Manchmal wird es bei der Arbeit plötzlich hektisch, von allen Seiten hagelt es Kritik oder Ihr Chef hat wieder einmal einen seiner cholerischen Anfälle. Ist es Ihnen dann zum Schreien zumute? Oder würden Sie am liebsten einfach alles hinwerfen und nach Hause gehen? Das muss nicht sein! Wir haben die 10 besten Tipps und Tricks für Sie, um in jeder Situation Ruhe zu bewahren.

Inhalt
1. Tipp 1: Die Situation verlassen
2. Tipp 2: Tief ein- und wieder ausatmen
3. Tipp 3: Bewusst die Muskeln entspannen
4. Tipp 4: Eine kleine Massage gefällig?
5. Tipp 5: Beethoven, Mozart & Co
6. Tipp 6: Lachen ist die beste Medizin
7. Tipp 7: Das große Ganze im Blick behalten
8. Tipp 8: Es ist stets eine Frage des Blickwinkels
9. Tipp 9: Lernen Sie Ihre Arschengel schätzen
10. Tipp 10: Lernen Sie loszulassen

Tipp 1: Die Situation verlassen

Sie haben durchaus das Recht, eine für Sie belastende Situation jederzeit zu verlassen. Das bedeutet, dass Sie entweder kurz einen Kaffee holen gehen, einen Spaziergang an der frischen Luft machen oder auch einfach nur für zwei Minuten das lustige Gespräch mit Ihrer Kollegin suchen, um sich kurz abzulenken und die negativen Emotionen loszuwerden. Das ist allerdings nicht nur dann möglich, wenn Sie gerade eine E-Mail gelesen haben, die Ihren Blutdruck in die Höhe getrieben hat, sondern selbst in einem Streitgespräch mit dem Vorgesetzten, Kollegen, Geschäftspartner oder selbst einem Kunden. Sagen Sie dann zum Beispiel:

„Ich habe das Gefühl, wir kommen an dieser Stelle gerade nicht mehr weiter. Ich würde deshalb vorschlagen, dass wir uns kurz beruhigen und das Gespräch dann später/morgen fortsetzen.“

„Ich habe das Gefühl, die Emotionen kochen gerade verhältnismäßig zur Situation zu sehr hoch. Lassen Sie uns das Gespräch deshalb doch später fortsetzen, wenn wir uns beide ein wenig beruhigt haben.“

„Ich bitte Sie um Verständnis dafür, dass ich jetzt eine kurze Pause brauche. Gerne können wir das Gespräch zu einem anderen Zeitpunkt ganz in Ruhe fortsetzen.“

Das mag für Sie nun erst einmal ungewöhnlich klingen, denn gewiss haben Sie diese Sätze in der Arbeitswelt – und auch im Privatleben – noch nicht oft gehört. Sie werden sich damit aber auf Dauer nicht nur selbst vor Belastungen schützen, sondern wenn Sie für Ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen einstehen, wird Ihnen Ihr gegenüber in Zukunft auch viel mehr Respekt entgegenbringen. Probieren Sie es einfach einmal aus! Und sollte es tatsächlich absolut unmöglich sein, dass Sie die Situation verlassen, so machen Sie einfach einen imaginären Schritt zur Seite. Begeben Sie sich also gedanklich auf die Flucht und versuchen Sie Abstand zu gewinnen, sodass Sie das Problem wieder objektiver sehen können.

Tipp 2: Tief ein- und wieder ausatmen

Wenn Sie nun also Ihre dringend benötigte Pause eingefordert haben, sollten Sie diese auch effektiv zur Beruhigung nutzen. Ein Trick, der dabei ebenso wirksam wie simpel ist, ist das bewusste Atmen. Durch (emotionalen) Stress neigen wir Menschen nämlich dazu, weniger tief zu atmen. Die flache Atmung bewirkt, dass das Gehirn weniger gut mit Sauerstoff versorgt wird und wir also „nicht mehr klar denken“ können. Atmen Sie daher mehrmals tief ein und wieder aus. Sie werden nun direkt spüren, wie sich Ihr Herzschlag beruhigt und Sie sich auch mental entspannen. Nach spätestens 15 Minuten sind Sie dann wieder in der Lage, eine konstruktive Lösung für das Problem zu suchen, ohne sich von den negativen Emotionen leiten zu lassen.

