Sie alle führen Ihre eigene kleine Firma. Auch Sie! Sollten Sie jedenfalls. Wenn Sie nun verwirrt denken „Was schreiben die Seltsames?“, möchten wir Sie aufklären: Es handelt sich um Ihr „Familienunternehmen“, genauer gesagt Ihren Familienhaushalt. Finanzexperten sind sich nämlich einig, dass Sie Ihr Geld wie eine kleine Firma verwalten sollten, um ein Vermögen anzuhäufen und niemals in eine finanzielle Schieflage zu geraten. Wir verraten Ihnen, wie so eine „Finanzfirma“ in Ihrem Haushalt funktioniert.

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Glückliche Familie mit 2 Kindern
Photo by Christin Hume on Unsplash

Inhalt
1. Macht Geld glücklich oder nicht?
2. Ein Leben an der Armutsgrenze macht keinen Spaß
3. Nicht Ihr Einkommen macht Sie reich, sondern Ihr Erspartes
4. Experten raten: Führen Sie Ihren Familienhaushalt wie ein Unternehmen
5. Jedes Unternehmen benötigt gemeinschaftliche Ziele
6. Ein Haushaltsbuch muss nicht nur aufgesetzt, sondern auch gepflegt werden
7. Wie sieht so ein Haushaltsbuch aus?
8. Kostenlose Vorlage: Muster für ein Haushaltsbuch
9. Sogar Beamte sollten Reserven bilden!
10. Wie können Sie diese Reserven am besten anlegen?

Macht Geld glücklich oder nicht?

Geld alleine macht nicht glücklich, heißt es immer wieder. Es scheint eine Frage zu sein, an welcher sich die Geister scheiden. Einige Menschen sind sich sicher, dass ein hoher Kontostand, ein Feriendomizil in St. Tropez und ein Lamborghini sie eines Tages glücklich machen wird. Andere leben nach dem Minimalprinzip und stufen ihre Arbeitszeit so weit zurück, wie es finanziell möglich ist, um lieber mehr Freizeit zu haben. Der Großteil der deutschen Gesellschaft bewegt sich irgendwo dazwischen. Eine aktuelle Studie möchte die Antwort nun herausgefunden haben: Ja, Geld macht glücklich, aber nur, wenn es ehrlich und gewissenhaft verdient wurde.

Lese-Tipp: Studie beweist: Nur unter einer Voraussetzung macht Geld wirklich glücklich

Doch Glück ist ein subjektives Gefühl, das sich nur schwierig messen und vergleichen lässt. Zudem sprechen materielle Werte wie Geld im Gehirn das Belohnungssystem an, welches zwar für kurzzeitiges, niemals aber für dauerhaftes Glück sorgt. Schlussendlich muss also jeder Mensch selbst herausfinden, was für ihn „Glück“ bedeutet und inwiefern die Finanzen damit zusammenhängen. Unsere Schweizer Nachbarn jedenfalls scheinen Geld und Glück durchaus miteinander in Verbindung zu bringen:

Infografik: Geld alleine macht nicht glücklich - oder doch? | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Und auch in Deutschland ist die Geldfrage häufig ein ausschlaggebender Grund für einen Jobwechsel. Im November 2016 gab mehr als die Hälfte aller Deutschen an, im kommenden Jahr das Ziel zu haben, ihren Verdienst zu steigern – sei es durch eine Gehaltserhöhung oder einen Stellenwechsel.

Infografik: Jeder Zweite will 2017 mehr Geld verdienen | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Dass Geld zumindest nicht der einzige Faktor ist, welcher über Glück oder Unglück entscheidet, entlarvt eine dritte Studie. Demnach sind die Einwohner Dänemarks unter den betrachteten Nationen das zufriedenste Volk und das bei einem eher durchschnittlichen Median-Einkommen. Die „reichen“ Niederländer befinden sich hinsichtlich ihres Glückes eher im Mittelfeld und die eigentlich „ärmeren“ Spanier scheinen gar nicht so viel unzufriedener zu sein.

