Sind Sie eine Lerche oder eine Eule? Genauer gesagt eher Frühaufsteher oder Langschläfer? Für Letztere gibt es in der Regel nichts Schöneres, als sich am Morgen noch einmal in den kuscheligen Kissen umzudrehen, nachdem eigentlich bereits der Wecker geklingelt hat. Ein Morgen ohne Wecker klingt sogar nach dem absoluten Paradies. Doch das Ausschlafen hat einen großen Haken: Es verstärkt den Stress während dem (Arbeits-) Tag. Aber ist es als Eule überhaupt möglich, sich selbst zur Lerche „umzufunktionieren“? Und wenn ja, müssen Sie das überhaupt, um im Beruf erfolgreicher zu werden?

Anzeige
Erfolgreicher Geschäftsmann ist früh aufgestanden und startet motiviert in den Tag
Bildnachweis: iStock.com/eclipse_images

Inhalt
1. Was hat das mit den Eulen und Lerchen auf sich?
2. Der große Nachteil aller Spätaufsteher
3. „Eulen“ gehen gestresster durch ihr Leben
4. Wer erfolgreich sein möchte, muss also um 5 Uhr in der Früh aufstehen?

Was hat das mit den Eulen und Lerchen auf sich?

Mit den Begriffen der „Eule“ und „Lerche“ werden zwei unterschiedliche Schlaftypen bezeichnet:

  • Eulen sind nachtaktive Tiere. Sie jagen in der Regel in der Nacht und schlafen am Tag. Bei dem Schlaftyp „Eule“ ist das zwar nicht ganz so extrem, doch werden damit Menschen bezeichnet, die in den frühen Abendstunden am fittesten und produktivsten sind, erst spät nach Mitternacht ins Bett gehen und am liebsten bis neun, zehn oder auch elf Uhr ausschlafen.
  • Der melodiöse Gesang der Lerchen ist es hingegen, welcher Sie als Erster in den frühen Morgenstunden weckt. Menschen mit diesem Schlafrhythmus kommen also problemlos morgens um sieben, sechs oder sogar fünf Uhr aus den Federn. Sie fühlen sich fit, sind energiegeladen und produktiv. Dafür werden sie natürlich auch am Abend früher müde und schlummern häufig schon zur Primetime auf dem Sofa ein oder gehen pünktlich um 22 Uhr ins Bett.

Natürlich passt sich der Körper zu großen Teilen Ihrer Gewohnheit an. Müssen Sie als Eule jeden Morgen um 6.30 Uhr aufstehen und zur Arbeit fahren, werden Sie auch am Wochenende irgendwann zumindest kurz um diese Uhrzeit aufwachen – und sich dann wahrscheinlich umdrehen und weiterschlafen. Es ist nicht so, als könnten Eulen nicht früh aufstehen. Stattdessen fühlen sie sich einfach müder. Sie brauchen länger, um sich konzentrieren zu können, und ohne ersten Kaffee geht im Büro meist überhaupt nichts voran. Sie strotzen stattdessen am Abend vor Energie, wenn sie eigentlich ins Bett gehen müssten und wenn die Lerche längst ihren Träumen nachhängt. So ganz aushebeln lässt sich die Gewohnheit also nicht. Woran das liegt, haben wir Ihnen in folgendem Artikel bereits erläutert:

Lese-Tipp: „Morgenmuffel? Mit diesen 10 Tipps fällt das Aufstehen am Morgen leichter

Der Schlaf-Wach-Rhythmus ist also nur in einem gewissen Maß eine Frage der Gewohnheit. Stattdessen ist er (auch) genetisch bedingt.

Der große Nachteil aller Spätaufsteher

Genau genommen ist der Tag für Eulen und Lerchen natürlich gleich lang. Sie schlafen schließlich nicht mehr oder weniger, sondern nur zu unterschiedlichen Zeiten. In der Praxis ist der Tag für Frühaufsteher dennoch gefühlt länger. Wieso? Weil unsere Geschäftswelt auf Lerchen ausgerichtet ist. Wer früh aufsteht, ist früher im Büro. Nach sieben, acht oder neun Stunden Arbeit machen Sie früher Feierabend und gehen eventuell noch Hobbys nach oder treffen sich mit Freunden in einem Restaurant. Anschließend sehen Sie eine Stunde fern und gehen ins Bett.

Infografik: Fernsehen schlägt Internet - doch wie lange noch? | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Anzeige

Ein Spätaufsteher tanzt hingegen erst später bei der Arbeit an und muss dementsprechend länger bleiben. Wenn er nach Feierabend aus dem Büro kommt, ist der Yoga-Kurs mit hoher Wahrscheinlichkeit schon vorbei, die Kinder sind schon auf dem Weg ins Bett oder die Freunde, welche am nächsten Tag in der Früh von dem Wecker aus den Federn gerissen werden, möchten lieber schlafen gehen, als noch in einer Bar abzuhängen. Der Weg führt deshalb meist direkt vor den Fernseher und hier dann gerne zwei, drei oder sogar fünf Stunden. Natürlich ist jeder Tagesablauf individuell, doch unsere Gesellschaft richtet sich alles in allem eher an Lerchen aus als an Eulen.

