Die Nachrichten werden derzeit nur von einem Thema dominiert: Der furchtbare Krieg in der Ukraine. Auch Deutschland wird die Auswirkungen spüren. Vor allem in Bezug auf die verschiedenen Sanktionspakete gegen Russland. Mit welchen Veränderungen müssen deutsche Unternehmen, Arbeitnehmer und privat Personen jetzt rechnen?

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Steigende Preise bereits spürbar

Bereits seit Längerem sind die steigenden Rohstoffpreise für die deutsche Bevölkerung deutlich spürbar. Das fängt bereits an bei den deutlich erhöhten Benzin- und Dieselpreisen. Aufgrund der Konfliktsituation in der Ukraine steigen die Ölpreise jedoch weiter in dramatische Höhen. Das Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent liegt seit Langem wieder deutlich über 100 Dollar.

Es ist jedoch nicht nur das Öl, welches spürbar teurer wird. Da die Ukraine und Russland wichtige Weizenexporteure sind, ist auch dahingehend mit deutlich erhöhten Preisen sowie Lieferengpässen zu rechnen.

Die Regierungskoalition versucht bereits den steigenden Preisen entgegenzuwirken und die deutsche Bevölkerung zu entlasten. So soll ab Juli die Ökostrom-Umlage entfallen und auch die Pendlerpauschale soll ab dem 21. Kilometer auf 38 Cent rückwirkend steigen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese Maßnahmen wirklich entlastend wirken werden.

Was die derzeitige Situation für Anleger bedeutet

Vor allem der Börsenmarkt ist hart getroffen aufgrund der derzeitigen Situation. So gibt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zu verstehen, dass die Krise eine deutliche Herausforderung für alle Märkte darstelle.

Anleger sollten in der aktuellen Situation auf eine langfristige Strategie setzen. Die Krise kann bei dem richtigen Vorgehen sogar eine Chance darstellen.

Doch wie sollen Anleger nun am besten reagieren? Als Erstes gilt es zunächst einmal, Ruhe bewahren. Du solltest nicht sofort in blinde Panik verfallen. Kursschwankungen gehören dazu und bereits die Corona-Pandemie hat nach wie vor starke Auswirkungen auf das Zinsrisiko.

Beim Anlegen gilt nach wie vor, das Geld gut zu verteilen. Deshalb ist es besonders in diesen Zeiten absolut wichtig, in EFTs anzulegen. Du solltest zudem auch etwas Geduld mitbringen, die derzeitigen Kurseinbrüche könnten in einigen Jahren wieder ausgeglichen werden.

In solchen Zeiten sollten zudem auch die persönliche Anlagestrategie überdacht werden. Dazu solltest du dir überlegen, wie viel Geld du in der kommenden Zeit brauchen könntest. Die entsprechende Summe kann dann einfach aus dem Aktienvermögen entnommen und beispielsweise auf ein Tagesgeldkonto gelegt werden.

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Lese-Tipp: Geld anlegen in Krisenzeiten – Wie du 2022 richtig investierst

Wie wirkt sich die inflationäre Entwicklung auf das Sparguthaben aus?

Noch nie hat sich Sparen weniger gelohnt als in der derzeitigen Situation. Die Zinsen sind im Keller. Eine Berechnung der Comdirect, einer Institution, welche zur Commerzbank gehört, sollen alleine im letzten Jahr deutsche Sparer bis zu 80 Milliarden Euro verloren haben. Dies lag vor allem an besonders niedrigen Zinsen der Einlagen.

Da versucht man verständlicherweise bessere Alternativen zu finden. Jedoch solltest du dich hier nicht von unrealistischen Versprechungen blenden lassen. Besonders der Markt der Kryptowährungen lockt mit utopisch hohen Gewissen durch Investitionen in diesen Bereich. Leider steckt wie so oft nur eine billige Betrugsmasche dahinter.

Auswirkungen auf den Goldmarkt?

Auch Gold zählt als beliebte Wertanlage, doch wie verhält es sich mit dem Edelmetall in diesen außergewöhnlichen Zeiten? Grundlegend darf hier mit keinen größeren Preisschwankungen gerechnet werden. Gold besitzt immer einen gewissen Restwert, unabhängig von der derzeitigen globalen Situation. Bedauerlicherweise darf hier jedoch keine Rendite oder Dividende erwartet werden.