Infografik: Wie Lebenszufriedenheit und Geld zusammen hängen | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

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Schlussendlich scheint an dem Spruch „Geld allein macht nicht glücklich“ also tatsächlich ein wahrer Kern zu sein. Doch die Betonung liegt auf „allein“. Denn eine stabile finanzielle Situation ist durchaus ein wichtiger Grundstein für das subjektiv empfundene Lebensglück – wenn auch nicht der einzige. Drehen wir den Spieß also um: Ohne Geld werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht glücklich.

Ein Leben an der Armutsgrenze macht keinen Spaß

Ob Sie mehr Wert auf Geld oder auf Ihre Freizeit legen, ist also schlussendlich Ihre individuelle Entscheidung. Vielleicht wurden Sie ja auch in eine reiche Familie geboren, Sie schlagen sich als Heiratsschwindler durch oder finden einen anderen innovativen Weg, um Geld und Freizeit optimal zu vereinen – Achtung: Ironie! Völlig egal, welche Ihre Lebensziele sind, an der Armutsgrenze möchten Sie gewiss nicht leben. Denn ein Leben in Armut macht gewiss keinen Spaß. Tag für Tag müssen Sie sich mit Ämtern herumschlagen, in einer kleinen, dunklen und schimmeligen Wohnung Ihr Dasein fristen oder sich darum sorgen, wie Sie Ihren Kindern genug Essen auf den Tisch bringen. Sie sind schlecht versichert, bei dem Gedanken an die Zukunft bekommen Sie Bauchschmerzen und so etwas wie Urlaub wäre für Sie undenkbar.

Infografik: Einem Fünftel der Deutschen fehlt das Geld für Urlaub | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Dass Sie an der Armutsgrenze leben müssen, kann vielerlei Ursachen haben: Krankheit beispielsweise, eine mangelnde Ausbildung oder die alleinige Verantwortung für drei Kinder. In den meisten Fällen liegt Armut in einem mangelnden Einkommen begründet. Allerdings können auch Menschen mit ausreichend bis hohem Einkommen arm werden, wenn sie ihr Geld nicht richtig verwalten. Nicht ohne Grund sind viele Lottogewinner nach ihrem plötzlichen Reichtum verarmt. Sie haben ihr Vermögen schlichtweg überschätzt, ihren Job gekündigt, sich drei Häuser gekauft und ihre Freunde regelmäßig zu ausschweifenden Partys geladen. So oder so ähnlich kann ein falscher Lebensstil dazu führen, dass Ihr Geld plötzlich „verschwunden“ ist.

Infografik: Diesen Luxus gönnen sich die Deutschen | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Viele Menschen haben am Ende des Monats nur noch wenig bis gar kein Geld mehr auf dem Konto – unabhängig davon, ob zu Beginn des Monats 20, 6.000 oder 50.000 Euro darauf waren. Das Geld scheint schneller zu „verschwinden“, als Sie es verdienen können. Klar, in Deutschland sind die Lebenshaltungskosten hoch. Doch das ist in der Regel nicht das Problem – Armutsfälle ausgenommen – sondern Sie verwalten Ihr Geld schlichtweg falsch.

Lese-Tipp: Diese 9 Denkfehler sorgen dafür, dass Ihr Geld schneller verschwindet als es reinkommt

Nicht Ihr Einkommen macht Sie reich, sondern Ihr Erspartes

Der wohl älteste und wichtigste Rat in finanziellen Belangen ist folgender:

Geben Sie immer einen Euro weniger aus, als Sie verdient haben.

