Wenn Sie sich im Bewerbungsprozess befinden und ein wenig recherchieren, werden Sie auf unzählige Ratgeber mit den unterschiedlichsten Tipps für die „perfekte Bewerbung“ treffen. Sie können Stunden, Tage, ja sogar Wochen damit verbringen, Ihre Unterlagen bis auf den letzten Buchstaben zu perfektionieren. Doch das ist gar nicht nötig. Wir haben mit Personalern gesprochen und all die Tipps aus Internet, Büchern & Co auf die fünf wichtigsten heruntergebrochen.

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Inhalt
1. Bewerbungen – Finden Sie das richtige Maß aus Perfektionismus und Effizienz
2. Tipp #1: Der „rote Faden“ ist das A und O!
3. Tipp #2: Kurz und bündig – statt lang(weilig)!
4. Tipp #3: Mutig aus der Masse herausstechen!
5. Tipp #4: Massenbewerbung ade!
6. Tipp #5: Problemlösungskompetenz beweisen!

Bewerbungen – Finden Sie das richtige Maß aus Perfektionismus und Effizienz

Der Bewerbungsprozess ist häufig ein langwieriger. Viele Jobsuchende schreiben zehn, 50 oder sogar 100 Bewerbungen, bevor sie eine Einladung zum Vorstellungsgespräch und anschließend auch eine Zusage erhalten. Vielleicht ist aber auch genau das Ihr Fehler: Wir behaupten stattdessen, dass so viele Bewerbungen in den meisten Fällen überhaupt nicht notwendig sind. Gerade, wenn Sie nämlich von Massenbewerbungen ablassen und stattdessen die folgenden fünf Schritte zur perfekten Bewerbung beachten, klappt es vielleicht ab sofort schon beim zweiten, dritten oder auch fünften Versuch. Natürlich sollten Sie einen gewissen Aufwand in Ihre Bewerbung stecken, doch übertriebener Perfektionismus frisst nur unnötig Zeit.

Lese-Tipp:Perfektionist & stolz darauf? Wieso Sie Perfektionismus ablegen sollten

Hören Sie deshalb auf, das Internet nach tausenden verschiedenen Tipps für die perfekte Bewerbung zu durchforsten oder Ihre Unterlagen wieder und wieder zu überarbeiten. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf das Wesentliche und arbeiten Sie effizient. So können Sie Ihren Bewerbungsprozess enorm verkürzen und dennoch den gewünschten Erfolg erzielen. Wir haben uns nämlich einmal mit Personalern unterhalten und all die Tipps da draußen auf die fünf wichtigsten reduziert. Wenn Sie diese beachten, wird die erste Einladung zum Vorstellungsgespräch gewiss nicht mehr lange auf sich warten lassen:

Tipp #1: Der „rote Faden“ ist das A und O!

Der erste und wichtigste Tipp ist: Ihre Bewerbung muss stimmig sein und einen erkennbaren roten Faden besitzen. Hierfür müssen Sie ein wenig Vorarbeit leisten: Setzen Sie sich konkrete Karriereziele. Werden Sie sich darüber klar, was Sie wann erreicht haben möchten. Listen Sie nun alle Hard- und Soft Skills auf, welche Sie zur Erreichung dieser Ziele benötigen.

Lese-Tipp:Zielstrebigkeit: Ziele erreichen per SMART-Formel

Über welche verfügen Sie bereits? Und welche können Sie eventuell mittels Weiterbildungen, Seminaren & Co erwerben? Reduzieren Sie Ihre Bewerbungen nun auf all jene Stellenausschreibungen, die Sie auf diesem Weg unterstützen und zu Ihrem Wunschprofil passen. Bringen Sie anschließend all Ihre Erfahrungen, Soft- und Hard Skills in eine Reihenfolge und streichen Sie die unwichtigen Punkte. Nun haben Sie Ihren persönlichen „roten Faden“ und zugleich eine konkrete sowie überzeugende Antwort auf die klassische Frage im Vorstellungsgespräch „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“.

Tipp #2: Kurz und bündig – statt lang(weilig)!

Dass Sie alle unwichtigen Punkte aus Ihrem Anschreiben (und Lebenslauf) streichen, hat nicht nur den Sinn und Zweck, Ihren „roten Faden“ hervorzuheben, sondern diese Maßnahme soll auch Ihre Bewerbungsunterlagen an sich verschmälern. „Kurz und bündig“ lautet nämlich die Devise. Versetzen Sie sich hierfür einmal in die Lage des Personalers: Wie viel Zeit würden Sie sich für eine Bewerbung nehmen, wenn Ihnen dutzende, vielleicht sogar hunderte Einsendungen vorlägen? Und würden Sie sich dann eher für diejenigen Kandidaten entscheiden, die kurz und knapp überzeugen, oder für jene, bei welchen Sie erst einmal nach allen wichtigen Informationen suchen müssen?

