Stress lässt Deine „grauen Zellen“ schrumpfen – das konnte eine an der Yale University durchgeführte Studie nun beweisen. Doch keine Panik: Dein Gehirn „schrumpft“ nicht dauerhaft, sondern Du kannst den Prozess durch gezielten Stressabbau wieder umkehren. Wie das funktioniert? Wir verraten es Dir!

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„Graue Zellen“ – Was ist eigentlich diese graue Materie im Gehirn?

Hast Du Dir jemals Gedanken über den Begriff der „grauen Zellen“ gemacht, welcher hierzulande häufig im Spaß verwendet wird? Manch einer nennt das Gehirn auch ironisch „graues Kügelchen“. Doch ist das Gehirn wirklich grau? Nein! Genau genommen besteht das Gehirn aus dem Hirnstamm, einem Klein-, Groß- und dem Zwischenhirn. Der Hirnstamm wiederum setzt sich aus zahlreichen weiteren Komponenten zusammen: dem Nachhirn und Mittelhirn, der Brücke, weißen und grauen Substanz. Diese graue Substanz – auch „graue Materie“ – genannt ist jedoch im lebenden Zustand gar nicht grau, sondern leicht rosa. Im toten Zustand und damit auf dem Obduktionstisch ist die graue Substanz aber ganz getreu ihrem Namen: grau. Daher wohl die Redewendung „die kleinen grauen Zellen anstrengen“.

Studie beweist: Stress lässt die graue Substanz im Gehirn schrumpfen

Die bereits erwähnte Studie an der Yale University, welche erstmals im Magazin „Biological Psychiatry“ veröffentlicht wurde, nahm hierfür über 100 Probanden unter die Lupe, welche nicht durch psychische Krankheiten oder Auffälligkeiten vorbelastet waren – zumindest noch nicht. Das Ergebnis der Studie lautete nämlich wie folgt: Stress lässt die graue Materie in kritischen Regionen des Gehirns schrumpfen, welche vor allem für die Regulation von Emotionen sowie physiologischen Funktionen verantwortlich sind. Wird der Prozess daher nicht rechtzeitig erkannt, gestoppt oder gar umgekehrt, kann dies auf lange Sicht zu psychischen und/oder physischen Beschwerden führen, bis hin zu chronischen Erkrankungen, wie

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  • Angststörungen
  • Diabetes
  • Depressionen
  • Bluthochdruck
  • Suchtverhalten

Auch „positiver“ Stress wirkt sich negativ auf die grauen Zellen aus

Interessant ist zudem, dass es sich hierbei nicht zwingend um negativen Stress handeln muss, zum Beispiel eine Scheidung, Krankheit oder den Jobverlust, sondern selbst positiver Stress wirkt sich negativ auf die graue Materie im Gehirn aus. Aber ist „positiver Stress“ nicht ein Widerspruch in sich? Nein, sagen Experten. Denn selbst dann, wenn Du dich bei einer Tätigkeit, die Dir Spaß macht, völlig verausgabst, erlebt Dein Gehirn Stress. Ebenso, wenn sich ein Musiker auf ein Konzert vorbereitet oder selbst dann, wenn Du frisch verliebt bist, ist das positiver Stress. Und dieser lässt Deine grauen Zellen ebenso schrumpfen wie negativer Stress auch.

Bedeutet das nun also, dass du fortan weder Wut, Trauer und Angst noch Glück oder gar Liebe empfinden solltest, um nicht auf Dauer eine psychische oder physische Erkrankung zu riskieren? Natürlich nicht. Glücklicherweise, so konnten die Wissenschaftler herausfinden, ist dieser Prozess nämlich nicht von Dauer. Die geschrumpfte graue Materie kann sich wieder aufbauen oder eben gezielt aufgebaut werden. So kannst du langfristig Deine Gesundheit erhalten und im Beruf leistungsfähig sowie erfolgreich bleiben. Wie also funktioniert der gezielte Aufbau der grauen Masse im Gehirn? Wir verraten es Dir!