An dieser Stelle kommt die altbekannte Konsumspirale ins Spiel: Menschen, die viel Geld verdienen, gewöhnen sich in der Regel an einen hohen Lebensstandard. Sie sehen zudem vielleicht nicht die Notwendigkeit, ihre Ausgaben akribisch zu überprüfen. Also wird hier ein Restaurant besucht, dort ein Urlaub gebucht und dann und wann ein neues Auto gekauft. Sollte das Geld aber irgendwann nicht mehr für den Lebensstandard reichen, fällt es vielen Menschen schwer, diesen wieder herabzustufen. Sie leben über ihre Verhältnisse, geraten in eine finanzielle Schieflage und landen schlimmstenfalls in der Armut.

Infografik: Reiche legen Mehr Geld zurück | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Seinen Lebensstandard richtig einschätzen und die Finanzen im Auge behalten zu können, ist deshalb die wichtigste Eigenschaft, um dauerhaft wohlhabend zu bleiben oder sogar reich zu werden. Wenn Sie es schaffen, jeden Monat nicht nur einen, sondern vielleicht sogar 100 oder 1.000 Euro zu sparen, werden Sie von einer hohen finanziellen Sicherheit profitieren. Absolute Sicherheit gibt es natürlich niemals, das möchte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Dass Reiche mehr Geld sparen können als Geringverdiener, ist zudem logisch. Dennoch gehört dazu auch eine Menge Selbstdisziplin und etwas Knowhow in Geldbelangen.

Experten raten: Führen Sie Ihren Familienhaushalt wie ein Unternehmen

„Buchhaltung“ für den Familienhaushalt zu machen, das klingt für viele Menschen übertrieben. Laut Finanzexperten ist das aber notwendig, da Sie Ihren Familienhaushalt genauso führen sollten wie ein Unternehmen. Sie sollten Einnahmen und Ausgaben im Blick behalten, Rücklagen bilden und Einsparungspotenziale identifizieren – so sieht Ihr Schlüssel zum Reichtum aus, und zwar unabhängig von der Höhe Ihres Einkommens.

Lese-Tipp: Reich werden: In 6 + 1 Schritten zum Millionär

Zudem können Sie auf diese Art und Weise frühzeitig eine finanzielle Schieflage erkennen und diese beseitigen, bevor es zu spät ist. Sie werden Ihr Geld besser einteilen können, sodass auch am Ende des Monats noch genügend übrig ist. Sie werden mehr und zuverlässiger sparen können. Und Sie werden Schulden vermeiden oder wenn sie doch notwendig sind, beispielsweise als Kredit für ein Eigenheim, schneller abbezahlen können. Aber wie funktioniert das – einen Haushalt wie eine Firma führen?

Jedes Unternehmen benötigt gemeinschaftliche Ziele

Je mehr Personen zu Ihrem Haushalt gehören, umso schwieriger wird es, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und den Überblick zu behalten. Es ist daher wichtig, dass Sie sich als Familie zusammensetzen und gemeinschaftlich Ziele entwickeln, die von allen Beteiligten mitgetragen werden. Nur, wenn Sie wissen, was Sie erreichen möchten, können Sie nämlich auch „zielgerichtet“ handeln. Das bedeutet: Ihre Tochter wünscht sich ein Pferd, Ihr Mann neben seinem Winter- auch ein Sommerauto und Ihnen liegt es besonders am Herzen, dass Sie pro Monat mindestens 200 Euro zurücklegen können – für schlechtere Zeiten oder unerwartete Investitionen wie eine kaputte Waschmaschine. Prüfen Sie nun erst einmal, ob sich all diese Ziele vereinbaren lassen und ob jeder Ihrer Familie mit diesen einverstanden ist, ohne sich zurückgesetzt zu fühlen. Wenn Sie beispielsweise Ihrer Tochter tatsächlich ein Pony kaufen, müssen Sie natürlich der Fairness halber auch Ihrem Sohn einen Wunsch erfüllen.