„Die Zeit überschlägt sich wie ein Stein vom Berge herunter,
und man weiß nicht, wo sie hinkommt und wo man ist.“
(Johann Wolfgang von Goethe)

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Machen Sie sich bewusst, dass sich ein Personaler für Ihre Bewerbung nur wenige Sekunden, vielleicht ein, zwei oder höchstens fünf Minuten Zeit nimmt. In diesem Zeitraum sollten ihm alle wichtigen – und überzeugenden – Informationen direkt ins Auge springen. Auch bei Bewerbungen gilt nämlich: Der erste Eindruck zählt. Und der ist bei schmalen Unterlagen mit rotem Faden, optischen Hervorhebungen und überzeugenden Qualifikationen meist besser als bei einem dicken Stapel voll unübersichtlicher und unwichtiger Informationen.

Achtung: Bei der Kürzung Ihres Lebenslaufs sollten Sie aber unbedingt darauf achten, dass keine Lücken entstehen. Diese können nämlich zu Missverständnissen führen und schlimmstenfalls zum Ausschlusskriterium werden.

Tipp #3: Mutig aus der Masse herausstechen!

Wie bereits erwähnt, sollten Sie nicht nur Text für Ihre Bewerbung verwenden, sondern auch durch ein professionelles Design, optische Hervorhebungen oder eine kreative Arbeitsprobe überzeugen. Kreativität – das ist das Stichwort.

Lese-Tipp:Kreative Lebensläufe – Ich bin dann mal besonders

Hierbei gilt: Je kreativer Ihr Beruf, umso kreativer sollte auch Ihre Bewerbung sein. Wenn Sie sich für eine Führungsposition bei der Daimler AG bewerben, sind Ihre Unterlagen also bestenfalls zurückhaltender und konservativer gestaltet als bei einer Bewerbung als Creative Director in einer Werbeagentur. Schaffen Sie mit Ihren Texten, Ihrem Bewerbungsbild und dem Design der Unterlagen ein stimmiges Bild. Finden Sie Ihr persönliches Alleinstellungsmerkmal und gestalten Sie eine individuelle Bewerbung, die im Gedächtnis bleibt. Besonders im Trend liegen derzeit zum Beispiel Schaubilder. Probieren Sie es aus!

Tipp #4: Massenbewerbung ade!

Individualität ist ein weiteres wichtiges Stichwort. Jeder geübte Personaler erkennt nämlich sofort, ob Sie eine Massenbewerbung versendet haben oder ob Ihre Unterlagen speziell für diese eine Stellenanzeige angefertigt wurden. Massenbewerbungen werden – wenig überraschend – natürlich sofort aussortiert. Einzige Ausnahme ist hierbei die sogenannte Zielgruppen Kurzbewerbung.

Lese-Tipp:You are hired: Traumjob durch Zielgruppen Kurzbewerbung

Wie eingangs erwähnt, sollten Sie deshalb lieber zehn individuelle Bewerbungen versenden als 100 Massenbewerbungen. Dies erhöht Ihre Chancen auf den Traumjob um ein Vielfaches. Informieren Sie sich über das Unternehmen, werden Sie sich über Ihren „Nutzen“ für den potenziellen neuen Arbeitgeber bewusst und erwähnen Sie unbedingt alle in der Stellenanzeige geforderten Qualifikationen wörtlich (!) in Ihren Bewerbungsunterlagen. Fügen Sie zudem „Beweise“ für Ihre aufgelisteten Hard- und Soft Skills an, zum Beispiel Zertifikate von absolvierten Weiterbildungen oder vergangene Projekte bei Ihrem früheren Arbeitgeber.

Lese-Tipp:Soft Skills vs. Hard Skills – Welche sind wichtiger?

Überzeugen Sie den Personaler davon, dass Sie „perfekt“ auf die Stellenanzeige passen – und er wird keinen Grund finden, Sie nicht zum Bewerbungsgespräch einzuladen!

Tipp #5: Problemlösungskompetenz beweisen!

Auch im Vorstellungsgespräch müssen Sie dann aber natürlich überzeugen. Hierfür sollten Sie nicht nur Ihre Argumente aus den Bewerbungsunterlagen wiederholen können, sondern der Personaler wird auch merken, ob Sie sich mit dem Unternehmen beziehungsweise der Stellenausschreibung auseinandergesetzt haben oder nicht. Im Gedächtnis bleiben werden Sie ihm, wenn Sie direkt mit Problemlösungskompetenzen glänzen.

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Fragen Sie sich also selbst: Welchen „Nutzen“ bringen Sie dem potenziellen neuen Arbeitgeber, wenn dieser Sie einstellt, und wieso kann er theoretisch überhaupt nicht „Nein“ zu Ihnen sagen? Welches „Problem“ hat er, sodass er nach einem Mitarbeiter mit Ihrer Qualifikation sucht? Und wie können Sie – und zwar nur Sie – dieses Problem lösen? Wenn Sie genau dieses eine überzeugende Argument finden, ist Ihnen der neue Job quasi sicher.

Wenn Sie also in Zukunft Ihre kostbare Zeit lieber für die fünf genannten Tipps nutzen, anstatt für das hundertfache Kopieren und Versenden Ihrer Massenbewerbung, haben Sie laut Personalern die besten Chancen auf den Job. Probieren Sie es aus und lassen Sie uns in den Kommentaren wissen, ob die Tipps für Sie funktioniert haben. Wir bedanken uns zudem für Ihre weiteren Ratschläge und Anregungen zum Thema!

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