Befristete Arbeitsverträge, Umstrukturierungen, Fachkräftemangel – viele Faktoren tragen zum neuen Jobhopping-Phänomen bei. Und dennoch ist es im Lebenslauf bislang oft nicht gerne gesehen, wenn ein Bewerber zu viele Stationen auflistet. Ob es nun die Angst ist, viel Geld in das Einlernen des Neueinsteigers zu investieren und diesen dann zu verlieren, oder einfach noch die Gewohnheit aus den vergangenen Jahrzehnten. Wie kannst Du Deinen Jobwechsel also im Lebenslauf richtig darstellen?

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Inhalt
1. Weshalb wechseln Arbeitnehmer ihren Job?
2. Wie oft „darf“ ein Arbeitnehmer den Job wechseln?
3. Karriereturbo oder Hindernis?
4. Ob förderlich oder nicht, liegt auch am Alter…
5. Ist Jobhopping nicht ein Zeichen von Flexibilität?
6. Grundregeln eine positive Darstellung in der Bewerbung
7. Beispielformulierungen für Anschreiben und Lebenslauf

Weshalb wechseln Arbeitnehmer ihren Job?

Erst einmal musst Du Dir selbst darüber klar werden, weshalb Du aktuell Deinen Job wechseln möchtest und wieso Du das auch in der Vergangenheit schon mehrmals getan hast. Erst dann kannst Du die Gründe in positiver Art und Weise verpacken und im Lebenslauf sowie Bewerbungsgespräch entsprechend überzeugend darlegen. Die häufigsten Gründe für einen Jobwechsel lassen sich grob nach dem Lebensalter der jeweiligen Person einteilen:

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  • Bei den 18- bis 25-Jährigen ist meist das Gehalt die größte Motivation zum Wechsel der Arbeitsstelle.
  • Die 30- bis 55-Jährigen beschäftigen sich vermehrt mit Gefühlen von Stress, Über- oder Unterforderung sowie der mangelnden Wertschätzung. Letzteres trifft auch auf die 60- bis 65-Jährigen Arbeitnehmer zu.
  • Im mittleren Alter, meist im Rahmen der Familiengründung, sind zudem private Gründe häufig die Ursache für das Jobhopping.
  • Hinzu kommen gesundheitliche Gründe, welche vor allem ab 40 Jahren häufig eine tragende Rolle spielen.
  • Zuletzt sind sich die Arbeitnehmer jeden Alters in einem Punkt einig: Die Suche nach einer neuen Herausforderung im Arbeitsleben.

Wie oft “darf” ein Arbeitnehmer den Job wechseln?

Egal welche Gründe Deine Jobwechsel am Ende hatten, mindestens drei Jahre solltest Du es wenn möglich in einem Unternehmen aushalten, um die Wechsel später in einer Bewerbung sinnvoll darlegen zu können. Du fragst dich nun, weshalb genau drei Jahre als Faustregel gelten? Ganz einfach: Es handelt sich dabei um den Zeitraum, den große Projekte in der Regel einnehmen. Ein Jahr wird dabei zur Einarbeitung veranschlagt, eines, um das Projekt anzustoßen und ein letztes, um dieses nachhaltig zum Erfolg zu bringen und positive Spuren im Unternehmen zu hinterlassen. Jobwechsel, die also nach drei bis mehr Jahren stattfinden, lassen sich gut mit dem Arbeitsrhythmus eines Projektes begründen. Das hängt aber natürlich auch stets von Ihrer Branche ab.

Karriereturbo oder Hindernis?

Das bedeutet nun aber nicht, dass Du alle drei Jahre Deinen Job wechseln solltest, um möglichst schnell Karriere zu machen. Im Gegenteil: Etwa die Hälfte der hochrangigen Unternehmensführungskräfte blickt auf eine klassische Hauskarriere zurück.

Wer sein Leben lang einem Konzern treu bleibt, macht häufig schneller und eher Karriere als die modernen Jobhopper. Ein Wechsel der Arbeitsstelle sollte daher eher der Verbesserung der Situation dienen, sei es aus finanzieller, gesundheitlicher oder privater Sicht.

Als Karriereturbo können Jobwechsel also nicht bezeichnet werden. Ein Hindernis sind sie allerdings auch nicht – zumindest nicht unbedingt. Wer die richtigen Stellen wählt und seine Wechsel in einer Bewerbung gut begründen kann, hat durchaus auch mit regelmäßigen Jobhops eine Chance auf den beruflichen Aufstieg. Empfohlen werden dann allerdings seltenere Wechsel, bestenfalls alle fünf bis zehn Jahre.

