Erfolg muss nicht laut und auffällig sein. Laut Harvard-Wissenschaftlerin Juliette Han können Introvertierte vor allem mit folgender Begabung punkten.

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Gute Redner, zumeist extrovertiert, mutig und selbstbewusst, überzeugen durch ihr Auftreten. Sie können andere in ihren Bann ziehen, haben Kraft in ihrer Stimme und sind bekannt für ihre Kommunikationsstärke. Laut und auffällig muss Erfolg aber nicht zwangsläufig sein.

Eine Eigenschaft, die zumeist zurückhaltende, nachdenkliche Menschen beherrschen und damit äußerst erfolgreich sind, ist das Schreiben – eine wichtige Kommunikationsart in der digitalen Welt. So sieht es Juliette Han, Neurowissenschaftlerin und erfolgreiche Geschäftsfrau. Sie bezeichnet sich als introvertiert. Die Forscherin müsste sich nicht dazu zwingen, so Han über sich selbst, extrovertiert zu sein – auch wenn sie sich zu Beginn ihrer Karriere Sorgen gemacht hätte, weil sie aufgrund ihrer zurückhaltenden Art möglicherweise ein Problem damit bekommen könnte, mit anderen in Kontakt zu treten und zu kommunizieren. Denn das Schreiben sei eine unterschätzte Fähigkeit von erfolgreichen Menschen, die eher als „wortkarg“ gelten.

Schriftliches Ausdrucksvermögen ist eine starke und wichtige Fachkompetenz

Schreiben oder auch „schriftliches Ausdrucksvermögen“ wird von Unternehmen zumeist als grundlegende Kompetenz vorausgesetzt. Ob in der Kommunikation mit Kunden, Kollegen oder Vorgesetzten: Wer eine gute Schreibe hat, erleichtert sich selbst und seinem Kommunikationspartner die Arbeit. Besonders fähige Schreibtalente, die im Arbeitsalltag sonst eher weniger mitteilen, verfügen aufgrund ihres durchdachten Vorgehens beim Mitteilen von Nachrichten über eine bedeutende Stärke: Jedes Wort, das aus ihnen „herauskommt“, hat zumeist Gewicht. Sie gehen bedacht und sparsam mit Worten um. Sie wissen, wie sie sich gut ausdrücken, etwa in E-Mails, und wie sie ihre Gedanken nachvollziehbar und klar präsentieren können.

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Und genau diese Kompetenz ist heute in einer Zeit, in der das geschriebene Wort an Bedeutung gewonnen hat, ein Erfolgsfaktor. Ob Protokolle, Präsentationen, E-Mails, Textnachrichten, Blogbeiträge, Projektberichte oder andere Dokumente – im Arbeits- und Privatleben benutzen wir oft die Schreibform. Wer im Schreiben gut performt, bleibt mit seinen Schriftstücken im Gedächtnis und bietet Teamkollegen und Vorgesetzten stets gute Referenzquellen, auf die sie sich in Meetings oder bei Geschäftspartnern und Kunden beziehen können. Deine Texte werden abgespeichert, weitergeleitet, geteilt.

Professionelles Schreiben: Diese Feinheiten machen den Unterschied

Für diejenigen, die ihr Schreibtalent verbessern oder einige wichtige Skills erlernen wollen, welche in Sachen Beruf und Karriere zu einer erfolgreichen Kommunikation verhelfen, gibt es gute Nachrichten: Das gute Schreiben sowie die dazugehörigen Fertigkeiten lassen sich erlernen.

Tipp #1: Relevanz, Aktualität und Richtigkeit überprüfen

Wenn du Texte, E-Mails oder die Zusammenfassung eines Projekts verfasst, hängen Tonalität und Inhalt stets vom Kontext ab. Das ist klar. Dennoch hilft häufig ein Grundprinzip aus dem Journalismus, welches du in deinem Berufsalltag anwenden kannst: Beschränke dich auf die wirklich wichtigen Informationen, um Klarheit, Relevanz und Transparenz zu schaffen. Fragen, die Journalisten sich klassischerweise stellen:

  • Sind meine Informationen aktuell?
  • Sind meine Informationen relevant?
  • Sind meine Informationen akkurat (exakt, sorgfältig recherchiert)?
  • Zusätzlich: Sind meine Informationen so verpackt, dass sie einen „Unterhaltungswert“ haben, also zum Lesen einladen?

Tipp #2: Verzichte auf komplizierte Fachausdrücke

Wenn du nicht gerade dazu aufgefordert wirst, einen Fachtext für ein Fachpublikum zu verfassen, gibt es eine goldene Regel: Nutze keine erklärungsbedürftigen Fachausdrücke. Und wenn es doch sein muss, müssen diese kurz erklärt werden. Besser ist es aber, die Sprache so verständlich, klar und transparent wie möglich zu halten.

