Die einen hassen es, die anderen lieben es – die Rede ist vom guten alten Wichteln. Was ohnehin eine echte Herausforderung ist, kann im Büro zur scheinbar unlösbaren Aufgabe werden. Wie sollen Sie der neuen Kollegin, mit welcher Sie bislang kaum ein Wort gewechselt haben, ein angemessenes oder lustiges Weihnachtsgeschenk machen, und zwar für gerade einmal fünf, zehn oder 15 Euro? Sie kennen das Problem? Wir haben die Lösung!

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Wichteln: „Oh du vorweihnachtlicher Brauch mit Tücken“

Wenn alljährlich im Büro wieder das Wichteln auf dem Programm steht, gleicht dies einem echten Überraschungspaket: Der Eine wird sich über sein Geschenk freuen, die Zweite gibt sich vielleicht ein wenig pikiert und der Dritte ist einfach froh, wenn der Spuk ein Ende hat. Kaum ein Weihnachtsbrauch ist wohl so umstritten wie das Wichteln. Das liegt unter anderem daran, dass das Wichteln zahlreiche Tücken mit sich bringt – vor allem unter Arbeitskollegen.

„Man irrt, wenn man glaubt, daß Schenken eine leichte Sache sei. Es hat recht viel Schwierigkeiten, wenn man mit Überlegung geben und nicht nach Zufall und Laune verschleudern will.“
(Lucius Annaeus Seneca)

Ob im Büro, Verein oder einer Schulklasse: Der vorweihnachtliche Brauch gehört fast überall dazu, wo sich Menschen in größeren Gruppen zusammenfinden. Der Gedanke hinter dem Wichteln ist simpel: Jeder soll ein Weihnachtsgeschenk erhalten, ohne zugleich für alle Mitglieder der Gruppe Mitbringsel besorgen und dadurch ein kleines Vermögen ausgeben zu müssen. Daher

  1. zieht jeder Teilnehmer per Zufallsauswahl einen Namen,
  2. für diesen Namen besorgt er ein Weihnachtsgeschenk,
  3. dessen Art und Budget von der „Wichtel-Form“ abhängt, wie später erläutert.
  4. Der Austausch kann anschließend entweder anonym oder persönlich stattfinden.

Doch die Geschenkeauswahl kann gerade im Büro sehr schwierig werden. Hygieneprodukte sind hier ebenso ein No-Go wie anstößige Botschaften oder Geschenke weit über dem vereinbarten Budget.

Lese-Tipp:Weihnachtsgeschenke im Büro: 7 wichtige Dos & Don’ts

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Zudem kennen Sie Ihren „Wichtel“ unter Umständen kaum. Wie also sollen Sie passende Geschenke finden? Wir möchten Ihnen bei dieser Frage weiterhelfen, damit Sie den alljährlichen Spaß genießen und ohne Fauxpas überstehen können. Mit den richtigen Ideen kann das Wichteln nämlich auch zum lustigen Miteinander, Anlass für neue Freundschaften oder unvergessliche Anekdoten werden – und damit zu einem echten Plus für die Kollegialität, den Zusammenhalt und die Arbeitsatmosphäre im Büro.

Schrott-, Los- oder Räuberwichteln? Varianten des vorweihnachtlichen Brauchs

An dieser Stelle gibt es für alle „Wichtel-Gegner“ unter Ihnen einen kleinen Trost: Wichteln ist nicht gleich Wichteln. Gewiss ist unter den zahlreichen Varianten auch für Sie die passende dabei, sodass Sie im Büro nicht den Spaßverderber spielen müssen. Wie wäre es zum Beispiel mit…

…Loswichteln?

Das Loswichteln ist sozusagen die „klassische“ Form des Wichtelns. Hierbei wird vorab via Los ein Name gezogen. Diese Person müssen Sie dann beim tatsächlichen Wichteln beschenken. Diese Variante eignet sich besonders gut für Gruppierungen, in welchen sich die Mitglieder zumindest flüchtig kennen und dadurch grob einschätzen können, was dem Beschenkten gefallen könnte – und was eher nicht. Das Loswichteln wird sehr häufig im Büro praktiziert, da es im Gegensatz zu anderen Wichtel-Formen relativ wenig Zeit in Anspruch nimmt.

…Blindwichteln?

