Jeder Mensch manipuliert seine Mitmenschen, sowohl im privaten Bereich als auch im Berufsleben. Häufig sind diese Verhaltensweisen unbewusst und über die Jahre automatisch erlernt. Dennoch kommt es vermehrt vor, dass Führungskräfte gezielt Psycho-Tricks anwenden, um Sie als Arbeitskraft auszunutzen. Wir verraten Ihnen deshalb, wie Sie sich dagegen wehren können.
Führungskräfte manipulieren ihre Mitarbeiter
Inhalt
1. Wo liegen die Grenzen der Manipulation?
2. Wofür manipulieren Führungskräfte ihre Mitarbeiter?
3. Psycho-Tricks bauen auf Emotionen auf
4. Lassen Sie sich nicht länger manipulieren!
5. Psycho-Trick 1: Einschüchterung
6. Psycho-Trick 2: Liebesentzug
7. Psycho-Trick 3: Harmonie
8. Psycho-Trick 4: Das kleinere Übel
9. Psycho-Trick 5: Kindheitsmuster

Wo liegen die Grenzen der Manipulation?

Ein wenig Manipulation gehört zu unserem Alltag und ist manchmal sogar ganz nützlich. Schon in unserer Kindheit lernen wir meist schnell, mit welchen Taktiken wir das bekommen, was wir wollen. Was damals noch die Süßigkeiten an der Supermarkt-Kasse waren, sind später aber viel größere Wünsche. So setzen immer mehr Menschen auch im Beruf gezielt Psycho-Tricks ein, um ihre Karriere zu beschleunigen, oder lernen gar über die Jahre ihren Ehepartner perfekt zu kontrollieren.

Auch im Berufsleben gehört die Manipulation mittlerweile zum Alltag und kann Ihnen durchaus dabei helfen, die Karriereleiter (schneller) zu erklimmen. In unserem Artikel zum Thema „Manipulation und Beeinflussung – 8 psychologische Tricks im Beruf“ haben Sie hierfür bereits hilfreiche Tipps und Tricks erhalten. Sobald die Manipulation aber auf Kosten des Glücks oder der Gesundheit einer anderen Person geht, ist die moralische Grenze erreicht. Eine Grenze, die leider von vielen Führungskräften heutzutage nicht mehr eingehalten wird.

Wofür manipulieren Führungskräfte ihre Mitarbeiter?

Wer andere Menschen manipuliert, verfolgt damit stets ein Ziel. Bei Führungskräften kann ein solches Ziel wie folgt aussehen:

Für manche Führungskräfte stellen Psycho-Tricks reine Unterhaltung dar und sie möchten austesten, wie weit sie bei einem Mitarbeiter gehen können. Vielleicht möchten sie auch dessen Charakterstärke oder Führungsqualitäten auf den Prüfstand stellen. Andere wiederum wollen die Mitarbeiter zu Höchstleistungen anspornen, um hinterher selbst gut da zu stehen und eventuell weiter befördert zu werden. Manch einmal genießt eine Führungskraft auch einfach die Macht, welche mit der Manipulation anderer Menschen einhergeht – in unserer narzisstischen Gesellschaft leider keine Seltenheit. Doch wieso lassen wir uns eigentlich zum Spielball anderer Menschen machen, sei es im Privat- oder im Berufsleben?

Psycho-Tricks bauen auf Emotionen auf

Die Manipulation funktioniert nur, wenn Emotionen im Spiel sind. Je enger die gefühlsmäßige Bindung oder gar Liebe zwischen zwei Menschen ist, desto eher können diese sich gegenseitig manipulieren. Zwischen einem Vorgesetzten und seinem Mitarbeiter baut diese Bindung allerdings auf einem anderen, mindestens ebenso starken Gefühl auf: Angst.

Die Psycho-Tricks der Chefs funktionieren in der Regel, weil sie sich der Angst eines Menschen bedienen. Die Angst vor dem Jobverlust, vor einer stagnierenden Karriere, der sozialen Ausgrenzung, einem finanziellen Abstieg oder einem Gesichtsverlust vor dem Team.

Solche Ängste sind völlig normal und absolut menschlich. In Deutschland leben wir ohnehin in einer Gesellschaft der Angst und damit auf einem wahren Nährboden für Psycho-Tricks jeder Art.

