Einsame Spitze: Das unsichtbare Leiden der Manager

Ganz oben wird die Luft dünn. Das bekommen immer mehr Manager jetzt zu spüren. Die angebliche Elite der Berufswelt und die mitunter reichsten Menschen der Welt leiden nämlich, und zwar unter Einsamkeit. Wahre Freundschaft kann man eben nicht kaufen. Sie glauben uns nicht? Dann lesen Sie weiter und eventuell sehen die Karriereleiter und das große Geld in wenigen Minuten schon gar nicht mehr so attraktiv für Sie aus!

Inhalt
1. Überraschende Studie: 50 Prozent der Manager fühlen sich einsam
2. Eine völlig neue Perspektive: Die menschliche Seite der Führungsspitze
3. Eine hohe Position in der Hierarchie kostet auch einen hohen Preis
4. Tipps gegen die Einsamkeit: Liebe Manager, es ist Zeit zu handeln!
5. Tipp 1: Die Realität wahr- und annehmen
6. Tipp 2: Anonym Gleichgesinnte suchen
7. Tipp 3: Vertraute im Berufsleben finden
8. Tipp 4: Verhaltensweisen hinterfragen
9. Tipp 5: Einen Therapeuten konsultieren
10. Tipp 6: Augen zu und durch!
11. Tipp 7: Auf die Gesundheit achten
12. Exkurs: Wie Einsamkeit Körper und Seele krankmacht
13. Steve Jobs liefert ein erschreckendes Beispiel

Überraschende Studie: 50 Prozent der Manager fühlen sich einsam

Es war eine Schlagzeile, die um die Welt ging. Die Harvard Business Review veröffentlichte ihre Umfrage unter dem Namen „CEO Snapshot Survey“ mit einem überraschenden Ergebnis: Fast die Hälfte aller CEOs fühlt sich einsam. 61 Prozent der Manager sowie 70 Prozent der „erstmaligen“ CEOs können dadurch negative Auswirkungen auf ihre Performance ausmachen. Haben Sie jetzt Mitleid? Wohl eher nicht, denn Manager haben hierzulande einen schweren Stand. Die Öffentlichkeit brüskiert sich immer wieder über viel zu hohe Gehälter für Manager.

Statistik: Wie werden Manager in Deutschland bezahlt? | Statista
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Die ebenfalls enormen Abfindungszahlen, wenn sie scheitern, verbessern ihr Image nicht gerade. Wieso sollte ein Manager dafür bezahlt werden, dass er Mist gebaut hat? Zumal darunter vielleicht hunderte oder tausende Arbeitnehmer zu leiden haben, welche die Suppe auslöffeln und Umstrukturierungen, finanzielle Abstriche oder gar die betriebsbedingte Kündigung in Kauf nehmen müssen?

Eine völlig neue Perspektive: Die menschliche Seite der Führungsspitze

Bei all der Wut über betriebliche Fehlentscheidungen und finanzielle Ungerechtigkeit geht aber eine andere Perspektive auf die CEOs und Manager da draußen verloren: die menschliche. Schlussendlich sind auch ein Mark Zuckerberg, Martin Winterkorn oder Steve Jobs „nur“ ein Mensch. Und auch sie haben Gefühle, wie Freude, Wut, Angst oder eben Einsamkeit. Das scheint der Preis ihres beruflichen Erfolgs zu sein, denn die Führungspositionen an der Spitze werden in der Regel nur durch harte Arbeit erlangt. Und da ein Tag nun einmal nur 24 Stunden hat, bleibt häufig nur wenig Zeit für eine glückliche Familie oder einen engen Freundeskreis.

Eine hohe Position in der Hierarchie kostet auch einen hohen Preis

Und noch mit einem weiteren Problem „kämpfen“ die Manager: Ihr Name, die hohe hierarchische Position, der Reichtum – all das erwirkt einen großen Respekt in ihrem sozialen Umfeld, eventuell sogar Angst oder Neid. Es wimmelt vor falschen Freunden und (bitte entschuldigen Sie den Begriff) Arschkriechern, während es an menschlicher Nähe, Verbundenheit, Vertrautheit, ja dem, was wir „wahre Freundschaft“ oder „Liebe“ nennen, mangelt. Helfen können sich die Betroffenen leider nur selbst. Denn die Öffentlichkeit ist damit beschäftigt, erzürnt über eine Begrenzung der Managergehälter zu debattieren.

Statistik: Halten Sie eine Begrenzung der Managergehälter nach Schweizer Vorbild in Deutschland für nötig oder nicht für nötig? | Statista
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Tipps gegen die Einsamkeit: Liebe Manager, es ist Zeit zu handeln!

