Kennst du das Problem? Egal, wie viel Geld du verdienst, es scheint dennoch nie „mehr“ zu werden? Klar, wer mehr verdient, hat auch höhere Ausgaben, beispielsweise hinsichtlich der Einkommensteuer oder den Sozialversicherungen. Doch in der Regel sind es fiese Denkfehler, die dein Gehirn austricksen und dich dazu verleiten, auch mehr Geld auszugeben, je mehr du hast. Die Folge: Jeder Gehaltserhöhung zum Trotz – oder sogar nach einem Lottogewinn – bleibt am Ende gefühlt mehr Monat übrig als Geld. Also woran liegt das und wie kannst du deine Finanzen schonen?

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„Reich“ wirst du nicht durch mehr Geld

Hand aufs Herz: Viele Menschen träumen davon, im Laufe ihres Lebens Reichtum zu erlangen. Wer nicht das Glück hatte, in eine wohlhabende Familie geboren zu sein, möchte sich das „Kleingeld“ auf dem Konto in der Regel selbst verdienen. Dafür werden Überstunden in Kauf genommen und Einsparungen im Lebenswandel – alles in der Hoffnung, dass eines Tages Beförderungen, Gehaltserhöhungen sowie irgendwann Reichtum folgen. Aber wieso das alles? Die Gründe für den Wunsch nach viel Geld sind meist von Mensch zu Mensch unterschiedlich:

  • Für einige bedeutet Geld vor allem persönliche Freiheit und die Vermeidung einer Abhängigkeit von beispielsweise dem Arbeitgeber oder Lebenspartner.
  • Für andere hat Geld mit Wertschätzung und Anerkennung zu tun, im Gegenzug für ihre erbrachten Leistungen und „Opfer“ – beispielsweise die Zeit am Arbeitsplatz statt mit der Familie.
  • So mancher Mensch definiert sich auch über seinen Kontostand. Eine solche Fixierung auf das Geld geht häufig mit einer Persönlichkeitsstörung wie dem Narzissmus einher.

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Die Liste könnte ewig weitergeführt werden. Die Bedeutung von Geld und Reichtum ist so individuell wie jeder Mensch selbst. Ebenso sind es die jeweiligen Motive, nach Reichtum zu streben sowie dessen Definition. Während du vielleicht einen Kontostand von 100.000 Euro als „reich“ definieren würdest, wären andere Menschen erst mit 1.000.000 Euro zufrieden – oder niemals. Und dann gibt es noch eine seltenere „Spezies“ in unserer Gesellschaft, nämlich jene Menschen, für die Reichtum nichts mit Geld zu tun hat, sondern mit Glück, Zufriedenheit, Liebe oder anderen immateriellen Gütern.

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Das Vermögen soll durch Mittel erworben werden, die von Unsittlichkeit frei sind.
Erhalten aber soll man es durch Genauigkeit und Sparsamkeit.

(Marcus Tullius Cicero)

Fakt ist dennoch: Egal, ob du eher genügsam bist oder nach dem ganz großen Geld strebst – es gibt wohl keinen Menschen auf der Welt, der gerne in Armut leben und sich jeden Tag Sorgen machen möchte, wie am Abend ausreichend Essen auf den Tisch kommen soll. In Deutschland sind von solchen Zuständen glücklicherweise die meisten Menschen verschont. Es sind also wahre Luxusprobleme, über welche wir im Kommenden sprechen möchten. Und zwar geht es um das Thema: Sparsamkeit. Das Stichwort ist bereits gefallen. Völlig unabhängig von deinem Verdienst kannst du nämlich entweder in Armut oder in Reichtum leben. Ein höheres Einkommen ist schlussendlich nicht der entscheidende Schlüssel zu mehr Geld.

Nur wenige Menschen können richtig mit Geld umgehen

Den richtigen Umgang mit Geld erlernt ein Mensch bestenfalls im Kindes- und Jugendalter. Wer im sozialen Umfeld, beispielsweise bei seinen Eltern, positive Vorbilder hatte und zudem früh zur Eigenverantwortung mit Geld erzogen wurde, hat beste Karten, auch im späteren Leben nicht in eine finanzielle Schieflage zu geraten. Leider können nur sehr wenige Menschen mit Geld umgehen und gerade jene, die dem finanziellen Reichtum einen hohen Stellenwert im Leben beimessen, neigen zur Verschwendung – klar, sonst würde ja niemand sehen, wie „reich“ sie sind. Ein klassisches Beispiel sind Lottogewinner: Die Zahlen jener Lottomillionäre, welche nur wenige Monate oder Jahre nach ihrem Gewinn pleite oder teilweise sogar verschuldet sind, ist erschreckend hoch.

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Gerade Menschen, welche den finanziellen Wohlstand nicht gewöhnt sind, überschätzen häufig ihren Gewinn – oder eben ein hohes Einkommen – und gönnen sich das schnelle Auto, das große Haus, die lang ersehnte Weltreise und ein wenig überflüssig teuren Schmuck. Prompt ist das ganze Geld verschwunden und zurück bleibt nichts, außer vielleicht ein ungetilgter Kredit. Mehr Geld bedeutet also keinesfalls, dass schlussendlich am Ende des Monats, des Jahres oder des Lebens auch mehr davon auf deinem Konto übrigbleibt. Schuld daran sind weit verbreitete Denkfehler, auf welche zahlreiche Menschen hereinfallen.

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Du brauchst also kein höheres Einkommen oder einen Lottogewinn, wenn du finanzielle Sicherheit anstrebst, sondern du musst lernen, typische Denkfehler und dadurch überflüssige Ausgaben zu vermeiden. Wirklich reich wirst du nämlich nicht durch deine Einnahmen, sondern durch deine vermiedenen Ausgaben, sprich deine Sparsamkeit.

Denkfehler, die deinem Reichtum im Weg stehen

Unabhängig davon, ob du 1.000 oder 10.000 Euro im Monat verdienst, solltest du folgende Denkfehler im Umgang mit deinem Geld vermeiden, um deine Ausgaben zu minimieren, so viel wie möglich zu sparen und dir eine finanziell „sichere“ Zukunft aufzubauen. Keine Sorge: Du bist nicht alleine, denn fast alle Menschen fallen auf diese Denkfehler herein. Wenn du diese jedoch vermeidest, wirst du auf Dauer reicher sein als so mancher Lottogewinner. Wir verraten dir, was du dafür tun musst – beziehungsweise bleiben lassen solltest:

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Denkfehler #1: Überlebensirrtum

Dass Menschen zur Selbstüberschätzung neigen, ist gewiss kein Geheimnis. Das trifft auch auf finanzielle Entscheidungen zu. Wer über ein hohes Selbstbewusstsein verfügt und schon so einige Erfolge im Leben verzeichnet hat, neigt zu der Annahme, der Erfolg bliebe auch in Zukunft bestehen. Es gibt zwar kein Leben ohne Niederlagen, doch bleiben Erfolge mehr im Gedächtnis und erwirken dadurch die fiese Realitätsverzerrung. Wenn du vom Überlebensirrtum betroffen bist, denkst du also, nichts und niemand könne dir etwas anhaben und du neigst zu leichtfertigen finanziellen Entscheidungen – die schnell nach hinten losgehen können.

Was du stattdessen tun solltest: Prüfe vor allem große, aber auch kleinere Investments vorab kritisch und fokussiere dich nicht nur auf mögliche Erfolge, sondern auch eventuelle Misserfolge. Berechne also nicht ausschließlich, wie viel Rendite deine Aktien abwerfen könnten, sondern auch eventuelle Verluste. Hole dir dafür bestenfalls den objektiven Rat eines Sachverständigen, der dir die Szenarien realistisch vorrechnen und eine Risikoabwägung vornehmen kann.

Denkfehler #2: Kontrasteffekt

Würdest du 10.000 Euro für einen neuen Pullover ausgeben? Oder für ein Essen? Vielleicht für eine neue Sitzgarnitur? Vermutlich nicht! Wenn du nun aber ein Haus für 350.000 Euro kaufst, sind die 10.000 Euro Nebenkosten hier und 10.000 Euro Extrakosten dort dir plötzlich egal. In Anbetracht der hohen Kaufsumme erscheinen 10.000 Euro wie Peanuts und du neigst dazu, diese sprichwörtlich aus dem Fenster zu werfen. Dann eben doch der teurere Boden, die schönere Tür und der Kamin im Wohnzimmer – „ist ja grad egal!“. Ist es aber nicht, denn dieser Kontrasteffekt sorgt dafür, dass du bei großen Investitionen wie einem Haus oder einem Auto dazu neigst, große Summen zu verprassen, auch wenn du ansonsten sparsam lebst.

Was du stattdessen tun solltest: Behalte auch bei großen Investitionen stets den Überblick und setze den Rotstift an, wo es geht. Natürlich sollte – um bei dem Beispiel zu bleiben – ein Haus mit diesem Preis deinen Vorstellungen entsprechen und qualitativ gut gebaut sein, dennoch gilt es, gesonderte Investitionen wie den Ofen daraufhin zu überprüfen, ob sie ihren Preis wirklich wert sind und dir einen entsprechenden Nutzen bringen. Um den Kontrasteffekt zu verhindern, bleibt dir also nichts Anderes übrig, als dich in Vernunft und Disziplin zu üben – du wirst dir hinterher selbst dafür danken.

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Denkfehler #3: Zeitinkonsistenz

Die Altersvorsorge ist in Deutschland ein großes Problem. Vielen Menschen, vor allem Frauen, droht die Altersarmut. Der Grund dafür sind eine mangelnde Vorsorge, lange Auszeiten vom Job durch die Kindererziehung sowie der Hang zu Minijobs. Doch auch die Zeitinkonsistenz hat Mitschuld an der Problematik.

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Man solle im Moment leben und nicht in der Vergangenheit oder Zukunft,

heißt es und dieses Motto scheinen sich viele Menschen gerade hinsichtlich ihrer Finanzen zu Herzen zu nehmen. Wieso sparen, wenn bis zu meiner Rente vielleicht eh die Inflation alles verschlungen hat, der dritte Weltkrieg ausgebrochen ist oder die Rentenkassen pleite sind? Natürlich kannst du niemals voraussagen, was in zehn, 20 oder 50 Jahren sein wird. Dennoch wird es zu spät sein, wenn du nicht bereits heute vorsorgst. Das Fiese an der Sache ist:

Dem menschlichen Gehirn ist das aktuelle Glück wichtiger als jenes in der Zukunft.

Deshalb neigst du allen guten Vorsätzen zum Trotz dazu, dein Geld heute auf den Kopf zu hauen, anstatt dieses für die Zukunft zurückzulegen. Zudem kann es im Laufe der Lebensphasen passieren, dass du plötzlich vom Sparen nichts mehr hältst und deine Rücklagen für spontane Investitionen auflöst. Du entwickelst dich schließlich als Persönlichkeit weiter und weißt ebenso wenig, wer du in zehn, 20 oder 50 Jahren sein wirst.

Was du stattdessen tun solltest: Schütze dich also vor deinem zukünftigen Ich und binde deine Altersvorsorge so fest und unantastbar wie möglich. Um deine Ersparnisse zu schützen, musst du aber erst einmal welche anlegen. Verdränge nicht die Wichtigkeit der Altersvorsorge aufgrund einer jugendlichen Leichtsinnigkeit oder übertriebenen „Lebe-den-Moment“-Einstellung. Wenn du diese Entscheidung bereust, ist es nämlich bereits zu spät. Selbst, wenn es nur 50 Euro im Monat sind: Beginne heute damit, für die Zukunft zurückzulegen. Je früher du nämlich anfängst, umso mehr kannst du vom Zinseszins profitieren und ein Vermögen aufbauen.

Denkfehler #4: Sunk Costs

Die Sunk Costs sind ein echter Klassiker der Betriebswirtschaftslehre. Der Name erinnert nicht aus Zufall an ein versunkenes Schiff: Es handelt sich bei den Sunk Costs um versunkene Kosten, sprich Ausgaben, die bereits in der Vergangenheit liegen und welche du aus der heutigen Sicht rückgängig machen würdest – aber nicht kannst.

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In der Betriebswirtschaftslehre wird hierfür meist eine Autoreparatur als Beispiel herangezogen: Nehmen wir an, dein Wagen bräuchte eine Reparatur in Höhe von 1.000 Euro, ist aber nur noch 3.000 Euro wert. Angesichts der unverhältnismäßig hohen Reparaturkosten würden die meisten Menschen das Auto verkaufen oder verschrotten und sich einen neuen Wagen holen. Aber was, wenn du bereits vor einem Monat 1.000 Euro in eine Reparatur investiert hast? Diese Sunk Costs würdest du aus heutiger Sicht gerne rückgängig machen, doch da du diese bereits investiert hast, wirst du dich mit höherer Wahrscheinlichkeit auch für die zweite – eigentlich völlig überteuerte – Reparatur entscheiden. Du hättest sonst das Gefühl, die Sunk Costs seien „umsonst“ ausgegeben worden, sprich versunken wie ein Schiff.