Lassen Sie sich nicht länger manipulieren!

Stop - Frau lässt sich nicht länger manipulieren
Manipuliert werden Sie ohnehin jeden Tag und das werden Sie auch niemals ganz verhindern können. Jede Werbebotschaft und jeder Verkäufer bedient sich solcher Techniken. Zudem kommt die (unbewusste) Manipulation in quasi jeder zwischenmenschlichen Beziehung vor. Doch gezielte Psycho-Tricks Ihres Vorgesetzten? Das müssen Sie sich nicht gefallen lassen!

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Um sich gegen die Manipulation bei der Arbeit zu wehren, müssen Sie diese im ersten Schritt erkennen und im zweiten Schritt bewusst bekämpfen. Wie? Wir verraten es Ihnen:

Psycho-Trick 1: Einschüchterung

Sie arbeiten hart, machen nie Fehler und erbringen Höchstleistungen – und dennoch kommt von Ihrem Vorgesetzten nie ein Lob? Im Gegenteil: Er spielt Ihre Erfolge herunter, macht Sie vor Ihren Kollegen klein oder droht Ihnen sogar konkret mit der Kündigung? Die Einschüchterung ist der wohl häufigste Psycho-Trick unter den Führungskräften, nicht selten wird er sogar in speziellen, fragwürdigen Führungsseminaren gelehrt. Das Ziel der Einschüchterung liegt darin, den Mitarbeiter zu immer mehr und mehr Leistung zu veranlassen, aus Angst vor dem Jobverlust oder aufgrund eines angekratzten Egos. Dass Lob und Anerkennung die Mitarbeiter in der Regel aber viel mehr und vor allem langanhaltender motivieren, dahinter sind bislang leider erst wenige Führungskräfte gekommen.

Was Sie tun können: Widersprechen Sie! Sie haben das Recht auf eine eigene Meinung und darauf, diese zu äußern. Wenn Sie einen Erfolg verzeichnet haben, können Sie auch dazu stehen und auf Gemeinheiten Ihres Vorgesetzten mit Widerspruch reagieren. Dieser wird zwar verblüfft sein, eventuell sogar leicht verärgert, Sie verschaffen sich aber Respekt und müssen gewiss nicht gleich um Ihren Job fürchten. Im Gegenteil: Eine gute Führungskraft passt ihre Strategie, um Mitarbeiter zu Höchstleistungen zu veranlassen, jeder Person individuell an. Vielleicht merkt Ihr Vorgesetzter ja, dass er bei Ihnen mit Lob weiter kommt als mit Tadel. Und wenn nicht, so sind Sie wenigstens sich selbst treu geblieben und können mit gestärktem Selbstbewusstsein weiterarbeiten.

Psycho-Trick 2: Liebesentzug

Der Liebesentzug ist einer der häufigsten Manipulationstechniken in einer Liebesbeziehung, wird aber in erweiterter Form auch im Berufsleben immer wieder angewandt. Sind Sie der Liebling Ihres Vorgesetzten? Seine Nummer eins? Sein Ansprechpartner für alle schwierigen Aufgaben? Der erste Anwärter auf die nächste Beförderung? Zumindest lässt Ihr Chef Sie in diesem Glauben und hat Sie allein dadurch schon manipuliert. Nun würden Sie nämlich beinahe alles tun, um bei ihm nie wieder in Ungnade zu fallen. Geschulte Führungskräfte wissen das optimal auszunutzen und spornen Sie gemäß dem Motto „Zuckerbrot und Peitsche“ immer wieder zu Höchstleistungen, Überstunden oder der Übernahme ungeliebter Aufgaben an.

Was Sie tun können: Lernen Sie auf Ihre eigenen Grenzen zu hören und auch einmal „Nein“ zu sagen. Für diese Manipulation sind häufig Menschen mit geringem Selbstbewusstsein besonders anfällig, die ihr Selbstwertgefühl von der Wertschätzung durch ihren Chef, die Kollegen und auch ihr privates Umfeld abhängig machen. Arbeiten Sie daher an Ihrem Selbstbewusstsein. Schön, wenn Sie dennoch der Liebling Ihres Vorgesetzten bleiben. Doch wenn nicht, so sollte Sie das nicht weiter stören. Sie müssen schließlich auf sich und Ihre Gesundheit achten. Einmal im Burnout gelandet, bringt Ihnen auch das Lob des Chefs nicht mehr viel…

