Wir leben in Zeiten, in welchen der Arbeitsalltag immer schneller und komplexer wird. Die Arbeitstage werden zwar nicht länger, dafür aber kompakter. Luft zum Durchatmen bleibt da häufig keine mehr. Kein Wunder, dass mehr und mehr Menschen unter der ständigen Hektik einbrechen und mit psychischen oder physischen Beschwerden (zeitweise) aus dem Beruf aussteigen müssen. Jeder ruft nach besserem Zeitmanagement. Wir sagen: Auf das Energiemanagement kommt es an!

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Frau arbeitet entspannter und produktiver durch ein besseres Energiemanagement
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Inhalt
1. Zeit ist knapp: Da bringt auch das beste Zeitmanagement nichts mehr
2. Der Mensch ist kein Roboter: Auch Energie ist begrenzt!
3. Energiemanagement: Leistung ist zeitunabhängig
4. Energie ist eine ebenso wichtige Ressource wie Zeit
5. Warnzeichen: Wann wird es höchste Zeit für Energiemanagement?
6. Energiemanagement besteht aus zwei Faktoren: Körper und Emotionen

Zeit ist knapp: Da bringt auch das beste Zeitmanagement nichts mehr

Natürlich kann es Ihre Produktivität drastisch erhöhen, wenn Sie Ihren Arbeitstag besser durchstrukturieren und die sechs, acht oder zehn Stunden so effizient wie möglich nutzen. Doch Zeit ist nun einmal ein begrenztes Gut und kann nicht einfach vermehrt werden. Schlussendlich haben Sie eben doch nur sechs, acht oder zehn Stunden pro Arbeitstag, um Ihre Aufgaben zu erledigen. Und wenn diese bereits optimal durchorganisiert sind, bringt auch das beste Zeitmanagement nichts mehr.

Lese-Tipp:Zeitmanagement – Methoden, Tipps und Tools für effektiveres Arbeiten

Im Gegenteil: Sie bringen sich selbst nur unter Dauerstress, dadurch steigt Ihre Fehleranfälligkeit und auf Dauer drohen Ihnen ein Burnout-Syndrom oder andere stressbedingte physische beziehungsweise psychische Erkrankungen.

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Der Mensch ist kein Roboter: Auch Energie ist begrenzt!

Zudem obliegt der ständige Ruf nach einem verbesserten Zeitmanagement einem fundamentalen Denkfehler: Mehr Arbeitszeit bedeutet nicht mehr Leistung. Im Gegenteil: Erste Experimente zum Sechs-Stunden-Arbeitstag beweisen, dass ein Arbeitnehmer in sechs Stunden ebenso viel, wenn nicht sogar mehr, Leistung erbringen kann wie in acht oder mehr Stunden.

Lese-Tipp:6-Stunden-Arbeitstag – Märchen oder bald auch in Deutschland?

Daraus ergibt sich eine interessante Schlussfolgerung: Je länger ein Mensch arbeitet, umso geringer ist seine Produktivität. Es bringt also nichts, dass Sie nun Überstunde um Überstunde schieben oder Ihren Arbeitstag immer besser durchzustrukturieren versuchen.

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Denn ein Mensch ist kein Roboter. Er verfügt über ein begrenztes Kontingent an Energie und sobald dieses aufgebraucht ist, muss es neu aufgeladen werden. Daran führt kein Weg vorbei. Immer mehr Menschen plädieren daher jetzt für Energiemanagement anstelle des Zeitmanagements.

Energiemanagement: Leistung ist zeitunabhängig

Um den Anforderungen der komplexen modernen Berufswelt genügen zu können, müssen Sie umdenken. Auch bei der Arbeitszeit gilt nämlich: Qualität statt Quantität. Energiemanagement optimiert also nicht nur Ihren Beruf, sondern auch Ihr Privatleben. So können Überstunden wieder zur Ausnahme werden und Sie genießen endlich mehr wertvolle Zeit mit der Familie.

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Der Grundgedanke ist ganz einfach: Wenn Sie Ihre Energie besser managen, können Sie produktiver arbeiten, dadurch wichtige Zeit einsparen und Stress durch den ständigen Zeitdruck reduzieren. Sie bleiben auf Dauer gesünder, glücklicher und dennoch erfolgreicher als mit reinem Zeitmanagement.

