Kennen Sie das Problem? Egal, wie viel Geld Sie verdienen, es scheint dennoch nie „mehr“ zu werden? Klar, wer mehr verdient, hat auch höhere Ausgaben, beispielsweise hinsichtlich der Einkommensteuer oder den Sozialversicherungen. Doch in der Regel sind es fiese Denkfehler, die Ihr Gehirn austricksen und Sie dazu verleiten, auch mehr Geld auszugeben, je mehr Sie haben. Die Folge: Jeder Gehaltserhöhung zum Trotz – oder sogar nach einem Lottogewinn – bleibt am Ende gefühlt mehr Monat übrig als Geld. Also woran liegt das und wie können Sie Ihre Finanzen schonen?

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Frau hat kein Geld mehr im Portemonnaie
Bildnachweis: iStock.com/grinvalds

Inhalt
1. „Reich“ werden Sie nicht durch mehr Geld
2. Nur wenige Menschen können richtig mit Geld umgehen
3. Denkfehler, die Ihrem Reichtum im Weg stehen
4. Denkfehler #1: Überlebensirrtum
5. Denkfehler #2: Kontrasteffekt
6. Denkfehler #3: Zeitinkonsistenz
7. Denkfehler #4: Sunk Costs
8. Denkfehler #5: Restraint Bias
9. Denkfehler #6: Verknappungseffekt
10. Denkfehler #7: Ankereffekt
11. Denkfehler #8: Relative Rabatte
12. Denkfehler #9: Verschwendungsirrtum

„Reich“ werden Sie nicht durch mehr Geld

Hand aufs Herz: Viele Menschen träumen davon, im Laufe ihres Lebens Reichtum zu erlangen. Wer nicht das Glück hatte, in eine wohlhabende Familie geboren zu sein, möchte sich das „Kleingeld“ auf dem Konto in der Regel selbst verdienen. Dafür werden Überstunden in Kauf genommen und Einsparungen im Lebenswandel – alles in der Hoffnung, dass eines Tages Beförderungen, Gehaltserhöhungen sowie irgendwann Reichtum folgen. Aber wieso das alles? Die Gründe für den Wunsch nach viel Geld sind meist von Mensch zu Mensch unterschiedlich:

  • Für einige bedeutet Geld vor allem persönliche Freiheit und die Vermeidung einer Abhängigkeit von beispielsweise dem Arbeitgeber oder Lebenspartner.
  • Für andere hat Geld mit Wertschätzung und Anerkennung zu tun, im Gegenzug für ihre erbrachten Leistungen und „Opfer“ – beispielsweise die Zeit am Arbeitsplatz statt mit der Familie.
  • So mancher Mensch definiert sich auch über seinen Kontostand. Eine solche Fixierung auf das Geld geht häufig mit einer Persönlichkeitsstörung wie dem Narzissmus einher.

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Die Liste könnte ewig weitergeführt werden. Die Bedeutung von Geld und Reichtum ist so individuell wie jeder Mensch selbst. Ebenso sind es die jeweiligen Motive, nach Reichtum zu streben sowie dessen Definition. Während Sie vielleicht einen Kontostand von 100.000 Euro als „reich“ definieren würden, wären andere Menschen erst mit 1.000.000 Euro zufrieden – oder niemals. Und dann gibt es noch eine seltenere „Spezies“ in unserer Gesellschaft, nämlich jene Menschen, für die Reichtum nichts mit Geld zu tun hat, sondern mit Glück, Zufriedenheit, Liebe oder anderen immateriellen Gütern.

Das Vermögen soll durch Mittel erworben werden, die von Unsittlichkeit frei sind.
Erhalten aber soll man es durch Genauigkeit und Sparsamkeit.

