Du hast mit Sicherheit schon einmal an deinem Arbeitsplatz den Drucker im Büro für private Zwecke benutzt. Schnell ein wichtiges Formular ausdrucken, weil du mal wieder vergessen hast, neue Druckerpatronen zu kaufen oder dir den Gang in einen Copyshop sparen möchtest. Da ist doch nichts dabei, oder etwa nicht? Aber ist das wirklich erlaubt, private Dokumente am Arbeitsplatz auszudrucken oder drohen hier arbeitsrechtliche Konsequenzen?

So sieht die Rechtslage aus

Viele Arbeitnehmer drucken im Büro oftmals private Dokumente für sich oder sogar für Familie und Freunde aus. Auch wenn heutzutage fast alles digitalisiert wurde, gibt es immer noch viele Anträge, welche in Papierform eingereicht werden müssen. Je nachdem, wie häufig du also den Drucker an deiner Arbeitsstelle benutzt, kann der Verbrauch von Druckerpatronen und Papier stark ansteigen und diese Utensilien gibt es natürlich nicht umsonst.

Genau hier sieht Johannes Schipp, ein Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Gütersloh, auch das Problem. Denn aufgrund dieses Verbrauches ist das Drucken privater Dokumente am Arbeitsplatz eigentlich gar nicht erlaubt. Die Geräte am Arbeitsplatz sind nämlich rechtlich gesehen nur für dienstliche Zwecke zu verwenden. Auch wenn du nur eine schwarz-weiße Seite druckst, solltest du also lieber vorher deinen Chef fragen, ob das in Ordnung geht. Die meisten Arbeitgeber haben nämlich prinzipiell nichts dagegen, falls du jedoch hinter dem Rücken deines Vorgesetzten private Dokumente druckst, kann es sein, dass du eventuelle Konsequenzen tragen musst.

Auch sehen viele Arbeitnehmer die Tatsache, dass es oftmals kein offizielles Verbot dafür gibt, als Einladung dazu, private Dokumente im Büro zu drucken. Doch nur weil es kein offizielles Verbot gibt, heißt das noch lange nicht, dass es erlaubt ist. Denn selbst wenn es nicht ausdrücklich im Arbeitsvertrag vermerkt ist, so brichst du trotzdem einige Regeln und wirst hier definitiv als Verlierer hervorgehen, wenn dein Chef dich zur Rede stellt.

Was kann dir passieren, wenn du heimlich private Dokumente druckst?

Ganz streng genommen handelt es sich dabei sogar um Diebstahl, da du Utensilien deiner Arbeitsstätte für private Zwecke verbrauchst. Mit einer Kündigung oder sogar einer Anzeige musst du jedoch höchstwahrscheinlich nicht rechnen. Es kann jedoch sein, dass, wenn du dabei erwischt wirst, wie du ungefragt den Drucker im Büro für deine privaten Unterlagen benutzt, dass du eine Abmahnung erhältst. Bist du noch in der Probezeit oder dein Chef hat dich sowieso auf dem Kieker, dann kannst du im schlimmsten Fall doch mit einer Kündigung rechnen.

Dazu kommt, dass es nicht nur Druckertinte und Papier sind, welche du verbrauchst, sondern auch Arbeitszeit, welche dir bezahlt wird. Viele Vorgesetzte finden das wahrscheinlich nicht wirklich gut.

Aus diesem Grund solltest du dich immer vorher absichern und bei deinem Chef nachfragen, ob du etwas im Büro ausdrucken darfst. Wie bereits erwähnt, in den seltensten Fällen wird dein Vorgesetzter dies verneinen und gegen das Argument der Arbeitszeitverschwendung kannst du auch etwas tun. Entweder druckst du die Dokumente in deiner Pause oder eben nach Feierabend. Beachte jedoch auch, selbst wenn dein Vorgesetzter es dir erlaubt, private Unterlagen an deiner Arbeitsstelle zu drucken, solltest du diese Gutmütigkeit nicht überstrapazieren. Falls du plötzlich anfängst, 100-seitige Essays auszudrucken, kannst du ganz schnell trotzdem Probleme bekommen. Unabhängig davon solltest du immer bedenken, Papier und Druckertinte kosten ebenfalls Geld.

Sollte dein Chef tatsächlich ein klares Verbot aussprechen, dann solltest du es keinesfalls darauf anlegen und die Unterlagen heimlich ausdrucken. Falls das rauskommt, könntest du mit deutlich schärferen Konsequenzen rechnen, da du dich klar einer Anweisung widersetzt hast. In diesem Fall solltest du lieber den Weg zum nächsten Copyshop auf dich nehmen oder jemand aus der Verwandtschaft oder Freundeskreis fragen, ob dort jemand für dich etwas ausdrucken kann.

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