Psycho-Trick 3: Harmonie

Das Gehirn sehnt sich nach Harmonie und trickst uns daher oftmals selbst aus. Ein Gedankengang funktioniert nämlich stets in beide Richtungen und lädt dadurch geradezu zur Manipulation ein. Zum besseren Verständnis ein kurzes Beispiel:

  1. „Ich tue einem Menschen einen Gefallen, weil ich ihn mag.“
  2. „Wenn ich einem Menschen einen Gefallen tue, muss ich ihn demnach mögen.“

Tatsächlich neigen wir dazu Menschen zu mögen, die uns ausnutzen. Wenn wir einem Kollegen oder einem Vorgesetzten nämlich immer wieder helfend unter die Arme greifen, denkt unser Gehirn automatisch, dass wir ihn mögen müssen. Begründet wird diese Denkweise durch die Harmoniebedürftigkeit unseres Gehirns. Da es mit Widersprüchen nicht klarkommt, zieht es einfach automatisch einen logischen Schluss.

Was Sie tun können: Allein das Wissen um diesen Mechanismus hilft in der Regel schon, um zu durchschauen, dass Sie von Ihrem Vorgesetzten oder einem Kollegen ausgenutzt werden. Prüfen Sie einmal für sich selbst: Sind die Gefallen stets einseitig oder beruhen sie auf Gegenseitigkeit? Lernen Sie auch hier in Zukunft öfter einmal „Nein“ zu sagen.

Psycho-Trick 4: Das kleinere Übel

Wir sehen Dinge stets in Relation. Aus diesem Grund jammern wir so lange über ein Problem, bis wir vor einem schlimmeren stehen oder eine Person mit viel größeren Problemen treffen. Plötzlich erscheint das eigentliche gar nicht mehr so belastend. Diesen Trick wenden Führungskräfte vermehrt in Gehaltsverhandlungen an. Sie wünschen sich 1.000 Euro mehr pro Monat? Dann wird Ihr Chef Ihnen erst einmal viele Gründe nennen, weshalb Sie diese nicht verdient haben (siehe Psycho-Trick 1: Einschüchterung). Anschließend bietet er Ihnen 100 oder vielleicht auch 200 Euro an. Wenn Sie sich schlussendlich auf 500 Euro mehr einigen können, fühlen Sie sich als der Gewinner. Eigentlich haben Sie aber verloren – gegen einen wahren Klassiker unter den Psycho-Tricks.

Was Sie tun können: Legen Sie für sich vor der Gehaltsverhandlung Ihre Grenzen fest. Lassen Sie sich dann im Gespräch durch die Manipulation nicht von diesen Grenzen abbringen. Bleiben Sie ruhig und versuchen Sie die Strategie Ihres Gegenübers zu durchschauen. So strahlen Sie mehr Selbstbewusstsein aus, lassen sich nicht so schnell verunsichern und fallen zukünftig auf keine Psycho-Tricks mehr rein. Je ruhiger Sie bleiben, desto schwieriger machen Sie es Ihrem Gegenüber Sie zu manipulieren. Manch ein Vorgesetzter versucht dann bewusst Sie wütend zu machen, zu verunsichern oder weicht sogar von der sachlichen Ebene ab. Verlassen Sie notfalls mit einer höflichen Floskel das Gespräch, wenn Sie das Gefühl haben, es führt zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Sie können die Verhandlung dann auf einen anderen Tag verlegen und warten, bis sich der Sturm gelegt hat.

Psycho-Trick 5: Kindheitsmuster

Die Manipulation bedient sich häufig klassischer psychologischer Muster, welche Sie in Ihrer Kindheit erlernt haben. In der Regel geht Ihr Vorgesetzter in die Elternrolle und zwingt Sie dadurch automatisch in die Rolle des unmündigen Kindes. Das passiert unbewusst, weil Sie es so gelernt haben. Beobachten Sie einmal aus einer objektiven Perspektive, wie Ihr Vorgesetzter oder auch Kollege mit Ihnen und den anderen Mitarbeitern spricht. In welche Rolle schlüpft er dabei?