Meditation kann Gehirnzellen und graue Substanz wieder aufbauen

Eine weitere, an der Harvard University durchgeführte, Studie zeigt nun einen Ausweg aus diesem Dilemma. Der wohl effektivste Weg, die durch den Stress geschrumpfte graue Materie im Gehirn wieder aufzubauen, sei demnach Meditation. Sie hilft Dir zudem zu mehr Motivation und Gelassenheit im Beruf und dadurch langfristig zu schlichtweg mehr Erfolg.

Lese-Tipp: Meditation: Wie sich 3 x 20 Minuten positiv auf Deine Karriere auswirken

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Die Forscher fanden in diesem Zuge heraus, dass durch Meditation neue Gehirnzellen aufgebaut werden, welche wiederum die graue Substanz im Gehirn wachsen lässt. Nur acht Wochen benötigten die Studienteilnehmer, um bereits erste Erfolge erkennen zu lassen. Sie führten hierfür täglich eine 27-minütige geführte Achtsamkeits-Meditation durch. Und die positiven Effekte blieben auch von den Probanden nicht unbemerkt. Laut Studienergebnissen fühlten diese sich nach den acht Wochen deutlich gelassener, weniger gestresst, konnten sich besser konzentrieren sowie erinnern. Sie wiesen zudem eine höhere Konzentrationsfähigkeit auf. Also nimm Dir doch im Sinne Deiner körperlichen und geistigen Gesundheit fortan eine halbe Stunde täglich Zeit und schon bald wirst Du hierfür mit einem besseren Wohlbefinden sowie mehr emotionaler Stabilität belohnt.

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Achtsamkeitsübungen im beruflichen Alltag – Meditation für „Zwischendurch“

Zugegeben, eine halbe Stunde am Tag klingt für so manch gestressten Manager da draußen nach sehr viel. Manchmal denkst Du vielleicht auch einfach, Dein voller Terminkalender ließe so eine Auszeit nicht zu. In diesem Fall kannst Du die Achtsamkeits-Meditation auch einfach in Form von vielen kleinen Übungen in Deinen Alltag einbauen. Ausreden gibt es ab sofort keine mehr! Noch bessere Effekte wirst Du allerdings erzielen, wenn Du die Achtsamkeitsübungen mit der halbstündigen Meditation verbindest und beide regelmäßig in Deinen Tagesablauf integrierst. Da Du anschließend gelassener sowie konzentrierter und damit auch schneller und effektiver arbeiten wirst, verlierst Du genau genommen nicht einmal Zeit, sondern gewinnst diese sogar – und noch vieles mehr.

Wir haben Dir daher die besten und zugleich zeitsparendsten Achtsamkeitsübungen für Deinen Arbeitstag zusammengetragen:

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Übung 1: Bewusstes Aufwachen

Wir haben Dir im Artikel „Morgenmuffel aufgepasst: 10 Tipps, um morgens leichter aufzustehen“ bereits praktische Tipps und Tricks für Deine Morgenroutine mitgegeben. Das Erste jedoch, das Du tun solltest nachdem Du die Augen geöffnet hast, ist: Nichts! Bleib erst einmal zwei bis fünf Minuten liegen, spüre Deinen Körper, werde Dir Deiner Atmung bewusst sowie auch Deiner Stimmungslage.

Übung 2: Die Bewusstheit beibehalten

Das menschliche Gehirn lebt vor allem von Routine. Sie erleichtert den Alltag und lässt uns effizienter arbeiten. Stelle Dir vor, Du müsstest jeden Tag das Zähneputzen, Autofahren oder Tippen am Computer neu erlernen – wäre das nicht unglaublich anstrengend? Leider führt die Routine auch dazu, dass wir wie in Trance durch das Leben schreiten und die ganzen kleinen Freuden und Besonderheiten des Alltags nur allzu schnell übersehen. Behalte daher die Bewusstheit, welches Du nach dem Aufwachen erworben hast, so lange wie möglich über den Tag hinweg bei. Spüre noch einmal ganz neu in eigentlich routinierte Tätigkeiten hinein: Wie fühlt sich das Wasser beim Duschen auf der Haut an? Welche Stimmungen nimmst Du bei Deinen Kolleginnen und Kollegen wahr? Welche Tätigkeit bereitet Dir eigentlich Freude und welche eher nicht?

