Egal wo, egal wann. Menschen treffen zusammen und kommunizieren miteinander. Dabei ist nicht immer die verbale Sprache gemeint. Auch nonverbal klappt das hervorragend.

Wir reichen uns die Hände, zwinkern einander zu, hauen mit der Faust auf den Tisch, tänzeln unruhig hin und her, schlagen ein Bein auf das andere usw. Mit jeder Bewegung unseres Körpers setzten wir Signale und geben dem Gegenüber unwillkürlich unsere Empfindungen preis.

Die Körpersprache

Sie ist eine bedeutende, faszinierende und zugleich auch einzigartige Art der Verständigung.

Gegenüber der wörtlichen Ausdrucksweise ist die nonverbale Kommunikation, die mit dem höchsten Wahrheitsgehalt.

Auch wenn überhaupt kein Wort miteinander gesprochen wird, tauschen Menschen dennoch gegenseitig Informationen und Emotionen aus. So kann die Körperhaltung die wir während einer Unterhaltung einnehmen noch viel bedeutender sein, als die Worte, die wir einander austauschen. Da kann sich einer noch so sehr anstrengen und versuchen etwas schön zu reden, wenn demjenigen doch förmlich anzusehen ist, dass er nur krampfhafte Überzeugungsarbeit leistet. Wer sich auskennt und auch auf die Details der Körpersprache achtet, wird überrascht sein, wie viele Informationen über Bewegungen, Verhalten, Mimik und Gesten einer anderen Person offenbart werden.

Der erste Eindruck

Was geschieht, wenn Sie einem Menschen zum ersten mal begegnen? Wie wichtig sind Ihnen Optik, Ausdruck und Körperhaltung, Wonach entwickeln Sie Sympathie oder Antipathie? Ein Großteil der Menschheit ist dabei sehr vorurteilig und entscheidet schnell anhand der Körpersprache ohne jemals zuvor hinter die Kulisse eines Menschen geblickt zu haben. Die Entscheidung, ob uns jemand gefällt oder Abneigung in uns hervorruft, geschieht innerhalb weniger Sekunden. Eigenschaften wie Aussehen, Kleidung, Bewegung, Mimik, Ausdrucksweise, Dialekt und Sprachgeschwindigkeit, sind dabei besondere Einflussfaktoren.

Die erste Kontaktaufnahme geschieht immer über die Augen.

Der optische Eindruck ist so prägend, dass wir vieles daran fest machen.

So ist es, dass zum Beispiel anhand der Kleidung über soziale und finanzielle Kompetenz einer Person geurteilt wird. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Art der Verständigung. Kann sich jemand angemessen und kultiviert unterhalten oder redet er ohne Verstand. Der Ausdruck ist für viele die Offenbarung des Bildungsstandes und einer anderen Person. Dazu kommt die Körperhaltung. Augenkontakt und eine offene gerade Haltung signalisieren, aufgeschlossenes zuhören und Interesse. Anders ist es, wenn der Gesprächspartner sich unruhig gibt, uns nicht direkt anschaut oder herum lümmelt. Schnell haben wir den Eindruck, als reden wir gegen eine Wand und wollen am liebsten ausreißen. Es ist nicht gesagt, dass wir durch all diese Eindrücke, die uns eine andere Person aufgrund ihrer Eigenschaften vermittelt, immer richtig urteilen. Dennoch ist der erste Eindruck ein bleibender und jeder Mensch sollte versuchen, diesen zu wahren.

Fremde Kulturen und eine völlig andere Bedeutung der Körpersprache

Das Lächeln, welches Freundlichkeit und Sympathie vermittelt oder die gerunzelte Stirn, welche Ärger signalisiert, sind weltweit unmissverständliche Gefühlsregungen. So ist es, dass wir in jeder Kultur ganz individuelle Körperbotschaften finden. Nicht jedes Signal welches wir als gut oder schlecht betrachten, wird in anderen Kulturen ebenso verstanden. Unwissend kann dabei auch Missverständnis hervorrufen werden. Ist Ihnen zum Beispiel bekannt, dass Amerikanische Männer es hingegen den deutschen, als unmännlich betrachten, wenn sie in Sitzposition die Beine nebeneinander stellen. Oder auch, dass der gehobene Daumen, der bei uns als Zeichen der Zustimmung galt, in anderen Kulturkreisen negativ gewertet wird. Körpersignale und Körpersprache können von Land zu Land, Kultur und Region variieren. Die Angewöhnung dieser Ausdrucksmöglichkeit oder auch nonverbalen Kommunikation lernen wir bereits im Kindesalter und geben sie an unsere Nachkommen weiter.

