Ob aus der Schule übriggeblieben, von den Eltern eingebläut oder aus eigener Lebenserfahrung mitgenommen: Quasi jeder Mensch hat gewisse Mantras, die ihn bewusst oder unbewusst durch sein Leben begleiten. Sie sollen ihn davor schützen, Fehler (nochmal) zu begehen, sich bei Mitmenschen unbeliebt zu machen oder auf dem Karriereweg zu scheitern. Welche auch immer Ihre Mantras sind und welchen Zweck sie in Ihrem Leben erfüllen: Folgende 5 Grundsätze bewirken das exakte Gegenteil, denn sie sind wahres Gift für Ihre Karriere. Die Devise lautet heute daher: Vergessen Sie bitte unbedingt folgende fünf Lektionen, wenn Sie im Beruf erfolgreich werden möchten.

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Inhalt
1. Denkfehler Nr. 1: Perfekt ist besser als gut
2. Denkfehler Nr. 2: Anweisungen sind da, um befolgt zu werden
3. Denkfehler Nr. 3: Harte Arbeit zahlt sich aus
4. Denkfehler Nr. 4: Mit dem Berufseinstieg hat das Lernen ein Ende
5. Denkfehler Nr. 5: Erfolg ist das Gegenteil von Scheitern

Denkfehler Nr. 1: Perfekt ist besser als gut

Laut Definition im Duden mag das durchaus stimmen: Wenn etwas perfekt ist, ist es eben nicht nur gut, sondern besser. Klingt logisch, oder? Um also im Job positiv hervorzustechen und sich durch Ihre Leistungen von der Konkurrenz abzuheben, müssen diese nicht nur gut, sondern perfekt sein, oder? Falsch! Natürlich sollten Sie Ihre Arbeit gewissenhaft und gründlich erledigen. Perfektionismus jedoch ist nicht nur zeitaufwändig und unproduktiv, sondern er bewirkt auch den berühmten Tunnelblick und lässt keinerlei Spielraum für Kreativität. Sie müssen Ihren Vorgesetzten zudem nicht über jeden Ihrer Schritte via E-Mail informieren oder sich bei fünf verschiedenen Kollegen versichern, dass Sie auch kein Detail übersehen haben. Sie werden nämlich trotzdem nicht verhindern können, dass Ihnen früher oder später doch einmal ein Fehler passiert. Fehler sind eben menschlich und manchmal ist gut auch einfach gut genug.

Denkfehler Nr. 2: Anweisungen sind da, um befolgt zu werden

Der zweite häufige Denkfehler und absolute Karrierekiller lautet: Sie befolgen strikt die Anweisungen Ihrer Vorgesetzten – nicht mehr und nicht weniger. Natürlich müssen Sie die Ihnen auferlegte Arbeit erledigen, ansonsten droht Ihnen die Kündigung wegen Arbeitsverweigerung. Das bedeutet aber nicht, dass wir in der deutschen Geschäftswelt plötzlich wieder in militärischen Drill mit dem Motto „Befehl und Gehorsam“ verfallen. Als qualifizierte Arbeitskraft bringen Sie Ihr eigenes Know-How mit in das Unternehmen, individuelle Ideen und Lösungsansätze sowie einen ganz persönlichen Mix aus Hard und Soft Skills. Eben diese Einzigartigkeit ist das, was Sie für Ihren Arbeitgeber so wertvoll macht. Also denken Sie auch, bevor Sie handeln, und trauen Sie sich Ihre Ideen einzubringen, wenn Sie Verbesserungsvorschläge haben. Als Roboter werden Sie nicht befördert. Es ist Ihre Persönlichkeit, die zählt. Und eine solche Persönlichkeit mit Eigeninitiative eckt eben hier und dort auch einmal an. Es kommt – wie immer im Leben – auf das richtige Maß an.

Denkfehler Nr. 3: Harte Arbeit zahlt sich aus

„I know I can
Be what I wanna be
If I work hard at it
I’ll be where I wanna be“
(Nas „I can“)

Na, haben Sie jetzt einen Ohrwurm? Dieses Lied hat uns wohl alle Anfang der 2000er Jahre begleitet und es handelt sich um ein Mantra, das vielen von uns bereits in Kindheitstagen durch Lehrer, Eltern oder auch Großeltern eingeimpft wurde: „Kind, wenn Du nur hart genug arbeitest, werden all Deine Träume in Erfüllung gehen“. Doch seien wir einmal realistisch: Ganz so „einfach“ ist es nicht.

