Deine Karriere gerät ins Stocken; der Jobfrust nagt an dir. Sieben Wege, die dich aus der beruflichen und mentalen Sackgasse führen.

Der ewige Zweifel

Es kommt der Moment in deiner Karriere, der dich an allem zweifeln lassen wird. Wenn es mit dem Aufstieg nicht so richtig klappen will, du dich im Kreis drehst und unzufrieden dem Alltagstrott nachgehst, wirst du dich fragen:

„Wie um alles in der Welt bin ich in dieser beruflichen Sackgasse gelandet?“

Mögliche Situationen, die dich gerade frustrieren:

  • Dein Chef teilt dir keine verantwortungsvollen Aufgaben zu.
  • Du wartest ewig auf deine Beförderung und verlierst langsam die Hoffnung.
  • Du hast gefühlt bereits alles in deiner Macht Stehende getan, um voranzukommen.

Die gute Nachricht ist, dass es nicht zwangsläufig an dir liegt, wenn eine Beförderung oder verantwortungsvolle Aufgaben ausbleiben. Generell wächst die Wechselbereitschaft in Deutschland, weil Beschäftigte ihr volles Potenzial nicht entfalten können, unzufrieden sind und keine Chance sehen, beim aktuellen Auftraggeber aufzusteigen. Dennoch lohnt es sich, genauer hinzuschauen, wenn der Erfolg auf sich warten lässt: Wie trittst du im Unternehmen auf? Bietet dein Arbeitgeber überhaupt realistische Möglichkeit, damit du beispielsweise aufsteigen kannst? Wie steht es um deinen Kommunikationsstil?

Karriere gerät ins Stocken: Diese Tipps helfen jetzt

Wenn du dir endlich Veränderung wünschst, ist der erste Schritt die Selbstreflexion. Um der beruflichen und mentalen Sackgasse zu entfliehen, fängst du deshalb bei dir an. Finde heraus, welche Punkte du verbessern kannst, aber auch, was du nicht beeinflussen kannst.

#1: Arbeite an deinem Kommunikationsstil

Eine Sache, an die wir vielleicht nicht denken, wenn wir über unseren Karrierestillstand grübeln, ist die eigene Art, mit Kunden, Vorgesetzten und Kollegen zu kommunizieren. Es sind manchmal banale Sachen, die dazu führen, dass dein Chef dich falsch einschätzt: Missverständnisse entstehen, wenn wir beispielsweise selbstbewusst wirken wollen, aber stattdessen Arroganz ausstrahlen. Oder wenn du freundlich sein willst, stattdessen jedoch unterwürfig wirkst – und deshalb nie die Chance bekommst, dein Potenzial zu entfalten.

Was du tun kannst:

  • Reflektiere deinen Kommunikationsstil und achte bewusst darauf, wie dein Umgang mit deinem beruflichen Umfeld ist.
  • Stärke deine Kommunikation durch aktives Zuhören und Empathie, aber verliere dich nicht, indem du zum „Ja-Sager“ wirst.
  • Kommuniziere transparent und sachlich, wenn du dich in einer Diskussion befindest.
  • Reflektiere auch deine Körpersprache und Mimik: Was willst du ausstrahlen – und was kommt an?

#2: Ergreife Eigeninitiative

Du wartest darauf, dass der Erfolg zu dir kommt? Das erklärt, warum du unzufrieden bist und das Gefühl hast, dass deine Karriere ins Stocken gerät. Wichtig ist, aus dem passiven Loch herauszutreten und das eigene Glück in die Hand zu nehmen. Wir behaupten nicht, dass das ein einfacher Weg ist. Er ist mit Zurückweisung verbunden und erfordert viel Mut. Aber es lohnt sich, um endlich einen Weg aus der Sackgasse heraus zu finden.

  • Gehe aktiv auf deinen Chef zu, wenn du dir Veränderung wünschst.
  • Stehe für deine Wünsche, deine Rechte als Arbeitnehmer und deine Bedürfnisse ein.
  • Höre auf mit dem Grübeln – und komme schneller ins Tun, wenn du nicht länger warten möchtest.

#3: Entwickle ein Gruppengefühl

Wenn du in deiner eigenen Bubble lebst und Teamarbeit nicht so deins ist, ist das zwar verständlich. Aber auch ein mögliches Problem, wenn du zum Beispiel auf eine bessere Position hoffst. Ein soziales Zugehörigkeitsgefühl hilft dir dabei, selbstbewusster in Gruppen aufzutreten und dich wohlzufühlen.