Übung 3: Die Macht der Atmung

Die Atmung spielt für unser Wohlbefinden eine tragende Rolle. Nicht ohne Grund ist sie daher auch bei der Meditation oder in meditativen Sportarten, wie dem Yoga, das wichtigste Instrument. Lege ab sofort regelmäßig Pausen ein, lehne Dich in Deinem Bürostuhl zurück oder verlasse Deinen Arbeitsplatz für fünf Minuten, gehe an die frische Luft und atmen bewusst durch. Du wirst unmittelbar merken, wie eine langsame und tiefe Atmung Dich beruhigt und scheinbar große Alltagsprobleme plötzlich zu unwichtigen Bagatellen werden lässt. Führe diese kleine Achtsamkeitsübung zudem stets dann durch, wenn Du Dich in einer Wartesituation befindest, beim Arzt, vor einem Meeting oder auf die beste Freundin zum Beispiel. Sinnvoller und zeitsparender kannst Du die Achtsamkeits-Meditation kaum in Deinem Alltag integrieren.

Lesetipp: I need a break: So setzen Sie Ihre Pausen richtig

Übung 4: Geräusche als Achtsamkeits-Reminder

Diese Achtsamkeit den ganzen (Arbeits-) Tag über beizubehalten ist für Ungeübte noch beinahe unmöglich. Du solltest daher Deine persönliche „Trigger“ suchen, welche Dich immer wieder an Deine Übung erinnern. Besonders geeignet ist hierfür jede Art von Geräusch: Das Telefonklingeln am Nachbarschreibtisch zum Beispiel oder die Kirchenglocke zur vollen Stunde. Auch dies wird nämlich irgendwann zur Routine und Dein Gehirn lernt, bei den Geräuschen unwillkürlich auf den „Modus Achtsamkeit“ zu schalten. Schon bald gehst Du somit gelassener durch den Alltag und profitierst von den zahlreichen Vorteilen, welche wir Dir bereits im Artikel „Just relax: 5 Tipps für mehr Gelassenheit im Job“ erläutert haben.

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Übung 5: Wie der Tag startet, so endet er auch

Last but not least folgt die letzte, aber wohl auch wichtigste Achtsamkeitsübung: Reflektiere Deinen Tag vor dem Einschlafen. Nimm Dir also auch am Abend im Bett einige Minuten Zeit, bevor Du die Augen schließt, um Dir über die Geschehnisse des Tages klar zu werden. Setze den Fokus hierbei aber vermehrt auf das Innere. Das bedeutet: Wie hast Du dich gefühlt? Wieso hast Du dich so gefühlt? Welche Lehre kannst Du daraus ziehen? Wie lautet das Fazit des Tages? Wichtig ist zudem, dass Du liebevoll zu Dir selbst bist, also dich vor allem auf Deine Erfolge konzentrierst und auf die Gründe, weshalb Du stolz auf dich bist und dich selbst als liebenswert empfindest. Durch die regelmäßige Übung erlernt Dein Gehirn – beziehungsweise Deine graue Materie – dadurch ein ganz neues, viel positiveres Denken. Willkommen in einem völlig neuen Lebensgefühl!

Welche Erfahrung konntest Du mit dem Zusammenhang zwischen Stress, Deinen Emotionen und Meditation machen? Wie baust Du Achtsamkeitsübungen in Deinen Alltag ein und welche? Wir freuen uns auf Deine persönlichen Erfahrungen, Tipps und Tricks in den Kommentaren. In diesem Sinne: Om…

Bildnachweis: Photo by David Matos on Unsplash

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