnehmerzahl. Sie werden sehen, schon bald sprudeln die Ideen nur so, im Ansporn, „besser“ zu sein als die „Gegner“. Natürlich müssen Sie darauf achten, die Atmosphäre stets locker und sportlich zu halten.

6. setzen Sie die Teilnehmer unter Zeitdruck. Das Vorurteil, Zeitdruck sei der Feind von Kreativität, ist nämlich falsch. Im Gegenteil: Je knapper die Zeit, desto spontaner fließen die Ideen. Und Spontanität ist schließlich das Ziel dieses Brainstormings.

7. denken Sie unkonventionell. Gehen Sie vor allem auf ungewöhnliche und vielleicht radikale Ideen ein. So ermutigen Sie die Teilnehmer nach und nach, auch verrückte Ideen zu äußern, ihr analytisch-logisches Denken einmal loszulassen und stattdessen spontan, offen, humorvoll und kreativ zu arbeiten.

8. müssen Sie oder der Moderator die Leitung übernehmen. Dabei geht es nicht nur darum, dass die Grundregeln eingehalten werden. Sie müssen auch die Ideen, deren Weiterentwicklung und die eingesetzten Methoden steuern. „Dann macht mal“ führt nie zu gewinnbringenden Ergebnissen.

9. muss der Leiter der Gruppe auch darauf achten, genügend Pausen einzulegen. Die Konzentration lässt nämlich auch beim Brainstorming schnell nach. Die wirklich guten Ergebnisse gibt es sowieso meistens erst in der zweiten oder gar dritten Brainstorming-Runde. Legen Sie daher regelmäßige Pausen von zehn bis 15 Minuten ein. Am besten ist es, wenn sich die Teilnehmer in dieser Zeit bewegen. Bieten sie ihnen zum Beispiel in einem anderen Raum etwas zu Essen und Trinken an.

10. sind die Pausen nicht nur während des Brainstormings wichtig, sondern auch danach. Lassen Sie die Teilnehmer deshalb eine Nacht darüber schlafen und teilen Sie das Brainstorming auf zwei Tage auf. Tatsächlich kommt die ein oder andere gute Idee im Schlaf. Geben sie daher jedem Mitarbeiter ein Protokoll des ersten Brainstormings mit. Er soll sich vor dem Schlafengehen noch einmal damit beschäftigen. Sie werden erstaunt sein, welche neuen Ideen am zweiten Tag aus den Teilnehmern heraussprudeln.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Brainstorming gemacht? Haben Sie hilfreiche Tipps und Tricks? Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und Spaß beim Ausprobieren!

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