Häufige Berufswechsel sind in der modernen Arbeitswelt keine Seltenheit mehr und haben im Begriff Jobhopping sogar einen konkreten Namen gefunden. Was dem einen Arbeitnehmer sehr gut gefällt, löst beim anderen jedoch häufig Unbehagen aus. Ein neuer Job bedeutet nämlich immer auch, dass man sich mit neuen Aufgaben auseinandersetzen muss. Nicht selten löst diese Vorstellung sogar Angst aus. Wir verraten Ihnen in diesem Beitrag, was Sie dagegen unternehmen können.

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Inhalt
1. Was ist Angst?
2. Warum gehören Veränderungen zu Arbeitswelt?
3. Wovor haben wir eigentlich Angst?
4. So bekommen Sie die Angst in den Griff

Was ist Angst?

Angst ist ein Gefühl, das jeder von uns kennt. Es tritt in unterschiedlichen Facetten auf und hat unterschiedlich starke Ausprägungen, die von leichter Nervosität bis hin zu einer ausgewachsenen Panik reichen. Wenn wir uns vor einer bestimmten Sache (beispielsweise Höhe, Enge oder Spinnen) fürchten, dann wird die Angst auch als Phobie bezeichnet. Doch nicht immer bezieht sich Angst auf etwas so Konkretes. Sie tritt beispielsweise auch dann auf, wenn wir uns in einer unbekannten Situation befinden und nicht wissen, was auf uns zukommt. Neben dem Unbekannten sorgen auch Veränderungen dafür, dass wir Menschen Angst empfinden. Es ist also kein Wunder, dass dieses Gefühl eng mit einem neuen Job oder neuen Aufgaben innerhalb des bestehenden Jobs verknüpft ist.

Wie viele andere Emotionen löst auch Angst bestimmte körperliche Reaktionen aus. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Kurzatmigkeit
  • Schweißausbrüche
  • Erhöhte Herzfrequenz mit erhöhtem Blutdruck
  • Muskelanspannung
  • Erhöhte Reaktionsbereitschaft
  • Einstellung von Magen-Darm-Tätigkeiten

Wenn wir Angst haben, ist unser gesamter Körper in Alarmbereitschaft und evolutionsbedingt bereit für eine Flucht. Dieser Impuls bricht sehr schnell aus uns heraus, weswegen wir mitunter Angst vor Dingen und Situationen haben, die alles andere als bedrohlich sind.

Warum gehören Veränderungen zu Arbeitswelt?

Wir leben in einer schnelllebigen Welt. Was heute aktuell ist, kann morgen schon wieder veraltet sein. Das gilt für die unterschiedlichsten Bereiche und auch (oder insbesondere) für viele Berufe. Hier ein neuer Schritt der Digitalisierung, da ein Umzug in eine andere Stadt, dort eine neue Zielgruppe, die neue Aufgaben mit sich bringt. Auch der stetig wachsende Anspruch vieler Arbeitgeber an ihren Job sorgt dafür, dass Veränderungen untrennbar zur Arbeitswelt gehören. Wer mit seiner Stelle nicht mehr zufrieden ist, muss sie wechseln – und sich darauf einstellen, mit neuen, unbekannten und vielleicht auch herausfordernden Aufgaben konfrontiert zu werden. Es ist menschlich, in solchen Situation mit einer gewissen Verunsicherung oder gar Angst zu reagieren. Diese sollte jedoch keine Überhand annehmen und dafür sorgen, dass der Start in Ihren neuen Job ruiniert wird.

Wovor haben wir eigentlich Angst?

Schon der Schriftsteller und Kulturhistoriker Gustav Freytag wusste: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Bekannte Situationen, routinierte Arbeitsabläufe und immer wiederkehrende Gewohnheiten strukturieren nicht nur unseren Tag, sondern vermitteln uns auch ein Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Normalität. Mit anderen Worten: Wir fühlen uns gut und haben keine Angst.

Brechen Gewohnheiten, Routine und Bekanntes jedoch weg, führt das logischerweise dazu, dass auch die Normalität verschwindet. Die Situation ist plötzlich neu und unbekannt. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt und reagieren schnell mit Überforderung. In manchen Fällen schwenkt diese auch in Angst um. Das bedeutet, dass man nicht direkt vor dem neuen Job Angst hat, sondern vor der unbekannten Situation, die mit neuen Aufgaben verknüpft ist.