Ein Haushaltsbuch muss nicht nur aufgesetzt, sondern auch gepflegt werden

Sie haben nun eine Liste mit Zielen, mit welcher alle Betroffenen einverstanden sind. Nun gilt es natürlich zu prüfen, ob diese Ziele überhaupt realistisch sind. Hierfür benötigen Sie eine Aufstellung Ihrer Finanzen. Sinnvoll ist es, über ein bis drei Monate ein Haushaltsbuch zu führen und alle laufenden sowie vereinzelten Einnahmen und Ausgaben aufzulisten. Berufen Sie nun ein weiteres „Meeting“ ein und sehen Sie sich diese Liste gemeinsam an.

Tipp: Wenn Sie Kinder haben, ist es durchaus sinnvoll, diese bereits in jungen Jahren in die Finanzplanung einzubeziehen. So entwickeln sie ein Verständnis für Finanzen und Buchhaltung und laufen später weniger Gefahr, selbst in eine finanzielle Schieflage zu geraten. Denn je besser die Eltern ihr Geld verwalten, umso erfolgreicher sind diesbezüglich auch ihre Kinder später.

Suchen Sie gemeinsam nach Einsparungspotenzialen. Wechseln Sie beispielsweise zu einem günstigeren Stromanbieter oder kündigen Sie Versicherungspolicen, welche Sie nicht benötigen, zum Beispiel eine Smartphone Versicherung. Nachdem Sie die Einnahmen maximiert und die Ausgaben minimiert haben, können Sie nachrechnen, ob die Erreichung all Ihrer Ziele realistisch ist. Wenn ja – super! Wenn nicht, sollten Sie gemeinsam nach einer Lösung für das Problem suchen. Ein solches Haushaltsbuch sollten Sie dauerhaft führen und in regelmäßigen Abständen, beispielsweise quartalsweise oder halbjährlich, erneut gemeinschaftlich als Familie unter die Lupe nehmen.

Wie sieht so ein Haushaltsbuch aus?

Wenn Sie sich jetzt fragen, wie so ein Haushaltsbuch eigentlich aussieht, möchten wir Ihnen folgend eine kleine Vorlage zur Verfügung stellen. Es handelt sich prinzipiell um nichts Anderes als eine Auflistung all Ihrer Einnahmen und Ausgaben in einem Monat. Sie können dieses Haushaltsbuch entweder wie in folgendem Video auf dem PC erstellen, beispielsweise mit der Software Excel, oder Sie führen es noch klassisch von Hand – wie es Ihnen lieber ist.

Sie listen nun also akribisch Tag für Tag alle Einnahmen und Ausgaben auf. Berücksichtigen Sie hierbei die gesamte Familie sowie all Ihre Bankkonten und Bargeschäfte. Nur so erhalten Sie einen vollständigen Überblick über Ihre finanzielle Situation, ohne später böse Überraschungen zu erleben. Eine extra Spalte empfiehlt sich zudem für Ihre Rücklagen, sodass Sie die Investitionen gemäß der gemeinsam vereinbarten Ziele planen können. Gehen Sie bei der Erstellung eines Haushaltsbuches also wie folgt vor:

