Arbeiten Sie in einem kreativen Beruf? Oder benötigen Sie für ein Meeting innovative Ideen? Vielleicht sind Sie auch Autor und leiden unter einer Schreibblockade? So etwas in der Art dürfte jeder von Ihnen kennen, nennen wir es also einfach eine „Kreativitätsblockade“. Was können Sie machen, wenn in Ihrem Gehirn gefühlt gähnende Leere herrscht, doch der Abgabetermin für das Projekt, Buch, Kunstwerk & Co immer näher rückt?

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Junger Mann am Laptop hat eine Kreativitätsblockade
Bildqulle: @Tim Gouw – unsplash.com

Inhalt
1. Welche Gründe kann eine Kreativitätsblockade haben?
2. Ein Spaziergang kann Wunder bewirken
3. Tipps und Tricks gegen die Kreativitätsblockade

Welche Gründe kann eine Kreativitätsblockade haben?

Blockaden sind bei kreativen Prozessen nichts Ungewöhnliches. Schon früher warteten Schriftsteller, Maler oder auch Musiker darauf, dass sie „von der Muse geküsst“ wurden. Sie befanden sich im stetigen Wechsel zwischen Kreativitätsblockade und Flow.

Lese-Tipp: „„Flow“ – Wenn’s läuft, dann läuft’s!

Doch für Leerlaufzeiten ist heutzutage nur noch in den wenigsten Berufen Platz. Hektik, hohe Arbeitslast und ständiger Termindruck gehören in vielen Unternehmen zum Arbeitsalltag. Darunter leidet natürlich die Kreativität – auch, aber nicht nur, in kreativen Berufen. Gerade, wenn es darauf ankommt, also ein Projekt dringend oder besonders anspruchsvoll ist, macht Ihnen plötzlich das Gehirn einen Strich durch die Rechnung. Diagnose: Kreativitätsblockade. Aber wie entsteht eine solche? Prinzipiell können die Gründe vielfältig sein. Diese sind nur einige Beispiele von Auslösern, welche einzeln oder kombiniert eine Kreativitätsblockade hervorrufen können:

  • Je höher der Druck, umso geringer die Kreativität. Viele Menschen reagieren auf Leistungs- oder Zeitdruck mit einer Blockade.
  • Einigen Menschen macht in modernen Büroberufen hingegen der fehlende Ausgleich zwischen mentaler und körperlicher Arbeit zu schaffen. Ihr Kopf fühlt sich „voll und müde“ an, während ihr Körper eigentlich noch fit und leistungsfähig ist. Die Blockade entsteht also aus einem Ungleichgewicht.
  • Logisches Denken steht der Kreativität ebenfalls häufig im Weg. Wer die praktischste, schnellste oder kostengünstigste Lösung sucht, tappt meist lange auf der Stelle. Kreativität bedeutet stattdessen, neue Blickwinkel einzunehmen und auch manchmal „unvernünftig“ oder „ungewöhnlich“ zu denken, um neue Ansätze zu finden.
  • Kennen Sie das Sprichwort „Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“? Manchmal sind Sie bei einer Kreativitätsblockade sozusagen betriebsblind. Es fehlt Ihrem Gehirn an neuen Reizen wie neuer Musik, einer neuen Umgebung oder neuen Herausforderungen, um wirkliche kreativ zu werden. Stattdessen drehen Sie sich beim Brainstorming immer wieder im Kreis. Woher soll der benötigte neue Impuls auch kommen?
  • Strenge Regeln können den Spielraum so weit einschränken, dass kein Platz mehr für Kreativität bleibt. Starre Strukturen oder ständige Vorsicht sind deshalb die Todfeinde jeder kreativen Arbeit.
  • Wenn Sie zu kompliziert denken, stehen Sie sich damit manchmal selbst im Weg. Überlegen Sie einmal: Die meisten weltbewegenden Erfindungen waren eigentlich ganz simpel. Denken Sie deshalb praktisch und geradlinig, statt sich in all Ihren Gedankenschnörkeln immer wieder im Kreis zu drehen.
  • Negative Glaubenssätze können ebenfalls der Grund für einen ausbleibenden Geistesblitz sein. Wenn Sie davon überzeugt sind, dass Sie (zumindest heute) nicht kreativ sind beziehungsweise diese Aufgabe nicht lösen können, wird dies genau so geschehen. Es ist der altbekannte Mechanismus der selbsterfüllenden Prophezeiung, welcher hier greift.