Was du stattdessen tun solltest: Entscheide jede Investition neu, unabhängig davon, ob du bereits Geld in eine Sache gesteckt hast oder nicht. Sieh es so: Besser verlierest du die ersten 1.000 Euro, als die zweiten auch noch zu versenken. Auch, wenn es wehtut: Lasse Vernunft walten und investiere das „gerettete“ Geld sinnvoller.

Denkfehler #5: Restraint Bias

Apropos Selbstüberschätzung: Weil wir Menschen uns so gerne selbst überschätzen, denken wir auch, wir könnten beinahe allen Versuchungen widerstehen – wenn wir denn wollten. Lustigerweise haben gerade jene Menschen, die ihre Widerstandskraft am höchsten einschätzen, schlussendlich die geringste Selbstkontrolle. Dies trifft nicht nur beispielsweise auf das Essen oder frühe Aufstehen zu, sondern eben auch auf das Ausgeben von Geld. Du denkst, du könntest in dem Restaurant nur einen Salat bestellen oder beim Shoppen nur ein T-Shirt kaufen? Fehlanzeige! In den meisten Fällen wirst du sehr viel mehr Geld ausgeben als gedacht.

Was du stattdessen tun solltest: Wenn du deinen Geldbeutel also schonen möchtest, tue dir selbst einen Gefallen und setze dich gar nicht erst der Versuchung aus. Der sicherste Weg, kein Geld auszugeben, ist einfach überhaupt nicht shoppen, in das Restaurant oder sonst wohin zu gehen, wo du viel Geld ausgeben könntest!

Denkfehler #6: Verknappungseffekt

Kennst du das: Wann immer du deinen Lieblingsshop im Internet besuchst, steht unter zahlreichen Waren „Nur noch 2 auf Lager“ oder so ähnlich. Also beeile dich, lege schnell alles in den Warenkorb und kaufe im Eiltempo ein. Wusstest du, dass du dabei viel mehr einkaufst als ohne Zeitdruck? Und ist dir bewusst, dass du mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen miesen Trick hereinfällst?

In der Regel sind nämlich nicht „nur 2 auf Lager“, sondern noch 200 Stück, aber die verkaufen sich schneller und besser, wenn darunter die Illusion der Knappheit erweckt wird. Selbiges gilt zum Beispiel für ein Haus: Was denkst du, welches du eher kaufen würdest – jenes, das schon seit Monaten inseriert ist und wo keine anderen Interessenten in Sicht sind oder das, bei dessen Besichtigung bereits vier andere Paare ihre Kaufabsicht bekundet haben? Du wirst dich gewiss beeilen, um das Letztere zu ergattern – völlig unabhängig davon, ob es tatsächlich die bessere Wahl ist.

Was du stattdessen tun solltest: Wirklich verhindern lässt sich der Verknappungseffekt leider nicht, da es sich um einen Streich des Gehirns handelt. Dennoch kann es helfen, sich den Denkfehler bewusst zu machen und eine Kaufentscheidung noch einmal zu hinterfragen. Lasse dir bei Investitionen Zeit – auch wenn sie angeblich knapp sind. Das gilt sowohl für das Onlineshopping im kleinen Rahmen als auch den Hauskauf im großen.

Denkfehler #7: Ankereffekt

Aufgrund des Ankereffekts kaufst du eher zu einem (zu) hohen Preis, wenn du vorher von einer entsprechend hohen Zahl beeinflusst wurdest. Nehmen wir an, du kaufst ein T-Shirt. Hast du kurz vorher auf deinem Handy die Zahl 82 gelesen, würdest du das 50 Euro teure T-Shirt mit höherer Wahrscheinlichkeit kaufen, als wenn dort die Zahl 28 gestanden hätte – obwohl diese Zahlen mit dem T-Shirt selbst rein gar nichts zu tun haben. Das Gehirn lässt sich also von willkürlich gewählten Zahlen in seiner Kaufentscheidung beeinflussen. So wirst du in einem Restaurant namens Schwan891 mehr Geld ausgeben als in dem Schwan001 – garantiert. Weshalb das so ist, wird in folgendem Video noch einmal anschaulich erläutert:

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Was du stattdessen tun solltest: Wirklich schützen kannst du dich vor dem Ankereffekt leider nicht. Dennoch kann es helfen, sich gut über die Marktpreise zu informieren und keine übereilten Kaufentscheidungen zu treffen. So lässt du dich durch Zahlen weniger in die Irre führen und kannst vielleicht doch noch ein günstigeres Schnäppchen ausfindig machen – beispielsweise im Internet.

