Haben Sie Ziele im Leben – privater oder beruflicher Art? Wir sind uns ziemlich sicher, dass Sie diese Frage mit einem klaren „Ja“ beantworten werden. Sie möchten vielleicht in eine Führungsposition aufsteigen, irgendwann eine Familie gründen, ein Eigenheim erwerben oder einfach bis zum Sommer fünf Kilo abnehmen. Eventuell peilen Sie einen gesünderen Lebensstil an oder möchten in zwei Jahren Ihre Arbeitszeit reduzieren. Das Problem mit den Zielen ist: Sie erfordern eine Menge Disziplin, Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit, damit sie eben nicht nur ein Traum bleiben, sondern irgendwann zur Realität werden. Aber wussten Sie, dass Sie Ihr Gehirn eigentlich ganz simpel austricksen können?

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Mit der Burn or Burn Technik kannst du dein Gehirn eigentlich ganz simpel austricksen
Photo by Sanket Kumar on Unsplash

Inhalt
1. „Gute“ Ziele bewegen sich zwischen Überforderung und Unterforderung
2. Motivation: Die Sache mit dem „inneren Schweinehund“
3. Wie die „Burn or Burn“-Technik Ihr Gehirn austrickst
4. So erhöhen Sie mit der „Burn or Burn“-Methode Ihre Motivation
5. Wieso funktioniert die „Burn or Burn“-Methode?

„Gute“ Ziele bewegen sich zwischen Überforderung und Unterforderung

Wenn ein Ziel einfach zu erreichen wäre, wäre es kein Ziel. Klingt komisch? Ist aber ganz einfach: Wenn Sie Hunger haben, ist Ihr Ziel, etwas zu essen. Also gehen Sie an den Kühlschrank oder in ein Restaurant und Ihr Bedürfnis ist gestillt. Würden Sie das wirklich als „Ziel“ bezeichnen? Wohl eher nicht! Als Ziele beschreiben wir meist längerfristige und vor allem schwieriger zu erreichende Zustände in der Zukunft wie Reichtum, Gesundheit, eine glückliche familiäre Situation oder das Traumgewicht. Ziele erfordern deshalb stets ein gewisses Maß an Aufwand. Sie müssen sich in gewisser Art und Weise anstrengen, um dieses Ziel zu erreichen – und das meist nicht nur für einen Tag oder zwei, sondern bei langfristigen Zielen über Monate oder sogar Jahre hinweg.

Lese-Tipp: Zielstrebigkeit: Ziele richtig setzen und erreichen

An diesem Punkt kommt die Motivation ins Spiel. Ihre Ziele erreichen können Sie nämlich nur, wenn Sie ein entsprechendes Durchhaltevermögen an den Tag legen – und zwar dauerhaft. Wenn Sie zum Frühaufsteher werden möchten, müssen Sie also nicht nur morgen und übermorgen um sechs Uhr aufstehen, sondern der Wecker klingelt auch nächste Woche, nächsten Monat und nächstes Jahr noch um diese ungeliebt frühe Uhrzeit. Wenn Sie im Sommer fünf Kilo weniger wiegen möchten, müssen Sie nicht nur einen Tag oder eine Woche gesünder essen und mehr Sport treiben, sondern Ergebnisse erhalten Sie nur, wenn Sie diesen Lebensstil mehrere Wochen oder Monate durchhalten.

Motivation: Die Sache mit dem „inneren Schweinehund“

Die Motivation ist eines dieser schönen Worte, welches in Stellenanzeigen, Bewerbungen & Co geradezu inflationär verwendet wird. Scheinbar jeder Mensch ist heutzutage hoch motiviert und jedes Unternehmen sucht händeringend nach eben diesen motivierten Mitarbeitern. Das macht durchaus Sinn, denn wer über eine hohe – vor allem intrinsische – Motivation verfügt, leistet mehr und bringt eine hohe Lernbereitschaft mit, was in unserer schnelllebigen und komplexen Geschäftswelt die wohl wichtigste Erfolgseigenschaft ist. So weit so gut.

