Enthusiasmus – das ist eines dieser Worte, welches jeder Personaler in der Bewerbung lesen möchte. Doch wissen die Bewerber eigentlich, was sie da Schönes in ihrem Anschreiben versprechen? Was bedeutet Enthusiasmus überhaupt und wie können Sie diesen glaubhaft demonstrieren? Wir sehen einmal genauer hin.

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Inhalt
1. Definition: Was bedeutet eigentlich „Enthusiasmus“
2. Enthusiasmus bei der Arbeit macht das (Berufs-) Leben leichter…
3. Enthusiasmus in der Bewerbung: Kleines Wort mit großer Wirkung
4. Machen Sie aus Enthusiasmus mehr als eine Floskel
5. Enthusiasmus im Vorstellungsgespräch beweisen – so funktioniert’s
6. Mit Enthusiasmus zu mehr Erfolg im Arbeitsleben

Definition: Was bedeutet eigentlich „Enthusiasmus“

Enthusiasmus gehört als Wort fest in den deutschen Sprachgebrauch. Der ungewöhnliche Klang und die komplizierte Schreibweise lassen aber bereits vermuten, dass es sich um einen eingedeutschten Begriff handelt. Ursprünglich kommt der Enthusiasmus aus dem Griechischen, wurde später über Latein ins Deutsche gebracht und stellt heute eine bunte Mischung aus allen drei Einflüssen dar. In Deutschland gebräuchlich ist das Wort „Enthusiasmus“ in dieser Form seit dem 16. Jahrhundert.

Seither hat sich dessen Bedeutung stark verändert. Einst negativ angehaucht als „Besessenheit von Gott“, steht Enthusiasmus mittlerweile für eine positivere Art der Begeisterung. Als Synonyme werden gerne Schwärmerei, Eifer, Ekstase, Inbrunst, Gefühlsüberschwang oder Leidenschaft verwendet. Manchmal wird Enthusiasmus auch mit Motivation gleichgesetzt. Während Motivation allerdings häufig durch berufliche oder private Ziele angetrieben wird (und dabei bis zur Selbstausbeutung führen kann), beschreibt Enthusiasmus eher den Spaß an der Tätigkeit selbst. Wir würden ihn daher als eine positive, energiegeladene und kreative Arbeitsweise übersetzen.

Enthusiasmus bei der Arbeit macht das (Berufs-) Leben leichter…

…und die Karriere steiler. Wer mit einer positiven Grundeinstellung zur Arbeit geht, wird hier nämlich automatisch besser performen, sprich überzeugende Leistungen erbringen, die Teamkollegen oder Mitarbeiter mit seiner Begeisterung anstecken, kreative Lösungen für Probleme finden und auch zu Mehrleistungen, zum Beispiel Überstunden, bereit sein. Und all das mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen. Natürlich handelt es sich dabei um eine unrealistische Traumvorstellung, zumal jeder Mensch hin und wieder einen schlechten Tag hat. Zudem gibt es wohl keinen Beruf auf der Welt, welcher Sie ausnahmslos jeden Morgen aufgeregt aus dem Bett springen und voller Vorfreude zur Arbeit düsen lässt – wenn doch, so korrigieren Sie uns bitte in den Kommentaren. Dennoch: So ein bisschen Enthusiasmus kann nicht schaden. Das wusste bereits William Shakespeare:

„Was ihr nicht tut mit Lust, gedeiht euch nicht.“

Das ist auch den meisten Personalern bewusst, weshalb das seltsam anmutende Wort in den Bewerbungen so eine große Wirkung entfalten kann – wenn es denn richtig eingesetzt wird.

