Headhunter ist eines dieser Wörter, die in der Arbeitswelt in aller Munde sind. Doch auf Nachfrage kann kaum jemand wirklich beantworten, was ein Headhunter ist, worin seine Aufgaben liegen und inwiefern wir mit ihnen in Kontakt treten sollten. Im Prinzip ist er nichts anderes als ein Personalberater, allerdings in einer speziellen Ausprägung. Da es sich allerdings nicht um eine geschützte Berufsbezeichnung handelt, unterscheidet sich jeder Headhunter vom jeweils anderen in seinen Aufgabenbereichen. Grob kann gesagt werden, dass er für die Akquise von hoch qualifizierten Führungs- und Fachkräften zuständig ist. Dabei arbeitet er entweder direkt im entsprechenden Unternehmen oder wurde als Berater von diesem beauftragt. Dies kann unterschiedliche Gründe haben: Entweder war das Unternehmen auf dem „herkömmlichen“ Bewerbungsweg bislang nicht erfolgreich, oder es möchte das Recruiting diskret halten.

Inhaltsverzeichnis:
1. Die Tätigkeitsbereiche eines Headhunters
2. Beim Headhunter initiativ bewerben? Ja!
3. Woran erkennen Sie die Seriosität eines Personalberaters?
4. So sieht eine Bewerbung beim Headhunter aus

Die Tätigkeitsbereiche eines Headhunters

Eine genaue Eingrenzung der Tätigkeiten des jeweiligen Headhunters gibt es nicht. Allerdings lassen sich die wichtigsten Aufgabengebiete wie folgt zusammenfassen:

  • Personalsuche
  • Beratungsdienstleistungen (z.B. zu Verträgen, Vergütung oder Personalentwicklung)
  • Recruiting über Kanäle wie Internet, Zeitung, Social Media etc.
  • Direct Search, sprich das Abwerben von Mitarbeitern bei konkurrierenden Unternehmen

Letzteres bringt uns zugleich zu dem Punkt, an dem die Headhunter für den „normalen Mitarbeiter“ interessant werden. Denn diese sind tatsächlich häufig auf der Suche nach zahlreichen Kontakten, um sich eine umfassende Kartei aufbauen zu können. Nur Führungskräfte haben eine Chance? Nein, dieses Klischee ist schon lange aus dem Weg geräumt.

Beim Headhunter initiativ bewerben? Ja!

Deshalb kann eine Initiativbewerbung bei einem oder mehreren Headhuntern tatsächlich von Erfolg gekrönt sein. Vor allem für Spezialisten in gefragten Fachgebieten, auch ohne Führungsverantwortung. Zu verlieren gibt es schließlich nichts. Wer also tatsächlich auf der Suche nach einem neuen Job ist, der sollte sich einmal bei dem Headhunter seiner Wahl direkt vorstellen. Daraus könnten sich Kontakte ergeben, an die Sie über den „normalen“ Bewerbungsprozess niemals herankämen. Das muss nicht gleich eine neue Stelle sein. Doch neue Kontakte alleine führen oft zu neuen Möglichkeiten und lösen eine Aufwärtsspirale aus. Die Zahlen sprechen für sich: Über 80.000 Stellen werden pro Jahr von den Personalberatern besetzt. Die Anzahl an eingehenden Initiativbewerbungen hat sich seit 2001 mehr als vervierfacht. Was früher undenkbar war, ist mittlerweile gang und gäbe.

Eine Ausnahme gibt es jedoch: Mit Berufseinsteigern und Absolventen können die meisten Headhunter nicht viel anfangen. Lediglich kleinere und auf eine Nischenbranche spezialisierte Agenturen nehmen auch hin und wieder Berufseinsteiger mit in ihre Kartei auf. Versuchen Sie doch hier einmal Ihr Glück.

Woran erkennen Sie die Seriosität eines Personalberaters?

Leider gibt es unter den Personalberatern das ein oder andere schwarze Schaf. Das wird unter anderem daraus begründet, dass sich theoretisch Jeder Headhunter oder Personalberater nennen darf, unabhängig von seiner Ausbildung oder fachlichen Qualifikation. Wer auf ein zwielichtiges Angebot hereinfällt, kann unter Umständen seine Karriere aufs Spiel setzen. Daher ist Vorsicht geboten. Aber woran erkennen Sie nun die seriösen und unseriösen Headhunter in der Masse?

  • Transparenz: Wer seinen Namen nicht nennt, im Internet nicht zu finden ist oder keine nachweisbaren Referenzen vorzeigen kann, sollte direkt aus dem Raster fallen. Fragen Sie nach dem Namen der Beratung und dem Auftraggeber und führen Sie einen Seriositätscheck durch.
  • Kaltakquise: Wenn Sie einfach mit einem Anruf überfallen werden, vielleicht sogar auf der Arbeit, ist auf jeden Fall Vorsicht angebracht. Checken Sie, ob der Anrufer gezielt Sie als Person ausgesucht hat und erklären Sie sich gegebenenfalls zu einem Gespräch in anderem Rahmen bereit. Mehr nicht! Stellen Sie Fragen zu sich als Person, Ihrem Lebenslauf oder sonstigen Informationen, die der Headhunter haben könnte (z.B. aus dem Internet) und müsste, wenn er gezielt Sie anspricht. Ansonsten handelt es sich vermutlich um einen willkürlichen Anruf eines zwielichtigen Beraters.
  • Minderwertigkeit der angebotenen Stelle: Wenn der Headhunter Ihnen nicht gleich verraten möchte, um welche Stelle in welchem Unternehmen es geht, ist das Angebot mit Vorsicht zu genießen. Es könnte der Fall sein, dass ein Wechsel keinen Karrierefort- sondern Rückschritt bedeuten würde oder dass es sich um die Beschönigung einer minderwertigen Stelle handelt. Der Personalberater sollte danach fragen wo Sie hinwollen, welche Ihre beruflichen Ziele und Vorstellungen für die Zukunft sind. Ansonsten scheint er weder an Ihrem Wohlergehen noch dem des Auftraggebers wirklich interessiert zu sein und ist nur auf die Provision aus.

Alles in allem müssen Sie auf Ihr Bauchgefühl vertrauen und mit der nötigen Vorsicht an die Sache herangehen. Explizite Kriterien einer Unterscheidung zwischen guten und schlechten Headhuntern gibt es nicht. Allerdings können Sie sich über die Registrierung der Personalberatung im Fachverband der BDU informieren, denn das garantiert zumindest die Einhaltung einiger strenger Berufsgrundsätze. Etwa 50 Unternehmen sind hier derzeit gelistet.

So sieht eine Bewerbung beim Headhunter aus

Wenn Sie schließlich einen vertrauenswürdigen und auf Ihre Branche spezialisierten Headhunter gefunden haben, geht es an das Erstellen der Initiativbewerbung. Und diese sieht durchaus anders aus als eine Bewerbung für den Recruiting-Prozess einer ausgeschriebenen Stelle. Denn der Personalberater ist in der Regel nicht daran interessiert, direkt eine umfassende Bewerbung mit allen notwendigen Unterlagen von Ihnen zu erhalten. Dafür fehlt ihm schlichtweg die Zeit. Vielmehr ist es üblich, eine Kurzbewerbung mit einem Anschreiben und zwei Seiten Lebenslauf inklusive einem Foto zu senden. Auch wenn Sie persönlich eine auf Papier gedruckte Bewerbung als schöner und haptischer betrachten, wird es mittlerweile meist bevorzugt, die Bewerbung per E-Mail oder Online-Formular direkt auf der Website der Personalberatung einzureichen. Dennoch gibt es Ausnahmen, die eine vollständige Bewerbungsmappe wünschen. Informieren Sie sich am besten vor Ihrer Bewerbung einfach kurz über die Gepflogenheiten des jeweiligen Dienstleisters.

Wir jedenfalls wünschen Ihnen viel Erfolg.

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