„Ho ho ho“ – bald steht wieder der Weihnachtsmann vor der Tür und hat für den ein oder anderen Arbeitnehmer eventuell eine ganz besondere Überraschung im Gepäck: das Weihnachtsgeld! Aber bekommen eigentlich nur die besonders „braven“ Mitarbeiter Weihnachtsgeld? Haben Sie einen rechtlichen Anspruch darauf und ist es bei allen Angestellten gleich hoch? Hier kommen die Antworten zu all Ihren Fragen!

Inhalt
1. Über 50 Prozent der deutschen Arbeitnehmer erhalten Weihnachtsgeld
2. Weihnachtsgeld – was ist das überhaupt?
3. Exkurs: Sind Weihnachtsgeld und 13. Monatsgehalt dasselbe?
4. Wann wird Weihnachtsgeld ausgezahlt?
5. Wo ist das Weihnachtsgeld geregelt?
6. Checkliste: So prüfen Sie Ihren Anspruch auf Weihnachtsgeld in fünf Schritten
7. Sonderfall 1: Erhalten Sie Weihnachtsgeld trotz Mutterschutz?
8. Sonderfall 2: Wie sieht es mit dem Weihnachtsgeld in der Elternzeit aus?
9. Sonderfall 3: Wer bekommt Weihnachtsgeld im Öffentlichen Dienst?
10. Sonderfall 4: Weihnachtsgeld trotz Kündigung – ja oder nein?
11. Kündigung: Wann müssen Sie Weihnachtsgeld zurückzahlen?
12. Wer zahlt wie viel? Die Höhe des Weihnachtsgeldes
13. Wie müssen Sie das Weihnachtsgeld versteuern?
14. Fazit: Weihnachtsgeld – Eine schöne Bescherung in zweierlei Hinsicht

Über 50 Prozent der deutschen Arbeitnehmer erhalten Weihnachtsgeld

Etwa 57 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen, welche in Deutschland einer abhängigen Beschäftigung nachgehen, erhalten Weihnachtsgeld. Bei Gewerkschaftsmitgliedern sind es sogar 62 und bei Angestellten mit Tarifvertrag über 70 Prozent.

Infografik: Tarifvertrag begünstigt Weihnachtsgeld | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Miriam Eckert hat auf Impulse einmal die Weihnachtswünsche deutscher Arbeitnehmer genauer unter die Lupe genommen und ist auch hier auf das Weihnachtsgeld gestoßen: Dieses steht nämlich mit 64 Prozent an der Spitze der Wunschliste der Deutschen in einem Arbeitsverhältnis. Auf dem zweiten Platz folgt mit 40 Prozent der Urlaub zwischen Weihnachten und Neujahr und 26 Prozent der Befragten wünschen sich gar eine kleine Überraschung direkt vom Chef. Damit wenigstens Ihr erster Wunsch – die Sonderzahlung – dieses Jahr für Sie in Erfüllung geht, haben wir für Sie alle wichtigen Fragen und Antworten in Kürze zusammengefasst:

Weihnachtsgeld – was ist das überhaupt?

Bei dem Weihnachtsgeld handelt es sich um eine freiwillige Sonderleistung des Arbeitgebers. Es wird auch Weihnachtsremuneration oder Weihnachtsgratifikation genannt und diente ursprünglich dem Kauf von Geschenken für die Familie oder dem Ausrichten einer schöneren sowie größeren Weihnachtsfeier. Heutzutage soll mit dem zusätzlichen Entgelt in der Regel die Betriebstreue der Arbeitnehmer belohnt werden. Es handelt sich also um keinen Bonus, welcher aufgrund konkreter Leistungen des Mitarbeiters bezahlt wird.

Exkurs: Sind Weihnachtsgeld und 13. Monatsgehalt dasselbe?

