Neues Jahr – Neues Glück! Das denken sich dieser Tage wahrscheinlich viele Arbeitnehmer und denken über einen Jobwechsel nach. Doch ist der Beginn eines neuen Jahres wirklich der perfekte Zeitpunkt hierfür? Sind nun nicht schon alle Projekte geplant und alle Stellen besetzt, damit es richtig losgehen kann? Tatsächlich kann das Kalenderjahr in unterschiedliche Bewerbungsphasen unterteilt werden. Einige davon sind empfehlenswert, andere wiederum nicht. Wann die beste Zeit für einen Jobwechsel ist, können Sie im nachfolgenden Beitrag erfahren.

Inhalt
1. Auf der Suche nach dem richtigen Zeitpunkt
2. Jahresbeginn: Erst pfui, dann hui
3. Frühjahr: Hochkonjunktur in einigen Branchen
4. Sommer: Das Loch sorgt für Stillstand
5. Herbst: Neuer Aufschwung und neue Projekte
6. Dezember: Erstaunlich gute Chancen
7. Weitere Tipps für den erfolgreichen Jobwechsel

Auf der Suche nach dem richtigen Zeitpunkt

Die Entscheidung, sich nach einem neuen Job umzuschauen, ist in der Regel eine sehr individuelle. Die meisten Arbeitnehmer lassen sich von persönlichen Gefühlen leiten und merken, wann es an der Zeit für einen Tapetenwechsel ist. Weiterhin spielt es auch immer eine Rolle, welche Stellen gerade angeboten werden. Ist etwas Vielversprechendes dabei, schlagen die meisten Jobsuchenden instinktiv zu. Ob der Zeitpunkt auch wirklich gut ist für eine Bewerbung, das lassen die meisten außer Acht.

Info: Ideal ist es, wenn zwischen Bewerbung und möglicher Einstellung drei bis vier Monate liegen. Diese Zeit wird benötigt, um Kündigungsfristen einzuhalten und einen eventuellen Umzug zu planen.

Es kann jedoch auch anders funktionieren. Um Ihre Jobchancen auf ein Maximum zu erweitern, ist es hilfreich, sich mit dem Bewerbungskalender auseinanderzusetzen. Dieser zeigt Ihnen auf, welche Monate besonders geeignet für einen Jobwechsel sind und in welchen Sie mit einer Flaute rechnen müssen.

Hinweis: Wenn in einer Stellenausschreibung ein konkreten Einstiegsdatum genannt wird, versteht es sich von selbst, dass der Bewerbungszeitpunkt entsprechend angepasst wird. Die nachfolgenden Informationen beziehen sich in erster Linie auf Initiativbewerbungen und Ausschreibungen ohne konkretes Einstiegsdatum.

Jahresbeginn: Erst pfui, dann hui

Kurz nach dem Jahreswechsel ticken die Uhren in vielen Unternehmen noch etwas langsamer. Gerade in der ersten Woche, die den Feiertag Heilige Drei Könige (*) einschließt, haben viele Mitarbeiter noch Urlaub. Erst, wenn alle Teammitglieder wieder an Bord sind, werden neue Projekte geplant und Budgets verteilt. In der Zeit ab Mitte Januar bis Ende Februar ist es durchaus sinnvoll, sich zu bewerben. Viele Unternehmen suchen dann nach neuen Mitarbeitern – zum Teil auch, weil alte den Betrieb zum Jahresbeginn verlassen haben.

Die Monate Januar und Februar sind stets ein sehr dynamischer Abschnitt im Bewerbungskalender, in dem viele Wechsel verzeichnet werden. Das kann sowohl als Vorteil als auch als Nachteil betrachtet werden. Bedenken Sie immer, dass sich zum Jahresbeginn viele Menschen auf die Suche nach einem neuen Job machen (Stichwort: Gute Vorsätze). Demzufolge ist die Konkurrenz in dieser Zeit besonders groß.

(*) = In den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt

Frühjahr: Hochkonjunktur in einigen Branchen

Wenn Sie im Tourismus oder in der Gastronomie/Hotellerie arbeiten, sollten Sie sich die Monate März und April dick im Bewerbungskalender anstreichen. Die Monate im Frühjahr sind die beste Zeit, um sich auf Stellen in den genannten Branchen zu bewerben. Der Grund: Der Sommer – und damit die Hochsaison – steht vor der Tür. Nun wird Personal besonders dringend benötigt.