Tipp 3: Bewusst die Muskeln entspannen

Die tiefe Atmung hilft Ihnen übrigens auch dabei, sich körperlich zu entspannen. Die Muskeln, das Gewebe und die inneren Organe werden nun über das Blut wieder besser mit Sauerstoff versorgt. Wirklich ruhig und gelassen bleiben Sie nämlich nur, wenn Sie sowohl körperlich als auch mental entspannt sind. Diese beiden Faktoren beeinflussen sich gegenseitig. Das bedeutet: Wenn Sie sich bewusst körperlich entspannen, können Sie in Stresssituationen zukünftig auch geistig mehr Ruhe bewahren. Gehen Sie dafür wie folgt vor:

  1. Schließen Sie die Augen und spüren Sie in sich hinein: Fühlen Sie die Anspannung? Und wenn ja, wo? Gehen Sie nun in Gedanken jeden einzelnen Muskel Ihres Körpers durch, vom großen Zeh über die Beine, den Bauch, die Arme und Hände bis hin zu Hals, Kiefer und selbst den Augen. Entspannen Sie also jeden dieser Muskeln nacheinander ganz bewusst versuchen Sie diese neue Lockerheit so lange wie möglich zu bewahren.
  2. Wenn möglich, können Sie nun auch eine kurze Pause einlegen und einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft machen. Versuchen Sie auch dabei in der Entspannung zu bleiben und atmen Sie die frische Luft tief ein.
  3. Machen Sie einige kleine Dehnübungen oder etwas Yoga.
  4. Wenn es die Situation erlaubt, kann auch das Auspowern beim Sport bei der körperlichen und geistigen Entspannung helfen.
  5. Meditation, progressive Muskelentspannung oder auch autogenes Training können Ihnen mit etwas Übung zudem dabei helfen, langfristig ruhiger und gelassener zu leben, sodass Sie stressige Situationen von vornherein als weniger belastend erleben.

Tipp 4: Eine kleine Massage gefällig?

Nicht nur von innen, sondern auch von außen können Muskeln entspannt werden. Wenn Sie also Zeit haben, gönnen Sie sich doch jetzt eine ausgiebige Massage. Ist der Arbeitstag aber noch nicht vorbei, so kann auch eine kurze Selbstmassage wahre Wunder bewirken. Führen Sie mit einem leichten Druck kreisende Bewegungen aus und fahren Sie zum Beispiel über Stirn, Augenbrauen, Schläfen, Hals und Nacken. So verschaffen Sie sich eine kurze Denkpause, können die Augen für zwei Minuten schließen und dabei Ihre Verspannungen lösen. Noch effektiver wird die Selbstmassage, wenn Sie über ein Grundwissen in der Akupressur verfügen. Üben Sie zum Beispiel leichten Druck auf die weiche Stelle zwischen Zeigefinger und Daumen an Ihrer Hand aus. Halten Sie diesen Druck jeweils für einige Sekunden, lassen Sie dann wieder locker und üben ihn dann erneut für einige Sekunden aus. Nach etwa einer Minute können Sie die Hände wechseln. Selbiges können Sie mit dem sogenannten Notfallpunkt tun, der Stelle genau in der Mitte Ihrer Handfläche. Können Sie die Entspannung bereits spüren?

Tipp 5: Beethoven, Mozart & Co

Dass klassische Musik der Entspannung dienlich ist, wurde bereits in vielen Studien bewiesen und ist quasi jedermann bekannt. Doch nicht nur klassische Klänge können bei der Beruhigung helfen, der Musik wird allgemein eine wohltuende Wirkung auf Körper und Geist zugesprochen. Greifen Sie daher das nächste Mal, wenn der Stress unerträglich wird oder die Emotionen überkochen, zum Kopfhörer und hören Sie Ihre Lieblingsmusik. Egal, ob Sie sich für Heavy Metal oder die aktuellen Charts entscheiden, die Klänge werden sich positiv auf Ihre Nerven auswirken. Besonders effektiv ist das übrigens, wenn Sie lauthals mitsingen oder -grölen (je nach musikalischem Talent). Das lenkt von der Stresssituation ab, stoppt den Gedankenkreis, lockert die Atmung und macht schlichtweg Spaß. Auch wenn das bei der Arbeit natürlich in der Regel nicht möglich ist, probieren Sie es doch mal auf der Heimfahrt im Feierabendstau oder morgens unter der Dusche aus.