Beim Blindwichteln bringt jeder Teilnehmer sein Geschenk mit. Es muss anonym verpackt und in einen großen Sack gegeben werden, sodass hinterher keiner mehr weiß, welches Präsent von wem stammt. Anschließend darf jeder einmal blind (!) in den Sack greifen und sein Wichtelgeschenk „ziehen“. So wird das Wichteln zu einer besonders spannenden Angelegenheit, nicht nur für den Beschenkten, sondern auch für den Schenkenden. Schließlich fragt auch er sich vorab: Wer wird wohl mein Wichtelgeschenk erhalten? Genau dieser Aspekt des Blindwichtelns macht die Geschenkeauswahl aber auch besonders schwierig, da sie geschlechtsneutral sowie unabhängig von Interessen, Hobbys oder Geschmäckern sein muss.

…Gedichtwichteln?

Wer es ein wenig aufwändiger und kreativer bevorzugt, entscheidet sich eventuell für das Gedichtwichteln. Hierbei handelt es sich um eine Sonderform des Loswichtelns. Aber einfach das Geschenk überreichen oder einen Namen auf das Kärtchen schreiben? Das wäre doch zu langweilig! Deshalb verfasst jeder Teilnehmer ein kleines Gedicht, anhand dessen die Person erraten werden kann, welche das Geschenk erhalten soll. Eine lustige Raterunde wird das allemal. Da mit dem Gedichtwichteln allerdings ein hoher kreativer sowie Zeitaufwand einhergeht, eignet es sich im beruflichen Umfeld – wenn überhaupt – eher für kleine Teams, in welchen sich die Mitglieder untereinander sehr gut kennen.

…Mottowichteln?

Etwas Hilfe bei der Geschenkauswahl erhalten Sie stattdessen beim sogenannten Mottowichteln. Wie der Name bereits sagt, wird hier die Art der Geschenke durch ein Motto festgelegt. Wie wäre es im Büro zum Beispiel mit „Schreibtischwichteln“, „Teewichteln“ oder „DIY-Wichteln“?

…Schrottwichteln?

Sehr beliebt ist auch stets das sogenannte Schrottwichteln. Gerade in Gruppierungen, in welchen die Menschen über nicht allzu viel Geld verfügen, also zum Beispiel in einer Schulklasse, ist das Schrottwichteln die optimale Wahl. Doch auch im Büro kann es zum lustigen Gag werden. Bei dieser Wichtel-Form geht es nämlich weniger um Praktikabilität oder Schönheit des Geschenks als um einen Lacher. Hier sucht jeder Teilnehmer einen Gegenstand aus, den er schon lange loswerden wollte und präsentiert ihn seinem „Wichtel-Opfer“ als milde Weihnachtsgabe. Eine alte Fliegenklatsche? Die viel zu kitschige Christbaumkugel? Oder ein kratziger selbstgestrickter Schal? Nur zu! Beim Schrottwichteln können Sie eigentlich kaum etwas falsch machen, solange Sie die Grenze des guten Geschmacks nicht überschreiten.

…Würfelwichteln?

Beim Würfelwichteln handelt es sich ebenfalls um eine anonyme Form des Wichtelns, allerdings können sich die Beschenkten ihr Präsent hierbei frei auswählen – zumindest immer dann, wenn sie eine „Sechs“ würfeln. Die Geschenke werden hierbei in der Mitte des Tischs platziert. So wird das Wichteln zu einer Art Brettspiel und nebenbei können Plätzchen gegessen und Punsch getrunken werden. Wenn Sie also ausreichend Zeit haben, können wir diese Wichtel-Form wärmstens empfehlen. Wie wäre es, wenn Sie sich einfach unter Kollegen für die Stunde nach dem Feierabend verabreden? Dann darf es statt dem Punsch vielleicht sogar auch der Glühwein sein!

…Aufgabenwichteln?

Noch lustiger wird diese nette Runde mit dem Aufgabenwichteln. Hier stellt jeder Wichtel seinem „Opfer“ erst einmal eine Aufgabe – entweder persönlich oder anonym via beigefügter Notiz. Erst, wenn der Beschenkte diese Aufgabe zufriedenstellend löst, darf er sein Geschenk auspacken. Im Büro jedoch, dürfte diese Art des Wichtelns eher weniger sinnvoll sein. Probieren Sie es doch stattdessen einmal unter Freunden oder mit der Familie aus.

…Räuberwichteln?

Als „lustigste“ Art zu Wichteln gilt das sogenannte Räuberwichteln. Hierbei werden die Geschenke ebenfalls anonym verpackt und ungesehen auf einen Tisch in der Mitte des Raumes gelegt. Anschließend beginnt der oder die Jüngste damit, sich eines der Geschenke auszusuchen. Es folgt der oder die Zweitjüngste…und immer so weiter. Das Spannende an dieser Variante ist, dass sich jeder aussuchen kann, ob er ebenfalls eines der Geschenke vom Tisch wählt oder stattdessen eines seiner Vorgänger „stiehlt“. War jeder einmal an der Reihe, beginnt wieder der oder die Jüngste ohne Geschenk. Das geht eben so lange, bis alle Geschenke vom Tisch genommen wurden. Leider birgt dieses Räuberwichteln nicht nur Spaß-, sondern auch Streitpotenzial. Es ist daher für das Büro kaum geeignet. Das Wichtel-Ereignis soll die Atmosphäre im Team schließlich verbessern und nicht auf die Probe stellen.

