Zufriedene Mitarbeiter sind gesünder und produktiver – so viel ist klar. Doch es müssen nicht immer die großen Veränderungen sein, wie flexiblere Arbeitszeiten, ein besseres Gehalt oder freundlichere Kollegen, damit du dich im Job wohlfühlst. Manchmal liegt der Unterschied im Detail. Wir verraten dir heute, wie du deinen Arbeitsplatz schöner gestaltest und dadurch seinen Wohlfühlfaktor erhöhen kannst – egal, ob im Büro oder dem Homeoffice.

„Clean Desk“ vs. „Creative Chaos“ – Welche Mitarbeiter sind produktiver?

Was den Umgang mit Ordnung am Arbeitsplatz angeht, verfolgen Unternehmen denkbar unterschiedliche Ansätze. Die einen haben eine strikte „Clean-Desk-Policy“. Kaum ein Staubkorn darf hier nach Feierabend noch auf der Tischplatte zu finden sein. Ganz zu schweigen von Arbeitsmaterialien oder gar persönlichen Gegenständen. Der „Clean Desk“ verhindere Ablenkung, spare Kosten und Platz, so die Überzeugung der Anwender. Wenn der Schreibtisch am Abend leer verlassen wird, kann er am nächsten Arbeitstag von jedem anderen beliebigen Mitarbeiter genutzt werden. Es sind ohnehin nie „alle im Haus“. Klingt sinnvoll – ist es aber nicht.

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Eine Studie an der Universität Groningen kam nämlich zu der Erkenntnis, dass ein chaotischer Arbeitsplatz die Mitarbeiter kreativer, innovativer und produktiver macht. Wieso? Weil sie sich mehr konzentrieren müssen, um in dem Chaos klar denken zu können. Dadurch sind sie fokussierter, organisierter und effizienter. Die Antwort ist daher eindeutig: Bei der „Creative-Chaos-Policy“ sind Mitarbeiter produktiver.

Das Büro als Komfortzone: Produktiver ist auch, wer sich wohlfühlt

Doch nicht nur die Ordnung beziehungsweise Unordnung am Arbeitsplatz entscheidet über die Produktivität der Mitarbeiter. Mitarbeiter, welche sich im Büro psychisch und physisch wohlfühlen, arbeiten produktiver. Der Wohlfühlfaktor am Arbeitsplatz hat also direkten Einfluss auf die körperliche, emotionale sowie kognitive Leistungsfähigkeit des Angestellten.

Lese-Tipp:Ergonomie am Arbeitsplatz: Die wichtigsten Facts & Tipps

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Doch ebenso wichtig für den Wohlfühlfaktor im Büro sind eben auch die kleinen Details. Wir haben deshalb jetzt zweimal zehn Tipps für dich, wie du deinen Arbeitsplatz beziehungsweise dein Homeoffice schöner gestalten kannst – für mehr Produktivität und schlichtweg mehr Zufriedenheit im Job.

10 Tipps für einen schöneren Arbeitsplatz im Büro

  • Sichtschutz: Gerade in Großraumbüros fühlen sich viele Mitarbeiter ständig beobachtet – vom Chef, den Arbeitskollegen oder sogar völlig Fremden. Das führt zu dauerhafter Anspannung und dadurch unterschwelligem Stress. Abhilfe kann da ein Sichtschutz schaffen. Kreiere dir einen persönlichen Rückzugsort. Dies können Trennwände sein, Pflanzen oder auch ein Paravent.
  • Pflanzen: Auch, wenn du die Pflanzen nicht als Sichtschutz verwendest, sollten sie an deinem Arbeitsplatz nicht fehlen. Ihr Grün wirkt beruhigend, sie produzieren frischen Sauerstoff und sehen auch schlichtweg schön aus. Besonders gut geeignet für das Büro – da pflegeleicht – sind zum Beispiel: Drachenbaum Gummibaum, Yucca-Palme, Ficus.

    Schreibtisch mit Laptop und Pflanze
    Bild von Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay

Und wer noch einen draufsetzen möchte, bringt sich zudem frische saisonale Blumen mit und platziert sie in einer hübschen Vase direkt neben dem PC-Bildschirm.

Lese-Tipp: „Umweltschutz: Step by Step zum „grünen“ Büro“

  • Fotos: Wenn du deine Liebsten schon für sechs, acht oder auch zehn Stunden pro Tag, welche du bei der Arbeit verbringst, nicht sehen kannst, so ist es doch schön, wenn du zumindest Bilder von ihnen auf deinem Schreibtisch aufstellst oder an die Trennwände, den Sichtschutz & Co hängst. Doch Vorsicht: deine „Party-Bilder“ vom letzten Junggesellenabschied oder dein Urlaubsbild im Bikini haben am Arbeitsplatz nichts verloren.
  • Motivationshilfen: Wir alle kennen diese Tage, an welchen die Arbeit gefühlt besonders langsam vorangeht oder schwerfällt. Gut, wenn du dann einen kleinen Extra-Motivationsschub parat hast.