Was Sie tun können: Sobald Sie Ihre Rolle verlassen, drängen Sie Ihren Vorgesetzten oder den manipulativen Kollegen ebenfalls in eine andere Rolle. Auch das passiert in der Regel unbewusst. Diese Taktik haben Sie bereits beim Psycho-Trick 4: Das kleinere Übel angewandt. Sobald Sie nicht mehr so reagieren wie erwartet, muss Ihr Gegenüber sein Verhalten ändern. Wie? Das ist nicht immer vorherzusehen. Manch Einer gibt klein bei, ein Anderer wird wütend oder der Dritte verstummt einfach. In der Regel reagieren Menschen in Konfliktsituationen stets mit einem dieser drei Muster: Angriff, Flucht oder Totstellen. Für Sie ist es also durchaus spannend, einmal aus den gewohnten Rollen zu schlüpfen und zu beobachten, was daraufhin passiert. Und Sie wissen ja: Lassen Sie sich davon nicht einschüchtern (Psycho-Trick 1: Einschüchterung).

Haben auch Sie schon Erfahrungen mit Psycho-Tricks gemacht? Welche Tipps haben Sie, um sich dagegen zu wehren? Oder welche kleinen Manipulationen helfen Ihnen selbst durch den Arbeitsalltag?

6 Kommentare

  1. Friederike Frey

    Ja, Manilulation ist vielfältig und allgegenwärtig. Doch die Eigenverantwortung für unser eigenes Lebens kann uns niemand nehmen. Nur ich selbst bin für mich und mein Leben verantwortlich. So steht es ja jedem von und frei, uns Manupulationen zu “unterwerfen” oder sich “gerade zu machen” und sich seinen eigenen Werten bewusst zu werden. Wir haben immer eine Entscheidungsfreiheit: “Wer mich manipuliert (wer mich ärgert) bestimme ich immer noch selbst.” Nur sind wir uns oft unserer eigenen Entscheidungsfreiheit nicht (mehr) bewußt. Geben Verantwortungen ab, erklären uns mit “WARUM dieses oder WARUM jenes” (und für ein WARUM gibt es 100 Gründe) als nach einem “WOZU ” zu fragen. WOZU lasse ich mich manipulieren? WOZU tue ich meinen Job? Welchen Sinn sehe ich darin? Das wäre ein kleiner Schritt sich seiner Eigenverantwortung wieder bewußt zu werden.

    Und wie sagt Prof. Uwe Böschemeyer so richtig:
    Sinn ist das, was mich unmittelbar angeht, was mich betrifft und betroffen macht.
    Sinn ist das, wofür ich mich aufmache, wofür ich mich auf-richte.
    Sinn ist das, wofür ich leben will. Sinn ist das, wovon ich leben kann.

    Friederike Frey
    ManagementCoaching / KarriereBeratung
    “sinnvoll erfolgreich sein.”

  2. Ich kann mich diesem blog von Frau Franke nicht anschließen. Dieser Artikel ist viel zu polemisch.

    Ich möchte nicht sagen, dass einige Führungskräfte durchaus an ihren Führungsqualitäten und ihrer Menschenkenntnis arbeiten könnten.

    Doch um für sie eine Lanze zu brechen: Nicht alle Führungskräfte wurden “gefragt”, ob sie die jeweilige Position übernehmen möchten und kamen teilweise dazu, wie die “Jungfrau zum Kinde”.

    Ich schließe mich aber durchaus des Kommentares von Frau Frey an. Manipulation findet in den jeweiligen Köpfen selbst statt und liegt somit in der eigenen Verantwortung. Die “Psycho-Tricks” können nur dann funktionieren, wenn sich die Mitarbeiter auf solche “Spielchen” einlassen.

    Es wäre sicherlich noch einiges dazu zu sagen, doch das würde diesen Rahmen sprengen.

    Manuela Springer
    SOLL UND HABEN
    Beratung & Service

  3. Werner Striedl

    Die Infos sind für Betroffene gut, leider sind die Tipps dazu nicht immer hilfreich, da viele Betroffene nicht nur unter Sachzwängen stehen und nicht so reagieren können wie es angemessen oder sogar hilfreich wäre.
    Das zum Thema Eigenverantwortung.