Setzen Sie unbedingt feste Regeln – damit das Wichteln nicht zum Reinfall wird

Damit das Wichteln eben nicht in Streit oder Kränkung endet, ist es unerlässlich, dass vorab klare Spielregeln festgelegt werden:

  • Legen Sie die Wichtelvariante fest und stellen Sie sicher, dass jeder Teilnehmer den Ablauf verstanden hat.
  • Halten Sie Ihr Geschenk unbedingt geheim und wahren Sie die Anonymität. Ansonsten geht beim Wichteln schnell der Spaß verloren.
  • Schenken Sie nichts Gemeines, Anstößiges, Hässliches oder versteckte Botschaften (Kaktus, rote Rosen, Deo o.ä.).
  • Gebrauchtes ist beim Wichteln ebenfalls absolut tabu!
  • Wählen Sie stattdessen lieber Selbstgemachtes, Praktikables oder Leckeres aus der eigenen Küche (Plätzchen, Marmelade o.ä.).
  • Nach dem Wichteln dürfen Sie Ihr Geschenk niemals (sichtbar) gegen das eines Kollegen tauschen oder gar in die Mülltonne werfen. Sollte es Ihnen nicht gefallen, machen Sie gute Miene zum bösen Spiel und entsorgen Sie es ungesehen in Ihren eigenen vier Wänden.
  • Einigen Sie sich auf ein Budget. Wir empfehlen nicht mehr als zehn bis 20 Euro. Laut einer auf Statista veröffentlichten Umfrage geben 70,1 Prozent der Befragten nämlich überhaupt nichts für die Weihnachtsgeschenke unter Kollegen aus (z.B. Schrottwichteln). 15,2 Prozent sind immerhin bereit, für ihre Teammitglieder bis zu zehn Euro auszugeben. 8,1 Prozent finden auch bis zu 30 Euro noch in Ordnung. Halten Sie diese finanzielle Grenze unbedingt ein! Das Budget stark zu über- oder unterschreiten gilt als echter Fauxpas.
    Infografik: Wen die Deutschen Weihnachten am teuersten beschenken | Statista
    Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Ratlos beim Büro-Wichteln? Unsere lustigen, schönen und praktikablen Geschenkideen
Sie wissen immer noch nicht so recht, welches Präsent Sie für das vorweihnachtliche Wichteln im Büro wählen sollen? Dann haben wir jetzt fünf lustige, schöne und nützliche Geschenkideen als Inspiration für Sie zusammengetragen:

  1. Selbstgemachtes, wie Plätzchen, Marmelade oder auch selbstgestrickte Wollsocken mit einem lustigen Muster.
  2. Gadgets für den Schreibtisch, wie einen USB-Stick, einen Stiftehalter oder auch eine lustige Karte.
  3. Gutscheine für einen Kinobesuch, den Theatereintritt oder ein Thermalbad.
  4. Köstlicher Tee, hochwertiges Olivenöl oder ein edler Balsamico-Essig.
  5. Spannende, lustige oder romantische Bücher – je nach Geschmack des „Wichtel-Opfers“.

Ob Sie es lieben oder hassen: So wird das Wichteln zum Erfolg

Egal, ob Sie schlussendlich Initiator des alljährlichen „Wichtel-Spuks“ sind oder sich missmutig der Mehrheit fügen: Mit unseren Tipps tappen Sie gewiss in kein Fettnäpfchen mehr und lassen Ihr Geschenk stattdessen zum echten Erfolg werden. Um sich unter Kollegen ein wenig besser kennenzulernen und am letzten Arbeitstag vor dem Weihnachtsurlaub noch einmal kurz den Teamzusammenhalt zu stärken, ist das Wichteln allemal geeignet! Und wenn Ihnen die Organisation zu kompliziert ist, finden Sie im Internet mittlerweile auch zahlreiche praktische Helferlein, wie den „Wichtel-O-Mat“.

Also, was denken Sie? Wichteln – Weihnachtsfreude oder alljährliches Leid? Wir freuen uns auf Ihre Meinungen, Geschenkideen und Wichtel-Tipps in den Kommentaren!


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