Gibt es Sprüche, Bilder oder sonstige Gadgets, welche dich besonders motivieren? Zum Beispiel die Postkarte von den Malediven, wo du deinen nächsten Urlaub verbringen möchtest. Da fallen die Überstunden für das zusätzliche Taschengeld doch gleich ein wenig leichter.

  • Snacks: Manchmal ruft der Heißhunger, du brauchst ein wenig Zucker für deine Nerven oder hattest einfach keine Zeit für eine richtige Mittagspause. Gut, wenn du dann über eine „geheime“ Snack-Schublade verfügst. Hand aufs Herz: Wer nascht nicht gerne zwischendurch ein Stück Schokolade, etwas Gummibärchen oder auch – als gesündere Variante – ein wenig frisches Gemüse?
  • Tee: Da dein Körper aber natürlich nicht nur Essen, sondern vor allem viel Flüssigkeit benötigt, nehme doch ab sofort deinen Lieblingstee mit zur Arbeit. Gerade im Winter geht nichts über ein wohlriechendes Heißgetränk und gesünder als Säfte oder Soft Drinks ist der Tee allemal!

    Teekanne auf dem Arbeitsplatz
    Bild von webvilla auf Pixabay
  • Labello: Apropos Winter – kennst du das auch: Von der Heizungsluft bekommst du ganz trockene Lippen? Oder nach einem langen Kundengespräch fühlt sich dein Mund komplett ausgetrocknet an? Was dann hilft, sind ein Glas Wasser und etwas Lippenpflege. Aber Achtung: Suchtgefahr!
Lippen werden gepflegt
Bild von silviarita auf Pixabay
  • Kopfhörer: Hörst du gerne Musik bei der Arbeit? Für 90 Prozent der Deutschen bedeutet Musikhören pure Entspannung.

Zudem kann sie dir dabei helfen, sich gegenüber dem Lärmpegel im Büro abzuschotten und sich ablenkungsfrei auf deine eigentliche Tätigkeit zu konzentrieren. Doch natürlich kannst du nicht einfach ein Radio mit zur Arbeit bringen und den gesamten Raum beschallen. Die Lösung lautet also: Kopfhörer!

  • Fußstütze: Trotz ergonomischem Arbeitsplatz leiden viele Menschen nach einem langen Arbeitsplatz am Schreibtisch unter Rückenschmerzen, vor allem im Lendenwirbelbereich und unteren Rücken. Für Entlastung kann da eine ergonomische Fußstütze sorgen.
  • Sitzkissen: Empfehlenswert ist zudem ein rückenschonendes Sitzkissen oder auch Steißbeinkissen. Das entlastet Ihre Wirbelsäule und trainiert zugleich die Rückenmuskulatur. Die Sitzkissen gibt es von verschiedenen Marken und in den unterschiedlichsten Preisklassen – je nach individuellem Bedarf.

10 Tipps für ein produktiveres Zuhause: So wird dein Homeoffice „heimelig“

Was, wenn du manchmal oder sogar immer im Homeoffice arbeitest? Schließlich wird dieses Arbeitsmodell in Zukunft mehr und mehr an Bedeutung gewinnen.

Lese-Tipp:Out-of-Office: So sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus

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Das Homeoffice bringt viele Vorteile mit sich, unter anderem, dass du deinen Arbeitsplatz frei gestalten kannst – wonach auch immer dir der Sinn steht. 10 kreative Ideen haben wir jedenfalls jetzt für dich parat:

  • Tierische Gesellschaft:  Wie wäre es, wenn du deinem tierischen Freund neben deinem Schreibtisch einen gemütlichen Platz einrichtest mit Korb, Decke oder etwas Spielzeug? Viele Menschen haben ihre Haustiere schließlich gerne in der Nähe und Studien fanden sogar heraus, dass Hunde als aktive Burnout-Prävention dienen. Wieso? Weil sie die Ausschüttung des Bindungshormons Oxytocin anregen, das wiederum entspannend wirkt und positive Effekte auf deine psychische und physische Gesundheit hat.

