Schleimer, Einzelgänger, Pessimisten: Auf der Arbeit triffst du regelmäßig auf herausfordernde Charaktere. Wir zeigen, wie du mit den 7 nervigsten Kollegen-Typen souverän umgehst.

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Keine Seltenheit: Konfliktreiche Herausforderungen mit nervigen Arbeitskollegen

Nervige Arbeitskollegen werden wir überall treffen. Denn wo individuelle Charaktere zusammenkommen, sind Konflikte vorprogrammiert. Laut einer wissenschaftlichen Befragung der Olivet Nazarene University aus Illinois ist das allen Beschäftigen klar: 100 Prozent der Studienteilnehmer gaben demnach an, manchmal genervt zu sein. Einen Unterschied wirst du erst spüren, wenn du dich mit den Charaktermerkmalen deiner Arbeitskollegen beschäftigst, sie besser verstehst und entsprechend reagierst.

Die 7 nervigsten Kollegen-Typen im Überblick

Typ 1: Der nörgelnde Besserwisser

Es spielt keine Rolle, wie gut du deine Sache machst. Der nörgelnde Besserwisser weiß es eben besser. Denn Mr. Oberschlau ist darauf vorbereitet, zu kontern und die eigene Meinung kundzutun, ohne aufgefordert zu werden.

Das Problem: Das Verhalten ist nicht nur nervenaufreibend und provokant. Es gibt dem Team auch das Gefühl einer ständigen Unterlegenheit. Weil Besserwisser dazu neigen, einem vermeintliche Wissenslücken oder Fehler oft und subtil unter die Nase zu reiben. Konflikte, in die sich der Besserwisser gerne hineinsteigert, arten aus; wer es wagt, diesen Kollegen-Typen argumentativ zu schlagen, muss mit endlosen Diskussionen rechnen.

So gehst du damit um: Bleibe so sachlich wie möglich. Bedanke dich für die Meinung und weise dennoch darauf hin, dass du mit deinem Aufgabenbereich gut vertraut bist. Wichtig ist jetzt, Verantwortlichkeiten klar zu markieren. Kommt es zu einer Grenzüberschreitung, müssen auch Besserwisser lernen, mit Kritik umzugehen – auch wenn es schwierig ist.

Typ 2: Der egozentrische Schleimer

Dieser Kollegen-Typ wird jede Chance wahrnehmen, um Eindruck bei euren Vorgesetzten zu schinden. Nicht durch ehrliche Arbeit. Sondern durch das Einheimsen fremder Lorbeeren.

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Hast du ein Projekt erfolgreich im Team beendet, wird dieser Kollegen-Typ das Lob dafür kassieren wollen. Im Mittelpunkt steht die fast leise Egozentrik des Schleimers. Denn stets geht es um die Anerkennung seiner Person – auch wenn die Befriedigung durch die Wertschätzung des Chefs nur kurz anhält. Der Kollegen-Typ Schleimer zeigt sich bei Vorgesetzten von seiner besten Seite, stimmt jeder Idee des Managers zu und spart nicht mit Lobeshymnen für die Autoritätspersonen.

So gehst du damit um: Wer sich mit diesem Kollegen-Typ auseinandersetzen muss, wird Wut und Unaufrichtigkeit spüren. Gib dem Verhalten jedoch keinen Nährboden und besinne dich deiner persönlichen Stärken. Geht es beispielsweise um gemeinsame Projektarbeiten, ist es wichtig, dass du die Rollenverteilung bei der Präsentation deutlich machst.

Du wirst sehen: Du bist Experte auf deinem Gebiet – und durch dein Auftreten kannst du das unterstreichen. Unaufrichtige Schleimer werden so schnell auffliegen und sich zurücknehmen.

Typ 3: Der skrupellose Karriere-Freak

Dieser besondere Kollegen-Typ riskiert alles, um auf der Karriereleiter so hoch wie möglich aufzusteigen – auch wenn du oder deine Kollegen dabei fallen sollten. Skrupellose Karriere-Freaks sind sich nicht zu schade für Lügen, Intrigen und Seitenhiebe, die sie zu ihrem Vorteil auslegen können. Wenn es der eigenen Karriere dient, werden sie alles dafür geben, ihr Ziel zu erreichen – und sie gehen dafür über Leichen.

So gehst du damit um: Menschen mit den beschriebenen Eigenschaften benötigen klare Grenzen. Andernfalls kommt es zu Kollateralschäden. Sprechen Sie eine Verletzung deshalb offen, direkt und sachlich an – und weichen sie dem Konflikt nicht aus. Nicht jedes Verhalten muss ausgehalten und toleriert werden.

Typ 4: Die laute Labertasche

Manchmal ist der Kollegen-Typ laute Labertasche sogar ganz charmant – wenn dieser nicht gerade Details über die Angelegenheiten anderer lauthals durch das Büro schreit. Die Quasselstrippen hängen häufiger am Smartphone, um den neuesten Klatsch und Tratsch mit den Besties zu besprechen. Und auch du wirst den unbändigen Redefluss dieses wahrlich nervigen Kollegen-Typen zu spüren bekommen.

So gehst du damit um: Geht die Labertasche zu weit, steigst du am besten freundlich und bestimmt aus der Konversation aus. Wer nicht selbst zum Lästermaul werden will, gibt lauten Vielrednern kein Futter. Dieser Kollegen-Typ wird schnell merken, dass du nicht der richtige Ansprechpartner dafür bist.

