Wenn es etwas gibt, das wirklich nervig sein kann, dann sind es Menschen, die dich ständig unterbrechen. Kaum hast du begonnen, deinen Standpunkt zu erläutern, schon fällt dir dein Kollege ins Wort. Das kann dazu führen, dass du den Faden verlierst. In diesem Beitrag erfährst du, wie du mit solchen Unterbrechungen umgehst und dich zukünftig nicht mehr unterbrechen lässt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn jemand im Gespräch unterbrochen wird, ist das meistens ziemlich nervig und respektlos.
  • Unterbrechen sorgt dafür, dass du deinen Standpunkt vergisst, durcheinander kommst und es vermittelt den Eindruck, dass du nicht wertgeschätzt wirst.
  • Menschen fallen anderen Menschen ins Wort, wenn sie den Eindruck haben, dass diese beispielsweise zu schüchtern sind. Es kann aber auch vorkommen, dass du einfach eine ermüdende Erzählweise hast.
  • Speziell das „Manterrupting“ ist ein großes Problem. Hier geht es darum, dass Männer Frauen explizit ins Wort fallen, da sie diese nicht ernst nehmen. Ein sexistisches Problem, welches viele Arbeitnehmerinnen betrifft.
  • Wenn du unterbrochen wirst, kannst du beispielsweise deinen Gesprächspartner mit einem Handzeichen signalisieren, dass du zu Ende reden möchtest. Wichtig ist, dass du dich nicht ablenken lässt.
  • Es gibt auch einige präventive Möglichkeiten, welche dafür sorgen sollen, dass du zukünftig nicht mehr unterbrochen wirst.
  • Beispielsweise, ein selbstbewusstes Auftreten im Vorfeld des Gesprächs klar kommunizieren, dass du nicht unterbrochen werden willst oder die richtige Sprachmelodie können dir dabei helfen.

Warum Menschen ihre Gesprächspartner oft unterbrechen

Es gibt einige einfache plausible Gründe, warum manche Menschen ihren Gesprächspartnern ins Wort fallen. Diese solltest du zunächst kennen, damit du dich in Zukunft darauf vorbereiten kannst, dass dir so etwas nicht mehr passiert.

Oftmals spielen bestimmte körperliche Signale eine große Rolle dabei, ob andere dich unterbrechen oder nicht. Dein allgemeines Auftreten kann unterbewusst dazu führen, dass es deinem Gesprächspartner leicht fällt, dir einfach ins Wort zufallen. Es muss jedoch nicht immer an dir selbst liegen. Oftmals ist die Person, die andere oft unterbricht, einfach vom Charakter her so drauf. Wenn du allerdings die richtigen körpersprachlich Signale sendest, machst du es deinem Gesprächspartner deutlich schwieriger, dir ins Wort zu fallen.

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Folgende Gründe sind oft recht gute Erklärungsansätze:

  • Wie bereits erwähnt, spielt dein Auftreten eine große Rolle dabei, ob du dich unterbrechen lässt oder nicht. Schüchterne, ruhige Menschen laufen deshalb öfter Gefahr, dass ihnen jemand ins Wort fällt, als jemand, der ein lautes und dominantes Auftreten besitzt.
  • Eventuell liegt es auch daran, dass dir ständig Leute ins Wort fallen, da deine Erzählweise zu ermüdend oder zu langweilig ist. Lass dir in diesem Fall Feedback von deinen Freunden geben und versuche daran zu arbeiten.
  • Mangelhafter Blickkontakt führt ebenfalls oft dazu, dass dir deine Gesprächspartner ins Wort fallen.
  • Nicht nur deine Körpersprache, auch deine Wortwahl kann Menschen dazu einladen, dir ins Wort zu fallen. Wenn dein Gegenüber bemerkt, dass du dich mit Worten selbst kleinmacht, dann sinkt der Respekt dir gegenüber und die Person wird dich schneller unterbrechen.

Manterrupting: Warum Männer Frauen unterbrechen

Es gibt noch einen Sonderfall, wenn Personen ihre Gesprächspartner unterbrechen, das sogenannte „Manterrupting“. Dabei handelt es sich um eine sexistische Verhaltensweise, die beschreibt, dass speziell Männer Frauen unterbrechen, weil diese der Meinung sind, dass das weibliche Geschlecht das schwächere ist. Vor allem in beruflichen Situationen sehen sich viele Frauen mit diesem Problem konfrontiert. Beispielsweise wenn sie einen Vorschlag oder eine Idee äußern, fallen ihnen Vorgesetzte oder Arbeitskollegen schnell ins Wort und schmettern diese Ideen sofort ab, selbst wenn es sich um sehr gute Vorschläge handelt.

Richtig reagieren: 5 Tipps für den richtigen Umgang mit Unterbrechern

Jetzt kennst du schon mal einige Gründe, warum manche Menschen dich unterbrechen können. Doch bevor es an die Präventivmaßnahmen geht, also von vorneherein zu verhindern, dass dein Gesprächspartner dich unterbricht, solltest du zunächst erfahren, wie du am besten reagierst, wenn du unterbrochen wirst.