Enthusiasmus in der Bewerbung: Kleines Wort mit großer Wirkung

Der Hauptgrund, weshalb Personaler in einer Bewerbung häufig nach dem Stichwort „Enthusiasmus“ suchen, liegt wohl in seiner Wirkung auf das gesamte Unternehmen. Enthusiasmus ist nämlich hoch ansteckend – im positiven Sinne. Enthusiastische Mitarbeiter und Führungskräfte verstehen es, ihre Teamkollegen mitzureißen. Sie lösen dadurch eine „enthusiastische Aufwärtsspirale“ aus, welche positive Effekte auf

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  • die Produktivität,
  • das Image,
  • die Arbeitsatmosphäre,
  • das Teamwork,
  • die Kreativität

und zahlreiche weitere Aspekte im Unternehmen hat. Das funktioniert übrigens in beide Richtungen: Führungspersönlichkeiten können Begeisterung ebenso an ihre Mitarbeitenden weitertragen wie der Praktikant dem Vorgesetzten zu einer neuen Sichtweise raus aus der Betriebsblindheit verhelfen kann. So langsam verstehen Sie vielleicht, welch unglaubliche Wirkung das kleine Wort „Enthusiasmus“ in der Bewerbung entfalten kann.

Machen Sie aus Enthusiasmus mehr als eine Floskel

Allerdings können Sie im Bewerbungsanschreiben natürlich viel versprechen, was schlussendlich nicht immer der Wahrheit entsprechen muss. Um den Personaler von Ihrem Enthusiasmus zu überzeugen, sollten Sie diesen in der Bewerbung daher belegen können. Dies gilt übrigens für alle im Anschreiben getroffenen Behauptungen. Aber was bedeutet das?

  • Erwähnen Sie das Stichwort „Enthusiasmus“ oder „enthusiastisch“.
  • Nennen Sie anschließend konkrete Beispiele.
  • Schildern Sie vielleicht, wie Sie durch Ihren Enthusiasmus die Produktivität in Ihrer Abteilung um zehn Prozent steigern konnten.
  • Oder verweisen Sie auf die im Lebenslauf aufgeführten Fort- und Weiterbildungen, welche Sie nebenberuflich belegt haben.
  • Auch ein Ausblick in die Zukunft ist möglich: „Mit mir gewinnen Sie einen enthusiastischen Mitarbeiter mit viel Eigenmotivation und Lernbereitschaft…“

Doch das Anschreiben ist nur der erste Schritt, um Ihren potenziellen neuen Arbeitgeber von Ihrem Enthusiasmus zu überzeugen. Anschließend wird er nämlich im Vorstellungsgespräch sowie im Arbeitsleben – vorausgesetzt Sie ergattern den Arbeitsvertrag – auf die Probe gestellt. Enthusiasmus sollte sich auch wie ein roter Faden durch den weiteren Bewerbungsprozess sowie Ihr gesamtes Berufsleben ziehen.

Enthusiasmus im Vorstellungsgespräch beweisen – so funktioniert’s

Im Bewerbungsgespräch gilt es daher, Ihre Aussagen aus dem Anschreiben zu wiederholen. Zudem können Sie Enthusiasmus beweisen, indem Sie

  • Fragen zum Job stellen, aus welchen der Personaler schließen kann, dass Sie sich mit der Ausschreibung und dem Unternehmen beschäftigt haben.
  • Interesse an der Abteilung, den potenziellen neuen Arbeitskollegen und Vorgesetzten sowie dem Unternehmen im Allgemeinen zeigen.
  • sich tiefergehend in Ihrem Fachbereich auskennen, zum Beispiel durch Fort- und Weiterbildungen, Eigenlektüre oder den Besuch von Messen und Events (gerne auch in der Freizeit).
  • nach dem Bewerbungsgespräch noch einmal eine freundliche E-Mail schreiben oder sich kurz telefonisch melden, um sich für die Einladung und das Kennenlernen zu bedanken und Ihr weiterhin bestehendes Interesse an der Stelle zu bekunden.

