Das Anschreiben zählt neben dem Lebenslauf mit zu den wichtigsten Dokumenten in den Bewerbungsunterlagen.

Es soll Aufmerksamkeit und Interesse wecken und dem Leser alle wichtigen Argumente aufzeigen, die für Sie sprechen. Gelingt es Ihnen den Leser mit Ihrer Werbebotschaft neugierig auf alle weiteren Unterlagen und natürlich auf Sie als Person zu machen, ist das Ziel, zu einem persönlichen Gespräch eingeladen zu werden, zum Greifen nah.

Die folgende Checkliste soll Ihnen dabei helfen, ein nach formellen und inhaltlichen Kriterien perfektes Anschreiben zu gestalten:

In der Kürze liegt die Würze

Langweilen Sie den Leser nicht! Ein Personaler hat wenig Zeit, und wenn er einen Roman lesen möchte, wird er das in seiner Freizeit tun. Verschwenden Sie also keine Zeit und Mühen mit eine Endlosstory aus Ihrem Leben, sondern besinnen Sie sich auf die wirklich wichtigen Argumente, mit denen Sie den Personaler von sich überzeugen möchten. Das Anschreiben sollte maximal eine DIN-A4-Seite umfassen; in besonderen Fällen sind auch eineinhalb bis maximal zwei Seiten akzeptabel, in der Regel reicht jedoch eine DIN-A4-Seite völlig aus. Nennen Sie lediglich kurz und präzise die Gründe, die für Ihre Bewerbung sprechen, sowie den Anlass, der Sie dazu bewogen hat, sich vorzustellen. Genauere Informationen kann der Personaler dem Lebenslauf und weiteren Bewerbungsunterlagen entnehmen.

Kleiner Tipp: Die beste Medizin, um beim Verfassen des Anschreibens nicht zu verzweifeln, ist eine gute Vorbereitung.

Nehmen Sie ein Blatt Papier zur Hand und schreiben Sie erst einmal formlos alle Argumente auf, die für Sie sprechen und für die angestrebte Position relevant sind.

Ein sauberes und ordentliches Erscheinungsbild ist ein Muss!

Das Anschreiben sollte maximal eine DIN A4-Seite umfassen.Ist bereits der erste äußere Anschein schlecht, kann es passieren, dass der Personaler Ihren Unterlagen keine weitere Beachtung mehr schenkt, sondern diese mit einem Kopfschütteln beiseite legt. Für ein Anschreiben in Papierform verwenden Sie bestenfalls ein griffiges, nicht zu dünnes Papier (wir empfehlen weißes Papier mit einer Stärke von 80g). Speziell beim Drucken gilt es zu beachten, dass der Drucker einwandfrei funktioniert und ein sauberes Ergebnis liefert. Fettige Fingerabdrücke, Kaffeeflecken und Eselsohren hinterlassen keinen guten Eindruck und sind deshalb unbedingt zu vermeiden.

Übersichtliches Layout

Ein ansprechendes Layout zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Seite nicht zu voll geschrieben und mit einem ausreichend breiten Seitenrand (mindestens 2,5 cm rechts und links) versehen ist. Zudem sollte die Seite mit Leerzeilen in übersichtliche Absätze gegliedert werden, wenn beispielsweise neue Themen angesprochen oder Informationen betont werden sollen. Wichtige Informationen können zudem fett bzw. kursiv geschrieben oder durch Aufzählungspunkte verdeutlicht werden. Solche „Textverschönerungen“ sollten allerdings nur wenn unbedingt nötig angebracht werden.

Gut lesbares Schriftbild

Zu einem übersichtlichen Layout gehört auch ein gut lesbares Schriftbild. Verzichten Sie auf Schnörkelschriften sowie die Anwendung verschiedener Schriftarten. Die gängigsten und am meist verwendeten Schriftarten sind Times New Roman oder Arial. Je nach Gestaltung Ihrer Bewerbungsunterlagen können Sie aber auch eine andere Schrift festlegen; sollten jedoch darauf achten, dass diese das Lesen nicht erschwert und vor allem zum Anlass passt. In der Regel beträgt die Schriftgröße 11 oder 12 Punkt mit eineinhalbzeiligem Abstand; wenn nötig kann auch die Schriftgröße 10 festgelegt werden. Der Text des Anschreibens sollte linksbündig ausgerichtet sein, da durch Blocksatz oft unschöne Lücken im Text entstehen. Ebenso erschwert Silbentrennung das flüssige Lesen.

Beachtung von Rechtschreibung und Grammatik

Gravierende Rechtschreib- und Grammatikfehler im Anschreiben sind für viele Personaler ein unverzeihlicher Grund, eine Bewerbung sofort auszusortieren. Es ist deshalb besonders wichtig, dass Sie Ihre Bewerbungsunterlagen auf Herz und Nieren überprüfen. Verlassen Sie sich niemals nur allein auf die Mithilfe Ihres Rechtschreib- und Grammatikprogramms, sondern bedienen Sie sich auch der verschiedenen Suchmaschinen wie bspw. Google. Zusätzlich empfiehlt es sich, das Anschreiben von einer dritten Person überprüfen zu lassen. Beim Verfassen des Anschreibens sollte zudem die neue Rechtschreibung verwendet und auf schlecht leserliche Schachtelsätze verzichtet werden.