Wieso? Weil Sie im Gegensatz zu Ihren Kolleginnen und Kollegen mit Ihrer Energie haushalten, statt auszubrennen, und diese daher früher oder später auf der Karriereleiter überholen werden. Denn wenn ihnen die Puste ausgeht, sind Sie noch voller Energie und leistungsfähig. Klingt nachvollziehbar, oder? Aber ist das wirklich so einfach?

Energie ist eine ebenso wichtige Ressource wie Zeit

Zeit sei das kostbarste Gut eines Menschen, wird immer gesagt. Und natürlich ist da auch etwas Wahres dran. Doch kennen Sie den Spruch:

„Gesundheit ist gewiss nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“
(Arthur Schopenhauer)

Was bringt Ihnen Ihre Zeit, wenn Sie diese nur mit Arbeit verbringen oder sie irgendwann aufgrund einer Erkrankung nicht (mehr) nutzen und genießen können? Zeitmanagement ist ein wichtiger Aspekt Ihres Ressourcenmanagements. Doch Energie ist mindestens ebenso wichtig. Oder sagen wir einfach: Gesundheit. Denn prinzipiell handelt es sich beim Energie- und nichts Anderes als Ihr persönliches Gesundheitsmanagement.

Warnzeichen: Wann wird es höchste Zeit für Energiemanagement?

Energiemanagement eignet sich für jeden Menschen in jeder Lebenslage. Schließlich möchten wir doch alle lange leben und gesund bleiben, um dieses Leben auch in vollen Zügen genießen zu können, oder? Am besten integrieren Sie es daher noch heute in Ihr neues, gesünderes Leben und agieren dadurch präventiv. Allerhöchste Eisenbahn wird es für Sie jedoch, wenn Sie bereits eines oder mehrere der folgenden Warnzeichen in Ihrem (Arbeits-) Alltag identifizieren können:

  • Sie leiden unter Schlafstörungen oder schlafen regelmäßig weniger als sieben Stunden pro Nacht.
  • Sie fühlen sich abgeschlagen, leiden unter bleierner Müdigkeit oder Energielosigkeit.
  • Sie nehmen unregelmäßige sowie (häufig) ungesunde Mahlzeiten zu sich.
  • Sie essen stets unter Zeitdruck oder lassen Mahlzeiten gänzlich ausfallen.
  • Sie treiben wenig bis überhaupt keinen Sport und sind bereits außer Atem, wenn Sie im Büro die Treppe anstelle des Aufzugs nehmen.
  • Sie legen im Arbeitsalltag keine, keine regelmäßigen oder viel zu kurze Pausen ein.
  • Sie finden auch in Ihrer Freizeit nur selten Entspannung und es fällt Ihnen schwer, von der Arbeit abzuschalten.
  • Sie verbringen (zu) wenig Zeit mit Ihrer Familie, Freunden und Bekannten.
  • Sie haben keinerlei Hobbys (mehr) oder üben diese nur noch selten aus.
  • Sie leiden unter Stimmungsschwankungen, Aggressionen, Depressionen oder Ängsten.
  • Sie sind ungeduldig und reagieren gestresst, wenn Ihr Zeitmanagement sich verzögert.
  • Sie fühlen sich selten glücklich, ausgelassen und voller Lebensfreude.
  • Allein der Gedanke an die Arbeit hinterlässt bei Ihnen negative Emotionen wie Angst, Unwohlsein oder Ärger.

Energiemanagement besteht aus zwei Faktoren: Körper und Emotionen

Sie leiden bereits unter einem oder mehreren dieser Warnzeichen? Dann wird es höchste Zeit für ein besseres Energiemanagement. Und auch präventiv können Sie so gleich auf zwei Ebenen an einem langen, gesunden, glücklichen und erfolgreichen Leben arbeiten: auf körperlich und auf emotionaler. Denn Energiemanagement berücksichtigt stets sowohl Ihre körperliche Gesundheit als auch Ihre Regulation von Gefühlen, Ängsten, Stress & Co. Erfolgreiches Energiemanagement gestaltet sich also wie folgt:

  • Üben Sie sich in Achtsamkeit, nehmen Sie Ihre Emotionen wahr und lernen Sie diese besser zu kontrollieren. Tipps hierfür finden Sie im Artikel „Ade Stimmungsschwankungen – Hallo emotionale Stabilität!“.
  • Achten Sie auf ausreichend Schlaf. Empfohlen werden rund sieben bis acht Stunden pro Nacht, wobei das Schlafbedürfnis individuell ein wenig schwanken kann. Finden Sie daher selbst heraus, mit welchem Schlafpensum Sie sich am wohlsten und den ganzen (Arbeits-) Tag über fit fühlen.
  • Gesunde Ernährung spielt beim Energiemanagement natürlich ebenfalls eine tragende Rolle. Wichtig sind zudem regelmäßige Mahlzeiten. Genießen Sie diese, wenn möglich, ohne Zeitdruck. Essen kann auch Entspannung bedeuten.
  • Gehen Sie zudem gelassener durch Ihr (Berufs-) Leben und profitieren Sie von den daraus resultierenden positiven Effekten auf Ihr Wohlbefinden sowie Ihren Erfolg, wie im Artikel „Just relax: 5 Tipps für mehr Gelassenheit im Job“ geschildert.
  • Legen Sie regelmäßige Pausen ein. Richtig genutzt, sind diese nämlich kein Zeitfresser, sondern ein großes Plus für Ihre Energie und damit auch Ihre Produktivität. Weitere Informationen finden Sie im Artikel „I need a break: So setzen Sie Ihre Pausen richtig“.
  • Wie wäre es vielleicht sogar mit einem kurzen Power-Nap? Wann dieser möglich ist, wie lange er dauern sollte und welche positiven Effekte er mit sich bringt, verraten wir Ihnen im Artikel „Power-Nap: Tipps für den gesunden Mittagsschlaf im Büro“.
  • Trauen Sie sich zudem, auch im Job hin und wieder „Nein“ zu sagen und Aufgaben zu delegieren. Sie können und müssen nicht alles selbst erledigen.
  • Eine gute Arbeitsatmosphäre kann Wunder bewirken. Sorgen Sie dafür, dass Sie sich am Arbeitsplatz wohlfühlen. Hegen Sie ein positives Miteinander mit Vorgesetzten, Teamkollegen und Mitarbeitern, das auf Wertschätzung, Lob und gegenseitiger Unterstützung beruht. Ein vergiftetes Arbeitsklima kann im Notfall auch zum Kündigungsgrund werden – Ihrer Energie zuliebe.
  • Eignen Sie sich eine positive Lebenseinstellung an, basierend auf einem gesunden Selbstbewusstsein und einem tiefen Vertrauen darin, dass es das Leben gut mit Ihnen meinen wird. Verschwenden Sie nicht unnötig Energie mit Sorgen und Problemen, die eigentlich gar keine sind!

Verabschieden Sie sich von unnötigem Zeitmanagement und haushalten Sie ab sofort besser mit Ihrer Energie. So schaffen Sie mehr Arbeit in weniger Zeit. Ihre Leistung ist qualitativ hochwertiger und weniger fehleranfällig. Zugleich können Sie wieder pünktlich Feierabend machen, Zeitdruck und Stress reduzieren und eine ausgewogenere Work-Life-Balance genießen. So bleiben Sie langfristig gesund, zufrieden und leistungsfähig – und dadurch eben auch im Beruf erfolgreich.

Es wird Zeit, dass wir einsehen: Menschen sind keine Roboter. Nicht mehr Zeit bedeutet deshalb mehr Leistung, sondern Sie benötigen mehr Energie. Energiemanagement ist also Ihr Schlüssel zu mehr Glück, Gesundheit und Erfolg im Leben. Nutzen Sie ihn, bevor Sie aufgrund der ständigen Optimierung Ihres Zeitmanagements geistig und körperlich ausbrennen – wie so viele Menschen heutzutage.

Was denken Sie ist wichtiger: Zeit- oder Energiemanagement? Und welche weiteren Tipps zum Energie- beziehungsweise Gesundheitsmanagement haben Sie für unsere Leser? Wir freuen uns auf Ihren Beitrag in den Kommentaren!