Sie haben den Job? Ende gut, alles gut! Doch wenn Sie noch mehr möchten und auf die Beförderung oder eine steile Karriere aus sind, sollten Sie auch im Arbeitsalltag niemals Ihren Enthusiasmus verlieren. So haben Sie nämlich nicht nur mehr Spaß an Ihrem Beruf und schonen Ihre Gesundheit, sondern Sie stechen auch positiv aus der Masse heraus und erhöhen Ihre Chancen auf den nächsten Karriereschritt gravierend.

Mit Enthusiasmus zu mehr Erfolg im Arbeitsleben

Aber wie können Sie im Arbeitsalltag Enthusiasmus beweisen und positiv aus der Masse hervorstechen? Wenn Sie wirklich mit Spaß an der Arbeit sind, wird Ihr Umfeld das ohnehin merken. Dennoch können Sie Ihren Enthusiasmus mit folgenden Tipps noch einmal deutlicher demonstrieren:

  1. Behalten Sie eine positive Grundeinstellung bei und lassen Sie sich selbst bei Problemen nicht aus der Ruhe bringen.
  2. Unterstützen Sie Ihre Kolleginnen oder Kollegen, wenn diese mit einer Aufgabe überfordert sind oder Sie nach Rat fragen und zeigen Sie Bereitschaft zur Mehrarbeit.
  3. Besuchen Sie Fort- und Weiterbildungen, Seminare sowie auch Events oder Messen.
  4. Knüpfen Sie im Berufs- und Privatleben wichtige Kontakte und pflegen Sie Ihr Netzwerk.
  5. Bilden Sie sich auf eigene Faust weiter. Recherchieren Sie zum Beispiel stets die neuesten Forschungsergebnisse zu Ihrem Fachbereich, abonnieren Sie Fachmagazine oder belegen Sie Online-Seminare zu verschiedenen Themen.
  6. Bleiben Sie stets über die Vorgänge im Unternehmen informiert, über dessen wirtschaftliche Situation, geplante Fusionen, stattfindenden Umstrukturierungen oder auch aktuelle Verkaufs- und Umsatzzahlen.
  7. Trauen Sie sich, eigene Ideen vorzubringen, kreative Lösungsansätze vorzuschlagen oder in Meetings auch hin und wieder einmal das Wort zu ergreifen.
  8. Suchen Sie den direkten Dialog mit Ihrem Vorgesetzten. Besprechen Sie anstehende Projekte, Ihren persönlichen Werdegang oder Konflikte im Team – was auch immer gerade ansteht. Zeigen Sie die Bereitschaft neue Projekte anzunehmen, Überstunden zu leisten oder sich neue Tätigkeitsbereich zu erschließen.
  9. Ergreifen Sie gerne auch die Initiative, wenn es um Kundenpräsentationen, Networking-Events oder Geschäftsreisen geht. Das macht sich gut im Lebenslauf, Sie sammeln wichtige Erfahrungen und beweisen zugleich Ihren Enthusiasmus.
  10. Der letzte und wohl wichtigste Tipp lautet:
„To become more enthusiastic, act more enthusiastic“ (Frank Bettger)
Bild: Arbeits-ABC/Canva.com

Auf Dauer wird vorgespielter Enthusiasmus so nämlich im besten Fall zu wahrem. Und nur dieser ehrliche Enthusiasmus wird langfristig all die genannten positiven Effekte für Sie und Ihr Umfeld mit sich bringen. Er hilft Ihnen, mehr Spaß und Motivation bei der Arbeit zu finden und so auf Dauer nicht nur gesünder und glücklicher, sondern vor allem auch erfolgreicher im Beruf zu sein.

Oder wie stehen Sie zum Thema „Enthusiasmus“? Ziehen Sie als Personaler enthusiastische Bewerber vor und weshalb (nicht)? Oder wie finden Sie als Arbeitnehmer immer wieder neuen Enthusiasmus und welche Vorteile bringt dieser aus Ihrer Sicht mit? Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen, Meinungen und Anregungen in den Kommentaren.

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