„Hiermit bewerbe ich mich“: Standard-Floskeln zu Beginn des Anschreibens läuten das Ende einer Jobchance ein. Diese Fehler solltest du vermeiden.

Schon wieder eine Absage oder eine fehlende Rückmeldung? Oft liegt es an Fehlern in der Bewerbung, mitunter am Anschreiben, welches Personalern negativ in Erinnerung bleibt. Hier kommen die gängigsten Fehler, die es zu vermeiden gilt.

1. Copy-and-paste

Zu den weitverbreiteten Fehlern in Anschreiben zählt das Phänomen „Copy-and-paste“. Ob nun die Kreativität, Zeit oder Lust fehlt, um ein Schreiben individuell und lebendig zu gestaltet, spielt zunächst eine untergeordnete Rolle.

Wichtig ist nur: Es kommt schlecht an, wenn wir kopieren. Personaler haben hierfür besonders feine Antennen und ihre Gabe, ein Standardanschreiben zu erkennen, das nicht sonderlich kreativ ist, ist ausgeprägt, zumal sie einen Großteil ihrer Zeit damit verbringen, geeignete Kandidaten zu finden und Bewerbungsunterlagen durchzugehen.

Ärgerlich ist es vor allem, wenn Namen, Adressen oder spezifische Details zu einem Unternehmen blind kopiert, eingefügt und dann auch noch abgeschickt werden – autsch! Wer sich bei Mercedes-Benz bewirbt, aber Porsche erwähnt, bleibt zumindest im Gedächtnis. Wenn auch eher in schlechter Erinnerung.

2. Standard-Anrede für unbekannte Empfänger

„Sehr geehrte Damen und Herren“ zählt zu den wohl häufigsten Formulierungen in Anschreiben, doch die Zeiten, in denen eine solch unpersönliche Einleitung noch gut ankam, sind längst vorbei. Denn sie sind einfallslos.

Eine kurze Recherche verrät, wer Ansprechperson ist. Diese darf und sollte im Anschreiben genannt werden. Das hat gleich mehrere Vorteile:

  • Wird der Name des Ansprechpartners genannt, zeigt sich, dass Bewerber es genau nehmen und bemüht sind, einen guten Eindruck zu machen.
  • Eine unpersönliche Grußformel kann jeder einbauen – eine persönliche baut hingegen Nähe auf und führt dazu, gleich den ersten Sympathiepunkt zu sammeln.
  • Bewerber können aus der Masse hervorstechen, wenn sie es einfach mal anders machen und die Standard-Begrüßung ersetzen.

3. Übertriebene Schlussformel: „Hochachtungsvoll“

Auch die Grußformel am Ende des Schreibens zählt. Hier kann einiges nach hinten losgehen. „Hochachtungsvoll“ wäre beispielsweise der falsche Ausdruck. Obwohl dieser zunächst formell, vielleicht auch professionell klingt und auf eine besondere Weise Respekt auszudrücken scheint, steckt dahinter heute zumeist eher Verachtung oder Verärgerung. Die Assoziation lautet: „Ich möchte auf Distanz bleiben.

Besser geeignet sind folgende Formulierungen, die auch standardmäßig vorkommen, jedoch zeitgemäßer sind. Welche Formel du einsetzt, kommt auch darauf an, wie ein Unternehmen sich selbst präsentiert. Moderne, junge Startups nutzen zum Beispiel oft eine andere Sprache als ältere Betriebe, die formeller auftreten. Einige Beispielformulierungen:

  • „Mit freundlichen Grüßen“
  • „Freundliche Grüße aus Hamburg/Köln/München (hier die jeweilige Stadt einsetzen)“
  • „Es grüßt sie“
  • „Viele Grüße“
  • „Herzliche Grüße aus dem sonnigen Süden“

4. Das Anschreiben wiederholt den Lebenslauf

Inhaltliche Wiederholungen von Punkten, die sowohl in Anschreiben als auch in Lebensläufen zu finden sind, kommen nicht gut an. Sie langweilen und deuten auf mangelnde Kreativität und fehlende Selbstreflexion hin. Bewerber hinterlassen damit einen schlechten ersten Eindruck, weshalb dieser Fehler vermieden werden sollte.

Merke dir deshalb: So überragend die eigenen Qualifikationen und Skills auch sein mögen, niemand muss sie doppelt und dreifach lesen. Überlege dir stattdessen, wie du Personaler neugierig auf dich machst, indem du hier und da mit Neuem überraschst und Dopplungen vermeidest.

5. Roman statt Anschreiben

Was viele Bewerber verdrängen: Ein Anschreiben soll ansprechend und knackig formuliert sein, nicht aber deine Lebensgeschichte erzählen. Wer begeistert von seinen Erfahrungen spricht, verfällt aber oft in einen Rede- oder Schreibfluss – und das solltest du in deiner Bewerbung lieber vermeiden.