    Eine sehr häufige und schlimmste Manipulation wurde nicht genannt: “die psychopathische Charakterstruktur Methode”.
    Sie ist eine Kombination der zum Teil bereits genannten Methoden, bahnt sich aber anders an.
    Ein charmanter und freundlich wirkender Vorgesetzter, der bei allen beliebt zu sein scheint und einem vormacht “wie gut er uns gesonnen ist”, ein Herr Saubermann, dem aber nur sein eigenes Wohl am Herzen liegt. Spielen wir für ihn keine Rolle, dann lässt er uns im besten Fall in Ruhe, im anderen Fall macht er uns ohne Skrupel fertig. Und das immer mit einem freundlichem Grinsen und hochgezogenen Augenbrauen.
    Das Problem hier ist, dass man nicht sofort erkennt was Sache ist, man wird zum Beispiel als Schutzschild vor den Karren gespannt und man denkt, da man ja wichtige Aufgaben übertragen bekommt, dass das Anerkennung wäre. Was man leicht übersieht, dass man selbst gar keine Entscheidungen trifft, sondern immer nur das macht, was der Vorgesetzte will. Trifft man doch einmal eine Entscheidung und die ist nicht im Sinn des Vorgesetzten, dann ist man schon auf der Abschussliste die an Schikanen und Bosheiten unbegrenzt ist und nicht zuletzt mit dem eigenen seelischen Ruin endet.
    Wer hier mit Empathie rechnet oder denkt, dass ein vernünftiges Gespräch mit dem Vorgesetzten die Sache bereinigen könnte, der irrt gewaltig. So geprägte Menschen sind sehr wortgewannt, haben immer Recht, stecken einen problemlos mit Lügen, Polemik und Verzerrungen in die Tasche. Das einzige was hilft ist möglichst weit aus dem Dunstkreis dieser Menschen zu entweichen.
    Zum Glück haben nicht alle freundlichen Menschen “psychopathische Charakter-Strukturen” und es gibt natürlich auch empathische und vorbildliche Vorgesetzte, aber man sollte hier die Augen offen halten und sich möglichst schnell in Sicherheit bringen und den Kontakt zu Menschen mit “psychopathische Charakter-Strukturen” meiden wenn man sie denn erkennt und die Möglichkeit dazu hat.

    Sehr geehrte Frau Frey, Sie schreiben sehr wohlwollend, leider ist Ihre Landkarte schon so weit von einem normalen Angestellten weg, dass Sie vermutlich gar nicht mehr erfassen, was Sie von sich geben. Nicht jeder hat die Möglichkeit bzw. den Mut sich frei und eigenverantwortlich zu entscheiden, selbst wenn er die Manipulationen erkennt, was oft genug den meisten gar nicht möglich ist. Tja und die Erwähnung eines Herrn Prof. unterstreicht natürlich Ihre manipulativen Aussagen, auch wenn das Zitat gar nichts mit den Psycho-Tricks zu tun hat, macht sie doch den Eindruck dass ihr Kommentar wichtig wäre. Gegen so eine Manipulation können sich die wenigsten eigenverantwortlich wehren, da die Art der Manipulation vermutlich nicht sehr bekannt ist. Und ich frage mich WOZU war dieser ganze Kommentar gut? Macht er im Zusammenhang wirklich Sinn?

    Sehr geehrte Frau Springer, ihren Kommentar finde ich sehr interessant. Sie hatten in Ihrem Berufsleben offenbar immer Glück, vor allem mit den Vorgesetzten, denn ansonsten wären Sie mit Ihrer eigenen Polemik etwas zurückhaltender. Ich könnte Ihnen viele Fakten bezüglich unbewusste und bewusste Manipulation erzählen, was heute natürlich bereits jeder weiß, aber das würde hier den Rahmen sprengen.

    Und natürlich müssen Sie für Ihre Kunden eine Lanze brechen. Schließlich wollen Sie Eindruck schinden.
    Lustig finde ich diesen Satz von Ihnen: (Zitat)
    „Ich möchte n i c h t s a g e n , dass einige Führungskräfte durchaus an ihren Führungsqualitäten und ihrer Menschenkenntnis arbeiten könnten.“. Wozu tun Sie es dann?

    Sie dürfen sich jetzt fragen „wie gespickt sind denn ihre eigenen Kommentare und Internet-Seiten mit Manipulationen“ gegen die sich ein Leser zum Teil nur schwer wehren kann, weil unbewusst und gelesen ist gelesen.

