Weißt Du, was „kristalline Intelligenz“ ist? Du wirst diesen Begriff schon einmal gehört haben, vermutlich als Gegenpart zur sogenannten „fluiden Intelligenz“. Doch was wirklich dahintersteckt, wissen nur die Wenigsten. Wir wollen uns heute daher mit dem Thema auseinandersetzen: Was verbirgt sich hinter der kristallinen Intelligenz und kannst Du diese trainieren?

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Definition: Was bedeutet „kristalline Intelligenz“?

Die „kristalline Intelligenz“ beschreibt in der Intelligenztheorie alle Fähigkeiten und Informationen, die ein Mensch im Laufe des Lebens erwirbt. Es handelt sich also im Gegensatz zur fluiden Intelligenz nicht um eine angeborene Intelligenzform. Die kristalline Intelligenz setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen:

  1. Explizites Wissen, sprich Faktenwissen, zeitliche Daten, Erinnerungen usw.
  2. Implizites Wissen, sprich erlernte Verhaltensweisen oder Fähigkeiten wie Fahrradfahren, Wortschatz, Rechnen usw.

Experten schreiben der kristallinen Intelligenz einen großen Einfluss auf die sowohl finanziellen als auch sozialen Erfolge eines Menschen zu. Sie kann zudem Lernprozesse positiv beeinflussen und dadurch wiederum die Wissensaneignung eines Menschen optimieren. Sie verstärkt sich also selbst in einer Art geschlossenem Kreislauf. Zudem lassen sich bei der kristallinen Intelligenz kulturelle Unterschiede ausmachen.

Kristalline Intelligenz ist kulturabhängig

Da die kristalline Intelligenz unmittelbar mit der (Schul-) Bildung eines Menschen zusammenhängt, weist sie natürlich auch kulturelle Unterschiede auf. So weiß ein deutscher Schüler gewiss mehr über den ersten Weltkrieg als ein Gleichaltriger in Brasilien. Dieser wiederum kennt dafür vermutlich genauere Fakten über das erste Kaiserreich von Pedro I. Neben dem

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  • Schulwissen, sind auch
  • die Allgemeinbildung und
  • Lebenserfahrungen

eines Menschen für dessen kristalline Intelligenz verantwortlich. Und auch diese sind natürlich je nach kulturellem Background, Herkunftsland oder auch Medienberichterstattungen unterschiedlich. Denn wir alle wissen ja: Die „News“ in China oder Russland mögen denkbar anders sein als jene, die wir in Deutschland gewohnt sind. Und dass Donald Trump die Präsidentschaftswahlen in den USA gewinnen konnte, wurde laut Experten zu großen Teilen ebenfalls durch die Medien ermöglicht.

Doch damit nicht genug: Auch das implizite Wissen als Bestandteil der kristallinen Intelligenz unterscheidet sich kulturell mitunter groß. Schließlich fallen darunter auch die Sprache, der individuelle Wortschatz oder der Umgang mit Emotionen, welche ein Kind von seinen Eltern lernt. In China wird zum Beispiel eine viel größere Distanz als angenehm empfunden als in Italien. In Deutschland reichen wir unserem Gegenüber die Hand, während in Frankreich schneller einmal ein Wangenküsschen aufgedrückt wird. All diese sind kleine alltägliche Unterschiede in der kristallinen Intelligenz eines Menschen – mit kulturellen Ursachen.

Was ist fluide Intelligenz?

Die kristalline Intelligenz wird stets als Gegenstück zur sogenannten „fluiden Intelligenz“ angesehen, wie sie in folgendem Video kurz erläutert wird:

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Fluide Intelligenz ist im Gegensatz zur kristallinen Intelligenz angeboren und kann daher nur schwer trainiert oder „erlernt“ werden. Sie beschreibt vor allem

  • das Gedächtnis,
  • die Auffassungsgabe oder auch
  • die Fähigkeit, sich in fremden Situationen schnell zurechtzufinden.

Die fluide Intelligenz nimmt aber ab dem 25. Lebensjahr stetig ab und wird anschließend in der Regel durch die kristalline Intelligenz „ausgeglichen“, welche bis zum 60. oder 70. Lebensjahr – bei manchen sogar bis zum Lebensende – konstant bleiben oder sogar wachsen kann. Wie das funktioniert? Wir verraten es Dir!