Vor lauter Management, vergessen zahlreiche CEOs und Führungspersönlichkeiten das Wichtigste: Das Management ihres Privatlebens und damit ihres persönlichen Glücks sowie ihrer Gesundheit. Leider hat die Gesellschaft nur wenig Mitleid für die Betroffenen übrig. Doch Mitleid bringt Sie ohnehin nicht weiter. Sie haben sich Neid verdient, und damit müssen Sie jetzt auch leben.

„Mitleid tut wohl,
aber man läßt sich doch nicht immer gern seine Tränen
mit einem fremden Taschentuch trocken.“
(Robert Hamerling)

Dennoch sind Sie Ihrem Schicksal nicht hilflos ausgeliefert. Wenn Sie sich an der einsamen Spitze wiederfinden, müssen Sie zumindest in einem gewissen Maß ein „Macher-Typ“ sein, sonst hätten Sie es nicht so weit geschafft. Also „machen“ Sie jetzt etwas gegen die Einsamkeit und handeln Sie, bevor es zu spät ist:

Nichts gegen die Einsamkeit tun

Daumen hoch Tipp-Grafik1: Die Realität wahr- und annehmen

Natürlich haben Sie in Ihrem Leben viel erreicht und ja, eigentlich haben Sie keinen Grund zur Klage. Sie sind reich, erfolgreich und gesund – zumindest noch. Doch wenn Sie die Gefühle der Einsamkeit von sich zu schieben versuchen, kann sich dies schleunigst ändern. Verdrängung bringt Sie an dieser Stelle nicht weiter. Prüfen Sie sich stattdessen in regelmäßigen Abständen auf Gefühle der Einsamkeit und sollten Sie fündig werden, so akzeptieren Sie diese als ersten Schritt einfach.

Daumen hoch Tipp-Grafik2: Anonym Gleichgesinnte suchen

Erst nach der Akzeptanz folgt die Handlung. Wenn Sie sich einsam fühlen, müssen Sie diese Situation ändern. Das ist mitunter gar nicht so einfach, vor allem nicht als in der Öffentlichkeit stehende Person. Sollten Sie die Möglichkeit der Anonymität haben (weil Sie „nur“ ein Manager oder „nur“ reich sind, nicht aber landesweit bekannt), können Sie ein neues Hobby beginnen, einem Verein beitreten oder im Internet auf die Suche nach Ihrer großen Liebe gehen. Seien Sie einfach nur „Thomas“ oder „Katharina“, ohne Nachnamen, ohne Managementposition und ohne beeindruckenden Kontostand.

Daumen hoch Tipp-Grafik3: Vertraute im Berufsleben finden

Doch nicht nur im Privatleben, auch im Beruf ist sozialer Rückhalt für Ihr Wohlbefinden von nicht zu unterschätzendem Wert. Suchen Sie gezielt nach Beratern, Praktikanten oder auch einer Sekretärin, denen Sie voll und ganz vertrauen können.

Daumen hoch Tipp-Grafik4: Verhaltensweisen hinterfragen

Erquickend sind solche beruflichen oder privaten Freundschaften allerdings nur, wenn sie auf Authentizität beruhen. Eingeschüchtert von Ihrer Macht oder Ihrem Reichtum, trauen sich viele Menschen nicht, Ihnen einfach ehrlich die Meinung zu sagen. Stellen Sie daher immer wieder Ihre Verhaltensweisen auf den Prüfstand: Wo sollten Sie an Ihrer emotionalen Intelligenz arbeiten? Welches Verhalten könnte einer wahren Freundschaft oder eine Liebesbeziehung im Weg stehen? Sind Sie eventuell (zu) narzisstisch veranlagt, um tiefergehende soziale Beziehungen zu pflegen? Wie steht es um Ihre Kritikfähigkeit?

Lesetipp: Gruselkabinett im Büro: Ist Ihr Chef ein Psychopath?

Daumen hoch Tipp-Grafik5: Einen Therapeuten konsultieren

Da wir gerade beim Thema sind: Befinden Sie sich in Therapie? Wenn nicht, wird es schleunigst Zeit. „Sie? Einen Therapeuten? Welche Unverschämtheit!“ mögen Sie nun denken. Das liegt aber einzig und allein daran, dass Psychotherapie in Deutschland gesellschaftlich (noch) nicht akzeptiert ist. Nehmen Sie sich stattdessen ein Beispiel an der USA. Jeder, der hier etwas auf sich hält und über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügt, hat einen persönlichen Therapeuten. In Ihrer Position mit dieser Verantwortung, den Herausforderungen oder auch Ängsten ist es eigentlich unerlässlich, dass Sie Ihren emotionalen Ballast regelmäßig auf fremden Schultern abladen können. Ein Therapeut bietet Ihnen diese Möglichkeit, völlig anonym und garantiert mit Schweigepflicht! Zudem hat er gewiss den ein oder anderen Rat für Sie gegen Ihre Einsamkeit.

Daumen hoch Tipp-Grafik6: Augen zu und durch!