An dieser Stelle unterscheidet sich das Weihnachtsgeld vom sogenannten 13. Monatsgehalt, welches ebenfalls von einigen Arbeitgebern als Jahressonderzahlung ausgeschüttet wird. Zwar gehört das 13. Monatsgehalt auch zu den „besonderen Zuwendungen, die im Zusammenhang mit dem Weihnachtsfest oder Jahresende gezahlt werden” gemäß § 11 Abs. 4 Satz 4 Nr. 2 5. VermBG, doch soll es erbrachte Arbeitsleistungen zusätzlich honorieren. Ob es sich bei der zum Ende des Jahres gewährten Sonderleistung also um Weihnachtsgeld (Gratifikation) oder ein 13. Monatsgehalt (Entgelt) handelt, muss der Arbeitgeber festlegen und vertraglich definieren. Umgangssprachlich werden diese Begriffe dennoch häufig als Synonyme verwendet – lassen Sie sich davon also nicht verwirren.

Wann wird Weihnachtsgeld ausgezahlt?

Den Zeitpunkt der Ausschüttung von Jahressonderzahlungen wie dem Weihnachts- oder Urlaubsgeld kann der Arbeitgeber prinzipiell frei wählen. Da es sich allerdings um eine „besondere Zuwendung zum Jahresende“ handelt, wird das Weihnachtsgeld in der Regel spätestens im Dezember ausgeschüttet. Häufiger – und sinnvoller – ist allerdings die Sonderzahlung mit dem Novembergehalt. So bleibt den Arbeitnehmern genügend Zeit, das zusätzliche Geld für den eigentlichen Zweck, die Weihnachtsgeschenke, aufzuwenden.

Lesetipp: „Weihnachtsgeschenke im Büro: 7 wichtige Dos & Don’ts

Wo ist das Weihnachtsgeld geregelt?

Das Weihnachtsgeld ist nicht gesetzlich festgeschrieben! Prinzipiell handelt es sich bei der Auszahlung der Gratifikation um eine freiwillige Entscheidung des Arbeitgebers. Ein verpflichtender Anspruch des Arbeitnehmers auf Weihnachtsgeld kann sich aber aus folgenden Gründen ergeben:

  • Tarifverträge
  • Arbeitsverträge
  • Betriebsvereinbarungen
  • Zusagen des Arbeitgebers (mündlicher Vertrag)
  • Arbeitsrechtlicher Gleichbehandlungsgrundsatz
  • betriebliche Übung

Ob Sie einen Anspruch auf Weihnachtsgeld haben und in welcher Höhe, ist daher stets von Ihrer individuellen vertraglichen Position im Arbeitsverhältnis abhängig.

Checkliste: So prüfen Sie Ihren Anspruch auf Weihnachtsgeld in fünf Schritten

Wenn Sie also wissen möchten, ob Sie sich dieses Jahr über Weihnachtsgeld freuen dürfen, sollten Sie in folgenden fünf Schritten vorgehen:

  1. Finden Sie eine entsprechende Regelung in Ihrem Arbeitsvertrag? Hierin ist es durchaus zulässig, das Weihnachtsgeld sowohl als „verpflichtende“ wie auch als „freiwillige“ Leistung (Freiwilligkeitsvorbehalt) des Arbeitgebers zu vereinbaren.
  2. Sind Sie nicht fündig geworden, so sehen Sie noch einmal – wenn vorhanden – in Ihrem Tarifvertrag sowie eventuell gültigen Betriebsvereinbarungen nach.
  3. Hat der Arbeitgeber der Belegschaft mündlich Weihnachtsgeld für das betreffende Jahr zugesagt, können Sie dieses eventuell gerichtlich geltend machen. In diesem Fall obliegt Ihnen allerdings die Beweislast über den mündlichen Vertrag.
  4. Für Jahressonderzahlungen gilt zudem der Gleichbehandlungsgrundsatz. Wenn also alle anderen Mitarbeiter des Betriebes Weihnachtsgeld erhalten haben und es nur Ihnen oder wenigen Angestellten (ohne nachvollziehbare sowie rechtlich gültige Gründe) vorenthalten wurde, können Sie den Klageweg beschreiten. Eine solche Ungleichbehandlung ist nur in Sonderfällen, zum Beispiel bei Krankheit, im Erziehungsurlaub, bei zu kurzer Beschäftigungsdauer oder der Abgrenzung zwischen Arbeitern und Angestellten möglich.
  5. Wurde in den vergangenen drei Jahren aber stets ohne Freiwilligkeitsvorbehalt Weihnachtsgeld an alle Arbeitnehmer eines Unternehmens ausgeschüttet, ergibt sich Ihr Anspruch aus der sogenannten „betrieblichen Übung“.

Wird Ihnen die Sonderzahlung allerdings verwehrt, obwohl Sie aus einem oder mehreren der genannten Gründe einen Anspruch darauf besäßen, suchen Sie sich schnellstmöglich Hilfe. Hierfür kommen, wenn in Ihrem Unternehmen vorhanden, der Betriebsrat infrage oder aber ein fachspezifischer Rechtsanwalt.

Achtung: Freunde bei der Geschäftsleitung machen Sie sich mit dem Gang vor Gericht aber nicht. Gerade, wenn das Weihnachtsgeld der gesamten Belegschaft aus „betrieblichen Gründen“ vorenthalten wird, sollten Sie daher sorgfältig abwägen, ob Sie wirklich Ihren Anspruch zum Beispiel aufgrund „betrieblicher Übung“ durchsetzen möchten. Schließlich demonstrieren Sie damit unmissverständlich, dass Ihnen Ihr eigenes Wohl mehr am Herzen liegt als jenes der Firma. Bei individueller Ungleichbehandlung beziehungsweise einer Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Nationalität o.Ä. jedoch, sollten Sie sich unbedingt wehren. Es handelt sich also stets um eine Einzelfallentscheidung.

Sonderfall 1: Erhalten Sie Weihnachtsgeld trotz Mutterschutz?

Auch, wenn eine Kürzung oder Verwehrung des Weihnachtsgeldes in Ausnahmefällen möglich ist, zum Beispiel bei längerer Krankheit im betreffenden Jahr, ist dies für Mitarbeiterinnen im Mutterschutz nicht zulässig! Im Mutterschutz steht Ihnen also das Weihnachtsgeld in voller Höhe zu, vorausgesetzt natürlich, Sie besitzen ohnehin einen solchen Anspruch. Das Arbeitsgericht Köln hat diesbezüglich im Jahr 2014 entschieden:

„(3) Dass die Klausel auch für Zeiten eines Beschäftigungsverbots eine anteilige Kürzung des Weihnachtsgelds vorsieht, führt zur Unwirksamkeit der gesamten Klausel, weil die Klausel nicht teilbar ist. […] Nach diesen Grundsätzen ist die Klausel nicht teilbar. Entfernt man aus dem Satz, „Erbringt der Arbeitnehmer aus anderen Gründen keine Arbeitsleistung (z.B. Elternzeit), führt dies zu einer zeitanteiligen Minderung der Sonderzahlung“ einzelne Worte, ist die Klausel nicht mehr verständlich.“
(Quelle: ArbG Köln, Urteil vom 20. August 2014, Az. 20 Ca 10147/13)

Einfach gesagt bedeutet das: Die Kürzung oder gänzliche Einbehaltung des Weihnachtsgeldes im Mutterschutz ist nicht zulässig. Selbst dann nicht, wenn es eine entsprechende Vereinbarung in Ihrem Arbeitsvertrag gibt. Sind mit dieser Klausel weitere – eigentlich rechtlich zulässige – Aspekte verknüpft, wie die zeitanteilige Kürzung der Sonderzahlungen aufgrund von Erziehungsurlaub oder Krankheit, werden auch diese automatisch ungültig.

Sonderfall 2: Wie sieht es mit dem Weihnachtsgeld in der Elternzeit aus?

Wird die Vereinbarung nicht aufgrund eines unrechtmäßigen Zusatzes ungültig, wie im eben genannten Beispiel, ist es dem Arbeitgeber durchaus erlaubt, eine zeitanteilige Kürzung des Weihnachtsgeldes vorzunehmen, wenn sich der/die Mitarbeiter/in im Erziehungsurlaub befindet:

„(2) Weder der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz noch das europarechtliche Lohngleichheitsgebot für Männer und Frauen verbieten es, von der Gewährung einer Weihnachtsgratifikation Arbeitnehmer auszunehmen, deren Arbeitsverhältnisse wegen Erziehungsurlaubs ruhen (Bestätigung von BAG 24. Mai 1995 – 10 AZR 619/94 – AP BGB § 611 Gratifikation Nr 175 = EzA BGB § 611 Gratifikation, Prämie Nr 124; EuGH 21. Oktober 1999 – Rs C-333/97 – AuR 2000, 66).“
(Quelle: BAG, Urteil vom 12. 1. 2000, 10 AZR 840/98)

Das bedeutet: Befinden Sie sich im betreffenden Jahr für mehrere Wochen oder Monate im Erziehungsurlaub, darf Ihr Arbeitgeber das Weihnachtsgeld für den entsprechenden Zeitraum kürzen. Sind Sie das gesamte Jahr im Erziehungsurlaub, muss Ihnen überhaupt kein Weihnachtsgeld bezahlt werden. Ob der Arbeitgeber es dennoch freiwillig ausschüttet, obliegt seiner freien Entscheidung.

Sonderfall 3: Wer bekommt Weihnachtsgeld im Öffentlichen Dienst?

Im Öffentlichen Dienst sind alle Jahressonderzahlungen und damit auch das Weihnachtsgeld im Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) geregelt. Gemäß § 20 wird die Weihnachtsgratifikation nicht einzeln ausgezahlt, sondern gemeinsam mit dem Urlaubsgeld als ein Betrag zum Ende des Monats November. Die Höhe dieser Sonderzahlung bemisst sich im Öffentlichen Dienst nach dem durchschnittlichen Entgelt in den Monaten Juli bis September. Die Jahressonderzahlung beträgt laut www.oeffentlichen-dienst.de folgenden prozentualen Entgeltanteil:

EntgeltgruppeWestOst
E1 bis E890 %67,5 %
E9 bis E1280 %60%
E13 bis E1560 % 45 %

 

Sonderfall 4: Weihnachtsgeld trotz Kündigung – ja oder nein?

Besonders häufig kommt es hinsichtlich des Weihnachtsgeldes zum Streit, wenn der Arbeitnehmer in dem betreffenden Jahr aus dem Unternehmen ausscheidet. Viele Arbeitgeber nennen bei der Ankündigung einer Jahressonderzahlung einen Stichtag, zum Beispiel den 1. Oktober. Nur, wer sich zu diesem Zeitpunkt noch in der ungekündigten Anstellung befindet, erhält das Weihnachtsgeld. Wer also vorher das Unternehmen verlässt, verliert seinen Anspruch – egal, ob es sich um eine arbeitnehmer- oder arbeitgeberseitige Kündigung handelt.

Aber: In seiner Entscheidung vom 13.11.2013, AZ 10 AZR 848/1 hat das Bundesarbeitsgericht diesbezüglich entschieden, dass solche Stichtagsklauseln ungültig sind, wenn sie eine „unangemessene Benachteiligung des Arbeitnehmers“ darstellen:

„Eine Sonderzahlung,
die auch Gegenleistung für im gesamten Kalenderjahr laufend erbrachte Arbeit darstellt,
kann in Allgemeinen Geschäftsbedingungen regelmäßig nicht vom Bestand des Arbeitsverhältnisses am 31. Dezember des betreffenden Jahres abhängig gemacht werden.“
(Quelle: Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.11.2013, 10 AZR 848/12)

Wird die Sonderzahlung zum Beispiel als 13. Monatsgehalt und damit als Belohnung für erbrachte Leistungen gezahlt, kann dem Arbeitnehmer sein anteiliger Anspruch für die Leistungen im Kündigungsjahr nicht entzogen werden. Es handelt sich daher stets um eine Einzelfallentscheidung, für welche der Zweck der Sonderzahlung maßgeblich ist. Handelt es sich bei dem Weihnachtsgeld also um eine reine Gratifikation für die Betriebstreue, kann Ihr Anspruch tatsächlich erlöschen. Lassen Sie sich daher von einem sachverständigen Anwalt zu Ihrem individuellen Fall beraten.

Kündigung: Wann müssen Sie Weihnachtsgeld zurückzahlen?

Im Fall einer Kündigung kann es durchaus passieren, dass Ihnen bereits Weihnachtsgeld ausbezahlt wurde und der Arbeitgeber dieses nun zurückverlangt. Aber ist das rechtens? Prinzipiell darf der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld zurückfordern, wenn

  • Sie eigentlich keinen Anspruch auf das Weihnachtsgeld besitzen.
  • eine Stichtagsregelung die Rückzahlung der Sonderzahlung zu einem bestimmten Kündigungszeitpunkt regelt und diese Regelung keine „unangemessene Benachteiligung des Arbeitnehmers“ darstellt.
  • das Weihnachtsgeld in voller Höhe ausgezahlt wurde, Ihnen aber nur anteilig zusteht.
  • gegebenenfalls eine betrieblich bedingte Kündigung vorliegt (Sonderfall gemäß BAG, Urteil vom 18.01.2012, Az. 10 AZR 667/10).
  • die Rückzahlungsforderung in jedem der genannten Fälle den Betrag von 100 Euro überschreitet (Beträge unter 100 Euro dürfen nicht zurückgefordert werden)!