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Typ 5: Der selbstverliebte Narzisst

Charmant, wortgewandt und empathisch können sie wirken, die selbstverliebten Narzissten an unserem Arbeitsplatz. Am häufigsten wirst du sie nicht unter der „gewöhnlichen“ Belegschaft finden, auch wenn sich dorthin manchmal einer verirrt hat. Sondern tatsächlich in der Chefetage.

Dieser Kollegen-Typ ist in der Regel beliebt bei allen, die das Spielchen eines Narzissten nicht sofort durchschauen. Warnsignale sind zum Beispiel ein zuvor warmes und herzliches Verhalten, das später in Kälte und Herabwürdigung umschlägt. Das passiert gezielt. Einige Menschen sind anfällig dafür, sich schnell auf die charmante Art des selbstverliebten Narzissten einzulassen, um später zu merken, dass es ein Fehler war.

So gehst du damit um: Sollte ein narzisstisch geprägter Kollege dich entwerten, ist es wichtig, nicht im Affekt zu reagieren. Suche dir eine ruhige Minute, um mitzuteilen, was dich verletzt hat und bleibe auch hier sachlich – denn emotional geladene Konversationen nimmt der Narzisst als Anlass, um dich zu manipulieren, weil du gerade angreifbar bist. Das Wichtigste, was du dir jedoch merken solltest: Rechne mit allem und nichts. Denn Narzissten gelten als unberechenbar. Hier ist Vorsicht geboten.

Lese-Tipp: Manipulation im Job: So durchschaust du die fiesen Psycho-Tricks der Chefs

Typ 6: Der ängstlich-panische Pessimist

Sie sehen die Welt dunkel, gehen vom Worst-Case-Szenario aus und ziehen ihr Umfeld meist mit in die Tiefe. Ängstlich-panische Pessimisten verbreiten eine düstere, fast apokalyptische Stimmung. Sie sind besonders vorsichtig und glauben nur den fassbaren Tatsachen. Argumente ohne doppelten Boden ziehen deshalb nicht bei diesem Kollegen-Typ. Wer viel Zeit mit ihnen verbringt, wird merken, dass dahinter eine große Verunsicherung und Skepsis anderen gegenüber steckt. Pessimisten sind deshalb auch bei erfolgreich abgeschlossenen Projekten diejenigen, die keine gute Bewertung prophezeien. Und das kann ganz schön nerven.

So gehst du damit um: Liefere Fakten, wenn du möchtest, dass der panische Pessimist Ruhe gibt. Dieser ist beispielsweise durch handfeste Zahlen und Prognosen überzeugbar. Nur die Evidenz zählt, denn alles andere ist heiße Luft für ihn.

Wer erfolgreich mit Pessimisten zusammenarbeiten möchte, sollte diesen vor allem Sicherheit signalisieren. Ansonsten gilt: Wenn die Stimmung dich ansteckt, ist es wichtig, dass du ganz bei dir bleibst. Denn übermäßige Sorgen und Panikgedanken sind keine Lösung, sondern ein vorübergehendes Ventil für ungelöste Konflikte.

Typ 7: Der distanzierte Einzelgänger

Sie huschen vorüber, sprechen selten und zeigen sich nicht gerne. Einzelgänger gehen in ihrer eigenen Welt auf, lassen Außenstehende aber nicht in ihre Welt hinein. Sie ziehen ihr Ding durch und bearbeiten Projekte für sich. Ist Teamwork gefragt, ist die Zurückhaltung des distanzierten Einzelgängers aber nicht hilfreich. Und oft sogar nervig, wenn du ihnen jedes Detail „aus der Nase“ ziehen musst. Dennoch halten sie daran fest – und es kostet sie eine große Überwindung, in größeren Gruppen zu sprechen.

So gehst du damit um: Wenn dich das Verhalten eines Einzelgängers nervt, solltest du wissen, dass sie zunächst dort verharren werden, wo sie sich sicher fühlen – nämlich in ihrer persönlichen Komfortzone.

Wichtig ist, Raum für die Integration des Einzelgängers zu schaffen. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist es deshalb essenziell, diesen einzubinden. Auch wenn du nicht Versorger oder die „besorgte Mutter“ spielen möchtest. Ein wenig Herzlichkeit und Offenheit kann wahre Wunder bewirken. Starte mit unverbindlichen Fragen, beginne ein Gespräch und zeige dein Interesse. Stelle Fragen an den distanzierten Einzelgänger und zeige so, dass Teamwork nur funktioniert, wenn dieser bereit ist, sich auf dich einzulassen.

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Zuletzt: Unser zusätzlicher Tipp für einen besseren Umgang mit nervigen Kollegen

Vergiss bei der ganzen Typisierung nicht, dass Menschen aus unterschiedlichen Gründen so sind, wie sie heute sind. Manchmal hilft ein wenig Empathie, um das Gegenüber zu verstehen. Manchmal ist aber auch eine klare Haltung und das Aufzeigen von Grenzen notwendig. Um einen guten Umgang mit nervigen Kollegen zu finden, solltest du diese deshalb nicht vermeiden – sondern sie besser kennenlernen und dann entscheiden, wie du mit bestimmten Charakteren am besten umgehst.

Bildnachweis: PavelIvanov/istockphoto.com