Gestaltung in Briefform

Das Anschreiben ist grundsätzlich in Briefform zu gestalten, wobei die Reihenfolge der einzelnen „Bausteine“ zu beachten ist. Nachfolgend ein Beispiel, wie der Aufbau Ihres Anschreibens aussehen könnte:

  • Das Anschreiben beginnt links oben mit dem Briefkopf. Dieser enthält die komplette Anschrift des Bewerbers >> voller Name, Straße und Hausnummer, Postleitzahl und Ort, Telefonnummer (evtl. auch Fax- und/oder Mobiltelefonnummer) und E-Mail-Adresse <<. Anschießend folgt die komplette Anschrift des Unternehmens mit Angabe des direkten Ansprechpartners (in größeren Unternehmen eventuell zusätzlich mit Angabe der Abteilung).
  • Danach folgt rechtsbündig das Datum ohne Ortsangabe.
  • Linksbündig und fett geschrieben nun die Angabe des Betreffs, die bspw. „Ihre Stellenanzeige vom 20. Februar 2013“ oder „Bewerbung als ….“ lauten könnte.
  • Jetzt beginnt der eigentliche Text des Anschreibens mit der direkten Anrede des Ansprechpartners, einem eindrucksvollen Einleitungssatz, der Erläuterung der Beweggründe für die Bewerbung im Mittelteil und mit einem einladenden Schlusssatz, gefolgt von der Grußformel, dem Namen und der Unterschrift des Bewerbers.
  • Am Ende des Anschreibens noch der Vermerk Anlagen. Die Anlagen werden entweder einzeln benannt oder zusammengefasst als Bewerbungsmappe bezeichnet.

Direkte Anrede des Ansprechpartners im Unternehmen

Besonders wichtig ist es, den richtigen Ansprechpartner im Unternehmen zu finden und das Anschreiben direkt an diesen zu adressieren. Denn der Personalverantwortliche wird sich kaum angesprochen fühlen, wenn ein falscher Name oder einfach nur ein unpersönliches „Sehr geehrte Damen und Herren“ auf dem Anschreiben steht. Dies erweckt eher den Eindruck, dass sich der Bewerber im Vorfeld nicht ausreichend über das Unternehmen und die zuständigen Personen informiert hat. Denken Sie daran, Sie schreiben keinem Freund, sondern einer Person, die Sie nicht kennt. Lieber Herr … oder Liebe Frau … sind deshalb als Anrede sehr unpassend. Sehr geehrte Frau …, Sehr geehrter Herr … oder auch Guten Tag Frau/Herr …, dagegen genau richtig. Verzichten Sie auf ein Ausrufezeichen nach der Anrede!

Formulierung des Einleitungsteils

Im Einleitungssatz können Sie bspw. auf ein vorheriges Telefonat, die Empfehlung eines Dritten oder eine Stellenanzeige Bezug nehmen. Dieser „Aufhänger“ darf ruhig standardmäßig formuliert werden und könnte beispielsweise lauten: „vielen Dank für das informative Telefongespräch vom … Wie vereinbart sende ich Ihnen meine Bewerbungsunterlagen für die Stelle als …“. Wichtig: Nach der Anrede des Ansprechpartners (mit Komma) beginnt der Einleitungssatz kleingeschrieben.

Formulierung des Mittelteils

Der Mittelteil, das eigentliche „Herzstück“ des Anschreibens, sollte dagegen keine Standardsätze enthalten, sondern individuell in eigenen Worten formuliert werden. Nur so kann sich ein Bewerber aus der Masse der oft vielen weiteren Bewerber hervorheben. Wichtig ist hier vor allem, einen konkreten Bezug zwischen dem Stellenprofil bzw. dem Unternehmen und den eigenen Kompetenzen herzustellen: Welche Qualifikationen kann ich bieten, die für das Unternehmen interessant sind? Dabei sollte das fachliche und persönliche Profil sowie die Motivation für die Bewerbung für diese eine Stelle bzw. dieses eine Unternehmen möglichst knapp, aber präzise herausgearbeitet werden. Eventuell kann auch ein Zusammenhang mit den eigenen beruflichen Zielen und den Perspektiven im Unternehmen hergestellt werden. Gehaltsvorstellungen sollten allerdings nur genannt werden, wenn dies vom Unternehmen ausdrücklich gewünscht ist.

Formulierung des Schlussteils

Bei der Formulierung des Schlussteils gilt es, das eigene Interesse an der Stelle bzw. dem Unternehmen nochmals zu betonen. Auch hier können Standardsätze verwendet werden, wie zum Beispiel: „Ich möchte gern in Ihrem Unternehmen tätig werden und freue mich auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen“. Jetzt dürfen Sie Ihr Anschreiben höflich und korrekt bspw. mit der gängigsten Grußformel „Mit freundlichen Grüßen“ abschließen. Vergessen Sie nicht Ihre handgeschriebene Unterschrift.

3 Kommentare

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  2. Quirin White

    Gute Tipps – aber: auch Firmen schießen Böcke, die tatsächlich unglaublich sind. Da werden von gestandenen Bewerbern mit X Jahren Berufserfahrung Schulzeugnisse gefordert – mal ehrlich: wen interessiert bei 20 Jahren Berufserfahrung die Noten in Religion oder in Mathe? Und wenn man dieses Schulzeugnis nicht beilegt, wird die Online-Bewerbung nicht angenommen (z.B. Erdinger Brauerei)… Für mich ließ das einen Schluss zu: so toll kann der Job gar nicht sein, dass ich noch irgendwelche ollen Schulzeugnisse rauskrame…

  3. Hannah

    Das hat mir echt das Leben gerettet. Ich muss für ein Praktikum eine Bewerbung schreiben und da wir das einfach nicht im Lehrplan haben (und das auf einem Gymnasium…) müssen wir uns das selbst beibringen und das hat mir echt geholfen. Im Internet habe ich keinen Ansprechpartner gefunden… Soll ich dann einfach vorbei gehen?

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