  • Legen Sie auf einem Blatt Papier oder auf dem PC eine Liste mit mehreren Spalten an.
  • Die Arbeit mit Excel, Calc & Co ist hierbei empfehlenswert, da die Liste platzsparend unendlich erweitert werden und Ihnen wichtige Berechnungen abnehmen kann. Diese zumindest teilweise Automatisierung spart Ihnen eine Menge Zeit.
  • Tragen Sie in die erste Spalte das Datum der gebuchten Einnahmen oder Ausgaben ein.
  • Am übersichtlichsten ist es, wenn Sie möglichst alle Geldgeschäfte über ihr Bankkonto laufen lassen. So sehen Sie im Online Banking alle Einnahmen und Ausgaben aufgelistet und können diese in Ihr Haushaltsbuch übertragen. Es ist sinnvoll, dann stets den Tag der Buchung in Ihre Liste einzutragen, damit Sie nicht durcheinanderkommen. Wenn Sie also im Supermarkt für 100 Euro einkaufen, der Betrag aber erst zwei Tage später abgebucht wird, so tragen Sie ihn auch erst dann in Ihr Haushaltsbuch ein.
  • Sollten Sie hingegen viele Bargeschäfte tätigen, vergessen Sie nicht, diese ebenfalls im Haushaltsbuch zu erfassen. Lassen Sie sich stets eine Quittung aushändigen und verwenden Sie das darauf abgedruckte Datum.
  • In der simpelsten Form legen Sie für Ihr Haushaltsbuch nun zwei weitere Spalten an: Für die Einnahmen und die Ausgaben.
  • Da Sie aber Einsparungspotenziale identifizieren und Rücklagen dokumentieren möchten, sollten Sie etwas mehr Details hinzufügen.
  • Beginnen Sie also damit, Ihr aktuelles Vermögen aufzulisten, sprich Sparguthaben, Versicherungen (beispielsweise ein Rentenfonds), Bausparverträge, Ihr Barvermögen usw. Diesen Abschnitt können Sie „Rücklagen“ nennen.
  • Nun kategorisieren Sie auch Ihre Einnahmen. Legen Sie beispielsweise für regelmäßige Einnahmen wie das Gehalt eine eigene Spalte an. Zuletzt gibt es natürlich auch noch eine für besondere Einnahmen, wenn Sie beispielsweise ein altes Möbelstück verkaufen o.ä.
  • Auch Ihre Ausgaben werden nun nach regelmäßigen und sonstigen Verpflichtungen sortiert. Regelmäßige Ausgaben wie Ihre Miete, die Tilgung von Krediten oder Versicherungszahlungen können ebenfalls jeweils eine eigene Spalte erhalten. Auch für regelmäßige Ausgaben, die aber in ihrer Höhe schwanken – beispielsweise Ihre monatlichen Essenseinkäufe im Supermarkt – können Sie eine eigene Spalte generieren. Zuletzt gibt es zudem Platz für außergewöhnliche Ausgaben, wie wiederum die kaputte Waschmaschine oder die Shoppingtour mit Freundinnen.
  • Wie sehr Sie bei dieser Auflistung ins Detail gehen, ist Ihnen schlussendlich selbst überlassen. Je detaillierter, umso mehr Aufwand, doch desto besser lassen sich auch die Arten der Ausgaben auf einen Blick und dadurch mögliche Einsparungspotenziale erkennen.
  • Am Ende eines jeden Monats rechnen Sie die einzelnen Spalten zusammen. Sie ziehen zudem Bilanz, sprich Sie summieren alle Ausgaben und ziehen diese von allen Einnahmen ab. Denn Sie wissen ja:

Einnahmen – Ausgaben = Überschuss/Verlust

  • Diesen generierten Überschuss oder Verlust rechnen Sie nun mit Ihren Rücklagen zusammen, welche also am Ende des Monats entweder höher oder niedriger sind als die Ausgangswerte des vorherigen Monats. Sie haben nun Ihre neuen Ausgangswerte für den kommenden Monat.
  • Solche Berechnungen können Sie am Ende des Monats natürlich von Hand vornehmen, was Sie jedoch eine Menge Zeit kosten wird. Es empfiehlt sich stattdessen, eine Vorlage zu erstellen, welche sämtliche oder zumindest den Großteil der Berechnungen eigenständig vornimmt. Dennoch schadet es nicht, die Ergebnisse hin und wieder auf ihre Richtigkeit zu überprüfen, schließlich kann sich in jedem System ein Fehler einschleichen.
  • Für den besseren Überblick können Sie zudem eine Jahresübersicht erstellen. Sie listen also für jeden Monat noch einmal die gesamten Einnahmen, gesamten Ausgaben sowie den Überschuss oder Verlust auf.