Lese-Tipp: „Aus „negativ“ mach „positiv“: Glaubenssätze auflösen und umwandeln

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Ein Spaziergang kann Wunder bewirken

Zugegeben, einige große Werke sind wohl aus Leid entstanden, sei es körperlicher oder emotionaler Art. Doch wenn Sie nicht gerade den nächsten Bestseller schreiben möchten, sondern jeden Tag im Beruf kreativ und leistungsfähig sein müssen, sollten Sie unbedingt auf Ihre Gesundheit achten.

„Nichts kann einem die Tür zu sich selber besser öffnen
als ein Spaziergang durch schlechtes Wetter.“
(Mark Twain)

Ein Spaziergang sollte deshalb regelmäßiger Bestandteil Ihres Alltags werden. Kaufen Sie sich einen Hund, verbringen Sie die Mittagspause mit einer Joggingrunde oder etablieren Sie einen Spaziergang vor dem Einschlafen fest in Ihren Abend. Kleine Wunder kann diese Bewegung zudem bei einer akuten Schreibblockade bewirken. Wieso? Das lesen Sie in folgendem Artikel:

Lese-Tipp: „Konzentration durch Bewegung: So bekämpfen Sie einen Blackout

Mit einem täglichen Spaziergang werden Sie sprichwörtlich in die Fußstapfen vieler erfolgreicher und vor allem kreativer Menschen treten: Charles Dickens, Henry David Thoreau oder Ernest Hemingway sind nur einige davon.

Tipps und Tricks gegen die Kreativitätsblockade

Doch ein Spaziergang ist nicht das einzige wirksame Mittel gegen eine Kreativitätsblockade. Zudem hängt die „Therapie“ ja auch stets mit der „Ursache“ zusammen. Das bedeutet: Je nachdem, woraus Ihre Blockade resultiert, hilft Ihnen eine andere Strategie, um Ihre Kreativität wiederzufinden. Schlussendlich müssen Sie selbst herausfinden, was bei Ihnen persönlich am besten hilft. Wir haben Ihnen deshalb einige Anregungen zusammengetragen. Vielleicht ist Ihr individuelles Geheimrezept auch eine Mischung aus mehreren:

  • Entspannung: Wie bereits erwähnt, schließen sich Druck und Kreativität gegenseitig aus. Doch häufig geraten Sie in einen wahren Teufelskreis, denn wenn die Kreativität nicht fließen will, die Deadline aber immer näher rückt, kommen Sie erst recht unter Zeit- oder Leistungsdruck. Dies wiederum steht Ihrem kreativen Schaffensprozess noch mehr im Weg als ohnehin bereits. Und immer so weiter…Was Sie also tun können, ist sich bewusst zu entspannen, das Smartphone auszuschalten, die Uhren zu verstecken, Ihre Lieblingsmusik zu hören oder etwas zu meditieren.

  • Körperliche Arbeit: Es gibt Menschen, die schwören bei Kreativitätsblockaden auf körperliche Arbeit als Ausgleich zur geistigen Anstrengung. Wenn Sie also einen Beruf haben, in welchem Sie zwischen geistiger und körperlicher Arbeit abwechseln, legen Sie doch einfach eine Pause von der Kreativität ein und widmen Sie sich so lange anderen Aufgaben, bis die Muse Sie von selbst küsst. Ist dies bei Ihnen nicht der Fall, probieren Sie es mit einem körperlich anstrengenden Hobby oder ein wenig Heimwerken in den eigenen vier Wänden.
  • Urlaub: Perfekt wäre jetzt natürlich eine Auszeit. Sollten Sie also die Möglichkeit eines Tapetenwechsels haben, sei es für ein Wochenende, eine oder auch drei Wochen, so nutzen Sie diese. Die neue Umgebung sowie der freie Geist abseits aller Sorgen, Termine und To-Do-Listen werden Ihre Kreativität neu beflügeln.
  • Abenteuer: Vielleicht fehlt Ihnen auch einfach der „Kick“ für die nächste zündende Idee. Wie wäre es deshalb, wenn Sie etwas völlig Verrücktes wagen? Haken Sie zum Beispiel einen Punkt auf Ihrer „Bucket List“ ab. Oder überwinden Sie eine Ihrer größten Ängste. Wie wäre es mit Fallschirmspringen? Einem Aufstieg auf den Himalaya? Der harmlosen Mutprobe mit Freunden auf die guten alten Zeiten? Die Möglichkeiten sind vielfältig. Nutzen Sie diese!

Welche Strategie hat Ihnen am besten geholfen? War es auch der Spaziergang wie bei Ernest Hemingway & Co? Kennen Sie weitere Tipps aus eigener Erfahrung? Wir bedanken uns für Ihre Kommentare zum Thema Kreativitätsblockade.

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