Infografik: Motivation der Mitarbeiter in Deutschland | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Die Realität sieht allerdings anders aus: Nur rund 15 Prozent der Deutschen sind im Job tatsächlich hoch motiviert. Das sind genauso viele – oder besser gesagt wenige – wie noch im Jahr 2002. Das Problem mit der Motivation ist, dass sie in der Regel eng mit einer Belohnung zusammenhängt. Sie sind also motiviert, etwas zu leisten, ein Ziel zu verfolgen & Co, weil Sie sich von Ihrem Handeln eine Belohnung versprechen: Geld, Gesundheit, den „Strandbody“, Anerkennung, Berühmtheit, Freizeit und und und… Für diese Belohnung in der Zukunft geben Sie aber stets eine Belohnung im Hier und Jetzt auf:

  • Damit Sie im Sommer in Badehose oder Bikini besser aussehen, müssen Sie jetzt auf Schokolade verzichten oder sich zum Joggen aufraffen, statt den Feierabend auf dem Sofa zu verbringen.
  • Damit Sie befördert werden und eine Gehaltserhöhung erhalten, müssen Sie jetzt auf Freizeit verzichten, Überstunden schieben und sich im Job verausgaben, statt sich auszuruhen oder Ihre Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen.
  • Damit Sie sich in fünf Jahren ein Eigenheim leisten können, müssen Sie jetzt auf das neue Auto oder den Luxusurlaub in der Karibik verzichten und Ihr Geld lieber sparen.

Und genau dieser Verzicht auf die gegenwärtige Belohnung zugunsten der zukünftigen Belohnung ist der Schlüssel zu Motivation, Disziplin, Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit – leider aber auch die größte Hürde für das menschliche Gehirn. Denn dieses zieht die Gegenwart stets der Zukunft vor und genau deshalb wäre es so verlockend, eben doch genussvoll in die Schokolade zu beißen und auf den gestählten Körper im Sommer zu verzichten. Dass Sie das in der Zukunft bereuen werden, ist Ihrem Gehirn in dem Moment leider reichlich egal. Was also können Sie tun?

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Wie die „Burn or Burn“-Technik Ihr Gehirn austrickst

Das Gehirn ist also schuld, dass Sie immer wieder Ihren „inneren Schweinehund“ überwinden müssen, um die zukünftige der gegenwärtigen Belohnung vorzuziehen und dadurch Ihre Ziele zu erreichen. Glücklicherweise sind Sie diesem Mechanismus aber nicht hilflos ausgeliefert, sondern Sie können Ihr Gehirn gezielt austricksen. Hierfür können Sie auf eine sehr ungewöhnliche, aber wirksame Methode zurückgreifen: die „Burn or Burn“-Technik. Diese basiert auf einer logischen Schlussfolgerung:

Sie erreichen Ziele nicht, weil Sie lieber heute die Belohnung wünschen und dafür in der Zukunft etwas aufgeben als umgekehrt. Wenn Sie also dafür sorgen, dass Sie stattdessen auch heute etwas für die Belohnung aufgeben müssen, erscheint jene in der Zukunft plötzlich wieder attraktiver.

Was kompliziert klingt, lässt sich einfach erläutern: Nehmen wir an, Sie möchten in vier Monaten vier Kilo weniger wiegen. Dafür verzichten Sie auf Süßigkeiten und gehen dreimal pro Woche in das Fitnessstudio. Nun hatten Sie einen anstrengenden Arbeitstag, kommen müde nach Hause und würden lieber auf dem Sofa liegen und Chips essen, als sich zum Sport aufzuraffen. Im ersten Moment bedeutet das für Sie keinen Verzicht. Auf lange Sicht verzichten Sie dadurch aber auf Ihr Zielgewicht. Wenn Sie nun stattdessen jedes Mal 100 Euro zahlen müssten, wenn Sie nicht ins Fitnessstudio gehen – wenn Sie also auf 100 Euro verzichten müssten – würden Sie sich dann nicht viel leichter motivieren? Sie machen aus dem zukünftigen Verzicht also einen gegenwärtigen.