    Und jetzt fragen sie sich doch einfach, wie stark sie gerade ein unangenehmes Gefühl haben.
    Wie intensiv ich ihr Gefühl mit meinem Text manipuliert habe und sie sich eigenverantwortlich dagegen wehren konnten?

  4. P. Herr

    Lieber Herr Striegel, einen Aspekt in Ihrer Antwort finde ich sehr interessant. Und zwar der Zusammenhang zwischen ungutem Gefühl und Manipulation. Ich denke, da kann man ansetzen, wenn man erkennen möchte, ob man von jemandem manipuliert wird. Ein Beispiel: ein Mitarbeiter hat einen Fehler begangen, der nicht ganz ohne war. Der Chef ist erbost, bemerkt den Fehler aber erst, nachdem der Mitarbeiter das Büro am Abend bereits verlassen hat. Der Chef hat nun zwei Möglichkeiten, das dem Mitarbeiter mitzuteilen. Er informiert ihn umgehend am nächsten Morgen entweder per Mail oder persönlich, weist in sachlichem Ton darauf hin, dass ein Fehler gemacht wurde, dass ihn dieser Fehler verärgert hat und dass er diesbezüglich ein Gespräch mit dem Mitarbeiter wünscht. Das erzeugt im Mitarbeiter natürlich ein unangenehmes Gefühl, denn wer macht schon gerne Fehler? Das ist aber noch nicht die Art von schlechtem Gefühl, das ich meine. Hier kommt Variante 2 ins Spiel. Und zwar die eines manipulativen, nicht wertschätzenden Chefs. Dieser Chef schreibt 1 Stunde nach Büroschluss eine E-Mail an den Mitarbeiter, von dem er weiß, dass diesen die Mail zu Hause auf seinem Jobhandy erreichen wird. Er benutzt Vokabular wie fassungslos und entsetzt, beim Beschreiben SEINER Gefühle. Er möge sich nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn er den Fehler nicht gemerkt hätte. Fügt an, dass dann er als Chef wohlmöglich eine Abmahnung riskiert hätte. Gefolt von der Ankündigung eines längeren Gesprächs. Hier wird das ungute Gefühl des Mitarbeiters (Mist, Fehler gemacht) theatralisch potenziert. Man könnte von einem Klima der Angst sprechen. Die unangemessene Theatralik lässt wahrscheinlich selbst den selbstbewusstesten Mitarbeiter nicht kalt. Denn sie hat einen nicht zu unterschätzenden psychologischen Begleiteffekt, dem sich nur wenige Menschen entziehen können, erinnert der Chef in seiner im Grunde unsachlichen persönlichen Betroffenheit doch fatal an den Vater, der seine Enttäuschung über den Sohn ausdrückt. Und hat einen weiteren Effekt: Chef und Mitarbeiter werden in die Eltern-Kind-Rolle gebracht. Sind nicht mehr auf Augenhöhe. Nur wer diese Manipulation erkennt, ist dann noch Herr im eigenen Haus. Doch dazu sind in Stress-Momenten wie diesen nur wenige weisungsgebundene Mitarbeiter eigenverantwortlich in der Lage. Aber genau hier liegt die Verantwortung einer wertschätzenden Führungskraft, die gerade NICHT auf manipulativen Strategien setzt.

  5. Elfriede-Louise Hallama

    Manipulation muss sich, ob in der Regierung, geschäftlich oder privat, will sie erfolgreich sein, aus dem Erlebnis der Manipulierten herausmanipulieren lassen.
    Manipulation erzeugt die Manipulierten, derer sie bedarf…
    Die Verwechslung von Freiheitssehnsucht mit Freiheitsverwirklichung verhindert diese und benutzt den guten Glauben der Manipulierten zu deren fortdauernden nicht erkannten Selbsttäuschung…
    Wir bemerken gar nicht, dass uns jemand durch subtile MANIPULATION unserer Freiheit beraubt hat…
    Auch das Fehlen von sichtbarer Gewalt erlaubt der Manipulation, sich als jene Freiheit auszugeben, die sie entzieht….u.v.m.

  6. Manipulation kann ja sowohl von Führungskräften ausgehen als auch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und wer mehr darunter leidet ist situationsabhängig. Aber es ist in jedem Fall hilfreich sich dessen bewusst zu sein und bewusst zu entscheiden was man anderen zumutet oder zumuten lässt.

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