Tipp 6: Lachen ist die beste Medizin

Dass die psychische und physische Gesundheit zusammenhängen, können Sie effektiv zur Beruhigung nutzen. Das Sprichwort „Lachen ist die beste Medizin“ hat nämlich einen wahren Kern: Wer lacht, ist glücklich und das Glücklichsein ist ja bekanntlich die wichtigste Grundlage für ein gesundes und langes Leben. Doch das Spannende ist, dass dieser Mechanismus auch andersherum funktioniert. Das bedeutet: Wenn Sie lachen, denkt Ihr Gehirn, Sie seien glücklich. Es schüttet also bei einem „falschen“ Lachen dieselben Glückshormone aus wie bei einem echten. Egal, ob Ihnen also in Wirklichkeit zum Lachen oder zum Weinen zumute ist, versuchen Sie stets zu lächeln. So werden Sie glücklicher, gelassener und auch beliebter durchs Leben gehen.

Tipp 7: Das große Ganze im Blick behalten

Doch nicht nur die genannten Entspannungsmechanismen helfen Ihnen dabei, in jeder Situation Ruhe zu bewahren, sondern auch Ihre Denkweisen tragen einen großen Teil dazu bei. Mit der richtigen Einstellung gehen Sie gelassener durch den Arbeitsalltag und werden weniger häufig auf solche Tipps zur Beruhigung zurückgreifen müssen. Ein erster Schritt ist es dabei, stets das große Ganze im Blick zu behalten. Das bedeutet: Egal, als wie schlimm oder belastend Sie die Situation momentan empfinden, schon am nächsten Tag, in einer Woche, einem Monat oder auch einem Jahr wird Sie gewiss vergessen sein und vielleicht müssen Sie im Nachhinein sogar darüber lachen. Sehen Sie das Problem daher als wichtige Erfahrung und ziehen Sie eine Lehre daraus. Und dann lehnen Sie sich entspannt zurück und warten, bis der Sturm vorbeigezogen ist…

Tipp 8: Es ist stets eine Frage des Blickwinkels

Doch Sie müssen nicht unbedingt abwarten, bis es Ihnen besser geht, sondern Sie können bereits jetzt Ihren Blickwinkel ändern und dadurch in Zukunft auch in schwierigen Situationen Ruhe bewahren. Wie? Ganz einfach: Behalten Sie stets das Sprichwort im Hinterkopf „Schlimmer geht immer“. Tatsächlich regen wir uns in den meisten Fällen über Geschehnisse, Probleme oder Situationen auf, über die andere Menschen, denen es viel schlechter geht als uns, nur lachen könnten. Es ist daher wichtig, dass Sie stets dankbar bleiben und sich auf die positiven Dinge in Ihrem Leben konzentrieren.

Wut oder Frustration machen auf Dauer nämlich nicht nur krank, Sie lenken Ihren Fokus auch auf die negativen Dinge in Ihrem Leben, wodurch Sie sich in eine Abwärtsspirale begeben: Sie haben bei der Arbeit einen Fehler gemacht, Ihr Kind ist krank und nörgelig und als Sie in der Apotheke mit Karte bezahlen möchten, bricht Ihnen diese auch noch auseinander. Während Sie an anderen Tagen vielleicht darüber gelacht hätten, sind Sie heute auf das Negative fokussiert und regen sich übermäßig auf. Stattdessen könnten Sie sich aber auch über einen liebevollen Partner, der zu Hause auf Sie wartet, die hilfreiche Kollegin, welche Ihnen unter die Arme greift, ein warmes Abendessen und ein Dach über dem Kopf freuen – Letzteres ist nämlich für viele Menschen auf der Welt alles andere als selbstverständlich. Und nun fragen Sie sich erneut: Haben Sie wirklich Grund zur Klage?

Tipp 9: Lernen Sie Ihre Arschengel schätzen

Der Diplom-Psychologe und Autor Robert Betz prägte den Begriff der „Arschengel“. Wenn Sie sich also das nächste Mal über eine Person aufregen oder diese verurteilen, machen Sie sich Folgendes bewusst: Das Handeln, die Denkweisen und Worte anderer Menschen richten sich niemals gegen Sie als Person. Sie sind vielmehr ein Spiegelbild der Persönlichkeit, Charaktereigenschaften, Werte und Moralvorstellungen dieses Menschen. Wenn er dadurch in Ihnen Wut, Trauer, Neid oder andere negative Gefühle hervorruft, sollten Sie diese als wichtige Lehre ansehen. Ziehen Sie aus negativen Erlebnissen und Emotionen also Rückschlüsse darüber, welche Art Mensch Sie sein möchten und welche nicht. Sie können diese Arschengel daher auch als Herausforderung sehen, sich selbst als Person weiterzuentwickeln und das Beste aus sich heraus zu holen.