Denkfehler #8: Relative Rabatte

Um bei dem Beispiel zu bleiben: Würdest du das 50 Euro teure T-Shirt eher kaufen, wenn es sich dabei um den regulären Preis handelt oder wenn es eigentlich 75 Euro kosten würde, aber heruntergesetzt ist? Richtig: Rabatte erwecken den subjektiven Eindruck, wir hätten Geld gespart und bedienen dadurch das Belohnungssystem im Gehirn. Du freust dich also in diesem Fall mehr darüber, 25 Euro gespart zu haben, als du dich über die ausgegebenen 50 Euro ärgerst. Klar, dass viele Unternehmen dementsprechend mit Rabatten tricksen.

Was du stattdessen tun solltest: Natürlich ist es kein Fehler, nach Rabatten und Schnäppchen Ausschau zu halten. Aber achte dennoch darauf, nur jene Dinge zu kaufen, die du wirklich möchtest beziehungsweise benötigst – und dich nicht aufgrund von Rabatten zu Spontankäufen verführen zu lassen. Recherchiere bei größeren Investitionen zudem den Marktpreis über mehrere Quellen. So kannst du einschätzen, ob es sich bei dem Angebot tatsächlich um einen Rabatt handelt oder nur um einen geschickten Trick des Verkäufers.

Denkfehler #9: Verschwendungsirrtum

Kommen wir zu dem letzten Denkfehler, der vor allem die bereits erwähnten Lottogewinner sowie andere Personen, die unverhofft zu plötzlichem Reichtum kommen, trifft. Beim Verschwendungsirrtum handelt es sich um die einfache Annahme: Wenn ich mehr Geld habe, kann ich auch mehr Geld ausgeben. Die Hemmschwelle zum Ausgeben deines Geldes sinkt also. Vielleicht kennst du das selbst: Wenn du mit 50 Euro in der Tasche einkaufen gehst, reichen diese in der Regel aus. Sobald du hingegen mit 200 Euro gehst, sind sie am Ende des Tages plötzlich weg – obwohl du sonst mit 50 Euro auskommst. Du warst schlichtweg verschwenderischer und hast das vielleicht nicht einmal bewusst wahrgenommen.

Verschwendung ist falsche Verwendung.

(Andreas Tenzer)

Ein Lottogewinner mit 10.000.000 Euro auf dem Konto denkt deshalb, er hätte so viel Geld, dass er es rücksichtslos ausgeben könnte. Nach Steuern, dem Hauskauf und ein paar Geschenken ist es dann plötzlich weg. Rein theoretisch hätte es aber tatsächlich für ein sorgenfreies Leben gereicht. Reichtum verleitet also zu Verschwendung, Armut hingegen zu Bescheidenheit.

Was du stattdessen tun solltest: Schlussendlich ist es also die Sparsamkeit, die darüber entscheidet, ob Reiche reich bleiben oder Arme sich dennoch eine finanzielle Sicherheit aufbauen können. Das Einkommen hat aufgrund des Verschwendungseffektes damit nur wenig zu tun. Du musst stattdessen lernen, deine Finanzen im Blick zu behalten und realistisch zu betrachten. Natürlich kannst du dir auch hier und dort ein wenig Luxus gönnen, doch übe dich in Selbstdisziplin, um der Verschwendung ein Ende zu setzen. Das funktioniert am besten, indem du dich nicht über deinen Reichtum definierst, sondern diesen als Mittel zum Zweck siehst. Baue ein gesundes Selbstbewusstsein auf, dann musst du sich nicht durch ein schickes Auto oder teuren Schmuck „beweisen“ oder mittels Geschenke Freundschaften „erkaufen“.

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Wie gehst du mit deinem hart verdienten Geld um, damit am Ende des Monats möglichst viel übrigbleibt und du ein (finanziell) sorgenfreies Leben führen kannst? Welche weiteren Denkfehler kennst du? Inwiefern setzt du Reichtum mit dem Einkommen in Zusammenhang? Wir sind gespannt auf deine Denkanstöße in den Kommentaren und bedanken uns im Voraus!

Bildnachweis: Elmar Gubisch/istockphoto.com