Kristalline Intelligenz ist eigentlich nichts Anderes als „Altersweisheit“

Zwar bildet sich die kristalline Intelligenz in ihren Grundzügen nur bis zum 18.- 20. Lebensjahr aus, doch kann sie im Gegensatz zur fluiden Intelligenz auch anschließend noch weiter wachsen – nur eben etwas langsamer. Experten schätzen: Bis etwa zum 65. Lebensjahr ist es möglich, die kristalline Intelligenz weiterzuentwickeln. Anschließend sinkt sie wieder, was allerdings durch gezieltes Training verlangsamt oder sogar gänzlich gestoppt werden kann.

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Prinzipiell nimmt die kristalline Intelligenz eines Menschen im Laufe des Lebens automatisch zu. Schließlich macht er jeden Tag neue Erfahrungen und sammelt weitere Informationen. Sein gesammeltes Wissen wächst, er erweitert seinen Wortschatz und bildet seine sozialen Kompetenzen mit jedem gelösten Konflikt weiter aus. Kristalline Intelligenz ist also nichts Anderes als das, was wir landläufig „Altersweisheit“ nennen und der Grund dafür, weshalb Erfahrung nicht nur im Privatleben, sondern auch im Beruf immer mehr geschätzt wird. Denn laut einer auf Statista veröffentlichten Umfrage entscheiden vor allem

  • eine gute Schuldbildung,
  • ein breites Allgemeinwissen,
  • die Herkunft eines Menschen,
  • eine gute Berufsbildung sowie
  • „Intelligenz“ an sich

hauptsächlich über den beruflichen Erfolg eines Menschen. Allesamt gehören zu den Aspekten der kristallinen Intelligenz.

Statistik: Was entscheidet Ihrer Ansicht nach heutzutage vor allem über die Erfolgs- und Zukunftschancen junger Menschen? | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Doch kristalline Intelligenz kann auch gezielt trainiert werden. Und das solltest Du, um eben die abnehmende fluide Intelligenz optimal auszugleichen. Nur so kannst Du im Laufe des Lebens „gleich intelligent“ bleiben und wirst nicht „dümmer“ – um es einmal polemisch auszudrücken. Der Zusammenhang gestaltet sich wie folgt:

  1. Bei der Geburt besitzt Du bereits Deine individuelle fluide Intelligenz.
  2. Bis zum 18. beziehungsweise 20. Lebensjahr bildest Du zusätzlich Deine kristalline Intelligenz aus.
  3. Beide gemeinsam bilden Deinen „Intelligenzquotienten“.
  4. Ab dem 25. Lebensjahr beginnt die fluide Intelligenz nachzulassen.
  5. Du musst also anteilig Deine kristalline Intelligenz erhöhen, um schlussendlich wieder auf denselben „Intelligenzquotienten“ zu kommen.
  6. Bei einem „normalen“ Verlauf erreichst Du so ungefähr im Alter von 40 Jahren den Höhepunkt Deiner Intelligenz.

Emotionale Intelligenz als Bestandteil der kristallinen Intelligenz

Das Stichwort der „sozialen Kompetenzen“ ist bereits gefallen und im Artikel „EQ statt IQ: Mit emotionaler Intelligenz zum beruflichen Erfolg“ haben wir uns schon mit dem Begriff der emotionalen Intelligenz auseinandergesetzt. Eine Umfrage von Parship fand zudem heraus, dass 79 Prozent der befragten Männer und Frauen emotionale Intelligenz als wichtigstes Attraktivitätsmerkmal für eine/n potenzielle/n Partner/in bewerten.

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Neben attraktiv und humorvoll soll für die meisten Deutschen der Traumpartner auch intelligent sein. Doch was bedeutet das für Sie – welcher der folgenden Aspekte macht Ihre Traumfrau/Ihren Traummann für Sie besonders sexy?
Anteil der Befragten Gesamt Frauen Männer
Emotionale Intelligenz: Taktgefühl und Einfühlungsvermögen sind wahnsinnig anziehend. 79% 84% 73%
Umfassendes Allgemeinwissen: Ich schätze es, wenn jemand breit gefächertes Wissen hat und bei vielen Themen von Politik bis Literatur mitreden kann. 52% 54% 50%
Eine philosophische Art: Mich reizt es, wenn jemand die Zusammenhänge durchschauen will und alles hinterfragt. 20% 16% 23%
Sprachtalent und Eloquenz: Ich bewundere Menschen, die eine oder mehrere Sprachen perfekt sprechen – von ihm/ihr lasse ich mir gern die Welt zeigen und erklären 18% 17% 20%
Naturwissenschaftliches Verständnis: Ob Urknall-Theorie oder Informatik-Fachwissen, wer sich in naturwissenschaftlichen Zusammenhängen auskennt, wickelt mich sofort um den Finger. 7% 6% 9%
Sonstiges 3% 4% 2%