Konzentriere dich stattdessen auf einige wesentliche Punkte und prüfe am Ende immer wieder, welche Details du streichen kannst. So vermeidest du auch Logikfehler und ausschweifende Erzählungen, hast stattdessen aber idealerweise einen roten Faden zur optimalen Leserführung.

Denke daran: Es ist dein Anschreiben, keine Romanerzählung oder Biografie. Ziel ist es, dir eine Einladung zum persönlichen Gespräch zu sichern. Dort wirst du die Gelegenheit bekommen, um einige Details zu vertiefen, die für die Stellenbesetzung relevant sind.

6. Aufzählung von Soft Skills ohne Praxisbezug

Teamorientiert, flexibel, ausdauernd, belastbar: Das alles bist du? Super, denn viele Arbeitgeber suchen nach diesen Fähigkeiten und Eigenschaften bei ihren Mitarbeitern.

Im Anschreiben wird dir das Aufzählen dieser Skills aber nur bedingt helfen, da Personalentscheider nicht wissen wollen, wie gut du solche Attribute aufzählen kannst, sondern wie viel Wahrheit sich hinter der Aufzählung verbirgt. Wer also Skills aufzählt, ohne praktische Beispiele liefern zu können, begeht einen groben Fehler.

Überlege dir deshalb gut, welche Erfahrungen und Fähigkeiten du auflistest, die für deinen potenziellen Arbeitgeber von Relevanz sein könnten. Und belege sie – unbedingt.

7. Farb-, Design- und Photoshop-Konzert

Um die eigene Bewerbung hervorzuheben, willst du dein Anschreiben besonders originell gestalten. Die Definition von „originell“ kann jedoch subjektiv sein. Während du auf verschiedene Schriftformen, Farben und Designs setzten willst, wünschen sich viele Personaler eine strukturierte Bewerbung, die allen voran inhaltlich überzeugt. Dein Anschreiben sollte deshalb nicht besonders bunt, sondern professionell sein. Denn auch mit den buntesten, grellsten Farben oder ausgefallensten Schriftformen können Bewerber fehlende Qualifikationen oder Skills nicht verbergen.

Im Gegenteil: Ein ausgefallenes Design könnte sogar als Masche interpretiert werden, um von einer fehlenden Qualifikation gar abzulenken oder Unsicherheiten zu überspielen. Wer überzeugen will, begeht diesen Fehler nicht.

8. Superlative

Du kannst es am besten, bist am schönsten, erledigst Aufgaben am schnellsten – und so weiter. Ein großes Selbstbewusstsein ist aber nicht laut und muss das eigene Können auch nicht mit Superlativen betonen. Selbstsichere Personen machen deshalb auch nicht in ihrem Anschreiben den Fehler, sich selbst übermäßig zu loben oder zu übertreiben. Behalte dies im Hinterkopf, wenn du dein Anschreiben verfasst. Es hilft dir dabei, dich auf deine Stärken zu besinnen, aber dennoch nicht zu prahlen.

9. Rechtschreibfehler

Schreibfehler sind nicht nur nervig und stören den Lesefluss. Sie sind auch ärgerlich. Vor allem, wenn du eigentlich qualifiziert bist für eine Stelle und über alle notwendigen Fähigkeiten verfügst, aber abgelehnt wirst, weil du mit deiner Rechtschreibung nicht sorgfältig genug warst.

Einen solchen Fehler kannst du vermeiden. Dafür musst du nicht unbedingt ein Schreibprofi sein, sondern lediglich Sorge dafür tragen, dass ein Korrekturlesen stattfindet.

Tipp: Es gibt zahlreiche Programme, die deine Rechtschreibung online überprüfen. Trotzdem solltest du deinen Text auch einem menschlichen Leser vorlegen, um Fehler, die von einem Programm nicht erkannt werden, zu vermeiden.

10. Falsche Anschrift

Ganz schön unangenehm: Du bewirbst dich bei deinem Traumarbeitgeber, wartest sehnsüchtig auf eine Rückmeldung – und liest dir noch einmal, um die Zeit zu überbrücken, deine Bewerbung durch. Doch die Anschrift ist falsch. Du hast vergessen, die Adresse der Firma XY gegen die Anschrift der Firma AB einzutauschen.

Zwar ist es keine Schande, sich auch bei der Konkurrenz zu bewerben. Aber bei deinem potenziellen Arbeitgeber kommt der Fehler mangels Sorgfalt nicht gut an und könnte, wenn es viele Bewerber gibt, den entscheidenden Unterschied machen.

Unser Tipp für dich: Prüfe alle Details sorgfältig und handle nicht übereilt. Schon kleine Fehler können uns manchmal die Einladung zum Jobinterview kosten. Aber am Anschreiben sollte es nicht scheitern.

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