So sehen Sie, ob Sie alles in allem über das Jahr hinweg ein Plus oder ein Minus gemacht haben. Dass Sie in einem Monat mal Verlust machen, ist nämlich bei größeren Investitionen völlig normal. Zur Regel sollte das allerdings nicht werden. Wenn Sie sich also in fast jedem Monat oder auf das gesamte Jahr gerechnet im roten Bereich bewegen, besteht dringender Handlungsbedarf!

Sogar Beamte sollten Reserven bilden!

Rücklagen sind das A und O der finanziellen Sicherheit. Häufig sind es nämlich nicht die regelmäßigen Ausgaben, welche Ihnen in dieser Hinsicht „das Genick brechen“, sondern es sind unerwartete Investitionen wie die bereits erwähnte kaputte Waschmaschine. Auch, wenn es zu einer Arbeitslosigkeit oder langen Krankheit kommt, sollten Sie bestenfalls nicht (nur) auf die staatlichen Hilfsgelder oder die Unterstützung aus Ihrer Versicherung angewiesen sein. Je mehr Rücklagen Sie also bilden, desto besser. Dennoch gilt es natürlich das richtige Maß zu finden. Sie müssen nicht von 1.000 Euro im Monat leben, Abstriche machen und jeden Cent umdrehen, damit Sie 3.000 Euro im Monat ansparen können. Sie sollten sich schließlich auch hin und wieder für Ihre Mühe „belohnen“ und sich einen Lebensstandard gönnen, mit welchem Sie zufrieden sind.

Infografik: Freizeit, Geld oder Karriere? | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Sie müssen also herausfinden, welche Ihre Prioritäten sind und wie viele Reserven Ihre Finanzplanung zulässt. Wichtig ist, dass Sie diese 200, 500 oder 2.000 Euro dann zu Beginn (!) des Monats zurücklegen, bestenfalls auf ein Konto, auf welches Sie nicht einfach mittels EC-Karte zugreifen können. Ansonsten ist die Versuchung zu hoch, die Reserven eben doch hier und da anzutasten. Natürlich sollten Sie mehr Reserven bilden, je unsicherer Ihre Einkommenssituation ist. Aber sogar Beamte mit einem quasi „sicheren“ Einkommen auf Lebenszeit sollten auf finanzielle Rücklagen keinesfalls in Gänze verzichten!

Wie können Sie diese Reserven am besten anlegen?

Schlussendlich ist es vor allem in aktuellen Niedrigzinszeiten sinnvoll, diese Reserven nicht einfach auf einem Bankkonto zu parken. Aufgrund der Inflation würden Sie dann nämlich auf Dauer sogar an Geld verlieren. Informieren Sie sich stattdessen über alternative Anlegemethoden wie Gold, Aktien oder Immobilien. Sie sollten niemals alles auf eine Karte setzen, sondern das Risiko streuen:

  • Lassen Sie einen Teil Ihrer Rücklagen jederzeit zugänglich auf der Bank, beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto.
  • Kaufen Sie sich vielleicht eine Immobilie als Eigenheim oder zur Vermietung.
  • Investieren Sie in etwas Gold, falls irgendwann die Inflation mit voller Wucht zuschlagen sollte.
  • Und setzen Sie den Rest vielleicht auf Aktien, Rentenfonds oder Fremdwährungen.

Infografik: Pläne und Erfahrungen zum Thema Geldanlage | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Je besser Ihre Rendite, umso mehr Zinsen und Zinseszinsen werden Sie einstreichen. Über die Jahrzehnte hinweg kann es dabei selbst bei Kleinbeträgen um viele tausend Euro gehen. Sie werden deshalb reicher und finanziell stabiler leben, je früher Sie Ihren Familienhaushalt als Unternehmen begreifen, Ihre Finanzen sortieren und mit dem Sparen beginnen.

Welche weiteren Tipps kennen Sie für eine bessere Finanzplanung im Familienhaushalt? Begreifen auch Sie Ihren Haushalt als Unternehmen? Wo liegen Risiken, welche viele Deutsche in die Armutsfalle locken? Vielen Dank für Ihre Beiträge in den Kommentaren!