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So bekommen Sie die Angst in den Griff

Wenn Sie Angst vor einem neuen Job und/oder neuen Aufgaben haben, dann können Sie sich sicher sein, dass Sie nicht allein mit diesem Problem sind. Die zweite gute Nachricht ist: Sie können etwas dagegen unternehmen. Die folgenden Tipps verraten Ihnen, wie es geht.

#1 Haben Sie Selbstvertrauen

Die Angst vor Neuem ist eng mit der Angst vor dem persönlichen Scheitern verbunden. „Ich kann das nicht.“, „Was, wenn ich versage?“, „Ich glaube, auf die neuen Aufgaben bin ich nicht ausreichend vorbereitet.“ Sätze wie diese werden gern als Schutzschild eingesetzt, hinter dem sich die Betroffenen verstecken. Sie geben an, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein und versuchen dadurch ihre Angst zu rechtfertigen.

Wenn Ihnen dieses Verhalten bekannt vorkommt, sollten Sie die nächsten Worte ganz genau lesen: Arbeiten Sie an Ihrem Selbstvertrauen. Natürlich sind Sie den neuen Aufgaben gewachsen und selbstverständlich werden Sie nicht versagen! Wer von Anfang an negativ eingestellt ist und sein Scheitern quasi selbst prophezeit, wird es in der Tat schwer haben, im neuen Job zu überzeugen. Überlisten Sie Ihre Ängste, indem Sie sich pushen und klarmachen, dass Sie allen Herausforderungen gewachsen sind. Denke Sie dabei immer an die Worte von Henry Ford: „Es gibt mehr Leute, die kapitulieren als solche, die scheitern.“

#2 Überlegen Sie, wie oft Sie schon etwas Neues gewagt haben

Jobwechsel, Umzug, Trennung – es gibt immer wieder Situationen in unserem Leben, in dem wir uns bewusst für etwas Neues und auch Unbekanntes entscheiden. Wer Angst vor der neuen Arbeit hat, tut gut daran, sich einmal vor Augen zu führen, wie oft man schon in einer solchen Situation war und was letztendlich passiert ist. Sie werden schnell merken, dass Sie in den wenigsten Fällen gescheitert, sondern meist als Gewinner hervorgegangen sind.

#3 Analysieren Sie Ihre Angst

Wovor genau haben Sie eigentlich Angst, wenn Sie an den neuen Job denken? Vor dem Chef? Den Kollegen? Den Aufgaben? Dem Arbeitsweg? Indem wir unseren Ängsten in die Augen blicken, lernen wir sie viel besser kennen und auch, damit umzugehen.

#4 Bereiten Sie sich vor

Angenommen, Ihre größte Angst besteht darin, nicht mit den neuen Kollegen zurechtzukommen. Dann besteht jetzt schon Grund, zu feiern, denn Sie haben einen Punkt gefunden, an dem Sie ansetzen und mit dem Sie arbeiten können. Indem wir uns auf das einstellen, wovor wir Angst haben, bereiten wir Körper und Geist auf die neue Situation vor, der Impuls zu fliehen, wird minimiert.

In unserem Beispielfall könnte die Vorbereitung folgendermaßen aussehen:

  • Erarbeiten Sie einen kleinen Mini-Pitch, mit dem Sie sich den neuen Kollegen vorstellen
  • Überlegen Sie sich unverfängliche Smalltalk-Themen, um Sprechpausen zu überbrücken
  • Überlegen Sie sich Fragen an die Kollegen, mit denen Sie Interesse bekunden
  • Informieren Sie sich, wann und in welchem Umfang der Einstand im neuen Unternehmen üblich ist
  • Stellen Sie sich vor den Spiegel und üben Sie Ihr freundlichstes und offenstes Lächeln

Lösungsansätze sind das A und O. Diese reichen von einem Sprach-Crashkurs über eine intensive Internet-Recherche bis hin zu einfachen Übungen, die Ihr Selbstvertrauen stärken. Oftmals hilft es auch, sich in dieser Situation Hilfe von anderen zu holen.

#5 Gestehen Sie sich ein, dass Sie Angst haben

Womit wir direkt beim nächsten Tipp wären. Sie kennen das: Wenn Sie etwas beschäftigt und Sie es immer nur herunterschlucken, wird es Sie früher oder später von innen zerfressen. Das gilt auch, wenn Sie Angst vor einem neuen Job oder einer anderen Herausforderung haben.