Mimik in der Körpersprache

Mimik in der KörperspracheDer Mimik hat bei der Körpersprache eine Besondere bedeutung. Denn das Gesicht ist die Region Ihres Körpers, aus dem man die meisten Gefühlsregungen ablesen kann.

Die Gesichtsmuskeln reagieren situationsbedingt und geben wieder, was wir zwischen den Zeilen lesen, aber häufig nicht aussprechen.

Wir Menschen sind sehr wohl in der Lage unsere Gesichtsmuskulatur zu trainieren, um auf Impulse besser reagieren zu können. Abzuraten ist aber davon die Mimik zwanghaft zu steuern, zu kontrollieren. Dies würde Sie zu Ihrem Nachteil unnatürlich und gekünstelt wirken lassen.

Gestik

Gestik in der KörperspracheMit dem Einsatz von Gestiken, können wir zum Beispiel Gegenstände oder Situationen bildhaft darstellen. Wir benutzen dafür unsere Hände und auch Füße. So dürfen Sie durchaus auch einmal nachahmen wie sie einen Ball anspielen, wenn Sie schon darüber sprechen.
Ein Gegenstand über den Sie berichten, der vielleicht einen Durchmesser von einem Meter hat, lässt sich durch die Anzeige der Hände, besser in die Vorstellungskraft der Zuhörer einbringen.

Der Einsatz unserer Gliedmaßen während wir sprechen hängt mehr oder weniger von Kultur, der eigenen Art und dem persönlichen Temperament ab. So tut sich der Mitteleuropäer in der Regel aufgrund seiner zurückhaltenderen Art ein wenig schwer damit. Bei Südländern hingegen ist es Gang und Gebe, mit Händen und Füßen zu diskutieren. Nicht desto trotz, können wir sowohl mit, als auch ohne den Einsatz von Gestiken uns durchaus gelungen präsentieren.

Blick

Der Ausdruck der AugenMit den Augen und über die Augen. Der Blick gibt uns die Möglichkeit, auch ohne Worte Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen. Andererseits können wir mit den Augen auch Ignoranz und Gleichgültigkeit zum Ausdruck bringen, indem wir einen Menschen einfach keinen Blickkontakt gewähren. Mit unseren Augen bringen wir soviel zum Ausdruck oder geben anderen Menschen einen Einblick in unsere Seele. Während eines Gespräches ist es daher umso wichtiger, mit dem gegenüber Blickkontakt zu halten. Damit geben Sie ihm das Gefühl, zuzuhören. Andersherum sollten auch Sie als Redner Ihre Mitmenschen stets in die Augen blicken, damit sie sich auch angesprochen fühlen. Ansonsten könnten Sie sich auch mit einer Wand unterhalten.

Haltung

KörperhaltungDie Körperhaltung sagt nicht nur etwas über uns aus, sie ist zudem sehr bedeutend für unsere Aussprache. So kann der ein und der selbe Satz völlig unterschiedlich klingen, je nachdem wie sie sich platzieren oder hinstellen.

Für die richtige Standposition stellen Sie sich aufrecht, die Beine leicht gebreitet, beide Füße fest auf den Boden und das Körpergewicht gleichmäßig darauf verteilt. Sie befinden sich somit in einem festen Stand, ohne das Sie unruhig hin und her wackeln. Während der Sitzposition halten Sie sich aufrecht und kauern nicht in sich gesackt auf dem Stuhl. Der Blick ist auf Ihren Gesprächspartner gerichtet. Wohin mit den Beinen? Am besten ganz locker nach vorn stellen, das verschafft Ihnen eine feste Sitzhaltung. Wenn Sie mögen rollen sie Ihr Gesäß ein wenig auf dem Stuhl hin und her, bis sich für Sie die richtige Position eingependelt hat. Nun noch einmal tief durch atmen und das sprechen wird Ihnen viel leichter fallen.