Ob förderlich oder nicht, liegt auch am Alter…

Ob häufige Jobwechsel nun förderlich für die Karriere oder ein Hindernis im Lebenslauf sind, hängt sehr stark mit dem Lebensalter und der beruflichen Station in der Karriereplanung zusammen. Berufseinsteiger erhalten eine sogenannte „Schonfrist“. Denn gerade zu Beginn der Laufbahn im Arbeitsleben muss erst einmal die richtige Ausrichtung gefunden werden. Eine Orientierung auf Schwerpunkte, einen Wohnort oder den richtigen Arbeitgeber ist zu diesem Zeitpunkt häufig mit einer größeren Anzahl an Jobwechseln verbunden. Doch auch hier gilt: Im Bewerbungsgespräch muss die Frage nach dem „Wieso“ gut begründet werden. Stichworte, wie „Schwerpunktwechsel“ oder „Befristung“, können hier durchaus gleich im Lebenslauf angefügt werden.

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Ist Jobhopping nicht ein Zeichen von Flexibilität?

Für manche Personaler mag das zutreffen, für andere nicht. Das liegt ganz individuell jeweils an der Branche, an der ausgeschriebenen Stelle sowie an der Art und Häufigkeit Ihrer Jobwechsel. Ausschlaggebend ist dabei also nicht allein die Anzahl der Jobwechsel. Auch die Nachvollziehbarkeit Ihrer Erklärungen und plausible Entscheidungen für einen positiv verlaufenden Karriereweg können Jobwechsel in ein positives Licht rücken. Andererseits werden erfahrene Arbeitnehmer, die wiederholt bereits nach kurzer Zeit ihre Stelle wechseln, schnell als unzuverlässig und sprunghaft abgestempelt. Wichtig ist dann stets die richtige Erklärung:

Sind die Jobwechsel zum Beispiel konjunkturbedingt aufgrund von wirtschaftlich instabilen Zeiten, so kann der Bewerber mit dem Verständnis des neuen Unternehmens rechnen, denn diese sind über die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt durchaus informiert. Füge Deinen Bewerbungsunterlagen außerdem alle positiven Indizien hinzu, die Du über die Jahre sammeln konntest. Der Klassiker ist das Arbeitszeugnis. Erhält ein Arbeitnehmer trotz dem häufigen Wechsel durchweg gute Zeugnisse, so wird der Werdegang gewiss eher akzeptiert als bei fehlenden oder durchschnittlichen Bewertungen. Besonders hilfreich sind zudem Formulierungen, dass der Arbeitnehmer aus betrieblichen Gründen das Unternehmen verlassen muss und dass dieses den Weggang bedauert.

Grundregeln für eine positive Darstellung in der Bewerbung

Aus welchen Gründen Du gewechselt hast, wie häufig und in welcher Branche – all das kann nun in der Bewerbung positiv oder negativ dargestellt werden. Damit Du weist, worauf Du in Deiner Bewerbung achten musst, wenn Du bereits mehrere Jobwechsel vorzuweisen hast, und wo die absoluten No-Gos liegen, haben wir für Dich die Grundregeln für Jobwechsel in der Bewerbung zusammengetragen:

+ Mache einen roten Faden zwischen den verschiedenen Stationen in Deinem Lebenslauf sichtbar und verdeutliche so, dass die Jobwechsel Deiner beruflichen Orientierung im Sinne eines durchdachten Karriereplans gedient haben. Gibt es eine Konstante? Dann hebe diese doch zum Beispiel durch Fettschrift hervor.

+ Sammle eventuelle ähnliche Stellen oder Projekte und stelle diese als gesammelte Liste in einem Zeitraum dar. Du kannst dann jedes einzelne Projekt mit Stichpunkten erklären und musst nicht jede Stelle einzeln erläutern. Das schafft Ruhe, Zusammenhänge und einen optischen Vorteil.

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+ Zähle alle Stellen auf, hebe aber die wirklich wichtigen und relevanten Stationen in Deinem Lebenslauf mit kurzen Beschreibungen, Stichworten oder optischen Highlights hervor. So erzielst Du ein optisch ansprechendes Ergebnis und musst Dich hinterher nicht wegen fehlenden Angaben rechtfertigen oder um Deinen Job bangen.

+ Bedenke außerdem, dass nicht nur Dein Lebenslauf einen guten Eindruck machen muss, auch das Anschreiben gehört zu einer Bewerbung dazu. Dies kannst Du zu Deinem Vorteil nutzen und direkt in einem kurzen Satz Deine zahlreichen Jobwechsel erklären. Rechtfertigungen hingegen sind nicht notwendig, vor allem nicht bei einer betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber.