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Eindeutige Sanktionen gegen Russland

Der russische Einmarsch wird in vielen Ländern verschärft kritisiert, zu Recht. Aufgrund dessen sind einige Sanktionspakete in den letzten Tagen in Kraft getreten. Vor allem die USA, welche den Zugang zum weltgrößten Finanzmarkt kontrolliert, geht jetzt einen drastischen Schritt. So sollen sämtliche Finanzgeschäfte und Transaktionen aus Russland unterbrochen werden. Da russische Finanzeinrichtungen täglich bis zu 46 Milliarden US-Dollar weltweit bewegen, könnte es ein herber Rückschlag für das Land sein, wenn ein Großteil dieser Transaktionen unterbunden wird.

Hier gibt es jedoch gewisse Ausnahmen in Bezug auf die Geschäfte im Bereich des Energiegeschäfts. Eine Störung von diesem hätte nämlich enorme negative Auswirkung für alle Europäer und Amerikaner.

Russland verfügt zwar über sehr hohe Währungsreserven, doch auch diese werden irgendwann aufgebraucht sein. Es bleibt also abzuwarten, wie schwer die Auswirkungen der verschiedenen Sanktionen auf das Land in Zukunft sein werden.

Mit welchen Auswirkungen müssen Unternehmen und Arbeitnehmer rechnen?

Eine Frage, die ebenfalls viele Menschen in Deutschland beschäftigt ist, welche Auswirkungen die Krise auf deutsche Unternehmen und Arbeitnehmer haben wird. Aufgrund der Sanktionierungen gegen Russland sind so gut wie alle geschäftlichen Beziehungen von deutschen Unternehmen in das Land beendet worden. Viele deutsche Unternehmen kritisieren Russlands Invasion in die Ukraine scharf und bekunden ihre Solidarität mit der Ukraine.

Doch auch in der Ukraine sind viele Unternehmen betroffen. Einige Autohändler, welche zum Teil in der Ukraine produziert hatten, haben ihre Fabriken dort aufgrund des Kriegs schließen müssen. Die Liste ließe sich noch ewig weiterführen, da etliche Firmen, Büros und Produktionsstätten im Kriegsgebiet beiden. Wie sich die derzeitige Situation jedoch auf den deutschen Markt auswirken lässt und für die dort ansässigen Unternehmen dazu lässt sich bisher noch keine eindeutige Prognose durchführen.

Der deutsche Markt dürfte dahingehend eher weniger unter den Folgen der Sanktionen leiden. Jedoch dürften russische Unternehmen in Zukunft deutlich mehr leiden. Denn die neuen Exportkontrollen verbieten unter anderem den Export folgender Produkte nach Russland:

  • Halbleiter
  • Computer/Hardware
  • Verschlüsselungstechnik
  • Technisches Telekommunikationszubehör

Das wird ernst zu nehmende Folgen, nicht nur jetzt, sondern auch in der Zukunft für das Land haben. Denn durch diese Sanktion wird Russland jegliche Möglichkeit genommen, am Technikwettbewerb des 21. Jahrhunderts teilnehmen zu können.

Doch wie sehen die Auswirkungen innerhalb der Branche aus. Fällt mit Russland nicht ein wichtiger Abnehmer solcher Technologien weg, was wiederum erhebliche wirtschaftliche Schäden zur Folge haben dürfte? Dahingehend sorgt ein Statement des Lobbyverbandes der US-Chiphersteller jedoch für Beruhigung. Diese sagen, dass Russland keiner der wichtigen Abnehmer ist. Der Anteil des Landes an den weltweiten Chip-Umsätzen beträgt nicht einmal 0,1 %. Die Auswirkungen auf die Branche sollten also überschaubar bleiben.

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Wie stark sind die Veränderungen des Krieges?

Es klingt immer noch surreal. Ein Krieg mitten in Europa und das im 21. Jahrhundert. Es werden also einige starke Veränderungen auf uns zukommen. Von steigender Inflation bis hin zu Börseneinbrüchen. Anleger sollten also eine langfristige Strategie verfolgen und diese Krise als Chance nutzen.

Was die Folgen aufgrund der Sanktionen gegen Russland für Deutschland sein werden, lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch schwer sagen. Fakt ist jedoch, falls Russland seinen Einmarsch nicht beendet, wird das Land immer weiter isoliert und ausgeschlossen werden, was verheerende Auswirkungen für seine Bewohner und Wirtschaft haben dürfte. Die Auswirkungen auf Deutschland lassen sich nur sehr schwer prognostizieren.

Es bleibt abzuwarten, ob und wie lange sich dieser Konflikt noch weiterentwickelt. Ein baldiges Ende wäre für jeden Einzelnen definitiv das beste. Für die Wirtschaft, vor allem jedoch für jedes einzelne Menschenleben.

Bildnachweis: iQoncept/istockphoto.com

Anne und Fred von arbeits-abc.de
Foto: Julia Funke

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