Probieren Sie es aus! Es kann wahre Wunder wirken, einfach auszusprechen, was Sie belastet. Wenden Sie sich hierzu entweder an eine Vertrauensperson oder suchen Sie den Kontakt zu Gleichgesinnten mit ähnlichen Problemen.

Tipp: Sie haben große Probleme damit, sich anderen mit Ihren Ängsten anzuvertrauen? Dann versuchen Sie es doch erst einmal mit einem Brief, in dem Sie sich alles von der Seele schreiben. Ob später jemand Ihre Zeilen liest oder nicht, spielt erst einmal keine Rolle. Wichtig ist, dass Sie sich Ihre Angst eingestehen und das auf irgendeine Art nach außen bringen.

#6 Wechseln Sie die Perspektive

Misserfolge, Rückschläge und Niederlagen werden allgemein als etwas überaus Negatives wahrgenommen. Kein Wunder also, dass wir Angst vor potentiell bedrohlichen Situationen haben. Wie Sie es besser machen? Indem Sie Ihre Perspektive wechseln und erkennen, dass ein gescheiterter Versuch immer eng mit dem Lerneffekt gekoppelt ist. Nicht umsonst heißt es doch so schön: Aus Fehlern lernt man.

#7 Akzeptieren Sie, dass es dazugehört, zu scheitern

Zugegeben, es klingt nicht wirklich aufmunternd, aber: Scheitern ist normal und gehört nun einmal dazu. Jeder Mensch, der nach Höherem strebt, wird früher oder später eine Niederlage kassieren – aus der er gestärkt hervorgehen kann. Natürlich bedeutet ein neuer Job Ungewissheit und die Gefahr, den Anforderungen nicht gerecht zu werden. Doch was kann im schlimmsten Fall passieren? Der Mensch wächst an seinen Aufgaben und sollte immer bereit sein, dafür auch mal einen Misserfolg hinnehmen zu müssen. Das gilt genauso für den neuen Job wie auch für viele andere Situationen in unserem alltäglichen Leben.

Es ist absolut normal, Angst vor neuen und unbekannten Situationen zu lassen. Das Gefühl sollte Sie jedoch niemals lähmen und eventuell dafür sorgen, dass Ihnen eine gute Chance durch die Lappen geht. Wichtig ist, dass Sie Ihre Stärken kennen und aufhören, an sich zu zweifeln. Das stärkt das Selbstvertrauen und schiebt Ängste und Zweifel beiseite.

Wenn Sie noch weitere Tipps für den Umgang mit Ängsten am Arbeitsplatz haben, freuen wir uns sehr, wenn Sie diese mit uns und den anderen Lesern teilen. Gern können Sie uns hierzu einen Kommentar hinterlassen und von Ihren Erfahrungen berichten.

(Bildernachweis © ra2 studio – Fotolia.com)

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3 Kommentare

  1. TB

    Auch wenn viele negative Gefühle mit einem Jobwechsel verbunden sind, so ist es immer auch ein Neuanfang, der Hoffnung macht. Guter Artikel!

  2. Anonym

    Also ich bin beeindruckt! Ich befinde mich gerade in genau dieser Phase und zögere schon eine Bewerbung zu versenden, aus Angst, den Ansprüchen des potentiellen Arbeitgebers nicht gerecht zu werden. Dieser Artikel hat mich dazu bewegt es einfach zu tun. Danke dafür.

  3. SH

    Ich arbeite gerade in einem neuen Job, welcher auch mein erster ist, indem ich bezüglich zu meiner schulischen Ausbildung Arbeitserfahrung sammle. Ich habe einen Kollegen der extremst undurchsichtig ist. Einerseits werde ich gelobt und im nächsten Moment werde ich so zusammen gestaucht dass es sehr persönlich verletzend wird. Anschließend habe ich dann angst überhaupt etwas zu Fragen oder zu tun. Sollte ich dann selbständig an eine aufgabe gehen, habe ich immer dieses panische Gefühl beobachtet zu werden, und dass man mich gleich wieder korrigiert. Das korrigieren an sich empfinde ich nicht als schlimm aber dass ich mich nicht rechtfertigen kann, von wegen; Das wollte ich gerade machen oder das verstehe ich so nicht da ich noch keinen bezug zu deinen gedankengängen habe; macht mich fertig. Ich überlege den Job zu kündigen da das ständige herzrasen mich nicht nur Körperlich sondern hauptsächlich Geistig beschädigt.

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