(Marcus Tullius Cicero)

Fakt ist dennoch: Egal, ob Sie eher genügsam sind oder nach dem ganz großen Geld streben – es gibt wohl keinen Menschen auf der Welt, der gerne in Armut leben und sich jeden Tag Sorgen machen möchte, wie am Abend ausreichend Essen auf den Tisch kommen soll. In Deutschland sind von solchen Zuständen glücklicherweise die meisten Menschen verschont. Es sind also wahre Luxusprobleme, über welche wir im Kommenden sprechen möchten. Und zwar geht es um das Thema: Sparsamkeit. Das Stichwort ist bereits gefallen. Völlig unabhängig von Ihrem Verdienst können Sie nämlich entweder in Armut oder in Reichtum leben. Ein höheres Einkommen ist schlussendlich nicht der entscheidende Schlüssel zu mehr Geld.

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Nur wenige Menschen können richtig mit Geld umgehen

Den richtigen Umgang mit Geld erlernt ein Mensch bestenfalls im Kindes- und Jugendalter. Wer im sozialen Umfeld, beispielsweise bei seinen Eltern, positive Vorbilder hatte und zudem früh zur Eigenverantwortung mit Geld erzogen wurde, hat beste Karten, auch im späteren Leben nicht in eine finanzielle Schieflage zu geraten. Leider können nur sehr wenige Menschen mit Geld umgehen und gerade jene, die dem finanziellen Reichtum einen hohen Stellenwert im Leben beimessen, neigen zur Verschwendung – klar, sonst würde ja niemand sehen, wie „reich“ sie sind. Ein klassisches Beispiel sind Lottogewinner: Die Zahlen jener Lottomillionäre, welche nur wenige Monate oder Jahre nach ihrem Gewinn pleite oder teilweise sogar verschuldet sind, ist erschreckend hoch.

Gerade Menschen, welche den finanziellen Wohlstand nicht gewöhnt sind, überschätzen häufig ihren Gewinn – oder eben ein hohes Einkommen – und gönnen sich das schnelle Auto, das große Haus, die lang ersehnte Weltreise und ein wenig überflüssig teuren Schmuck. Prompt ist das ganze Geld verschwunden und zurück bleibt nichts, außer vielleicht ein ungetilgter Kredit. Mehr Geld bedeutet also keinesfalls, dass schlussendlich am Ende des Monats, des Jahres oder des Lebens auch mehr davon auf Ihrem Konto übrigbleibt. Schuld daran sind weit verbreitete Denkfehler, auf welche zahlreiche Menschen hereinfallen.

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Sie brauchen also kein höheres Einkommen oder einen Lottogewinn, wenn Sie finanzielle Sicherheit anstreben, sondern Sie müssen lernen, typische Denkfehler und dadurch überflüssige Ausgaben zu vermeiden. Wirklich reich werden Sie nämlich nicht durch Ihre Einnahmen, sondern durch Ihre vermiedenen Ausgaben, sprich Ihre Sparsamkeit.

Denkfehler, die Ihrem Reichtum im Weg stehen

Unabhängig davon, ob Sie 1.000 oder 10.000 Euro im Monat verdienen, sollten Sie folgende Denkfehler im Umgang mit Ihrem Geld vermeiden, um Ihre Ausgaben zu minimieren, so viel wie möglich zu sparen und sich eine finanziell „sichere“ Zukunft aufzubauen. Keine Sorge: Sie sind nicht alleine, denn fast alle Menschen fallen auf diese Denkfehler herein. Wenn Sie diese jedoch vermeiden, werden Sie auf Dauer reicher sein als so mancher Lottogewinner. Wir verraten Ihnen, was Sie dafür tun müssen – beziehungsweise bleiben lassen sollten:

Denkfehler #1: Überlebensirrtum

Dass Menschen zur Selbstüberschätzung neigen, ist gewiss kein Geheimnis. Das trifft auch auf finanzielle Entscheidungen zu. Wer über ein hohes Selbstbewusstsein verfügt und schon so einige Erfolge im Leben verzeichnet hat, neigt zu der Annahme, der Erfolg bliebe auch in Zukunft bestehen. Es gibt zwar kein Leben ohne Niederlagen, doch bleiben Erfolge mehr im Gedächtnis und erwirken dadurch die fiese Realitätsverzerrung. Wenn Sie vom Überlebensirrtum betroffen sind, denken Sie also, nichts und niemand könne Ihnen etwas anhaben und Sie neigen zu leichtfertigen finanziellen Entscheidungen – die schnell nach hinten losgehen können.

Was Sie stattdessen tun sollten: Prüfen Sie vor allem große, aber auch kleinere Investments vorab kritisch und fokussieren Sie sich nicht nur auf mögliche Erfolge, sondern auch eventuelle Misserfolge. Berechnen Sie also nicht ausschließlich, wie viel Rendite Ihre Aktien abwerfen könnten, sondern auch eventuelle Verluste. Holen Sie sich dafür bestenfalls den objektiven Rat eines Sachverständigen, der Ihnen die Szenarien realistisch vorrechnen und eine Risikoabwägung vornehmen kann.

Denkfehler #2: Kontrasteffekt

Würden Sie 10.000 Euro für einen neuen Pullover ausgeben? Oder für ein Essen? Vielleicht für eine neue Sitzgarnitur? Vermutlich nicht! Wenn Sie nun aber ein Haus für 350.000 Euro kaufen, sind die 10.000 Euro Nebenkosten hier und 10.000 Euro Extrakosten dort Ihnen plötzlich egal. In Anbetracht der hohen Kaufsumme erscheinen 10.000 Euro wie Peanuts und Sie neigen dazu, diese sprichwörtlich aus dem Fenster zu werfen. Dann eben doch der teurere Boden, die schönere Tür und der Kamin im Wohnzimmer – „ist ja grad egal!“. Ist es aber nicht, denn dieser Kontrasteffekt sorgt dafür, dass Sie bei großen Investitionen wie einem Haus oder einem Auto dazu neigen, große Summen zu verprassen, auch wenn Sie ansonsten sparsam leben.

Was Sie stattdessen tun sollten: Behalten Sie auch bei großen Investitionen stets den Überblick und setzen Sie den Rotstift an, wo es geht. Natürlich sollte – um bei dem Beispiel zu bleiben – ein Haus mit diesem Preis Ihren Vorstellungen entsprechen und qualitativ gut gebaut sein, dennoch gilt es, gesonderte Investitionen wie den Ofen daraufhin zu überprüfen, ob sie ihren Preis wirklich wert sind und Ihnen einen entsprechenden Nutzen bringen. Um den Kontrasteffekt zu verhindern, bleibt Ihnen also nichts Anderes übrig, als sich in Vernunft und Disziplin zu üben – Sie werden sich hinterher selbst dafür danken.

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Denkfehler #3: Zeitinkonsistenz

Die Altersvorsorge ist in Deutschland ein großes Problem. Vielen Menschen, vor allem Frauen, droht die Altersarmut. Der Grund dafür sind eine mangelnde Vorsorge, lange Auszeiten vom Job durch die Kindererziehung sowie der Hang zu Minijobs. Doch auch die Zeitinkonsistenz hat Mitschuld an der Problematik.

Man solle im Moment leben und nicht in der Vergangenheit oder Zukunft,

heißt es und dieses Motto scheinen sich viele Menschen gerade hinsichtlich ihrer Finanzen zu Herzen zu nehmen. Wieso sparen, wenn bis zu meiner Rente vielleicht eh die Inflation alles verschlungen hat, der dritte Weltkrieg ausgebrochen ist oder die Rentenkassen pleite sind? Natürlich können Sie niemals voraussagen, was in zehn, 20 oder 50 Jahren sein wird. Dennoch wird es zu spät sein, wenn Sie nicht bereits heute vorsorgen. Das Fiese an der Sache ist: Dem menschlichen Gehirn ist das aktuelle Glück wichtiger als jenes in der Zukunft. Deshalb neigen Sie allen guten Vorsätzen zum Trotz dazu, Ihr Geld heute auf den Kopf zu hauen, anstatt dieses für die Zukunft zurückzulegen. Zudem kann es im Laufe der Lebensphasen passieren, dass Sie plötzlich vom Sparen nichts mehr halten und Ihre Rücklagen für spontane Investitionen auflösen. Sie entwickeln sich schließlich als Persönlichkeit weiter und wissen ebenso wenig, wer Sie in zehn, 20 oder 50 Jahren sein werden.

Was Sie stattdessen tun sollten: Schützen Sie sich also vor Ihrem zukünftigen Ich und binden Sie Ihre Altersvorsorge so fest und unantastbar wie möglich. Um Ihre Ersparnisse zu schützen, müssen Sie aber erst einmal welche anlegen. Verdrängen Sie nicht die Wichtigkeit der Altersvorsorge aufgrund einer jugendlichen Leichtsinnigkeit oder übertriebenen „Lebe-den-Moment“-Einstellung. Wenn Sie diese Entscheidung bereuen, ist es nämlich bereits zu spät. Selbst, wenn es nur 50 Euro im Monat sind: Beginnen Sie heute damit, für die Zukunft zurückzulegen. Je früher Sie nämlich anfangen, umso mehr können Sie vom Zinseszins profitieren und ein Vermögen aufbauen.

Denkfehler #4: Sunk Costs

Die Sunk Costs sind ein echter Klassiker der Betriebswirtschaftslehre. Der Name erinnert nicht aus Zufall an ein versunkenes Schiff: Es handelt sich bei den Sunk Costs um versunkene Kosten, sprich Ausgaben, die bereits in der Vergangenheit liegen und welche Sie aus der heutigen Sicht rückgängig machen würden – aber nicht können.

In der Betriebswirtschaftslehre wird hierfür meist eine Autoreparatur als Beispiel herangezogen: Nehmen wir an, Ihr Wagen bräuchte eine Reparatur in Höhe von 1.000 Euro, ist aber nur noch 3.000 Euro wert. Angesichts der unverhältnismäßig hohen Reparaturkosten würden die meisten Menschen das Auto verkaufen oder verschrotten und sich einen neuen Wagen holen. Aber was, wenn Sie bereits vor einem Monat 1.000 Euro in eine Reparatur investiert haben? Diese Sunk Costs würden Sie aus heutiger Sicht gerne rückgängig machen, doch da Sie diese bereits investiert haben, werden Sie sich mit höherer Wahrscheinlichkeit auch für die zweite – eigentlich völlig überteuerte – Reparatur entscheiden. Sie hätten sonst das Gefühl, die Sunk Costs seien „umsonst“ ausgegeben worden, sprich versunken wie ein Schiff.

Was Sie stattdessen tun sollten: Entscheiden Sie jede Investition neu, unabhängig davon, ob Sie bereits Geld in eine Sache gesteckt haben oder nicht. Sehen Sie es so: Besser verlieren Sie die ersten 1.000 Euro, als die zweiten auch noch zu versenken. Auch, wenn es wehtut: Lassen Sie Vernunft walten und investieren Sie das „gerettete“ Geld sinnvoller.

Denkfehler #5: Restraint Bias

Apropos Selbstüberschätzung: Weil wir Menschen uns so gerne selbst überschätzen, denken wir auch, wir könnten beinahe allen Versuchungen widerstehen – wenn wir denn wollten. Lustigerweise haben gerade jene Menschen, die ihre Widerstandskraft am höchsten einschätzen, schlussendlich die geringste Selbstkontrolle. Dies trifft nicht nur beispielsweise auf das Essen oder frühe Aufstehen zu, sondern eben auch auf das Ausgeben von Geld. Sie denken, Sie könnten in dem Restaurant nur einen Salat bestellen oder beim Shoppen nur ein T-Shirt kaufen? Fehlanzeige! In den meisten Fällen werden Sie sehr viel mehr Geld ausgeben als gedacht.

Was Sie stattdessen tun sollten: Wenn Sie Ihren Geldbeutel also schonen möchten, tun Sie sich selbst einen Gefallen und setzen Sie sich gar nicht erst der Versuchung aus. Der sicherste Weg, kein Geld auszugeben, ist einfach überhaupt nicht shoppen, in das Restaurant oder sonst wohin zu gehen, wo Sie viel Geld ausgeben könnten!

Denkfehler #6: Verknappungseffekt

Kennen Sie das: Wann immer Sie Ihren Lieblingsshop im Internet besuchen, steht unter zahlreichen Waren „Nur noch 2 auf Lager“ oder so ähnlich. Also beeilen Sie sich, legen schnell alles in den Warenkorb und kaufen im Eiltempo ein. Wussten Sie, dass Sie dabei viel mehr einkaufen als ohne Zeitdruck? Und ist Ihnen bewusst, dass Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen miesen Trick hereinfallen? In der Regel sind nämlich nicht „nur 2 auf Lager“, sondern noch 200 Stück, aber die verkaufen sich schneller und besser, wenn darunter die Illusion der Knappheit erweckt wird. Selbiges gilt zum Beispiel für ein Haus: Was denken Sie, welches Sie eher kaufen würden – jenes, das schon seit Monaten inseriert ist und wo keine anderen Interessenten in Sicht sind oder das, bei dessen Besichtigung bereits vier andere Paare ihre Kaufabsicht bekundet haben? Sie werden sich gewiss beeilen, um das Letztere zu ergattern – völlig unabhängig davon, ob es tatsächlich die bessere Wahl ist.

Was Sie stattdessen tun sollten: Wirklich verhindern lässt sich der Verknappungseffekt leider nicht, da es sich um einen Streich des Gehirns handelt. Dennoch kann es helfen, sich den Denkfehler bewusst zu machen und eine Kaufentscheidung noch einmal zu hinterfragen. Lassen Sie sich bei Investitionen Zeit – auch wenn sie angeblich knapp sind. Das gilt sowohl für das Onlineshopping im kleinen Rahmen als auch den Hauskauf im großen.

Denkfehler #7: Ankereffekt

Aufgrund des Ankereffekts kaufen Sie eher zu einem (zu) hohen Preis, wenn Sie vorher von einer entsprechend hohen Zahl beeinflusst wurden. Nehmen wir an, Sie kaufen ein T-Shirt. Haben Sie kurz vorher auf Ihrem Handy die Zahl 82 gelesen, würden Sie das 50 Euro teure T-Shirt mit höherer Wahrscheinlichkeit kaufen, als wenn dort die Zahl 28 gestanden hätte – obwohl diese Zahlen mit dem T-Shirt selbst rein gar nichts zu tun haben. Das Gehirn lässt sich also von willkürlich gewählten Zahlen in seiner Kaufentscheidung beeinflussen. So werden Sie in einem Restaurant namens Schwan891 mehr Geld ausgeben als in dem Schwan001 – garantiert. Weshalb das so ist, wird in folgendem Video noch einmal anschaulich erläutert:

Was Sie stattdessen tun sollten: Wirklich schützen können Sie sich vor dem Ankereffekt leider nicht. Dennoch kann es helfen, sich gut über die Marktpreise zu informieren und keine übereilten Kaufentscheidungen zu treffen. So lassen Sie sich durch Zahlen weniger in die Irre führen und können vielleicht doch noch ein günstigeres Schnäppchen ausfindig machen – beispielsweise im Internet.

Denkfehler #8: Relative Rabatte

Um bei dem Beispiel zu bleiben: Würden Sie das 50 Euro teure T-Shirt eher kaufen, wenn es sich dabei um den regulären Preis handelt oder wenn es eigentlich 75 Euro kosten würde, aber heruntergesetzt ist? Richtig: Rabatte erwecken den subjektiven Eindruck, wir hätten Geld gespart und bedienen dadurch das Belohnungssystem im Gehirn. Sie freuen sich also in diesem Fall mehr darüber, 25 Euro gespart zu haben, als Sie sich über die ausgegebenen 50 Euro ärgern. Klar, dass viele Unternehmen dementsprechend mit Rabatten tricksen.

Was Sie stattdessen tun sollten: Natürlich ist es kein Fehler, nach Rabatten und Schnäppchen Ausschau zu halten. Aber achten Sie dennoch darauf, nur jene Dinge zu kaufen, die Sie wirklich möchten beziehungsweise benötigen – und sich nicht aufgrund von Rabatten zu Spontankäufen verführen zu lassen. Recherchieren Sie bei größeren Investitionen zudem den Marktpreis über mehrere Quellen. So können Sie einschätzen, ob es sich bei dem Angebot tatsächlich um einen Rabatt handelt oder nur um einen geschickten Trick des Verkäufers.

Denkfehler #9: Verschwendungsirrtum

Kommen wir zu dem letzten Denkfehler, der vor allem die bereits erwähnten Lottogewinner sowie andere Personen, die unverhofft zu plötzlichem Reichtum kommen, trifft. Beim Verschwendungsirrtum handelt es sich um die einfache Annahme: Wenn ich mehr Geld habe, kann ich auch mehr Geld ausgeben. Die Hemmschwelle zum Ausgeben Ihres Geldes sinkt also. Vielleicht kennen Sie das selbst: Wenn Sie mit 50 Euro in der Tasche einkaufen gehen, reichen diese in der Regel aus. Sobald Sie hingegen mit 200 Euro gehen, sind sie am Ende des Tages plötzlich weg – obwohl Sie sonst mit 50 Euro auskommen. Sie waren schlichtweg verschwenderischer und haben das vielleicht nicht einmal bewusst wahrgenommen.

Verschwendung ist falsche Verwendung.

(Andreas Tenzer)

Ein Lottogewinner mit 10.000.000 Euro auf dem Konto denkt deshalb, er hätte so viel Geld, dass er es rücksichtslos ausgeben könnte. Nach Steuern, dem Hauskauf und ein paar Geschenken ist es dann plötzlich weg. Rein theoretisch hätte es aber tatsächlich für ein sorgenfreies Leben gereicht. Reichtum verleitet also zu Verschwendung, Armut hingegen zu Bescheidenheit.

Was Sie stattdessen tun sollten: Schlussendlich ist es also die Sparsamkeit, die darüber entscheidet, ob Reiche reich bleiben oder Arme sich dennoch eine finanzielle Sicherheit aufbauen können. Das Einkommen hat aufgrund des Verschwendungseffektes damit nur wenig zu tun. Sie müssen stattdessen lernen, Ihre Finanzen im Blick zu behalten und realistisch zu betrachten. Natürlich können Sie sich auch hier und dort ein wenig Luxus gönnen, doch üben Sie sich in Selbstdisziplin, um der Verschwendung ein Ende zu setzen. Das funktioniert am besten, indem Sie sich nicht über Ihren Reichtum definieren, sondern diesen als Mittel zum Zweck sehen. Bauen Sie ein gesundes Selbstbewusstsein auf, dann müssen Sie sich nicht durch ein schickes Auto oder teuren Schmuck „beweisen“ oder mittels Geschenke Freundschaften „erkaufen“.

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Wie gehen Sie mit Ihrem hart verdienten Geld um, damit am Ende des Monats möglichst viel übrigbleibt und Sie ein (finanziell) sorgenfreies Leben führen können? Welche weiteren Denkfehler kennen Sie? Inwiefern setzen Sie Reichtum mit dem Einkommen in Zusammenhang? Wir sind gespannt auf Ihre Denkanstöße in den Kommentaren und bedanken uns im Voraus!

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