Sie ist für unzählige Berufstätige eine echte Herausforderung: die richtige Work-Life-Balance. Doch was versteht man darunter? Was passiert, wenn sie aus dem Gleichgewicht gerät? Und wie kann man sie erlangen?

Fragen, die sich jeder stellt, der Tag für Tag im Einsatz des Unternehmens viele Stunden unterwegs ist. Fragen, die sich auch diejenigen stellen, die zu Hause auf den Partner warten. Und letztlich Fragen, die aufkommen, wenn fast alles zu spät ist – wenn nämlich gravierende gesundheitliche Probleme auftauchen und daran erinnern, dass die Ausgewogenheit von Arbeit und Leben aus dem Ruder geraten ist.

Work-Life-Balance: Mehr als ein Modewort

Wörtlich übersetzt bedeutet Work-Life-Balance: Balance zwischen Arbeit und Leben. Und treffender könnte man kaum umschreiben, was sich hinter diesem viel zitierten Begriff versteckt. Tatsächlich geht es darum, eine Balance zwischen dem Beruf und der Freizeit mit Familie, Freunden und für sich selbst zu schaffen.

In der Regel verbringen wir fünf Tage die Woche zwischen acht und zehn Stunden am Arbeitsplatz, wenn man in einer Vollzeitbeschäftigung steht. Nicht selten kommen Überstunden hinzu, berücksichtigt man dann den Weg von und zur Arbeit, liegt die tägliche Abwesenheit von zu Hause, von der Familie und der eigenen Freizeit bei zehn Stunden und mehr. Wer in gehobener Position tätig ist, muss damit rechnen, dass sich die Arbeitszeit noch erhöht, und auch ein Einsatz nach Feierabend oder am Wochenende ist keine Seltenheit. Letztlich scheint es, als bestehe das ganze Leben nur aus Arbeit, für Familie, Freunde und die eigene Freizeit bleibt kaum noch Raum. Spätestens dann ist es so weit: Die Balance zwischen der Arbeit und dem eigenen Leben ist aus dem vertretbaren Rahmen gefallen. Das mag für einen Workaholic akzeptabel sein, doch wie steht es um die gesundheitlichen Folgen?

Nicht zu unterschätzen: Die gesundheitlichen Auswirkungen

ausgebrannte Führungskraft
Ausgebrannt und antriebslos

Gerät die Work-Life-Balance aus dem Ruder, bleibt kaum Zeit, abzuschalten und Körper und Geist die nötige Erholung von der Arbeit zu erlauben. Allein die körperlichen Folgen sind nicht zu vernachlässigen, sie können von Schlaflosigkeit über ständige Erschöpfung bis hin zu Kopfschmerzen oder psychosomatischen Beschwerden reichen. Auch Magenprobleme, Bluthochdruck und Depressionen können die Konsequenzen sein, wenn die Arbeit einen Raum im Leben einnimmt, der für die eigene Entfaltung in der Freizeit kaum Zeit lässt. Und schließlich sind die psychischen Auswirkungen nicht weniger gravierend, kann doch der gefürchtete Burn Out die Folge sein.

Jahr für Jahr entstehen unserem Gesundheitssystem Kosten in Millionenhöhe, weil angespannte Manager zusammenbrechen und medizinisch behandelt werden müssen. Damit ist das Schlagwort der Work-Life-Balance weit mehr als nur ein Modewort. Im eigenen Interesse sollte man sie unter Kontrolle halten, damit solche negativen gesundheitlichen Folgen erst gar nicht eintreten. Doch was kann man dagegen tun?

Retter in der Not: Alles, was entspannt

Letztlich sind die wichtigsten Tipps, die zu einer ausgeglichenen Balance von Arbeit und Freizeit führen, mit wenigen Worten umrissen. Es gilt, sich Tag für Tag neue Freiräume zu schaffen, damit neben der Arbeit noch Raum für das eigentliche Leben bleibt. Dazu gehört ein solides Zeit- und Selbstmanagement. Wer sich selbst organisieren kann, wer delegieren kann und manchmal auch das eine oder andere aussitzt, hat am Ende in der gleichen Zeit mehr erledigt. Der sprichwörtliche Termin mit sich selbst, die regelmäßige Prüfung des E-Mail-Eingangs und die Priorisierung aller Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit sind nur einige der Tipps, die man gestressten Zeitgenossen geben kann.

Hat man es dann geschafft, den Feierabend einigermaßen pünktlich anzutreten, darf der nächste Weg gerne zum Sport oder zur Familie führen. Wichtig ist in jedem Fall, dass man tut, was man mag, was entspannt und was neue Kraft für den nächsten Tag gibt. Eine halbe Stunde Sport kann schon helfen, den Arbeitstag hinter sich zu lassen. Und schließlich steht die Familie auf dem Programm, die nach Feierabend berechtigt ihren Tribut fordert. Mit der richtigen Work-Life-Balance sollte das auch kein Problem sein.

Und schließlich lautet der wichtigste Tipp vielleicht: Nach Feierabend und am Wochenende bleibt das Handy aus – oder wird allenfalls einmal am Tag für sehr wichtige Dinge angeschaltet.

Unbedingt ansehen: Video von Robert Betz zum Thema: “Der Irrtum von der Work-Life-Balance”

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