Stress lässt Ihre „grauen Zellen“ schrumpfen – das konnte eine an der Yale University durchgeführte Studie nun beweisen. Doch keine Panik: Ihr Gehirn „schrumpft“ nicht dauerhaft, sondern Sie können den Prozess durch gezielten Stressabbau wieder umkehren. Wie das funktioniert? Wir verraten es Ihnen!
I hope i didn't brain my damage
Inhalt
1. „Graue Zellen“ – Was ist eigentlich diese graue Materie im Gehirn?
2. Studie beweist: Stress lässt die graue Substanz im Gehirn schrumpfen
3. Auch „positiver“ Stress wirkt sich negativ auf die grauen Zellen aus
4. Meditation kann Gehirnzellen und graue Substanz wieder aufbauen
5. Achtsamkeitsübungen im beruflichen Alltag – Meditation für „Zwischendurch“
6. Übung 1: Bewusstes Aufwachen
7. Übung 2: Die Bewusstheit beibehalten
8. Übung 3: Die Macht der Atmung
9. Übung 4: Geräusche als Achtsamkeits-Reminder
10. Übung 5: Wie der Tag startet, so endet er auch

„Graue Zellen“ – Was ist eigentlich diese graue Materie im Gehirn?

Haben Sie sich jemals Gedanken über den Begriff der „grauen Zellen“ gemacht, welcher hierzulande häufig im Spaß verwendet wird? Manch einer nennt das Gehirn auch ironisch „graues Kügelchen“. Doch ist das Gehirn wirklich grau? Nein! Genau genommen besteht das Gehirn aus dem Hirnstamm, einem Klein-, Groß- und dem Zwischenhirn. Der Hirnstamm wiederum setzt sich aus zahlreichen weiteren Komponenten zusammen: dem Nachhirn und Mittelhirn, der Brücke, weißen und grauen Substanz. Diese graue Substanz – auch „graue Materie“ – genannt ist jedoch im lebenden Zustand gar nicht grau, sondern leicht rosa. Im toten Zustand und damit auf dem Obduktionstisch ist die graue Substanz aber ganz getreu ihrem Namen: grau. Daher wohl die Redewendung „die kleinen grauen Zellen anstrengen“.

Studie beweist: Stress lässt die graue Substanz im Gehirn schrumpfen

Die bereits erwähnte Studie an der Yale University, welche erstmals im Magazin „Biological Psychiatry“ veröffentlicht wurde, nahm hierfür über 100 Probanden unter die Lupe, welche nicht durch psychische Krankheiten oder Auffälligkeiten vorbelastet waren – zumindest noch nicht. Das Ergebnis der Studie lautete nämlich wie folgt: Stress lässt die graue Materie in kritischen Regionen des Gehirns schrumpfen, welche vor allem für die Regulation von Emotionen sowie physiologischen Funktionen verantwortlich sind. Wird der Prozess daher nicht rechtzeitig erkannt, gestoppt oder gar umgekehrt, kann dies auf lange Sicht zu psychischen und/oder physischen Beschwerden führen, bis hin zu chronischen Erkrankungen, wie

  • Angststörungen
  • Diabetes
  • Depressionen
  • Bluthochdruck
  • Suchtverhalten

Auch „positiver“ Stress wirkt sich negativ auf die grauen Zellen aus

Interessant ist zudem, dass es sich hierbei nicht zwingend um negativen Stress handeln muss, zum Beispiel eine Scheidung, Krankheit oder den Jobverlust, sondern selbst positiver Stress wirkt sich negativ auf die graue Materie im Gehirn aus. Aber ist „positiver Stress“ nicht ein Widerspruch in sich? Nein, sagen Experten. Denn selbst dann, wenn Sie sich bei einer Tätigkeit, die Ihnen Spaß macht, völlig verausgaben, erlebt Ihr Gehirn Stress. Ebenso, wenn sich ein Musiker auf ein Konzert vorbereitet oder selbst dann, wenn Sie frisch verliebt sind, ist das positiver Stress. Und dieser lässt Ihre grauen Zellen ebenso schrumpfen wie negativer Stress auch. Bedeutet das nun also, dass Sie fortan weder Wut, Trauer und Angst noch Glück oder gar Liebe empfinden sollten, um nicht auf Dauer eine psychische oder physische Erkrankung zu riskieren? Natürlich nicht. Glücklicherweise, so konnten die Wissenschaftler herausfinden, ist dieser Prozess nämlich nicht von Dauer. Die geschrumpfte graue Materie kann sich wieder aufbauen oder eben gezielt aufgebaut werden. So können Sie langfristig Ihre Gesundheit erhalten und im Beruf leistungsfähig sowie erfolgreich bleiben. Wie also funktioniert der gezielte Aufbau der grauen Masse im Gehirn? Wir verraten es Ihnen!