  • Signalisiere deinem Gegenüber mit einem Handzeichen und einer leicht erhobenen Stimme, dass du gleich fertig bist und gerne noch deinen Punkt zu Ende bringen möchtest. Vor allem die Körpersprache ist hier von großer Bedeutung, wie du ja bereits weißt.
  • Wenn du unterbrochen wirst und den vorigen Tipp nutzt, versuche dich auf deinen angebrachten Punkt zu konzentrieren. Ansonsten verlierst du den Faden und kannst deine Argumentation nicht mehr zu Ende bringen.
  • Wirst du von dieser Person öfter unterbrochen, kannst du im Nachgang des Gesprächs noch einmal auf deinen Gesprächspartner zugehen und diesen darauf hinweisen, dass du nicht mehr unterbrochen werden willst.
  • Ignoriere die Unterbrechung einfach. Es ist nicht die feine französische Art, doch wenn nichts mehr hilft, kannst du auch einfach die Einwürfe deines Gesprächspartners ignorieren und mit deinem Standpunkt fortfahren. Falls dein Kollege nicht locker lässt und erneut nachfragt, warum du ihn ignorierst, kannst du ihn freundlich darauf hinweisen, dass du deinen Standpunkt gerne zu Ende bringen möchtest und du im Nachgang Zeit für Fragen oder Vorschläge hast.
  • Prinzipiell ist ein selbstsicheres und klares Auftreten wichtig. Indem du deinem Gegenüber mit deutlicher Prägnanz vermittelst, dass du die Unterbrechung nun nicht hinnehmen möchtest, sorgst du nicht nur dafür, dass du weiterreden kannst, sondern kannst gleichzeitig noch weitere Unterbrechungen durch diese Person in Zukunft verhindern.
  • Eine weitere Möglichkeit ist, direkt anzusprechen, dass du die Unterbrechung als störend empfindest. Du könntest zum Beispiel sagen: „Ich würde gerne meinen Gedanken zu Ende führen, bevor wir fortfahren.“ Diese direkte Ansprache schafft Klarheit und hilft, Missverständnisse zu vermeiden.

Nie wieder unterbrochen werden: 7 präventive Tipps

  • Bereits mit dem Satzanfang kannst du dafür sorgen, dass du im weiteren Verlauf des Gesprächs nicht unterbrochen wirst. Formulierungen wie: „Entschuldigung, ich denke, dass …“ solltest du am besten vermeiden.
  • Auch die Melodie deiner Sprache kann einen großen Einfluss auf deinen Gesprächspartner haben. So solltest du am Ende jedes Satzes mit der Stimme heruntergehen und deine Sätze so betonen, dass ein Punkt und kein Fragezeichen am Ende steht. Solltest du Sätze, die keine Fragen sind, wie welche betonen, verspüren andere Menschen den Drang darauf zu reagieren und unterbrechen dich somit.
  • Zu Beginn des Gesprächs Regeln festlegen. Egal ob bei einem Vortrag oder einem persönlichen Gespräch unter vier Augen. Wenn du im Vorfeld bereits das Gefühl hast, man könnte dich unterbrechen, weise deine Gesprächspartner im Vorfeld bereits darauf hin, dass du gerne zuerst deinen Standpunkt erläutern willst und im Anschluss gerne auf die Gegenfragen reagieren willst.
  • Körperhaltung und selbstbewusstes Auftreten. Wie bereits zu Beginn erwähnt, spielt das Auftreten und die entsprechenden Körpersignale, die du aussendest, eine sehr große Rolle. Versuche deshalb bereits im Vorfeld ein gewisses Selbstbewusstsein aufzubauen. Somit minimierst du die Wahrscheinlichkeit, in Zukunft bei Gesprächen unterbrochen zu werden.
  • Im Berufsleben in der Nähe des Chefs bleiben. Das klingt etwas plump, doch in der Nähe eines Vorgesetzten trauen sich viele Arbeitnehmer nicht, jemandem ins Wort zu fallen. Allerdings verhindert diese Methode nicht, dass dir deine Kollegen nicht mehr in Zukunft ins Wort fallen. Es handelt sich nur um eine temporäre Maßnahme, da der Grund, weswegen du nicht unterbrochen wirst, letztendlich nicht an dir liegt. Betrachte diesen Tipp also eher als Notfalllösung.
  • Eine klare Struktur und Gliederung deiner Argumente kann ebenfalls helfen. Wenn dein Gesprächspartner merkt, dass du deine Punkte systematisch und nachvollziehbar darlegst, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass er dich unterbricht. Beginne beispielsweise mit einer kurzen Einleitung, gefolgt von deinen Hauptargumenten und einem abschließenden Fazit.
  • Übe aktives Zuhören und erwarte dasselbe von deinem Gegenüber. Indem du deinem Gesprächspartner aktiv zuhörst und ihm zeigst, dass du seine Meinungen und Argumente wertschätzt, kannst du eine gegenseitige respektvolle Gesprächskultur fördern. Teile im Vorfeld mit, dass du ebenfalls erwartest, deine Gedanken ungestört äußern zu dürfen.

Bildnachweis: Alexey Emelyanov/istockphoto.com

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