Nachfolgend einige Beispiel verschiedener Körpersignale und deren Bedeutung

  • das Lächeln auf den Lippen, eine vorgebeugte Körperhaltung und locker liegende Hände auf dem Schoss signalisieren, Interesse Wohlgefallen, Zuneigung, Begeisterung
  • der nickende Kopf sowie ein gespitzter Mund zeugen von Zustimmung und Einverständnis
  • der gespitzte Mund mit zusammengezogenen Augen signalisiert, es stehen Fragen an
  • eine Hand zur Faust geballt oder eine in Falten gelegte Stirn signalisieren Wut, Zorn, Aggressivität
  • zappelige Finger am Mund, stottern und eine zögernde Aussprache signalisieren eindeutig Unsicherheit
  • eine Nase die Richtung Decke zeigt, gehobene Augenbrauen, häufiges weg schauen oder verschmitztes Lächeln signalisieren Arroganz und Ironie
  • der unterbrochene Blickkontakt mit rot anlaufendem Gesicht und zeigen Verlegenheit
  • ein gestützter Kopf ab oder das kratzt am Kopf signalisieren Nachdenklichkeit
  • ab gekaute Fingernägeln, ständiges streicheln/wischen über die Mundwinkel oder durchweg schnelle Fuß- und Handbewegungen zeugen von Nervosität

Die Körpersprache im Vorstellungsgespräch

Die Körpersprache im VorstellungsgesprächSehen Sie zu, dass Sie vor Ihrem zukünftigen Chef nicht zusammen gekauert auf dem Stuhl sitzen, mit Ihren Daumen drehen oder an den Mundwinkeln herum streicheln. Damit signalisieren Sie Nervosität und Desinteresse. Auch wenn dies Ihrem Gefühlszustand entsprechen sollte, ist es in solch einem wichtigen Gespräch unangebracht.

Lernen Sie Ihre Empfindungen unter Kontrolle zu halten. Holen Sie tief Luft und achten Sie immer auf eine aufrechte Sitzposition. Um mehr Sicherheit zu bekommen, üben Sie vor einem Gespräch mit Freunden und Bekannten. Legen Sie ihre Hände während eines Vorstellungsgespräch stets ruhig und locker auf Ihren Schoss. Hören Sie Ihrem gegenüber interessiert zu und schauen Sie ihn an und nicht irgendwelche Gegenstände, die sich im Raum befinden (ein absolutes Tabu wäre da zum Beispiel die Uhr). Wenn Sie Fragen haben, stellen Sie diese. Ein Stirnrunzeln allein, wird dem Gesprächspartner nicht das zu verstehen geben, was Sie tatsächlich innerlich bewegt.

Achten Sie aber nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf die Körperhaltung, Gestik und Mimik des Anderen.

Daran erkennen Sie, ob man Ihren Worten die gewünschte Beachtung, Interesse, Zustimmung entgegenbringt.

2 Kommentare

  1. Danilo

    Im Verkauf hab ich sehr viel mit Kunden zu tun. Ich hab mir daher schon ein paar Wege erarbeitet, wie ich mit den unterschiedlichsten Signalen umzugehen habe, also wo ich den Kunden abholen muss und wie ich mich auf ihn einstelle. Am Anfang war das für ich ein Graus, aber man lernt damit umzugehen.

  2. “Am Anfang war das für ich ein Graus, aber man lernt damit umzugehen.” (Beitrag “Vorredner”, 21. 04. 2012) Aufs eigene Ich fixiert?
    Wichtig: Nur keine Strategie zurechtlegen – sie muss in dir stecken! Das Erarbeiten bringt nur in seltenen Fällen Effekt. Auch Kunden sind psychologisch überzeugend, zudem charismatisch, schöne Frauen zuweilen suggestiv. Wie lange darf man dem Blick einer solchen Dame standhalten? (3. Foto v. oben – Augenfarbe sekundär) Die Frage steht gar nicht. Als An- oder Verkäufer bzw. Mitarbeiter muss man es zu diesem Kontakt nicht erst kommen lassen. Was ich als, Kerl’ wissen muss: Kunden, vor allem Frauen, schauen aufs Haar, aufs Gebiss, auf die Körpermitte u. zum Schluss auf die Schuhe. Apropos Schuh: Ist er dreckig, spielt Modebewusstes keine Rolle mehr. Überzeugend wirkt man durch Rhetorik, Mimik, Gestik – nichts darf als voneinander losgelöst betrachtet werden. Leidgenossen zwischen Krummer Lanke, Reichstag und Gedächtniskirche: „Mit Körpergeruch schmeißt man alles wieder über den Haufen.“
    Eigene Erfahrung: Arbeitgebern die kein Duckmäusertum wollen, genügen elementare Anstandsregeln. Schon bei der Begrüßung spielen sie eine große Rolle. Und: Wer vor Blick oder Laune des Chefs einknickt oder ständig ins Mauseloch kriecht, ist auch gegenüber Kunden nicht souverän.
    4. Foto von oben: Tolle Wunsch-Pose – könnte z. B. eine Chefin sein, die mich das erste Mal zu Gesicht bekommt! Legeres Armeverschränken wirkt auf mich sympathisch …

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