In anderen Branchen ist es im Frühjahr häufig mühselig, sich zu bewerben. Viele Unternehmen haben bereits das Sommerloch vor Augen und sehen davon ab, Stellen neu zu besetzen – es sei denn natürlich, der neue Mitarbeiter ist unverzichtbar.

Sommer: Das Loch sorgt für Stillstand

Urlaub, zurückgehende Auftragslage, von der Hitze geplagte Mitarbeiter – der Sommer ist die mit Abstand schlechteste Zeit, um sich bei einem Unternehmen zu bewerben. Das sogenannte Sommerloch lässt Ihre Chancen auf einen neuen Job drastisch sinken. Wenn eine Stelle schnellstmöglich besetzt werden muss, dann handelt es sich dabei oftmals nur um einen saisonalen (Mini-)Job – beispielsweise in der Gastronomie.

Herbst: Neuer Aufschwung und neue Projekte

Nach dem Sommerloch ist in vielen Unternehmen vor den neuen Projekten. Die Personaler und Entscheider sind nun gut erholt und bereit, sich wieder aktiv mit Bewerbungen auseinanderzusetzen. Die Monate September, Oktober und November sind ein guter Zeitpunkt, um in einem neuen Betrieb Fuß zu fassen.

Info: Die Jobbörse Joblift hat in einer Untersuchung herausgefunden, dass der November besonders aussichtsreich ist, wenn Sie auf der Suche nach einem neuen Job sind. Der Grund hierfür ist laut Joblift das große Angebot an offenen Stellen in Kombination mit einer verhältnismäßig geringen Nachfrage. Weitere Informationen zur Auswertung finden Sie hier.

Dezember: Erstaunlich gute Chancen

Zum Ende des Jahres dominiert die allgemeine Annahme, dass die meisten Unternehmen sowieso schon auf Sparflamme kochen und neuen Bewerbungen kaum noch Beachtung schenken. Die Zahl der eingereichten Unterlagen nimmt stark ab. Tatsächlich ist es so, dass viele Arbeitgeber im Dezember keine neuen Mitarbeiter einstellen – es sei denn, es handelt sich hierbei um Saisonkräfte. Dennoch kann es sich als Vorteil erweisen, sich im letzten Monat des Jahres zu bewerben. Denn während die anderen erst im neuen Jahr ihre Bewerbungen schreiben, liegt Ihre Mappe längst auf dem Schreibtisch Ihres neuen Arbeitgebers. Der große Vorteil vom Dezember ist zweifelsfrei die geringe Zahl der Konkurrenten.

Weitere Tipps für den erfolgreichen Jobwechsel

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass der Zeitpunkt für eine Bewerbung dann perfekt ist, wenn die Zahl der Jobangebote weit über der der Nachfragenden liegt – sprich: Wenn die Konkurrenz überschaubar ist. Je weniger Mitbewerber es auf eine Stelle gibt, desto besser. Weiterhin ist es immer empfehlenswert, den Schritt hin zum neuen Job bewusst und selbstbestimmt zu gehen. Personaler werden es durchaus honorieren, wenn Sie sich nicht aufgrund einer vorherigen Kündigung bewerben, sondern diese Entscheidung selbst getroffen haben.

Letztendlich sollten Sie sich auch nicht ausschließlich auf den „perfekten Zeitpunkt“ für Ihre Bewerbung versteifen, sondern stets auch auf die Qualität Ihrer Unterlagen achten. Wenn Sie aufgrund von Qualifikationen, fachlichem Know-How und den richtigen Soft Skills überzeugen können, kann es durchaus auch sein, dass Sie während des Sommerlochs eine neue Anstellung finden. Der Bewerbungskalender sollte keinesfalls als in Stein gemeißelte Gesetzmäßigkeit verstanden werden. Es handelt sich hierbei lediglich um Empfehlungen und Hinweise.

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Uns interessiert nun natürlich brennend, welche Erfahrungen Sie im Bewerbungsprozess gemacht haben. Gibt es Ihrer Meinung nach Monate, in denen die Aussichten auf einen Job besser beziehungsweise schlechter sind? Oder vertrauen Sie lieber voll und ganz Ihren persönlichen Vorzügen und dem berühmten Quäntchen Glück? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

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