Als Führungskraft stehst du in Krisenzeiten im Mittelpunkt. Alle Augen sind auf dich gerichtet, deine Mitarbeiter blicken gespannt darauf, welche Entscheidungen du triffst und wie du mit der Situation umgehst. Du spielst eine herausragende Rolle, denn es ist jetzt mehr denn je deine Aufgabe, dein Team zusammenzuhalten, deine Mitarbeiter zu motivieren und für ein offenes und unterstützendes Umfeld zu sorgen.

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Welche soziale Kompetenzen braucht eine Führungskraft in Krisenzeiten?

Als Vorbild in schwierigen Zeiten solltest du als Führungskraft deinen Mitarbeitern mit gutem Beispiel vorangehen. Deine Mitarbeiter sorgen sich um die Zukunft der Firma und die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes. Wenn du Ängstlichkeit und Unsicherheit ausstrahlst, verunsichert sie das noch mehr. So wird eine Abwärtsspirale aus Demotivation und Angst in Gang gesetzt. Du als Führungskraft solltest in schwierigen Zeiten der Fels in der Brandung sein, der Ruhe und Zuversicht ausstrahlt. Deshalb solltest du:

  • den Ton vorgeben,
  • Empathie zeigen,
  • mehr kommunizieren als gewöhnlich,
  • ein offenes Ohr für deine Mitarbeiter haben,
  • deine Mitarbeiter ermutigen, achtsam mit sich selbst umzugehen,
  • den Fokus auf die Langzeitperspektive setzen,
  • Flexibilität fördern,
  • Dankbarkeit zeigen.

Dein Team richtet sich nach dir. Strahle positive Energie aus und zeig, dass du Schwierigkeiten als Wachstumschancen siehst. Damit prägst du die Art, wie deine Mitarbeiter mit der Situation umgehen. Zeig dabei aber Verständnis für die Lage und die Ängste deiner Mitarbeiter. Gib ihnen zu verstehen, dass sie jederzeit zu dir kommen und mit dir über alles sprechen können.

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Kommunikation ist der Schlüssel, um erfolgreich durch die Krise zu navigieren. Teile deinen Mitarbeitern wichtige Informationen unverzüglich mit. Berufe mehr Meetings als gewöhnlich ein und halte deine Mitarbeiter stets auf dem Laufenden. Du gibst ihnen dadurch das Gefühl, dass ihr im gleichen Boot sitzt.

Lese-Tipp: 4-Ohren-Modell: Wie gute Kommunikation im Job wirklich funktioniert

Achtsamkeit ist wichtig, um unbeschadet durch die Krise zu kommen. Dazu gehört es, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Ermutige deine Mitarbeiter, sich gut um sich selbst zu kümmern, damit sie genug Kraft für die anstehenden Herausforderungen aufbringen.

Ist man gerade mitten in einer Krise, gewinnt man schnell den Eindruck, dass es keinen Ausweg gibt. Tatsächlich passieren Krisen aber immer wieder. Es gibt Hochs und Tiefs, die in regelmäßigen Abständen aufeinanderfolgen – in der Wirtschaft, an der Börse und auch im Privatleben.

Dankbarkeit ist besonders in Krisenzeiten wichtig, um einen Ausgleich für stressige Situationen zu haben. Ermutige deine Mitarbeiter, sich gegenseitig mit Dankbarkeit zu begegnen, schließlich gibt jeder gerade sein Bestes.

Wie können Führungskräfte ihre Mitarbeiter am besten unterstützen?

Als Führungskraft steht man noch mehr als sonst im Mittelpunkt, wenn die Zeiten härter werden. Am besten bietet eine Führungskraft ihren Mitarbeitern in Krisenzeiten die Unterstützung, den Halt und die Orientierung an, die diese gerade benötigen. Dazu sollte sie:

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  • in Verbindung mit den Mitarbeitern bleiben.
  • Fragen stellen.
  • Mitarbeiter stärken.
  • Nicht die Lasten der anderen auf sich laden.
  • Psychologische Sicherheit bieten.