Wer zahlt wie viel? Die Höhe des Weihnachtsgeldes

Da es sich bei dem Weihnachtsgeld um eine freiwillige Sonderleistung des Arbeitgebers handelt, kann er auch frei über dessen Höhe entscheiden. Hierbei kommen zwei unterschiedliche Modelle infrage:

  1. Zahlung des Weihnachtsgeldes als Pauschalbetrag oder
  2. Auszahlung der Sonderleistung als prozentualer Anteil des Monatsentgeltes.

Etwa die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer, welche Weihnachtsgeld erhalten, zählen bis zu 999 Euro. Nur jeweils unter einem Prozent erhalten 4.000 Euro beziehungsweise 5.000 Euro oder mehr.

Statistik: Wie hoch war Ihr zusätzliches Weihnachtsgeld im Jahr 2007? | Statista
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Die Hans-Böckler-Stiftung veröffentlichte im Jahr 2013 zudem folgende Zahlen zu tariflichen Sonderzahlungen. Diese betragen je nach Branche folgenden prozentualen Anteil am Monatseinkommen:

BrancheProzent
Eisen- und Stahlindustrie110
Süßwarenindustrie, Deutsche Bahn, Bank100
Textilindustrie60-100
Energie50-100
Druckindustrie95
Chemie65-95
Öffentlicher Dienst45-90
Versicherungen80
Einzelhandel50-62,5
Holz und Kunststoff57,5-60
Metallindustrie25-50
Kfz-Industrie20-50

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung via Absolventa

Wie müssen Sie das Weihnachtsgeld versteuern?

Leider kommt bei der Jahressonderzahlung aber auch wieder der Fiskus ins Spiel. Die Sonderleistung ist nämlich nicht steuerfrei und wird daher auf Ihr steuerpflichtiges Jahreseinkommen angerechnet. Nicht nur im Auszahlungsmonat müssen Sie daher mit höheren Abzügen rechnen, für

  • Lohnsteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • evtl. Kirchensteuer

Dadurch bleibt vom Weihnachtsgeld in der Regel netto sogar weniger übrig als erwartet, wobei sich zusätzlich der Steuersatz auf Ihr gesamtes Jahreseinkommen erhöhen kann. Eine verständliche Erklärung zu dieser „Steuerfalle Weihnachtsgeld“ finden Sie in folgendem Video:

Fazit: Weihnachtsgeld – Eine schöne Bescherung in zweierlei Hinsicht

Glücklich schätzen kann sich, wer heutzutage überhaupt noch Weihnachtsgeld erhält. Im Zuge von Einsparungsmaßnahmen drücken sich leider immer mehr Arbeitgeber vor (großzügigen) Sonderleistungen. Dennoch wünschen sich viele deutsche Arbeitnehmer zur Bescherung in erster Linie das Weihnachtsgeld von ihrer Firma. Doch dieses Geschenk kann sich auch ins Gegenteil wandeln: Wenn die Jahressonderzahlung in Diskriminierung endet oder sich als Steuerfalle entpuppt. Das Weihnachtsgeld kann daher zur schönen Bescherung in beiden Hinsichten werden: positiv wie negativ.

Erhalten Sie Sonderleistungen à la Weihnachtsgeld oder 13. Monatsgehalt? Wenn ja, in welcher Höhe und wie wirken sich diese bei Ihnen steuerlich aus? Oder fühlen Sie sich von Ihrem Unternehmen eventuell ungerecht behandelt, vielleicht sogar diskriminiert? Wie sehen Sie als Arbeitgeber das Thema aus der anderen Perspektive: Was bewegt Sie dazu, Weihnachtsgeld zu zahlen – oder auch nicht? Wir freuen uns auf Ihre Meinung in den Kommentaren!

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