Betz fordert sogar, dass Sie für Ihre Arschengel eine tiefe Dankbarkeit entwickeln. Ob Sie das wollen und schaffen, liegt bei Ihnen. Dennoch hilft diese Sichtweise dabei, dass Sie zukünftig in jeder Situation Ruhe bewahren können: Alle Probleme, welche Sie mit einem Menschen haben, sind ein Spiegelbild seiner Probleme mit sich selbst und richten sich niemals gegen Sie als Person. Nehmen Sie Konflikte daher nicht mehr persönlich, sondern ziehen Sie für sich wichtige Lehren daraus, um selbst zu einem besseren Menschen zu werden. Im folgenden YouTube Video erklärt Robert Betz seine These noch einmal anschaulich:

Tipp 10: Lernen Sie loszulassen

Der letzte Tipp, welcher Sie zu einer tiefen inneren Ruhe und Gelassenheit führen wird, lautet: Lassen Sie los, was Sie nicht beeinflussen können. Egal, ob Sie an Schicksal oder Zufälle glauben, Sie können Ihre Zukunft so oder so nur begrenzt vorherbestimmen. Selbst wenn Sie Ihren Job gut machen, kann das Unternehmen insolvent gehen und Sie verlieren Ihre Arbeitsstelle. Trotz, dass Sie sich gesund ernähren und viel Sport treiben, können Sie erkranken oder einen Unfall haben. Und selbst wenn Sie bereits seit 30 Jahren verheiratet sind, ist eine Scheidung nie auszuschließen. Es geht hier nicht um Schwarzmalerei, sondern Sie sollten sich schlichtweg bewusst machen, dass das Leben seine eigenen Wege geht und Sie dagegen manchmal einfach nichts tun können.

Versuchen Sie also nicht immer zwanghaft die Kontrolle zu behalten, sondern lehnen Sie sich auch einmal entspannt zurück und vertrauen Sie darauf, dass Sie Ihr persönliches Happy End haben werden.

Die scheinbar schlimmsten Erlebnisse führen manchmal im Nachhinein gesehen zu den besten Resultaten. Wie sagt man so schön: „Wenn sich eine Türe schließt, geht eine andere auf.“ Warten Sie also erst einmal ab, ob sich aus der momentan schwierigen Situation nicht vielleicht in einiger Zeit eine wunderbare Gelegenheit ergeben wird. Und wenn nicht, so können Sie das schlichtweg nicht ändern. Nehmen Sie sich daher die humorvollen, aber absolut wahren Worte des Philosophen Gaur Gopal Prabhu zu Herzen:

1 Kommentar

  1. Schöner Artikel. Ich selbst kann ein Lied von singen. Karriere beginnt in aller Regel recht früh. Auch in der Mitte des Lebens lässt sich noch viel nachholen. Die Kollegen sind teilweise recht anstregend. Ich bin ein Mann und wenig Macho und betreibe auch keine Machtspielchen. Dabei merkt man ganz schnell wo die menschlichen Grenzen der anderen scheinbar liegen. Psychologie und Wissen, sowie Bildung spielen eine große Rolle. Manxhmal gehen wir viel zu viele Kompromisse ein. Ich als jemand der im öffentlichen Dienst steht sehe mich vielen Problemen gegenüber gestellt. Das Wissen – ich sage es weil ich es weiß – ist so außerordentlich fundiert, gerade in den unteren Bereichen was tvöd und Besoldung angeht, das kaum einer der Führungsriege an die Erfahrung herankommt. Druck von oben ist an der Tagesordnung. Entspannung und Familie kommen viel zu kurz. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen Anzahl der Kinder pro Pärchen und scheinbarem Arbeitsdruck. Freidenker machen die Runde – Menschen die alles im Blick haben müssen. Da kommen die tollsten Sachen zustande .. Mann könnte auch sagen, wer arbeitet, hat verloren. Trotz Studium. Da wird selbst vor Stromstössen und Elektroschocks im beruflichen Umfeld nicht halt gemacht! Wohl gemerkt an männlichen Kollegen. Das ist der Hammer! In einer Verwaltungsstelle, und es wird verschleiert. Wir leben in einer kranken Welt. Kein Krimi, Realität. Der Druck wird dann durch Alkohol und Hassattacken minimiert oder ausgelebt. Da wird auch vor Wörtern wie Arschloch, Penner und Co nicht halt gemacht. Wer nicht pariert, wird in die Klapse abgeschoben. Normaler Alltag von gesunden Menschen. Wer schreit hat recht. Wissen, Bildung und eine Rechtsstaatlichkeit schützen nicht immer. Systeme und Ordnungen – sofern vorhanden – kommen da manchmal schnell an Ihre Grenzen.

Kommentieren