Meditation kann Gehirnzellen und graue Substanz wieder aufbauen

Eine weitere, an der Harvard University durchgeführte, Studie zeigt nun einen Ausweg aus diesem Dilemma. Der wohl effektivste Weg, die durch den Stress geschrumpfte graue Materie im Gehirn wieder aufzubauen, sei demnach Meditation. Sie hilft Ihnen zudem zu mehr Motivation und Gelassenheit im Beruf und dadurch langfristig zu schlichtweg mehr Erfolg. Die Forscher fanden in diesem Zuge heraus, dass durch Meditation neue Gehirnzellen aufgebaut werden, welche wiederum die graue Substanz im Gehirn wachsen lässt. Nur acht Wochen benötigten die Studienteilnehmer, um bereits erste Erfolge erkennen zu lassen. Sie führten hierfür täglich eine 27-minütige geführte Achtsamkeits-Meditation durch. Und die positiven Effekte blieben auch von den Probanden nicht unbemerkt. Laut Studienergebnissen fühlten diese sich nach den acht Wochen deutlich gelassener, weniger gestresst, konnten sich besser konzentrieren sowie erinnern. Sie wiesen zudem eine höhere Konzentrationsfähigkeit auf. Also nehmen Sie sich doch im Sinne Ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit fortan eine halbe Stunde täglich Zeit und schon bald werden Sie hierfür mit einem besseren Wohlbefinden sowie mehr emotionaler Stabilität belohnt.

Achtsamkeitsübungen im beruflichen Alltag – Meditation für „Zwischendurch“

Zugegeben, eine halbe Stunde am Tag klingt für so manch gestressten Manager da draußen nach sehr viel. Manchmal denken Sie vielleicht auch einfach, Ihr voller Terminkalender ließe so eine Auszeit nicht zu. In diesem Fall können Sie die Achtsamkeits-Meditation auch einfach in Form von vielen kleinen Übungen in Ihren Alltag einbauen. Ausreden gibt es ab sofort keine mehr! Noch bessere Effekte werden Sie allerdings erzielen, wenn Sie die Achtsamkeitsübungen mit der halbstündigen Meditation verbinden und beide regelmäßig in Ihren Tagesablauf integrieren. Da Sie anschließend gelassener sowie konzentrierter und damit auch schneller und effektiver arbeiten werden, verlieren Sie genau genommen nicht einmal Zeit, sondern gewinnen diese sogar – und noch vieles mehr.

Wir haben Ihnen daher die besten und zugleich zeitsparendsten Achtsamkeitsübungen für Ihren Arbeitstag zusammengetragen:

Übung 1: Bewusstes Aufwachen

Wir haben Ihnen im Artikel „Morgenmuffel aufgepasst: 10 Tipps, um morgens leichter aufzustehen“ bereits praktische Tipps und Tricks für Ihre Morgenroutine mitgegeben. Das Erste jedoch, das Sie tun sollten nachdem Sie die Augen geöffnet haben, ist: Nichts! Bleiben Sie erst einmal zwei bis fünf Minuten liegen, spüren Sie Ihren Körper, werden Sie sich Ihrer Atmung bewusst sowie auch Ihrer Stimmungslage.