Lese-Tipp: So klappt’s: In 66 Tagen vom Neujahrsvorsatz zur Routine

Die klassische „Burn or Burn“-Methode würde also wie folgt funktionieren: Pinnen Sie sich einen 100-Euro-Schein an jedem Tag in Ihren Kalender, an welchem Sie ins Fitnessstudio gehen möchten. Gehen Sie nicht, verbrennen Sie diesen 100-Euro-Schein. Gehen Sie doch, so können Sie ihn einstecken und sich mit ihm eine „Belohnung“ kaufen – wie auch immer diese aussehen mag. Allerdings sind wir keine Fans davon, bares Geld zu verbrennen. Wie also können Sie die „Burn or Burn“-Methode im Alltag umsetzen?

So erhöhen Sie mit der „Burn or Burn“-Methode Ihre Motivation

Wenn Sie Ihre Motivation erhöhen und dadurch Ihre Ziele wahrscheinlicher sowie schneller erreichen möchten, können Sie die „Burn or Burn“-Methode deshalb ein wenig abwandeln. Finden Sie eine Sache, auf welche Sie keinesfalls verzichten möchten. Dies kann Geld sein, ein leckeres Abendessen, Ihr Auto und und und… Setzen Sie sich ein Ziel und teilen Sie es in Unterziele ein. Sie möchten Frühaufsteher werden? Dann lauten Ihre Unterziele: Jeden Montag bis Freitag stehen Sie um sechs Uhr auf. Definieren Sie nun den Verzicht, wenn Sie diese Ziele nicht einhalten. Stehen Sie also beispielsweise um sechs Uhr auf, fahren Sie mit dem Auto zur Arbeit. Schaffen Sie es nicht, müssen Sie an diesem Tag das Fahrrad nehmen – wenn das für Sie einen „Verzicht“ beziehungsweise eine „Bestrafung“ bedeutet. Finden Sie also Ihre individuellen Motivatoren, welche ebenso wirksam sind wie das angedachte Verbrennen eines 100-Euro-Scheines. Sie werden sehen: Es funktioniert!

Wieso funktioniert die „Burn or Burn“-Methode?

Wenn Sie die richtigen „Belohnungen“ und „Bestrafungen“ wählen, wird die „Burn or Burn“-Methode funktionieren. Begründet liegt auch das wieder im Gehirn: Wir lieben Belohnungen und hassen Verzicht. Wenn der Verzicht plötzlich nicht mehr in der Zukunft, sondern in der Gegenwart liegt, wiegt dieser doppelt. Das bedeutet: Der gegenwärtige Verzicht fügt Ihnen zweimal mehr „Schmerz“ zu als Ihnen die gegenwärtige Belohnung an „Freude“ schenkt. Im Englischen nennt sich dieser Mechanismus „Loss Aversion“. Sie werden in Zukunft also doppelt und dreifach darüber nachdenken, Ihre Ziele nicht einzuhalten. Und keine Sorge: Nach 66 Tagen hat Ihr Gehirn neue Gewohnheiten adaptiert und anschließend wird Ihnen das Ziel ohnehin viel leichter fallen. Die „Burn or Burn“-Methode ist zumindest in den ersten 66 Tagen der Zielerreichung deshalb auf jeden Fall einen Versuch wert.

Teilen Sie uns gerne Ihre Erfahrungen mit der „Burn or Burn“-Methode mit oder klären Sie uns über Ihre individuellen Strategien zur erfolgreichen Zielerreichung in den Kommentaren mit. Wir sind gespannt auf Ihre ungewöhnlichen und effektiven Ansätze, um den „inneren Schweinehund“ zu überwinden.