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Tipp #3: Neue Ideen und Konzepte bedürfen einer Erklärung

Nimm die Leser unbedingt an die Hand, wenn du darauf aus bist, ein Konzept schriftlich zu präsentieren. Wichtig ist nicht nur, dass du von deinen innovativen Ideen schwärmst, sondern deine Leser vor allem durch deine Gedankengänge führst. Sie müssen nachvollziehen können, was du mitteilen möchtest, wo die Benefits deines Konzepts liegen und wie beispielsweise das Unternehmen oder Kunden davon profitieren.

Kurz: Wie löst deine Idee ein bestehendes Problem? Auch Laien sollten deine Gedanken, abhängig von der Situation, im besten Fall nachvollziehen können.

Tipp #4: Sparsam mit Humor umgehen

Zwar lassen Emojis eine Textnachricht lebendig wirken. Und auch im beruflichen Alltag haben sie Einzug gefunden. Dennoch solltest du vorsichtig mit Witzen und humorvollen Formulierungen sein, wenn ein professioneller Ton gefragt ist. Nicht immer werden Scherze so aufgenommen, wie wir es uns wünschen. Manchmal werden Ironie und Sarkasmus so gedeutet, dass der Schreibende die Sache vielleicht nicht ganz ernst nimmt. Im professionellen Kontext – und mit Rücksicht auf die Textempfänger und Leser – ist auch ein professioneller Schreibstil gefragt.

Tipp #5: Achte auf das Format

Kleine Details wie Formate, Interpunktion und Leserlichkeit verbessern die schriftliche Kommunikation. Deshalb:

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  • E-Mails eignen sich meist für kurze, kompakte Texte, die nicht eine ganze DIN-A4-Seite überschreiten.
  • Durch die Unterteilung des Textes in Themen mit Stichpunkten lassen sich längere Texte besser verdauen.
  • Alles, was eine gewöhnliche DIN-A4-Seite überschreitet, kannst du als Dokument an eine E-Mail anhängen und im Textfeld der Mail um Kenntnisnahme des Dokuments bitten.
  • Eine PDF-Datei gilt als guter, universaler Standard und lässt sich auf diversen Geräten und Betriebssystemen – ohne Veränderungen der Schrift – öffnen. Sie ist deshalb das Mittel der Wahl, wenn keine andere Formatierung gängig ist.

Tipp #6: Ein fehlerfreier Text erleichtert den Leseflow

Auch wenn es selbstverständlich sein sollte, sei an dieser Stelle die Wichtigkeit des Korrekturlesens erwähnt. Hierzu ein einfacher Tipp: Wenn die Zeit es zulässt, solltest du das Geschriebene abspeichern und schließen, um Abstand zu gewinnen. Wenn du deinen Text später korrigierst, werden dir grammatikalische Ungereimtheiten und Fehler eher ins Auge fallen. Zudem helfen dir kostenlose Textanalyse-Tools dabei, Flüchtigkeitsfehler zu korrigieren. Wichtige Texte solltest du deshalb durch zwei bis drei verschiedene Programme laufen lassen, um Fehler zu vermeiden, sofern es sich um besonders umfangreiche und wichtige Texte handelt.

Nicht alles bedarf der Schriftform

Manchmal genügt ein Anruf oder ein kurzer Besuch im Büro, um eine Angelegenheit zu klären. Wichtige Probleme sollten auf diesem Weg geklärt werden. Denn nicht selten verheddern wir uns in ellenlangen E-Mails und Textnachrichten, obwohl es doch viel schneller und einfacher wäre, Diskussionen oder Feedback von Angesicht zu Angesicht oder per Telefonat auszutauschen.

Merke deshalb: Schreiben ist super – aber die Schriftform ist nicht immer gefragt. Auch wenn es introvertierte Menschen viel Mut kostet, über den eigenen Schatten zu springen und zum Hörer zu greifen, lohnt es sich. Solltest du keine Probleme mit der Kommunikation haben, es dir aber aus Gewohnheit gemütlich gemacht haben und überwiegend in Textform kommunizieren, wird es auch hier Zeit, für Abwechselung zu sorgen, wenn es die Situation bedarf.

Schon gewusst?

Je interessanter und knackiger deine Betreffzeile ausfällt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass deine E-Mail geöffnet wird und in Erinnerung bleibt. Kollegen und Vorgesetzten kannst du mit einer präzisen Betreffzeile zudem dabei helfen, deine Nachricht korrekt einzuordnen oder weiterzuleiten – denn viele von uns lesen, sortieren oder öffnen haufenweise E-Mails, und zwar jeden Tag. Zudem lohnt es sich, Betreffzeilen und Nachrichten zu verfassen, die gut auf dem Smartphone zu lesen sind, weil geschäftliche und private E-Mails heute häufig auf dem Mobiltelefon abgerufen werden.

Bildnachweis: Foto von RF._.studio/Pexels.com

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