Übung 2: Die Bewusstheit beibehalten

Das menschliche Gehirn lebt vor allem von Routine. Sie erleichtert den Alltag und lässt uns effizienter arbeiten. Stellen Sie sich vor, Sie müssten jeden Tag das Zähneputzen, Autofahren oder Tippen am Computer neu erlernen – wäre das nicht unglaublich anstrengend? Leider führt die Routine auch dazu, dass wir wie in Trance durch das Leben schreiten und die ganzen kleinen Freuden und Besonderheiten des Alltags nur allzu schnell übersehen. Behalten Sie daher die Bewusstheit, welche Sie nach dem Aufwachen erworben haben, so lange wie möglich über den Tag hinweg bei. Spüren Sie noch einmal ganz neu in eigentlich routinierte Tätigkeiten hinein: Wie fühlt sich das Wasser beim Duschen auf der Haut an? Welche Stimmungen nehmen Sie bei Ihren Kolleginnen und Kollegen wahr? Welche Tätigkeit bereitet Ihnen eigentlich Freude und welche eher nicht?

Übung 3: Die Macht der Atmung

Die Atmung spielt für unser Wohlbefinden eine tragende Rolle. Nicht ohne Grund ist sie daher auch bei der Meditation oder in meditativen Sportarten, wie dem Yoga, das wichtigste Instrument. Legen Sie ab sofort regelmäßig Pausen ein, lehnen Sie sich in Ihrem Bürostuhl zurück oder verlassen Sie Ihren Arbeitsplatz für fünf Minuten, gehen Sie an die frische Luft und atmen Sie bewusst durch. Sie werden unmittelbar merken, wie eine langsame und tiefe Atmung Sie beruhigt und scheinbar große Alltagsprobleme plötzlich zu unwichtigen Bagatellen werden lässt. Führen Sie diese kleine Achtsamkeitsübung zudem stets dann durch, wenn Sie sich in einer Wartesituation befinden, beim Arzt, vor einem Meeting oder auf die beste Freundin zum Beispiel. Sinnvoller und zeitsparender könnten Sie die Achtsamkeits-Meditation kaum in Ihren Alltag integrieren.

Lesetipp: I need a break: So setzen Sie Ihre Pausen richtig

Übung 4: Geräusche als Achtsamkeits-Reminder

Diese Achtsamkeit den ganzen (Arbeits-) Tag über beizubehalten ist für Ungeübte noch beinahe unmöglich. Sie sollten sich daher persönliche „Trigger“ suchen, welche Sie immer wieder an Ihre Übung erinnern. Besonders geeignet ist hierfür jede Art von Geräusch: Das Telefonklingeln am Nachbarschreibtisch zum Beispiel oder die Kirchenglocke zur vollen Stunde. Auch dies wird nämlich irgendwann zur Routine und Ihr Gehirn lernt, bei den Geräuschen unwillkürlich auf den „Modus Achtsamkeit“ zu schalten. Schon bald gehen Sie somit gelassener durch den Alltag und profitieren von den zahlreichen Vorteilen, welche wir Ihnen bereits im Artikel „Just relax: 5 Tipps für mehr Gelassenheit im Job“ erläutert haben.

Übung 5: Wie der Tag startet, so endet er auch

Last but not least folgt die letzte, aber wohl auch wichtigste Achtsamkeitsübung: Reflektieren Sie Ihren Tag vor dem Einschlafen. Nehmen Sie sich also auch am Abend im Bett einige Minuten Zeit, bevor Sie die Augen schließen, um sich über die Geschehnisse des Tages klar zu werden. Setzen Sie den Fokus hierbei aber vermehrt auf das Innere. Das bedeutet: Wie haben Sie sich gefühlt? Wieso haben Sie sich so gefühlt? Welche Lehre können Sie daraus ziehen? Wie lautet das Fazit des Tages? Wichtig ist zudem, dass Sie liebevoll zu sich selbst sind, also sich vor allem auf Ihre Erfolge konzentrieren und auf die Gründe, weshalb Sie stolz auf sich sind und sich selbst als liebenswert empfinden. Durch die regelmäßige Übung erlernt Ihr Gehirn – beziehungsweise Ihre graue Materie – dadurch ein ganz neues, viel positiveres Denken. Willkommen in einem völlig neuen Lebensgefühl!

Welche Erfahrung konnten Sie mit dem Zusammenhang zwischen Stress, Ihren Emotionen und Meditation machen? Wie bauen Sie Achtsamkeitsübungen in Ihren Alltag ein und welche? Wir freuen uns auf Ihre persönlichen Erfahrungen, Tipps und Tricks in den Kommentaren. In diesem Sinne: Om…

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