Es gibt genug Menschen da draußen, die Tag für Tag schuften, dennoch keinerlei Perspektiven haben und am Ende des Monats von ihrem Lohn kaum das Essen für die Familie bezahlen können. Harte Arbeit ist wichtig, das möchten wir gar nicht abstreiten, wahrer Erfolg braucht aber viel mehr als das: Er braucht einen zielgerichteten Plan, Köpfchen, Persönlichkeit, gute Kontakte, eine solide Ausbildung und, und, und. Wir könnten die Liste ewig weiterführen und schlussendlich spielt immer auch ein wenig Glück mit.

Wenn Sie also beruflich nicht vorankommen, schieben Sie nicht noch mehr Überstunden oder schuften sich bis ins Burnout, sondern treten Sie stattdessen zwei Schritte zurück, sehen Sie sich Ihre Situation aus einem objektiven Blickwinkel an und entwickeln Sie einen realistischen Plan für Ihre Karriere. Was wäre momentan sinnvoll? Eine Weiterbildung? Ein Jobwechsel? Eine interne Bewerbung? Oder vielleicht auch eine Auszeit, um den richtigen Weg zu finden und diesen wieder mit neuer Energie zu beschreiten? „Hard Work“ ist eben doch nicht das einzig wahre Geheimrezept zum beruflichen Erfolg. Im Gegenteil: Nur durch eine ausgewogene Work-Life-Balance können Sie überhaupt auf Dauer gesund und leistungsfähig bleiben – und so die Karriereleiter emporsteigen.

Denkfehler Nr. 4: Mit dem Berufseinstieg hat das Lernen ein Ende

Apropos Weiterbildung: Ein ebenso weit verbreiteter Irrtum ist der, dass das Büffeln nach Schule, Uni & Co mit dem Berufseinstieg endlich ein Ende hat. In den Zeiten der „Industriebeamten“ mag das auch noch gestimmt haben. Nach dem Abschluss ging es damals direkt in den unbefristeten Arbeitsvertrag, wo dann 20, 30 oder auch 40 Jahre lang mehr oder weniger dieselbe Arbeit verrichtet wurde, bei höchstmöglicher Arbeitsplatzsicherheit und großzügiger Vergütung. Doch wie Sie gewiss gemerkt haben, sind diese Zeiten mittlerweile passé.

Patchwork-Lebensläufe werden immer mehr zur Normalität, die Digitalisierung und Globalisierung verändern die Geschäftswelt und damit auch den Arbeitsalltag in den Unternehmen in rasantem Tempo, wer überhaupt einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhält, wechselt in seinem Berufsleben meist munter zwischen verschiedenen Abteilungen und wer „stagniert“ wird von der jüngeren (oder gelehrigeren) Konkurrenz überholt. Weiter- oder Fortbildungen sowie das ständige Lernen sind daher für den Arbeitnehmer von Heute unerlässlich geworden. Je nach Branche können Sie sich dafür mehr oder weniger Zeit lassen, doch früher oder später müssen Sie sich wieder hinter die Lehrbücher klemmen oder in Seminaren die „Schulbank“ drücken.

Denkfehler Nr. 5: Erfolg ist das Gegenteil von Scheitern

Der letzte ist der wohl fatalste Denkfehler. Liebe Arbeitnehmer und Selbstständige da draußen, merken Sie sich bitte ein für alle Mal:

Erfolg und Scheitern schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern durch Scheitern wird Erfolg überhaupt erst möglich.

Stattdessen sind viele Menschen durch ihre Angst vor dem Scheitern geradezu gelähmt. Sie trauen sich nicht, kreativ zu sein, ihre Ideen umzusetzen, Ihre Meinung laut auszusprechen oder unkonventionelle Wege zu gehen. Doch wenn Sie alles immer nur so machen wie bisher – wie sollen Sie dann jemals besser werden? Als Kind sind Sie schließlich auch hingefallen, aufgestanden, haben sich den Staub von den Klamotten geklopft und sind weitergelaufen. Vielleicht sind Sie dann nochmal hingefallen, und nochmal, und nochmal…doch heute verlieren Sie nicht mehr so schnell den Boden unter den Füßen, oder? Hören Sie daher endlich auf, Scheitern als Ihren persönlichen Albtraum zu betrachten und sehen Sie es als Chance. Je häufiger Sie nämlich scheitern, umso schneller und mehr lernen Sie und desto früher wird auch der Erfolg kommen. Ein Fehler ist ja bekanntlich erst dann ein Fehler, wenn man ihn zweimal macht, oder?