Der Stundenlohn in Deutschland variiert je nach Region, Branche und Bildungsstand. So viel Geld erhalten Arbeitnehmer im Durchschnitt von ihren Arbeitgebern.

Aktuelle Statistiken zum Durchschnittslohn in Deutschland

Laut dem Statistischen Bundesamt lag der durchschnittliche Stundenlohn von Vollzeitbeschäftigten in Deutschland im April 2022 bei 24,77 Euro Brutto, was einem monatlichen Bruttogehalt von 4.105 Euro entspricht. Teilzeitbeschäftigte verdienten durchschnittlich 20,42 Euro pro Stunde, was sich bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 24 Stunden in einem Bruttomonatsverdienst von 2.147 Euro widerspiegelt.

Einkommensunterschiede variieren stark nach Bildungsabschluss

Der Bildungsabschluss hat nicht nur einen großen Einfluss auf die Karrierelaufbahn, sondern auch auf das Einkommen. Zum Beispiel:

  • Vollzeitbeschäftigte mit Berufsausbildung: durchschnittlich 3.521 Euro Brutto pro Monat.
  • Ohne abgeschlossene Ausbildung: durchschnittlich 2.817 Euro Brutto pro Monat.
  • Mit Meister-, Techniker- oder Fachschulabschluss: durchschnittlich 4.826 Euro Brutto pro Monat.
  • Mit Bachelorabschluss: durchschnittlich 4.551 Euro Brutto pro Monat.
  • Mit Masterabschluss: durchschnittlich 6.188 Euro Brutto pro Monat.

Regionale und Branchenunterschiede prägen die Gehälter

Die Gehälter in Deutschland variieren zudem je nach Region und Branche. Einige Berufsfelder liegen über dem durchschnittlichen Stundenlohn, während andere deutlich darunter liegen. Zum Beispiel:

  • Floristik: 13,09 Euro pro Stunde
  • Landwirtschaft: 14,92 Euro pro Stunde
  • Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufe: 15,93 Euro pro Stunde
  • Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe: 24,51 Euro pro Stunde
  • Berufe in Recht und Verwaltung: 25,67 Euro pro Stunde
  • Immobilienwirtschaft und Facilitymanagement: 26,40 Euro pro Stunde
  • Mathematik-, Biologie-, Chemie- und Physikberufe: 27,41 Euro pro Stunde
  • Bauplanung, Architektur, Vermessungsberuf: 28,02 Euro pro Stunde
  • Informatik- und andere IKT-Berufe: 33,05 Euro pro Stunde

Wie wird der individuelle Stundenlohn berechnet?

Um den individuellen Stundenlohn zu berechnen, kann man den Bruttomonatslohn mit drei multiplizieren, die Summe durch 13 teilen und das Ergebnis durch die Anzahl der wöchentlichen Arbeitsstunden dividieren. Diese Formel berücksichtigt keine Überstunden.

Jeder zweite Deutsche erwägt wegen dem Gehalt seinen Job zu wechseln

Eine Langzeitstudie von onlyfy by XING zeigt, dass 37 Prozent der Befragten in Deutschland offen für einen Jobwechsel sind, wobei 47 Prozent der Wechselbereiten ein zu niedriges Gehalt als Grund angeben. Männer sind hierbei deutlich unzufriedener mit ihrer finanziellen Situation. Die Ansicht vieler Wechselwilliger ist, dass der akute Fachkräftemangel zu deutlich höheren Gehältern bei einem Wechsel des Arbeitgebers führt.

Gehaltsrechner dient als Orientierungshilfe

Das Statistische Bundesamt bietet einen Gehaltsrechner an, der sich an dem geschätzten Durchschnitteinkommen Vollzeitbeschäftigter anlehnt und eine Orientierung für den eigenen Verdienst bieten kann.

Fragen und Antworten zum Thema „Stundenlohn“ kurz und knapp erklärt

  1. Wie hat sich der durchschnittliche Jahresarbeitslohn in Deutschland seit 1960 entwickelt? Der durchschnittliche Jahresarbeitslohn in Deutschland hat sich seit 1960 kontinuierlich erhöht, reflektierend sowohl die wirtschaftliche Entwicklung als auch Inflation und Arbeitsmarktveränderungen. 1960 lag er bei sage und schreibe 3 DM Brutto.
  2. Welche Rolle spielt der Bildungsabschluss für den Stundenlohn in Deutschland? Der Bildungsabschluss ist ein wesentlicher Faktor für die Höhe des Stundenlohns. Höhere Abschlüsse führen in der Regel auch zu höheren Einkommen. Bildung zahlt sich also aus.
  3. Wie kann ich herausfinden, ob mein Gehalt branchenüblich ist? Der Neben dem Gehaltsrechner des Statistischen Bundesamts können auch Gespräche mit Kollegen, Freunden und Bekannten im gleichen Tätigkeitumfeld Aufschluss darüber geben, ob der eigene Lohn für die geleistet Arbeit üblich und angemessen ist. Mittlerweile hat in fortschrittlichen Unternehmen auch eine gewissen Lohntransparenz Einzug gehalten.

Quellen: Statistisches Bundesamt, Merkur, Statista

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