+ Gehe auf Kündigungen durch den Arbeitgeber kurz ein, wenn diese im Lebenslauf oder den Arbeitszeugnissen sichtbar werden. Lege die Gründe kurz und sachlich dar.

+ Während Du keine Daten verschweigen darfst, kannst Du natürlich jederzeit bei Deinen Anlagen und vor allem den Arbeitszeugnissen aussortieren. Fällt eines nicht so gut aus oder wird die Kündigung durch den Arbeitgeber deutlich, so lasse es lieber weg. So sparst Du Dir hinterher kritische Fragen.

Lasse aber niemals ganze Stellen weg. Auch dann nicht, wenn Du diese nur für zwei oder drei Monate ausgeführt hast. Denn sollten diesen irgendwann dennoch einmal zur Sprache kommen, so darf der Arbeitgeber Dir ganz legal fristlos kündigen. Der Grund: Du wurdest unter Vortäuschung falscher Tatsachen eingestellt.

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Viele Bewerber entscheiden sich dafür, einfach die Monatsangaben der einzelnen Stellen wegzulassen. Dennoch fallen die gleichen Jahreszahlen aber schnell ins Auge und der ein oder andere Personaler wird kritisch hinterfragen, weshalb Du unvollständige Angaben machst. Das ist alles andere als gut für Ihr Image.

Lasse davon ab, Dich für Kündigungen zu rechtfertigen, Schuldige zu suchen oder gar schlecht über Deinen früheren Chef zu sprechen.

Beantworte keine Fragen, die nicht gestellt wurden. Wenn die Stationen in Deinem Lebenslauf nicht erwähnt werden, so suche Dir ein anderes Gesprächsthema. Das ist letztendlich sonst nur kontraproduktiv.

Was am längsten währt, ist schlussendlich immer noch Ehrlichkeit. Stehe zu Deinem Lebenslauf, begründe Deine Jobwechsel möglichst positiv und achte darauf, dass Du mögliche Fragen authentisch und gleichbleibend beantwortest. Wenn sich Deine Angaben im Anschreiben, dem Lebenslauf, den Zeugnissen und dem Bewerbungsgespräch decken, so kannst Du auch als Jobhopper den Personaler von Dir überzeugen.

Beispielformulierungen für Anschreiben und Lebenslauf

Damit Du einen kurzen Eindruck davon erhälst, wie die Begründung eines Jobwechsel im Bewerbungsschreiben oder als Stichpunkte im Lebenslauf aussehen könnte, haben wir einige Beispiele für Sie zusammengetragen:

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  • Da unsere Filiale an diesem Standort zum Quartalsende geschlossen wird, suche ich eine neue Stelle in meinem Fachbereich
  • Um mich mehr auf Shop-Systeme zu spezialisieren
  • Da ich mich beruflich weiterentwickeln möchte
  • Wegen einer bevorstehenden Übernahme der Firma und damit verbundener Umstrukturierungen, suche ich eine neue Herausforderung in meinem Fachbereich
  • Da die neue Stelle angenehmere Arbeitsbedingungen und gleichzeitig eine bessere Entlohnung bot
  • Da meine jetzige Stelle nicht weiter verlängert wurde
  • Um mehr über den Ex- und Import zu lernen
  • Nach jahrelanger ehrenamtlicher Führungstätigkeit, steht für mich auch der berufliche Wechsel in diesen Bereich an
  • Um mehr Personalverantwortung zu tragen
  • Aus betrieblichen Gründen konnte ich nach der Ausbildung nicht übernommen werden
  • Da mein Arbeitsverhältnis wegen Konkurs der Firma aufgelöst wird, kann ich kurzfristig die Stelle in Ihrem Haus übernehmen
  • Um meine Branchenkenntnisse in Richtung … zu erweitern
  • Nach meiner Familienphase
  • Da die neue Stelle mehr Entwicklungsmöglichkeiten bot
  • Da mein letztes Arbeitsverhältnis befristet war könnte ich sofort bei Ihnen anfangen
  • Nach jahrelanger nebenberuflicher Tätigkeit im Bereich … möchte ich meinen beruflichen Schwerpunkt jetzt vollständig dorthin verlagern. Ihre Stelle bietet mir die optimale Gelegenheit dafür
  • Durch Personalabbau infolge von Rationalisierungsmaßnahmen, verlor ich meinen letzten Arbeitsplatz
  • Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage in meiner jetzigen Firma, kann ich kurzfristig bei Ihnen anfangen

Bildnachweis: Photo by Yogendra Singh on Unsplash

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