Du hast bestimmt selbst schon einmal von Menschen gehört, die sich über jede Kleinigkeit den Kopf zerbrechen. Womöglich zählst du selbst zu dieser Art Mensch, welche auch als sogenannte Overthinker bezeichnet werden. Die Problematik dabei ist jedoch, dass solche Menschen sich zu Sklaven ihrer eigenen Gedanken machen und sich in regelrechten Gedankenspiralen verlieren können. Doch es gibt einige nützliche und sinnvolle Tricks, wie du gegen das Overthinking angehen kannst.

Definition: Was genau ist Overthinking?

Doch bevor du erfährst, was du gegen die negativen Gedankenspiralen in deinem Kopf tun kannst, solltest du dir zuerst bewusst machen, was das sogenannte Overthinking eigentlich genau ist. Gelegentliches Kopfzerbrechen ist völlig normal und menschlich. Jeder Mensch macht sich hin und wieder Gedanken darüber, was sein kann und was nicht. Egal ob beim anstehenden Bewerbungsgespräch oder vor einer Prüfungssituation.

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Das reine Überdenken bestimmter Situationen und Entscheidungen ist an sich auch keine schlechte Sache. Selbstverständlich solltest du bestimmte Sachen abwägen und über die potenziellen Folgen, die gewisse Handlungen mit sich bringen können, nachdenken. Jedoch neigen Overthinker zum sogenannten “Überanalysieren”. Dies bedeutet, dass sich solche Menschen immer wieder den Kopf zerbrechen über bestimmte Situationen und diese immer und immer wieder durchgehen.

Menschen, die zum Overthinking neigen, verlieren sich in solchen theoretischen Gedankengängen. Es werden Gedankenkonstrukte gesponnen, welche immer abstruser werden und den Menschen in metaphorische Ketten legen. Das Überdenken erfüllt hier keinen nützlichen Zweck, sondern entfaltet mehr Schaden als Nutzen. Overthinker verlieren sich in ihren Gedankenkonstrukten und entwickelt regelrechte Spiralen aus negativen Gedanken. Das verhindert den persönlichen Fortschritt und sorgt dafür, dass nur noch die negativen Aspekte berücksichtigt werden, während das Positive gar nicht mehr in Erwägung gezogen wird.

Natürlich kann dieses Überdenken auch etwas Positives sein, wenn du beispielsweise immer wieder über ein positives Ereignis in naher Zukunft nachdenkst und dieses immer wieder in deinem Kopf durchspielst. Dadurch entwickelst und verstärkst du eine gewisse Vorfreude, welche selbstverständlich ein positives Gefühl darstellt. Dies ist jedoch bei richtigen Overthinkern höchst selten der Fall. Solche Menschen verlieren sich meist eher in negativen Gedankenspiralen oder aber sorgen durch ihre Denkweise dafür, dass sich anfänglich positive Gedanken zu negativen Gedankengängen entwickeln.

Was du gegen Overthinking unternehmen kannst

Wenn du jetzt bemerkt hast, dass du auch zu den Menschen zählst, die sich in negativen Gedankenspiralen verlieren und sich selbst damit blockieren, dann brauchst du nicht sofort in Panik zu verfallen. Denn es gibt tatsächlich einige leichte Tipps und Tricks, wie du dieses zwanghafte Negativdenken problemlos überwinden kannst. Du musst lediglich den Willen dazu haben und etwas Geduld mitbringen.

1. Aberglauben ablegen

Viele negative Gedanken resultieren aus religiösen Aberglauben und falschen Glaubenssätzen. Dies soll nicht bedeuten, dass du die Religion im Allgemeinen verteufeln solltest, jedoch solltest du davon nicht dich und dein Leben bestimmen lassen. Denn oftmals Suchen Menschen Erklärungen für komplexere Situationen im Übernatürlichen, da diese Situationen für sie in diesem Moment nicht anders greifbar sind. Das Problem dabei ist jedoch, dass du dir damit den Weg zum rationalen Denken selbst verbaust. Du machst dich also zum Sklaven deiner eigenen negativen Gedanken und deinem Aberglauben. Wenn du diesen Aberglauben ablegst, wirst du merken, dass es dir erstaunlich leichter fallen wird, mit bestimmten negativen Gedanken und Situationen umzugehen.

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Lese-Tipp: Aus „negativ“ mach „positiv” – Glaubenssätze auflösen und umwandeln

2. Gedanken sind keine Fakten

Alles, was in deinem Kopf herumgeistert und deine Gedanken ausmacht, entspricht nicht der Realität. Es handelt sich lediglich um theoretische Ansätze und Szenarien, die du dir selbst ausgemalt hast. Diesen Fakt solltest du dir in jedem Fall verinnerlichen. Das mag im ersten Moment äußerst banal klingen, doch wenn du dich einmal in einer solchen negativen Gedankenspirale verloren hast, dann wirst du nicht mehr daran denken, dass all diese Szenarien in deinem Kopf gar nicht wirklich existent sind. Deshalb versuche dir bewusst zu machen, Gedanken sind nicht die wirkliche Welt, sondern lediglich ein Konstrukt aus deinem eigenen Kopf.

3. Die Herausforderung von negativen Gedanken

Das führt dich bereits zum nächsten Punkt. Der direkten Konfrontation mit deinen negativen Gedanken. Denn jedes Mal, wenn du dich dabei ertappst, dass das Overthinking dich vereinnahmt, wird es Zeit, die schlechten Gedanken direkt herauszufordern. Stelle dich ihnen, anstatt von diesen wegzulaufen. Mache dir auch hier bewusst, dass diese Gedanken nicht die Realität abbilden und lediglich Konstruktionen deines Kopfs sind. Dies kannst du beispielsweise so handhaben, dass du bestimmte Szenarien mit rationalen und faktenbasierten Erklärungsansätzen beseitigst. So machst du dir auch hier wieder klar, dass es sich nur um Szenarien aus deinem Kopf handelt und keineswegs um die Realität.

Missinterpretiere deine Besorgnis nicht

Abschließend solltest du dir noch bewusst machen, dass eine gesunde Menge an Besorgnis keinesfalls etwas Schlechtes ist. Selbstverständlich solltest du jetzt nicht mit einer rosaroten Brille durch dein Leben schreiten und dir um nichts mehr Gedanken machen. Hier gilt es natürlich ein gesundes Mittelmaß zu finden.

Ein Mensch, der über nichts nachdenkt und sein eigenes Handeln nicht hinterfragt, lebt genauso gefährlich wie jemand, der unter extremen Overthinking leidet.

Eine gewisse Besorgnis bei bestimmten Dingen ist also wichtig und absolut notwendig. Jedoch solltest du aufpassen, dass du dich hier nicht wieder von deinen Sorgen leiten lässt.

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Bildnachweis: Volodymyr TVERDOKHLIB/Shutterstock.com