Wer sich beruflich weiterentwickeln möchte, muss nicht immer gleich kündigen und zu einer anderen Firma gehen. Auch ein interner Jobwechsel kann einen großen Karriereschritt bedeuten, ohne dass Sie die Risiken einer temporären Arbeitslosigkeit und eines neuen Umfeldes auf sich nehmen müssen. Viele Arbeitnehmer fühlen sich ja schließlich in ihrem Betrieb wohl und können sich durchaus vorstellen, bis zur Rente zu bleiben. Doch immer den gleichen Job machen? Das können sich nur die wenigsten Deutschen ausmalen. Jeder wünscht sich schließlich die Möglichkeit der persönlichen, beruflichen und vielleicht auch finanziellen Weiterentwicklung. Die interne Bewerbung erscheint da häufig als sehr verlockend. Dennoch müssen einige Dinge beachtet werden, und zwar vor, während und nach einer internen Bewerbung. Hier deshalb die besten Tipps und die häufigsten Fehler:

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Inhaltsverzeichnis:
1. Interne Bewerbung – neuer Job mit links?
2. Der richtige Ablauf einer internen Bewerbung
3. Bereiten Sie die interne Bewerbung genauso sorgfältig vor wie eine externe
4. Nutzen Sie gezielt Ihre Vorteile und Kontakte
5. Wahren Sie stets äußerste Diskretion
6. Nutzen Sie Ihr Insider-Wissen
7. Gehen Sie im Guten auseinander

Interne Bewerbung – neuer Job mit links?

Die interne Bewerbung wird in ihrer Wichtigkeit häufig unterschätzt. Sie kennen den Personaler, sind per Du, haben keine nennenswerten Mitbewerber und sowieso – Sie halten sich für die erste Wahl auf die Stelle. Also schnell ein flapsiges Schreiben aufsetzen und den Personaler auf ein Käffchen aufsuchen. Und schon sitzt die Sache? Viele Bewerber machen den Fehler, eine interne Bewerbung auf die leichte Schulter zu nehmen. Drei bis vier Sätze zur Motivation, ein lässiges „Hallo Peter“ und ein Handschlag reichen längst nicht aus, um bei einer internen Bewerbung einen guten Eindruck zu hinterlassen. Diese Grundsätze sollten Sie verinnerlichen, bevor Sie sich an eine interne Bewerbung heranwagen:

  • Ein Jobwechsel ist leichter als ein „regulärer“ Wechsel der Arbeitsstelle? Das mag der Fall sein, wenn der Job nur intern ausgeschrieben ist und Sie aus sicherer Quelle wissen, dass Sie der einzige Bewerber sind. Doch so sicher die Quelle auch sein mag, verlassen Sie sich nicht darauf und geben Sie sich stattdessen Mühe. Zahlreiche Stellen werden außerdem intern und extern ausgeschrieben. Nicht immer werden dabei die internen Bewerber bevorzugt.
  • Eine interne Bewerbung braucht nicht so umfangreich zu sein? Im Gegenteil: Informieren Sie sich über die Anforderungen der offenen Stelle ebenso, wie Sie das bei einem anderen Unternehmen täten. Behandeln sie die Bewerbung ebenso sorgfältig und zeitintensiv wie damals, als Sie in das Unternehmen eingestiegen sind.
  • Peter ist Ihr bester Freund – also was soll schiefgehen? Viele Bewerber beschäftigen sich nur mit dem offensichtlichen Entscheider. Doch derjenige, an den die Bewerbung gerichtet ist, ist allemal nicht die einzige Person, die an der endgültigen Entscheidung für oder gegen einen Bewerber beteiligt ist. Also selbst wenn Peter Ihr bester Freund ist, muss er seine Entscheidung mit der seiner Vorgesetzten, der Personalabteilung und eventuell des Betriebsrates abstimmen. Und dann kann er Ihnen nur eine Stütze sein, wenn Sie auch entsprechende gute, vollständige und professionelle Unterlagen eingereicht haben.
  • Im Unternehmen weiß man ja bereits, was Sie können und wo Ihre Stärken liegen? Das mag der Fall sein, doch häufig täuscht die subjektive Einschätzung oder es wird eine Person am Entscheidungsprozess beteiligt, auf die das nicht zutrifft. Eine neue Führungskraft in der Personalabteilung zum Beispiel. Die Personalakte gibt da längst nicht alles her und Sie können sich nicht darauf verlassen, dass Ihre Zeugnisse, Fortbildungsnachweise und Beurteilungen tatsächlich vollständig vorhanden sind. Also gehen Sie auf Nummer sicher und reichen all dies sowie ein ausführliches Motivationsschreiben nochmal ein. Lieber doppelt als fehlend.

Herzlichen Glückwunsch, nun sind Sie an dem Punkt, an dem Sie sich überhaupt erst einmal mit dem Gedanken an eine interne Bewerbung befassen sollten.

Der richtige Ablauf einer internen Bewerbung

Wichtig ist, dass Sie sich nur auf eine Stelle bewerben, die Sie auch wirklich möchten. Denn dem Peter zwischen Tür und Angel kurz Interesse zu bekunden, eine kurze E-Mail dazu senden und dann einen Rückzieher machen – das ist ein absolutes No-Go und ein echter Karriererückschritt.