Tausche dich aus – in Meetings, beim Mittagessen, nach dem Feierabend. Um ein gutes Gefühl für dein Team zu entwickeln und eine Verbindung aufzubauen, ist ebenfalls Eigeninitiative gefragt. Beachte auch, dass wir uns nicht immer und zu 100 Prozent mit allen Kollegen verstehen. Das ist in Ordnung und sollte dich nicht davon abhalten, deinen Mut zusammenzunehmen und die Angst vor Zurückweisung selbst beiseite zu schieben.

#4: Tausche dich mit deinen Kollegen aus

Wenn dein Bauchgefühl dir sagt, dass etwas nicht stimmt, du aber keine Erklärung für die Stagnation deiner Karriere hast, können enge Kollegen dir weiterhelfen. Sie nehmen manchmal wahr, was uns selbst entgeht. Aber sie trauen sich vielleicht nicht, dich darauf anzusprechen. Also: Nimm es selbst in die Hand und hake in einem Gespräch nach, ob etwas nicht in Ordnung ist.

Wenn es nicht an dir liegt, solltest du genauer hinschauen

#5: Dein Chef hält dich bewusst klein

Du bist ein Overachiever, glänzt mit deinen Leistungen und deiner Expertise. Außerdem kommst du gut an. Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass du nicht aufsteigen kannst, weil dein Chef dich als Konkurrenz sieht? Toxische Führungskräfte sorgen regelmäßig dafür, dass Mitarbeiter ein Unternehmen verlassen. Darauf hast du keinen Einfluss.

Das kannst du machen:

  • Achte auf Anzeichen von Eifersucht, Machtmissbrauch und „Kleinhalten“ bei deinen Vorgesetzten.
  • Signalisiere, dass du die (hierarchische) Position deines Chefs anerkennst, aber bleibe dir dennoch treu und sprich eine unfaire Behandlung sachlich an.
  • Es geht nicht anders? Vielleicht wird es Zeit, sich nach neuen Chancen bei anderen Arbeitgebern umzuschauen.

#6: Dein Arbeitgeber bietet keine Weiterentwicklungs- oder Karrierechancen

Auch wenn wir in Inseraten mit großen Versprechungen gelockt werden, stellt sich in der Praxis manchmal heraus, dass sie nichts anderes als heiße Luft sind. Leider sind Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten deshalb nicht immer so realisierbar, wie wir sie uns zu Beginn ausgemalt haben. Die Realität wird dich spätestens jetzt einholen, wenn du feststellst, dass du eigentlich vergeblich auf eine Chance wartest, die nie kommen wird.

Was kannst du jetzt unternehmen? Generell hilft es, das Gespräch mit deinem Arbeitgeber zu suchen und konkrete und gemeinsame Ziele für deine weitere Entwicklung im Unternehmen zu besprechen, bevor du über einen Arbeitsplatzwechsel nachdenkst.

Wichtig ist, sich nicht abspeisen zu lassen: Weise sachlich auf die speziellen „Versprechungen“ hin, mit denen dein Arbeitgeber dich für das Team gewinnen konnte und bleibe dabei so objektiv wie möglich. Viele Beschäftigte wünschen sich konkrete Weiterentwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten und setzen diese als Bedingung voraus, sich an ein Unternehmen zu binden. Wenn du damit angelockt und überzeugt wirst, ist es mindestens die moralische Pflicht deines Arbeitgebers, sich daran zu halten.

#7: Auftreten und Außenwahrnehmung

Die Zahlen stimmen, du bist der organisatorische Überflieger im Unternehmen oder die Expertin, die Kollegen aufsuchen, wenn sie ein Problem haben. Dennoch sind es Kleinigkeiten, die dazu führen, dass wir trotz unserer Leistung auf der Strecke bleiben. Du bist laut und auffällig oder besonders introvertiert; einfach anders als die anderen? Das ist auch gut so – aber möglicherweise ein Problem in dem Job, den du ausübst, zumindest aus Sicht des Unternehmens.

Deshalb: Stelle sicher, dass du einen Arbeitgeber findest, der zu dir passt und umgekehrt. Die Unternehmenskultur sollte mit deinem Wesen und deinen Werten matchen. Denn manchmal hat das Stocken der Karriere nicht viel mit deiner fachlichen Expertise zu tun, die zweifelsohne vorhanden ist, wenn du für eine spezielle Position eingestellt worden bist. Sondern damit, dass ihr, also du und dein Arbeitgeber, kein Match seid.

Foto von Tima Miroshnichenko Pexels.com