Bis Ihre Bemühungen Wirkung zeigen, können allerdings einige Monate oder Jahre vergehen. Verhaltensweisen zu ändern ist schließlich eine der größten Herausforderungen im Leben eines Menschen. Zudem entstehen echte Freundschaften nicht über Nacht und auch wahre Liebe muss – entgegen dem Mythos der „Liebe auf den ersten Blick“ – langsam wachsen. Bis dahin hilft alles nichts: Sie müssen die Einsamkeit ertragen und weitermachen. Der Therapeut kann Ihnen hierbei eine große Stütze sein, um nicht in eine Depression zu verfallen. Denn diese kann in Untätigkeit münden und einen negativen Teufelskreis auslösen. Sie wären nicht der erste Manager, der nach einem langen Fall von der Spitze hart auf dem Boden der Tatsachen aufschlägt.

Daumen hoch Tipp-Grafik7: Auf die Gesundheit achten

Eine Depression ist allerdings nicht die einzige Krankheit, welche Ihnen durch Einsamkeit droht. Achten Sie daher nicht nur auf Ihre psychische, sondern auch Ihre körperliche Gesundheit. Denn Sie wissen ja:

„Gesundheit ist gewiss nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“
(Arthur Schopenhauer)

Exkurs: Wie Einsamkeit Körper und Seele krankmacht

Wenn Sie aufmerksam gelesen haben, haben Sie gewiss die mehrfache Andeutung bemerkt, dass Einsamkeit nicht nur psychisch, sondern auch körperlich krankmachen kann. Das ist aber nicht eine gehaltlos in den Raum geworfene Behauptung. Stattdessen konnte der US-amerikanische Wissenschaftler Steven Cole in einer an der University of California durchgeführten Studie beweisen, dass Einsamkeit ebenso gesundheitsschädliche Auswirkungen auf den Körper hat wie Rauchen.

Soziale Isolation verändert nämlich die Genaktivität der weißen Blutkörperchen und damit des gesamten Immunsystems. Es wird geschwächt und bringt sogenannte „entzündungsfördernde Leukozyten“ hervor. Dadurch steigt die Gefahr von

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Gefäßerkrankungen
  • Herzinfarkten
  • Schlaganfällen
  • Krebs

Steve Jobs liefert ein erschreckendes Beispiel

Sie wollen es immer noch nicht wahrhaben? Dann liefern wir Ihnen zum Abschluss ein ebenso berühmtes wie erschreckendes Beispiel: Den im Jahr 2011 an Krebs verstorbenen Apple-Begründer und CEO Steve Jobs. Seine letzten Worte sollten Sie zum Umdenken sowie endlich zum Handeln anregen. Denn Einsamkeit ist ein teurer Preis für Ihre Managerposition und kann Sie im schlimmsten Fall das Leben kosten:

„I reached the pinnacle of success in the business world. In others’ eyes, my life is an epitome of success.

However, aside from work, I have little joy. In the end, wealth is only a fact of life that I am accustomed to.

At this moment, lying on the sick bed and recalling my whole life, I realize that all the recognition and wealth that I took so much pride in, have paled and become meaningless in the face of impending death.

In the darkness, I look at the green lights from the life supporting machines and hear the humming mechanical sounds, I can feel the breath of god of death drawing closer…

Now I know, when we have accumulated sufficient wealth to last our lifetime, we should pursue other matters that are unrelated to wealth…

Should be something that is more important:
Perhaps relationships, perhaps art, perhaps a dream from younger days

Non-stop pursuing of wealth will only turn a person into a twisted being, just like me.

God gave us the senses to let us feel the love in everyone’s heart, not the illusions brought about by wealth.

The wealth I have won in my life I cannot bring with me. What I can bring is only the memories precipitated by love.

That’s the true riches which will follow you, accompany you, giving you strength and light to go on.

Love can travel a thousand miles. Life has no limit. Go where you want to go. Reach the height you want to reach. It is all in your heart and in your hands.

What is the most expensive bed in the world? Sick bed…

You can employ someone to drive the car for you, make money for you but you cannot have someone to bear the sickness for you.

Material things lost can be found. But there is one thing that can never be found when it is lost – Life.

When a person goes into the operating room, he will realize that there is one book that he has yet to finish reading – Book of Healthy Life.

Whichever stage in life we are at right now, with time, we will face the day when the curtain comes down.

Treasure Love for your family, love for your spouse, love for your friends.

Treat yourself well. Cherish others.“

(Steve Jobs)

Sind auch Sie einer dieser vielen Manager, die unter Einsamkeit leiden? Dann nutzen Sie die Chance der Anonymität, um uns in den Kommentaren von Ihrer Situation zu erzählen. Oder gehören Sie stattdessen zu den Mitarbeitern, welche so gar kein Mitleid mit der Unternehmensführung haben? Wir freuen uns auf all Ihre Gedanken, Meinungen, Erfahrungen und Tipps zum Thema!

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