Beachten Sie: Sie sind in dem Unternehmen, in welchem Sie sich bewerben, bereits angestellt. Jeder Fehler fällt auf Sie zurück und kann Ihre aktuelle Stelle beeinflussen. Sie müssen daher deutlich vorsichtiger vorgehen als bei einer externen Bewerbung. Wenn dort etwas schiefgeht, müssen Sie sich schließlich nie wieder blicken lassen. Das klingt natürlich nun alles sehr dramatisch. Doch tatsächlich werden in der Praxis interne Bewerbungen immer wieder unterschätzt und dienen als echtes Fettnäpfchen. Und dann wird es schnell richtig peinlich. Prüfen Sie deshalb eingehend, welche Aufgaben die neue Stelle umfassen würde, in welcher Abteilung das wäre und ob es Ihren Qualifikationen entspricht. Wenn Sie nun zu dem Entschluss gekommen sind, dass Sie diese Stelle zu 100 Prozent möchten, dann

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1. bereiten Sie die interne Bewerbung genauso sorgfältig vor wie eine externe:

Das gilt nicht nur für die Unterlagen, sondern auch für das Bewerbungsgespräch. Besonders beliebt sind hier Fragen zu Ihnen als Person und Ihrer derzeitigen Stelle. Sollte in der Vergangenheit mal ein Projekt schiefgelaufen sein oder es gab längere Fehlzeiten – der Personaler weiß über alle Fehltritte Bescheid und wird Sie mitunter genau darauf ansprechen. Überlegen Sie deshalb im Voraus, welche Fragen Ihnen gestellt werden könnten und was Sie darauf antworten möchten. Bereiten Sie das Gespräch ebenso sorgfältig vor wie bei einer externen Bewerbung. Studieren Sie die Stellenanzeige, legen Sie sich Ihre Argumente zurecht, weshalb genau Sie auf die Stelle passen, und holen Sie sich die aktuellsten Informationen, Fakten und Zahlen zum Unternehmen ein. Wer auf Empfehlung in einem Vorstellungsgespräch sitzt, sollte sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen und muss seinem guten Ruf auch Genüge tun.

2. nutzen Sie gezielt Ihre Vorteile und Kontakte:

Klar, wenn Sie jemanden kennen, der an der Entscheidungsfindung beteiligt ist oder sogar der beste Freund von Peter sind, können Sie diese Kontakte auch als Vorteil nutzen. Dennoch sollten Sie dies in einem angemessenen Rahmen tun und sich Ihrer Sache nicht zu sicher sein. Wenn es erst einmal darum geht, wichtige Informationen über die ausgeschriebene Stelle einzuholen, so nehmen Sie sich die entsprechende Person diskret zur Seite und suchen Sie das Vier-Augen-Gespräch. Dies kann auch helfen, um Ihre Chancen abzuklopfen.

Doch Vorsicht: Die neutrale Information sollte nicht in Tratsch übergehen und Sie sollten zudem nur Personen ansprechen, zu welchen Sie vollstes Vertrauen haben. Ansonsten weiß schnell das gesamte Unternehmen über Ihre Pläne Bescheid und wenn es nicht klappt, gibt es schlechte Stimmung im bisherigen Team oder der Chef hat Sie auf dem Kieker.

3. wahren Sie stets äußerste Diskretion:

Um es noch einmal zu verdeutlichen: Diskretion ist das A und O bei einer internen Bewerbung. Dies betrifft nicht nur Ihre eigenen Pläne, sondern auch die Informationen, welche Sie bei der Bewerbung oder im Vorstellungsgespräch herausgeben. Wer Betriebsgeheimnisse, Interna aus der Abteilung oder das Fehlverhalten des Chefs breittritt, hinterlässt einen negativen Eindruck und wird als nicht loyal abgestempelt. Schließlich möchte Ihr neuer Vorgesetzter auch nicht, dass Sie ihm dies bei der nächsten internen Bewerbung gleichtun. Diskretion gilt zudem dabei, wem Sie von Ihren Plänen erzählen. Beim Chef sind Sie erst dann auf der sicheren Seite, wenn die Bewerbung erfolgreich durch ist. Hinterlassen Sie bei dem entsprechenden Personaler deshalb einen Vertraulichkeitshinweis.

4. nutzen Sie Ihr Insider-Wissen:

Bei der Bewerbung sollten Sie alle Grundregeln beachten, die wir Ihnen in unseren entsprechenden Artikeln ans Herz gelegt haben: Studieren Sie die Stellenanzeige und reichen Sie eine maßgeschneiderte Bewerbung sowie einen passenden Lebenslauf ein. Hier können Sie auch von Ihrem Insider-Wissen Gebrauch machen. Denn vielleicht wissen Sie, worauf der Chef Wert legt oder welche anderen Kollegen sich bewerben. Heben Sie sich dementsprechend positiv ab.

Aber Vorsicht: Alle Angaben müssen wahrheitsgetreu sein. Während ein anderes Unternehmen einen geschönten Lebenslauf vielleicht nicht gleich erkennt, können Sie im eigenen Hause niemandem etwas vormachen.

5. gehen Sie im Guten auseinander:

Wie bereits im Punkt Diskretion erwähnt, sollten Sie Ihre Kollegen, Ihre Vorgesetzten und Ihre bisherigen Mitarbeiter stets in ein gutes Licht rücken. Hinterlassen Sie keine verbrannte Erde und gestalten Sie den Wechsel, wenn die Bewerbung erfolgreich war, für alle Beteiligten so angenehm wie möglich. Hierzu gehört es, Ihren Weggang sorgfältig vorzubereiten, die Nachfolger einzulernen, Projekte abzuschließen und eine ordentliche Übergabe zu machen. Wer im Kundenkontakt steht, sollte eine kurze E-Mail schreiben, dass diese in Zukunft mit einem anderen Kollegen sprechen werden. Wenn Sie bereits wissen, wer das sein wird, stellen Sie Ihren Nachfolger kurz vor.