Lese-Tipp:Einfach tierisch: Hunde als Burnout-Prävention im Büro

  • Schöne Aussichten: Suche dir bestenfalls ein helles Zimmer mit großen Fenstern oder sogar Zugang zum Balkon beziehungsweise einer Terrasse aus. Wenn du eine schöne Aussicht auf deinen Garten hast oder an warmen Tagen sogar draußen sitzen kannst, macht die Arbeit doch gleich viel mehr Spaß!
Aussicht aus dem Bürofenster
Bild von marikuke auf Pixabay
  • Warme Füße: Doch auch in den kalten Jahreszeiten kannst du es dir im Homeoffice besonders bequem machen. Wie wäre es zum Beispiel anstelle der (Haus-) Schuhe mit deinen gemütlichsten Wollsocken? Du kannst deine kalten Füße zudem auf eine Wärmflasche stellen oder noch besser einfach zwischendurch in ein warmes Fußbad tauchen. Schon fünf Minuten werden ausreichen, um dir frische Energie (und Wärme) zu schenken.
  • Radio: Da du im Homeoffice vermutlich alleine bist und endlich mal keine Rücksicht auf deine Kolleginnen und Kollegen nehmen musst, kannst du deine Lieblingsmusik hier so laut hören wie du möchtest. Kaufe dir ein kleines Radio für den Schreibtisch oder auch eine Musikanlage mit professionellen Lautsprechern – ganz nach individuellem Geschmack.
  • Büromaterialien: Du stehst auf pinke Kugelschreiber mit „Puschel“ oder Hefter in Neonfarben? Im Homeoffice kannst du dich was Büromaterialien angeht so richtig austoben. Auf Professionalität, Ordnung oder eine „Clean Desk Policy“ musst du hier nicht achten.
  • Yogamatte: Trotz ergonomischem Arbeitsplatz ist es für deine Gesundheit nicht unbedingt förderlich, wenn du mehrere Stunden pro Tag am Schreibtisch sitzt. Lege daher regelmäßig kurze Pausen ein. Wie wäre es zwischendurch mit ein wenig Yoga? Das ist eine echte Wohltat für Körper und Geist und du kannst die Yogamatte anschließend ganz einfach wieder unter, neben oder hinter dem Schreibtisch verstauen.
Frau macht in der Wohnung Yoga
Bild von StockSnap auf Pixabay
  • Höhenverstellbarer Schreibtisch: Apropos ergonomischer Arbeitsplatz: Auch, wenn ein höhenverstellbarer Schreibtisch alles andere als ein Schnäppchen ist, so ist er dennoch eine Investition, die sich lohnt. So kannst du zwischen Sitzen und Stehen wechseln und deine Schreibtischhöhe optimal an deine Bedürfnisse anpassen. 

Lese-Tipp:Ergonomie im Büro: Wie sich Arbeiten im Stehen auf die Gesundheit auswirkt

  • Sofa: Zugegeben, auf dem Sofa zu arbeiten, wird gemeinhin nicht empfohlen. Doch so ein gemütliches Sofa im Homeoffice hat dennoch seinen Charme. Zumindest in den Pausen kannst du darauf dann kurz entspannen, ein spannendes Buch lesen, etwas fernsehen oder einen schnellen Power-Nap einlegen.

Lese-Tipp:Power-Nap: Tipps für den gesunden Mittagsschlaf im Büro

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Und wenn dir der Sinn danach steht, kommt der Laptop eben doch einmal mit auf das kuschelige Sofa – merkt ja niemand!

  • Wandanstrich: Weiße Wände? Das klingt doch langweilig! Tobe dich in deinem Homeoffice so richtig aus und streiche die Wände in deiner Lieblingsfarbe.

Wie wäre es mit Orange zur Stimmungsaufhellung? Blau für mehr Kreativität? Grün als Entspannung? Rot gegen Depressionen? Gelb zur Stimmungsaufhellung? Violett zur besseren Konzentration?

  • Tageslichtlampe: Ein weiteres sinnvolles Gadget für deinen Schreibtisch im Homeoffice ist eine sogenannte Tageslichtlampe. Im Winter kann diese einer Depression vorbeugen und auch im Sommer wirkt sie Müdigkeit entgegen und erleichtert so die Konzentration. Die richtige Beleuchtung am Arbeitsplatz ist ohnehin das A und O für seinen Wohlfühlfaktor.

Aber wie immer im Leben, bringt natürlich auch das Homeoffice nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile mit sich. Wie es dennoch garantiert klappt mit der Arbeit im eigenen Zuhause, erfährst du deshalb in unserem Artikel:

Lese-Tipp: „Home Office: So klappt es mit der Heimarbeit“

Welche weiteren Ideen hast du für einen größeren Wohlfühlfaktor am Arbeitsplatz – sei es im Büro oder im Homeoffice? Welche kleinen Gadgets dürfen an deinem Schreibtisch keineswegs fehlen? Oder welche Verrücktheiten hast du vielleicht schon einmal bei Kolleginnen oder Kollegen entdeckt?

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