Denk daran, dass du als Führungspersönlichkeit mit gutem Beispiel vorangehen solltest. Zeig deinen Mitarbeitern, dass du dich gut um dich selbst kümmerst, wenn du möchtest, dass sie sich auch gut um sich selbst kümmern. Was bei Menschen hängen bleibt ist nicht, was du sagst, sondern was du tust. Du möchtest, dass deine Mitarbeiter auf eine bestimmte Weise handeln? Tue selbst zuerst das, was du von ihnen erwartest.

Gute Beziehungen sind in Krisenzeiten Gold wert. Am leichtesten kommt man durch die Krise, wenn man zusammenhält. Daher solltest du auf ein gutes Klima in deinem Team achten. Bleib mit deinen Mitarbeitern in Verbindung und sorge dafür, dass sie sich auch untereinander gut verstehen und unterstützen.

Als Führungskraft gibst du den Ton im Unternehmen vor. So, wie du dich den Mitarbeitern gegenüber verhältst, verhalten sie sich auch untereinander. Wollt ihr stark durch die Krise kommen, sollten Respekt und Wertschätzung füreinander die Werte in eurem Unternehmen sein. Dadurch könnt ihr gemeinsam wachsen und durch die Herausforderungen enger zusammenwachsen. Ein gutes Klima sorgt auch dafür, dass Mitarbeiter nicht abwandern, weil sie meinen, ein anderes Unternehmen würde ihnen jetzt mehr Sicherheit bieten. Begegnest du ihnen mit Wertschätzung – am besten schon in guten Zeiten – bleiben sie dir auch in schwierigen Zeiten loyal.

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Welche Chancen eröffnen Krisen für Unternehmen und Mitarbeiter?

Eine Krise ist immer auch eine Chance:

  • Eine Chance, die lange überfällige Veränderung in Angriff zu nehmen.
  • Eine Chance, überkommene Strukturen zu modernisieren.
  • Eine Chance, sich vielleicht ganz neu auszurichten.

Was vorher noch unmöglich erschien, wird durch die Krise plötzlich doch möglich. Denk nur an die Covid-19-Krise 2020: Plötzlich war in Deutschland flächendeckend Homeoffice möglich, was konservative Unternehmen zuvor jahrelang vehement abgelehnt hatten. Und was hat sich gezeigt? Dass die Mitarbeiter zuhause viel produktiver sind als in der Firma und ein Unternehmen viel Geld spart, wenn es keine großen Büroräume zur Verfügung stellen muss. Erst die Krise hat ein Umdenken ermöglicht und dazu geführt, dass sich auch die Konservativsten für neue Möglichkeiten öffneten.

Krisen sind Türöffner für Umorientierung und Modernisierungsmaßnahmen. Häufig entsteht ein ganz neuer Markt. Denken wir wieder an 2020. Die Digitalisierung machte einen Riesensprung. Amazon machte so viel Umsatz wie nie zuvor. Online Geschäfte aller Art florierten. Durch die Krise entstand ein neuer Bedarf und eine neue Nachfrage nach ganz bestimmten Lösungen. Wer dies frühzeitig erkannt und für sich genutzt hatte, konnte das Geschäft seines Lebens machen. Diejenigen, die an Altem festhielten, verharrten in der Schockstarre. Statt die Chancen zu erkennen und zu nutzen, blieben sie passiv – und schaufelten sich ihr eigenes Grab. Hier zeigte sich einmal mehr:

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Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

In Krisenzeiten wird deutlich, ob eine Führungskraft ihren Job wirklich verdient hat. Kann sie flexibel reagieren und die Krise zum Vorteil für das Unternehmen und die Mitarbeiter nutzen? Oder verliert sie selbst ihre Nerven und lässt sich aus Angst zu schlechten Entscheidungen verleiten? Eine gute Führungskraft bleibt zu jeder Zeit besonnen. Sie nutzt ihr eigenes Wissen und greift auch auf das Wissen ihrer Mitarbeiter zurück, um die Situation bestmöglich zu meistern. Verfügt sie über die nötige Größe, um derart umsichtig zu handeln, ist sie die ideale Besetzung für ihren Posten.

Bildnachweis: VideoFlow/Shutterstock.com

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