„Eulen“ gehen gestresster durch ihr Leben

Dadurch haben Spätaufsteher häufig den gesamten Tag das dumpfe Gefühl, sie würden ihrer Arbeit, den unerledigten Aufgaben und Terminen „hinterherrennen“. Dies sorgt für ständigen unterschwelligen Stress und in vielen Fällen zu dem Wunsch, eben doch früher aus den Federn zu kommen. Nur ist das eben aufgrund der genetischen Veranlagung und Gewohnheit leichter gesagt als getan. Gründe für den Wandel von der Eule zur Lerche gibt es jedenfalls viele:

  • Mehr Zeit vor der Arbeit für eine Morgenroutine. Sie kommen also fitter, entspannter oder mit dem guten Gewissen, Ihre tägliche Joggingrunde bereits hinter sich zu haben, an den Arbeitsplatz.
  • Weniger Druck von außen, weil Sie zeitlich „gegen den Strom schwimmen“.
  • Genuss der „Ruhe vor dem Sturm“ am Morgen, zum Beispiel bevor die Kinder aufwachen, der Pendlerstau die Straßen verstopft oder der Hund Gassi gehen möchte.
  • Und und und …

Liebe Eulen, probieren Sie es aus – nur einen Tag – und Sie werden sehen, dass Sie am Abend viel mehr erledigt haben. Sie haben vielleicht nicht nur all Ihre Arbeit geschafft, sondern auch noch Sport getrieben und zwei Punkte Ihrer privaten To-Do-Liste abgehakt. Sie haben mit den Kindern gespielt, mit dem Partner ein intensives Gespräch geführt und waren mal wieder mit dem Hund auf der Spielwiese. Herzlich Willkommen in der Welt der Lerchen. Wieso? Ganz einfach: Weil Sie all das als Eule zwar auch machen könnten, doch nach 22 Uhr ist es auf der Spielwiese eher gruselig als lustig, ab 21 Uhr ist der Partner vielleicht zu müde für ein Schwätzchen und die letzten Kurse im Fitnessstudio sind lange vor Mitternacht vorbei. Auf dem Papier haben Eulen und Lerchen also zwar gleich viel Zeit, in der Praxis haben Frühaufsteher aber einen riesigen Vorteil.

Wer erfolgreich sein möchte, muss also um 5 Uhr in der Früh aufstehen?

Wenn Sie regelmäßig in themenrelevanten Medien stöbern, werden Sie gewiss das Gefühl nicht los, alle erfolgreichen Menschen der Welt stünden vor dem Morgengrauen auf. Immer wieder sind in Magazinen, Blogs & Co Geschichten zu lesen, dass dieser CEO bereits um vier Uhr in der Früh in den Tag starte und jener CEO um fünf Uhr zum Joggen gehe. Täuscht der Eindruck? Vielleicht. Vermutlich gibt es auch unter den erfolgreichsten Menschen der Welt den ein oder anderen Langschläfer. Doch Fakt ist: Wer so erfolgreich ist, schläft häufig allgemein nicht viel. Dass das nicht gesund ist, ist ein anderes Thema. Zudem greift aber auch der beschriebene Mechanismus, dass Lerchen auf den zweiten Blick „mehr Zeit“ haben – zumindest mehr produktive Zeit.

Lese-Tipp: „So klappt’s: In 66 Tagen vom Neujahrsvorsatz zur Routine

Wenn Sie die große Karriere anstreben, oder einfach weniger gestresst durch Ihr (Berufs-) Leben schreiten möchten, sollten Sie also vielleicht tatsächlich über eine Änderung Ihrer Gewohnheiten nachdenken. Es mag nämlich schwierig sein, keinesfalls aber unmöglich. Gerade einmal 66 Tage werden Sie brauchen, um Ihr Gehirn sowie Ihren Körper an den neuen Schlaf-Wach-Rhythmus zu gewöhnen – und schon springen Sie am Morgen quasi wie von selbst vor dem Sonnenaufgang aus dem Bett. Zugegeben, das mag ein wenig zu optimistisch sein. Eine gewisse morgendliche Müdigkeit werden Eulen wohl nie loswerden. Doch der Vorteil, den Sie fortan als Frühaufsteher gegenüber den Langschläfern haben, und das gute Gewissen, Ihre Arbeit problemlos zu erledigen, anstatt ihr hektisch „nachzurennen“, werden diese Müdigkeit wieder wettmachen. Und wenn alles nichts hilft, gewöhnen Sie sich eben eine Tasse starken Kaffee am Morgen oder einen Power-Nap in der Mittagspause an!

Lese-Tipp: „Power-Nap: Tipps für den gesunden Mittagsschlaf im Büro

Können Sie diesen Vor- beziehungsweise Nachteil aus eigener Erfahrung bestätigen? Welche Tricks helfen Ihnen als Langschläfer beim Wechsel von der Eule zur Lerche? Inwiefern hängt Ihrer Meinung nach Erfolg im Beruf mit dem frühen Aufstehen zusammen? Vielen Dank für Ihre Kommentare!