Alle weiteren Informationen zur Statistik finden Sie auf Statista

Aber wie genau lässt sich nun eigentlich diese emotionale Intelligenz einordnen? Dass emotionale Intelligenz bewusst trainiert und im Laufe des Lebens verbessert werden kann, liefert an dieser Stelle bereits einen wichtigen Hinweis: Sie fällt in den Bereich der kristallinen Intelligenz. Mittlerweile kannst Du sogar Fort- und Weiterbildungen oder Seminare zur Optimierung Ihrer emotionalen Intelligenz belegen. Aber wie sieht das bei der kristallinen Intelligenz aus?

Wie kannst Du die kristalline Intelligenz trainieren?

Seminare oder Weiterbildungen zur Steigerung Deiner kristallinen Intelligenz wirst Du vergeblich suchen. Da sie sich in zahlreiche verschiedene Aspekte gliedern lässt, musst Du theoretisch jeden einzeln trainieren, um schlussendlich Deine kristalline Intelligenz in der Gesamtheit zu verbessern:

  • soziale Kompetenzen
  • Wortschatz
  • Allgemeinwissen
  • Rhetorik
  • u. v. m.

Dennoch haben wir einige praktische Tipps für Dich, wie Du ohne große Anstrengung und mit einer Menge Spaß Deine kristalline Intelligenz fördern kannst. Probiere es aus:

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  1. Gehe interessiert und mit offenen Augen durch das Leben! Ja, so einfach kann Intelligenzsteigerung sein. Da kristalline Intelligenz eben auch die Allgemeinbildung umfasst, förderst Du diese schon alleine dadurch, dass Du jeden Abend die Tagesschau ansiehst und dir die Namen der Politiker zu merken versuchst, dass Du einen historischen Roman liest und dabei geschichtliche Daten hängenbleiben oder dass Du deine Freunde und Bekannte einfach einmal offen und interessiert fragst, womit sie denn ihren Arbeitsalltag verbringen und was sie Dir über ihre Branche erzählen können.
  2. Stillstand ist Rückschritt! Also beginne regelmäßig neue Hobbys, lerne eine neue Sprache oder belege ein Online-Seminar. Es ist völlig egal, was Du lernst. Wichtig ist nur, dass (!) Du lernst. Dadurch hälst Du deine grauen Zellen auf Trab und erweiterst Dein Wissen stetig – also Deine kristalline Intelligenz.
  3. Schaue doch mal wieder „Wer wird Millionär?“. Um Deine kristalline Intelligenz zu fördern, musst Du nicht büffeln oder sich nach einem anstrengenden Arbeitstag zum Englischkurs aus dem Haus quälen. Mache es Dir auf dem Sofa gemütlich, schalte eine der zahlreichen Wissenssendungen im Fernsehen ein und rate fleißig mit. Oder kaufe Dir eines dieser lustigen Brettspiele à la „Trivial Pursuit“. Da wird die Steigerung Deiner kristallinen Intelligenz gleich noch zur geselligen Runde unter Familie und Freunden.
  4. Lade Dir Apps wie „Quizduell“ herunter und verbringe Wartezeiten oder die Busfahrt fortan mit ein wenig Gehirnjogging auf dem Smartphone. Auch, wenn die positiven Effekte auf Deine kristalline Intelligenz je nach App vielleicht überschaubar sind: Spaß macht es auf jeden Fall und besser als die kahle Wand im Wartezimmer des Arztes anzustarren ist es allemal!
  5. Reisen bildet! Also welche schönere Art, um Ihre kristalline Intelligenz zu fördern, könnte es geben als eine Weltreise? Und wenn Du dafür im Moment nicht ausreichend Zeit oder Geld hast, gehe wenigstens aus dem Haus, wage neue Abenteuer und erlebe etwas! Oder würdest Du einen 90-Jährigen als „altersweise“ bezeichnen, der von nichts Anderem erzählen kann als seiner Arbeit im Büro und den Abenden auf der Couch? Lebenserfahrung ist wohl der wichtigste und zugleich auch schönste Aspekt der kristallinen Intelligenz – also sorge dafür, dass Du Deinen Enkeln später Spannenderes zu berichten hast!

Welche weiteren schönen, lustigen oder auch spannenden Arten, um die kristalline Intelligenz zu verbessern, fallen Dir ein? Oder was möchten Du sonst noch zum Thema loswerden? Wir freuen uns auf Deinen Beitrag in den Kommentaren!

Bildnachweis: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay